
Ein Team von Höhlenforschern suchen 2021 unter der Leitung des Geologen Thomas Meier suchen nahe Überlingen nach historischen Bergwerken und stieß in rund 200 Metern Tiefe hinter einer riesigen Stahltür auf Kilometer lange Gänge, riesige Hallen, hunderte Räume.
Ein Regierungsbunker aus der Zeit des Kalten Kriegs. Schutzbunker für die Elite gab es im Kalten Krieg Dutzende in Deutschland. Doch, Von Frank Schwede
Nichts Besonderes dachte Geologe Thomas Meier und sein Team, als sie 2021 nahe Überlingen in die Tiefe abstiegen, um nach historischen Bergwerken aus dem 19. Jahrhundert zu suchen.
Alte Karten zeigen, dass es mehr Tunnel gibt, als offiziell bekannt. Was die Forschenden dann fanden, verschlug ihnen den Atem. Hinter einer alten verrosteten Stahltür stießen sie auf Kilometer lange Gänge, riesige Hallen, Hunderte Räume, eine Kommandozentrale, Schlafsäle, eine vollausgestattete Krankenstation, Vorratsräume mit Konserven – ein Regierungsbunker, gebaut während des Kalten Kriegs, jahrzehntelang versteckt vor der Öffentlichkeit – Kosten, rund Hundertmillionen Deutsche Mark, finanziert aus Steuergeldern.
An diesem geheimen Ort sollten Mitglieder der deutschen Regierung, Ärzte und Offiziere einen Atomkrieg überleben, während draußen Millionen Menschen sterben. Meier und sein Team finden Dokumente mit Namen und Evakuierungspläne. Die Frage lautet: Wer hätte im Ernstfall Zutritt zum Regierungsbunker gehabt?
Dreitausend Menschen hätten an diesem Ort die Möglichkeit gehabt, dem Tod zu entkommen. In einem Land, in dem zig Millionen Menschen leben. Im Ernstfall hätte also eine kleine Elite über Leben und Tod entschieden.
Doch das ist noch nicht die ganze Wahrheit. Es gab in Deutschland nicht nur einen Bunker, sondern Dutzende. Ein ganzes Netzwerk stand bereit für den Tag X. Der Tag, der niemals kam, auf dem sich aber die Staatsmacht akribisch vorbereitet hat.
Raketen mit atomaren Sprengköpfen hätten Städte wie Hamburg, Frankfurt und München in nur wenigen Sekunden in Schutt und Asche gelegt. Militärexperten kamen zu dem Ergebnis, dass Deutschland im Falle eines Atomkriegs zu neunzig Prozent zerstört worden wäre.
Ein Großteil der Bevölkerung hätte einen Atomschlag nicht überleben. Das wusste auch Kanzler Konrad Adenauer und entschied, dass alles getan werden müsse, dass Mitglieder der Regierung einen atomaren Schlagabtausch überleben.
Also brauchte das Land Bunker, geheime Bunker, in denen Regierungsmitglieder einen Atomkrieg überleben konnten. 1954 begann die streng geheime Planung entsprechender Anlagen. Nur der innere Zirkel der Regierung Adenauer wusste von den Plänen. (Trump baut keinen Ballsaal! (Video))
Geheimes Bauvorhaben, finanziert aus schwarzen Kassen
Geeignet waren Standorte in der Nähe von Großstädten, gut erreichbar vom Bonner Regierungssitz, mit einem guten Schutz vor Erschütterungen. Als ideal erwies sich die Bodenseeregion im Süden Deutschlands, weit genug entfernt von der deutsch-deutschen Grenze, außerdem boten die Berge die nötigen Voraussetzungen für den Bau unterirdischer Anlagen.
Zur selben Zeit plante auch die Schweiz Bunkeranlagen. Der Unterschied zu Deutschland: Jeder Bürger hatte Anspruch auf einen Platz. In Deutschland nur die Elite.
1955 lagen die ersten konkreten Pläne auf dem Tisch. Offiziell lief das geheime Bauvorhaben unter dem Decknamen Ausbau von Verkehrstunneln oder Bau von Wasserreservoiren.
Finanziert wurden die Anlagen aus Sonderfonds und schwarzen Kassen. Das Parlament wurde darüber nicht informiert und auch die Öffentlichkeit wusste nichts davon.
1956 wurden die Bauarbeiten am Regierungsbunker Überlingen unter strengster Geheimhaltung aufgenommen. Das Projekt nahm sechs Jahre in Anspruch. Die Arbeiter wussten nicht, was sie bauten.
Offiziell handelte es sich um die Erweiterung alter Bergwerkstollen aus dem 19. Jahrhundert. Die Arbeiten gingen rund zweihundert Meter in die Tiefe und gestalteten sich als sehr anspruchsvoll.
Die Bunkeranlage verfügte über ein Überdrucksystem, das ein Eindringen kontaminierter Luft von außen verhinderte. Selbst bei einem Angriff mit ABC-Waffen wären die Menschen im Bunker sicher gewesen.
Zur Kommunikationseinrichtung gehörten verschlüsselte Telefonleitungen, Funkgeräte, eine Standleitung zum NATO-Hauptquartier, zu amerikanischen Kommandobunkern.
Später, in den 1980er Jahren, kam auch ein Satellitenkommunikationssystem hinzu. Der Bunker wurde ständig modernisiert und auf den neusten Stand der Technik gebracht.
Zur Elite, die Anspruch auf einen Platz gehabt hätte, gehörten neben Politikern auch Ärzte, Techniker, Soldaten, Köche und Funker – jeder, der unverzichtbar wäre.
1962 war die Anlage fertiggestellt. Erste Übungen wurden durchgeführt, simulierten Atomkriegsszenarien. Technisch funktionierte alles einwandfrei. Doch, wie sah das aus psychologischer Sicht aus? Stunden, Tage, Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre tief unter der Erde, eingepfercht in engen Räumen bei künstlichem Licht, ohne Frischluft.
Millionen Menschen wären in wenigen Minuten gestorben
Viele Regierungsmitglieder, die Bunker testeten, bekamen Panik, wollten sofort raus – doch im Ernstfall wäre die Alternative der Tod gewesen.
Noch im selben Jahr kam es zur Kubakrise. Die Sowjetunion hatte heimlich Atomraketen auf Kuba stationiert – neunzig Meilen vor der US-Küste. US-Präsident John F. Kennedy stellte den Sowjets ein Ultimatum. Die Raketen müssen weg oder es gibt Krieg: Die Welt stand zum ersten Mal am Rande eines Atomkriegs. Sowjetische Raketen waren auf westdeutsche Städte gerichtet, NATO-Raketen auf ostdeutsche.
Die Sowjetunion weigerte sich, die Welt hielt den Atem an. Am Bodenseebunker wurden erste Vorbereitungen für den Notfall getroffen. Politiker wurden aufgefordert, Koffer mit dem Nötigsten zu packen und sich auf den Notfall vorzubereiten. Dann, nach 13 Tagen, Entwarnung: Die Sowjetunion gab nach. Noch einmal gut gegangen.
Wäre es tatsächlich zu einem atomaren Schlagabtausch zwischen den Supermächten gekommen, wären binnen weniger Minuten allein in Deutschland Millionen Menschen gestorben. Weitere Millionen in den darauffolgenden Wochen an Strahlung und Hunger.
Nach Ende des Kalten Kriegs in den 1990er Jahren, wurden zahlreiche Bunker aufgegeben. Die Bedrohungslage hatte sich geändert. Riesige Atombunker passten nicht mehr ins Konzept.
Doch der Atombunker in Überlingen wurde bis 2019 gewartet. Millionen wurden darin investiert, während andere öffentlichen Anlagen für die Bevölkerung in den Großstädten geschlossen, verkauft oder umfunktioniert wurden. Nur noch für dreieinhalb Millionen Menschen gibt es einen Platz in einem Atomschutzbunker, bei 84 Millionen Einwohnern.
Die Regierungsbunker waren komfortabel ausgestattet, mit allem, was dazugehört. Küchen, Krankenstationen, Bibliotheken und sogar eine Kapelle – die Zivilschutzbunker hingegen nur mit dem Nötigsten.
Es waren einfache Betonbunker, eng, kalt, schlecht belüftet, ohne Vorräte, ohne Wasser und vor allem ohne medizinische Versorgung. Im Ernstfall wären sie zu Todesfalle geworden, aufgrund von Überfüllung, Panik und Chaos.
Die Menschen wären an diesen Orten vielleicht langsamer gestorben – gestorben wären sie in jedem Fall.
Regierungsbunker gab es mehr als einen. Mindestens fünfzig Anlagen dieser Art sollen es deutschlandweit gegeben haben. Die größte befand sich in Ahrweiler bei Bonn mit 17 Kilometer langen Gängen, gefolgt von der am Bodensee und weiteren im Schwarzwald, in den Alpen und in Großstädten wie Stuttgart und Berlin und sogar unter dem Kölner Dom. Die Wartungskosten über Jahrzehnte liegen bei geschätzten zehn bis fünfzehn Milliarden Euro.
Machen Atombunker wirklich Sinn?
Viele Bunker waren, oder sind es sogar noch immer, über kilometerlange Tunnelsysteme miteinander verbunden. Der Plan dahinter sah vor, dass Regierungsmitglieder im Ernstfall auf verschiedene Orte hätten verteilt werden können.
In der Schweiz ist jedem Bürger ein Platz in einem Bunker garantiert, außerdem lagert die Regierung Lebensmittel, Medikamente für Monate für den Tag X ein.
Auch in den USA existieren riesige Regierungsbunker, unter anderem in Mount Weather nahe Bluemont im Bundesstaat Virginia. In Großbritannien befindet sich eine entsprechende Einrichtung für die Regierung und das Königshaus unter der White Hall in London.
In Russland gibt es sogar ein geheimes U-Bahnsystem für die Elite und einen Bunker direkt unter dem Kreml. Westliche Geheimdienste vermuten, dass die chinesische Staatsführung eine riesige Bunker- und Kommandozentralen im Mount Yamantau eingerichtet hat. Mit 1640 Metern ist der Mount Yamantau der höchste Berg des Südlichen Urals.
Fazit: Die Weltlage ist angespannt, der Ton gegenüber Moskau verschärft sich von Stunde zu Stunde, Russland wird aus der Ukraine mit westlicher Waffentechnologie angegriffen, NATO-Truppen kämpfen in der Ukraine gegen Russland.
Russlands Geduld ist auf dem Siedepunkt, die Gefahr eines Atomkriegs ist gegenwärtig höher als zur Hochzeit des Kalten Kriegs und es ist nur der Besonnenheit Wladimir Putins zu danken, dass es noch nicht zu einem atomaren Schlagabtausch gekommen ist.
Atomschutzbunker sind nach Meinung von Experten aktuell wichtiger denn je. Dennoch sollte sich jeder die Frage stellen, ob sie tatsächlich Sinn machen. Niemand weiß, was nach einem Atomschlag noch übrig geblieben ist, ob ein Wiederaufbau überhaupt möglich ist.
Einen Atomschlag in einem Bunker überleben ist die eine Sache. Das Überleben auf einer völlig zerstörten Erde, wo es nichts mehr gibt, außer Schutt und Asche, ist etwas völlig anderes. Die erste Frage, bevor ich so einen Bunker betrete, sollte lauten: will ich so einen Krieg überhaupt überleben?
Jedem sollte klar sein, dass ein Angriff mit Atomwaffen etwas anderes ist, als die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg, nach denen der Schutzraum kurze Zeit später wieder verlassen werden konnte – und das Leben nahm bis zum nächsten Fliegeralarm seinen gewohnten Gang.
Ein Atomschlag bedeutet völlige Zerstörung. Es ist nichts mehr übrig. Ein Atombunker ist so einem Fall keine Rettung, sondern eine Falle für Monate – vielleicht sogar Jahre.
Viele können es sich nicht vorstellen, was es bedeutet, für Wochen oder Monate hinter Betonmauern mit einer großen Zahl an Menschen eingesperrt zu sein – ohne Tageslicht, ohne Frischluft. Atombunker bieten keine Hoffnung, sie sind ein hoffnungsloser Fall von Realitätsverweigerung.
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„DUMBs: Geheime Bunker, unterirdische Städte und Experimente: Was die Eliten verheimlichen“
„DUMBs: Von unterirdischen Welten, geheimen Energiewaffen und seltsamen Ereignissen“
Video:
Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 05.01.2026














gibts auch Fotos? das unten im Artikel verlinkte youtube Video ist ein KI-Video, künstliche Stimme, bla bla Text und keine echten Bilder