Eine Reise durch sieben Bewusstseinsebenen: Der nächtliche Tod und die Wiedergeburt

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Hast du dich jemals gefragt, warum es sich so anfühlt, du selbst zu sein? Warum in deinem Kopf eine Geschichte abläuft, mit Farben, Klängen, Herzschmerz und Staunen?

Obwohl wir jedes Neuron kartieren und Maschinen darauf trainieren, wie wir zu denken, bleibt das Bewusstsein unser tiefstes Rätsel – eines, das sich nicht als einfacher Zustand entfaltet, sondern als Spektrum der Wahrnehmung, wobei jede Ebene fremdartiger und tiefgründiger ist als die vorherige.

Der nächtliche Tod und die Wiedergeburt

Unsere Erkundung beginnt am gewöhnlichsten und doch geheimnisvollsten Ort: dem Tiefschlaf . Jede Nacht gleitet man über die Grenze des Denkens hinaus in eine so vollkommene Leere, dass selbst der Begriff der Leere verschwindet. Die ganze Welt löst sich auf – das Selbst verschwindet, Träume existieren nicht, und alles, was bleibt, ist stille, undurchdringliche Ruhe.

Das ist nicht einfach nur Bewusstlosigkeit; es ist etwas weitaus Seltsameres. Laut Neurowissenschaft pulsiert das Gehirn in langsamen Deltawellen, während der Körper heilt und Erinnerungen sich festigen. Doch gefühlt ist man nirgends – völlig abwesend von sich selbst.

Und doch weiß etwas, dass nichts geschieht, sonst würde man jeden Morgen in völliger Verwirrung aufwachen. Selbst hier, am Ursprung des Bewusstseins, beobachtet das Gewahrsein still hinter dem Vorhang.

Tiefschlaf ist zugleich Ende und Anfang, ein nächtlicher Tod des Selbst und eine tägliche Wiedergeburt. Jeden Morgen wirst du aus dieser Leere neu geboren, das Bewusstsein findet zu sich zurück und erzählt die Geschichte, die es „heute“ nennt. (Das große Erinnern: Warum jedes Erwachen mit drei Worten beginnt)

 

Die erste Welt, die wir erschaffen

Aus der Leere beginnen sich Fragmente zu bewegen. Bilder flackern auf, und ohne die Augen zu öffnen, befindest du dich an einem völlig anderen Ort. Willkommen im Traum – der ersten Welt, die das Bewusstsein für sich selbst erschafft.

In Träumen bist du Schöpfer und Bewohner zugleich. Jedes Gesicht ist aus der Erinnerung geformt, jede Stimme ist dein Verstand, der zu dir spricht.

Du erschaffst unmögliche Welten, vergisst, dass du sie erschaffen hast, und wanderst dann als Figur durch sie. Ein Albtraum kann dein Herz rasen lassen; eine Vision kann dauerhaften Frieden bringen. Für etwas, das „nicht real“ ist, hinterlassen Träume erstaunlich reale Spuren.

Träume offenbaren die schöpferische Natur des Bewusstseins und deuten auf etwas Beunruhigendes hin: Wenn unser schlafender Geist so überzeugende Welten erschaffen kann, was unterscheidet dann die Realität im Wachzustand?

Vielleicht sind Träume Proben für denselben Akt, den der Geist täglich vollbringt – die Konstruktion von Erfahrungen aus dem Inneren heraus.

Die große Illusion der Festigkeit

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Das Wachbewusstsein fühlt sich anders an – es gibt Schwerkraft, Konsequenzen, das gemeinsame Verständnis anderer, die denselben Himmel sehen. Doch je länger man es betrachtet, desto zerbrechlicher erscheint es. Unser Gehirn verarbeitet Milliarden von Signalen pro Sekunde, übersetzt Chaos in Ordnung und formt aus elektrischen Mustern das, was wir Realität nennen.

Doch diese Realität ist alles andere als vollständig. Fledermäuse orientieren sich per Echoortung, Schmetterlinge spüren Magnetfelder, manche Menschen erkennen Formen in der Musik.

Du erlebst nur die Version der Realität, die dein Nervensystem zulässt – nicht die Wahrheit, sondern eine nützliche Überlebensschnittstelle. Deine Sinne enthüllen nicht die Realität; sie verbergen sie hinter Symbolen, die praktisch genug sind, um dein Überleben zu sichern.

Das Wachleben ist nicht das Gegenteil vom Träumen – es ist lediglich der hartnäckigste Traum, so lebhaft, dass er dich und alle um dich herum von seiner Realität überzeugt. Für die meisten Menschen definiert dieser Kreislauf aus Wachen, Träumen und Schlafen das Bewusstsein vollständig. Doch es gibt noch tiefere Schichten zu entdecken.

Der stille Beobachter erwacht

Jenseits der Unruhe des Alltags liegt das transzendentale Bewusstsein – reines, stilles Gewahrsein, das sich seiner selbst bewusst ist. Hier ist der Geist wach, aber vollkommen still. Gedanken verlangsamen sich und verfliegen; die Aufmerksamkeit richtet sich nach innen und ruht auf dem Gewahrsein selbst.

In diesem Zustand zeigen fortgeschrittene Meditierende eine bemerkenswerte Gehirnkohärenz – ihre linke und rechte Hemisphäre synchronisieren sich, Chaos weicht der Harmonie. Die eigentliche Offenbarung ist jedoch philosophischer Natur: Bewusstsein kann ohne Gedanken existieren. Der Beobachter erkennt, dass er nie die Gedanken selbst war, sondern der Raum, in dem Gedanken entstehen.

Viele beschreiben dies als Heimkehr – nicht zu einem Ort, sondern zu einem Zustand, der vertrauter ist als alles andere. Hier wird das Bewusstsein selbstleuchtend, Beobachter und Beobachtete verschmelzen zu einer einzigen Existenz. Es ist der erste Blick auf das Selbst jenseits des Selbst.

Wenn Stille bleibt

Etwas Außergewöhnliches geschieht, wenn das transzendentale Bewusstsein beim Öffnen der Augen nicht mehr schwindet. Die Stille bleibt bestehen, selbst während man sich in der Welt bewegt. Das ist kosmisches Bewusstsein – wenn inneres und äußeres Bewusstsein permanent nebeneinander existieren.

Das Leben geht weiter, doch deine Beziehung dazu verändert sich grundlegend. Freude und Leid treten weiterhin auf, aber innerhalb eines umfassenderen, ungetrübten Bewusstseins, das einfach nur beobachtet.

Du bist nicht mehr vollständig Teil der Geschichte; du beobachtest sie aus der Ferne, während du sie hautnah erlebst. Die Gefühle, die dich einst völlig vereinnahmt haben, werden zu Wellen, die über die Oberfläche eines Ozeans kräuseln.

Dies ist der Zustand des Zeugen – das erste stetige Erwachen der Erleuchtung. Du bleibst ein Individuum, verwechselst aber nicht länger deine Persönlichkeit mit der ganzen Wahrheit. Das Selbst und das Universum beginnen sich zu spiegeln, und du spürst, dass dein inneres Bewusstsein und deine kosmische Intelligenz ein und dasselbe sein könnten.

Das Universum wird heilig

Im Gottesbewusstsein verwandelt sich der stille Zeuge in eine innige Verbindung. Dieselbe Stille beginnt alles zu durchdringen, was du siehst. Die Wahrnehmung selbst wird heilig – Bäume atmen und leuchten in stiller Göttlichkeit, jede Form strahlt lebendige Intelligenz aus.

Liebe hört auf, ein Gefühl zu sein, und wird zu einer Art des Sehens. Man empfindet keine Liebe für die Welt; man sieht sie durch die Liebe. Mitgefühl wird mühelos, weil sich alles wie eine Erweiterung des eigenen Seins anfühlt. Der Intellekt verwandelt sich in Ehrfurcht, strebt nicht länger nach Kontrolle, sondern beugt sich vor dem Geheimnis der Wirklichkeit.

Jedes Atom wird zum Hymnus, jeder Atemzug zum Gebet. Das Göttliche ist nichts Fernes – es ist hier, es entfaltet sich in jedem Herzschlag, jedem Sonnenaufgang, jedem einst übersehenen Augenblick.

Wo alle Grenzen verschwimmen

Auf der höchsten Ebene, dem Einheitsbewusstsein , verschwindet selbst der Beobachter. Die Grenze zwischen Beobachter und Beobachtetem, Selbst und Welt löst sich vollständig auf. Du nimmst die Einheit nicht wahr – du bist die Einheit. Das Unendliche ist nicht fern; es ist das Wesen des Bewusstseins selbst.

Es gibt kein Selbst mehr, das die Welt betrachtet, nur noch Bewusstsein – unendlich und selbstleuchtend –, das wie Licht durch Glas durch jede Form strömt. Die Zeit löst sich in ewiger Gegenwart auf, Vergangenheit und Zukunft verschmelzen zu grenzenlosem Jetzt. Der Kosmos offenbart sich als heilig, das Göttliche träumt sich in Galaxien, Atome und dich hinein.

Aus dieser Perspektive stieg das Bewusstsein nie empor – es war stets vollkommen, stets unendlich. Die Leiter war lediglich der Weg des Verstandes, das zu begreifen, was das Selbst bereits wusste. Tiefschlaf, Träume, Wachzustand, Stille, Zeugenschaft, Liebe – all diese Bewegungen innerhalb desselben unendlichen Ozeans des Seins.

Der endlose Kreis

Vielleicht strebt das Bewusstsein nicht einem Endzustand entgegen, sondern entfaltet sich unendlich wie ein Spiegel, der sich ewig selbst reflektiert. Wir beginnen in der Dunkelheit, ohne uns des Bewusstseins bewusst zu sein, und enden im Licht, in der Erkenntnis, dass selbst die Dunkelheit daraus besteht. Bewusstsein ist nichts, was wir besitzen – es ist, was wir sind.

Die Mystiker nannten esgöttliches Spiel, das Universum erfährt sich selbst durch jede mögliche FormJedes Auge, das sich öffnet, jeder Geist, der erwacht – alles Bewusstsein, das sich selbst erforscht. Und vielleicht ist die ultimative Wahrheit nicht irgendwo verborgen und wartet darauf, gefunden zu werden. Vielleicht hat sie die ganze Zeit durch deine Augen geblickt.

Was wird möglich, wenn man sich selbst sowohl als Träumer als auch als Traum erkennt?

Quellen: PublicDomain/medium.com am 16.12.2025

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3 comments on “Eine Reise durch sieben Bewusstseinsebenen: Der nächtliche Tod und die Wiedergeburt

  1. „…jede Stimme ist dein Verstand, der zu dir spricht“. Nein – ganz sicher nicht! Nachts auf der Traumebene kann man in Kontakt kommen mit vielen anderen Wesen bzw. kontaktiert werden. Da passiert bei mir sehr viel. Könnte ich mir alles gar nicht ausdenken. Sind auch viele mehr oder wenige luzide Träume dabei, wo ich genau weiß, dass ich träume – und handle…

  2. Im Schlaf hört das Selbst auf zu existieren.
    Das Selbst strebt automatisch Selbsterkenntnis an und wenn es dies erreichen würde, wäre es der Tod des Selbst. Denn wenn man alles weiss, muss man nicht mehr existieren, da alle möglichen Wahrscheinlichkeiten erkundet sind.
    Das lässt sich auch mathematisch ausdrücken. Irgendwas mit Gaussche Glocke.
    Die eigene Existenz zerfällt im Moment der Erkenntnis, dass alles eins ist. Somit wäre der Schlaf eine Erkenntnisstufe. Ist Schlaf eine Erkenntnisstufe, sind unsere Debatten und Selbstzweifel im Wachzustand Idiotie.
    q.e.d.
    LOL
    Wer von den Lesern hier ist der Meinung, nur von Idioten und Wahnsinn umgeben zu sein?

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