Wie in Russland über den erneuten Angriff mit einer Oreschnik berichtet wird

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Letzte Woche hat Russland zum zweiten Mal seine gefürchtete Oreschnik-Rakete eingesetzt. Offenbar war der Einsatz und die Wahl des Ziels auch eine direkte Warnung an die Europäer.

Der zweite Kampfeinsatz der neuen russischen Oreschnik-Rakete hat in Fachkreisen für Wirbel gesorgt, während deutsche Medien das Thema eher heruntergespielt haben, obwohl der Einsatz der Waffe wohl eine direkte Warnung an die Europäer war. Von Thomas Röper

Hier zeige ich, wie in Russland über den erneuten Einsatz der Oreschnik berichtet wurde und übersetze dazu den Beitrag (Video im Beitrag), den das russische Fernsehen am Sonntagabend in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick darüber ausgestrahlt hat.

Beginn der Übersetzung:

Der Westen war schockiert über den Vergeltungsschlag der russischen Streitkräfte mit der Oreschnik gegen Ziele in der Ukraine

Der Höhepunkt der Woche war der Vergeltungsschlag mit dem russischen Hyperschallsystem Oreschnik gegen Ziele in der Westukraine. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde die Welt Zeuge des zweiten Kampfeinsatzes dieser einzigartigen Waffe.

Die Bilder gingen um die Welt, aber die Erklärung des Verteidigungsministeriums war wie üblich kurz und trocken: „Als Reaktion auf den Terrorangriff des Kiewer Regimes auf die Residenz des Präsidenten der Russischen Föderation in der Region Nowgorod in der Nacht vom 29. Dezember 2025 haben die russischen Streitkräfte heute Abend einen massiven Angriff mit land- und seegestützten Präzisionswaffen mit großer Reichweite, darunter das mobile Mittelstreckenraketensystem Oreschnik, sowie Kampfdrohnen gegen wichtige Ziele in der Ukraine durchgeführt. Die Ziele des Angriffs wurden erreicht.“

Doch die Reaktionen in der Ukraine und international waren heftiger denn je. In Europa herrschte völliges Chaos. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas demonstrierte einmal mehr ihre Unwissenheit, indem sie eine Verstärkung der ukrainischen Luftverteidigung forderte:

„Die Berichte über den Einsatz der Oreschnik-Rakete durch Russland stellen eine klare Eskalation gegen die Ukraine dar und sollen Europa und die USA warnen. Die EU-Staaten müssen ihre Luftverteidigungskapazitäten erhöhen und unverzüglich mit der Umsetzung ihrer Pläne beginnen.“

Kirill Dmitrijew, der höfliche Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten, bezeichnete sie zwar nicht als dumm, sah sich auf X aber dennoch zu einer Klarstellung veranlasst:

„Kaja fällt nicht durch besondere Intelligenz oder Fachwissen auf, aber selbst sie sollte verstehen, dass es keine Luftverteidigung gegen die Hyperschallrakete Oreschnik gibt, die Geschwindigkeiten von Mach 10 erreicht.“

Die New York Times berichtete genauer als andere: „Das war eine böse Warnung Putins … Die Wahl der Westukraine, nahe der Grenze zu Polen, einem Mitglied der EU und der NATO, als Ziel sollte offenbar ein Signal an Europa senden, das Kiew in den Verhandlungen zur Lösung des Konflikts unterstützt.“

Unser politischer Kommentator Andrej Grigorjew analysiert die Situation.

Westliche Medien üben erneut die Aussprache des ungewohnten Wortes „Oreschnik“. Die Aufnahmen des zweiten Kampfeinsatzes der russischen Hyperschallrakete mittlerer Reichweite, mindestens sechs der charakteristischen, unvergleichlichen Blitze knapp über dem Boden, zeigen die Anzahl der Mehrfachsprengköpfe und hinterlassen einen unauslöschlichen Eindruck in der ganzen Welt.

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Russland hat am Freitagabend im Rahmen eines großangelegten Luftangriffs auf die Ukraine die Mittelstreckenrakete Oreschnik, die Atomsprengköpfe tragen kann, abgefeuert, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte. Das war für die Welt eine bedrohliche Erinnerung an Moskaus gewaltiges Atomwaffenarsenal.

Das war ein Novum, denn der Angriff galt der Region Lwow, tief im Hinterland gelegen, nur wenige Dutzend Kilometer von der ukrainischen Westgrenze entfernt, über die der Westen die ukrainischen Streitkräfte mit Waffen und militärischer Ausrüstung versorgt.

Der Lwower Bürgermeister Andrij Sadowy erklärte dazu: „Ich denke, das ist eine klare Botschaft an Trump, Macron und Merz, an die europäischen Staats- und Regierungschefs, denn sie haben praktisch an der Grenze der EU angegriffen. Und die Rakete selbst kann die europäischen Hauptstädte in sechs bis sieben Minuten erreichen.“

Und zum ersten Mal traf es Europas größten unterirdischen Gasspeicher, den Gasspeicher Biltsche-Wolyzko-Uherske. Er fasst über 7,5 Milliarden Kubikmeter, 50 Prozent des gesamten ukrainischen Bedarfs. Seine Tiefe beträgt fast 900 Meter und dem Glühen am Horizont auf den Bildern nach dem Angriff nach zu urteilen, brannte das Gas unter der Erde.

Bild-Kolumnist Julian Röpcke gestand das ein: „Es gibt wahrscheinlich erhebliche Schäden unter der Erde. Die Frage ist: Warum hat der Kreml das getan? Es soll ein Signal an die NATO sein.“

Nicht nur, dass weltweit kein Luftverteidigungssystem die Oreschnik-Rakete abschießen kann, denn sie erreicht Geschwindigkeiten von etwa 13.000 Kilometern pro Stunde, sondern dass sie selbst ohne Sprengkopf tektonische Verschiebungen auslösen kann, die mit einem Erdbeben vergleichbar sind.

Auch Christoph Wanner, Korrespondent der „Welt“, sagte: „Man geht davon aus, dass dort erhebliche Zerstörungen angerichtet werden. Und das ist für die Ukraine von entscheidender Bedeutung, schließlich wird dort im Sommer Gas eingelagert, das jetzt aber im Winter verbraucht wird.“

Der russische Präsident sprach unmittelbar nach dem ersten Kampfeinsatz der Oreschnik-Rakete Ende November 2024 über deren einzigartige Eigenschaften: „Es gibt derzeit keine Gegenmaßnahmen gegen diese Waffen.

Die Raketen greifen Ziele mit Mach 10 an, das sind 2,5 bis 3 Kilometer pro Sekunde. Die derzeitigen Luftverteidigungssysteme weltweit und die von den Amerikanern in Europa entwickelten Raketenabwehrsysteme können diese Raketen nicht abfangen, das ist unmöglich.“

Wenig später, nach dem Treffen der OVKS in Kasachstan, erläuterte Wladimir Putin, warum diese neueste Rakete nicht immer einen Sprengkopf benötigt:

„Ein kinetischer Einschlag ist ein gewaltiger Schlag, vergleichbar mit dem Einschlag eines Meteoriten. Wir wissen aus der Geschichte, wie und wo Meteoriten eingeschlagen sind und welche Folgen das hatte. Das reichte aus, um ganze Seen entstehen zu lassen, nicht wahr? Was war mit dem Tunguska-Meteoriten?

Wir wissen das. Dasselbe gilt hier. Der Schaden ist sehr schwerwiegend: Alles im Zentrum verwandelt sich in Asche, zerfällt in seine Bestandteile, und Objekte drei, vier Stockwerke tief oder noch tiefer gelegen werden beschädigt. Und dabei geht es nicht um gewöhnliche Stockwerke, sondern um befestigte Gebäude. Die Wucht des Einschlags ist kolossal.“

Der Vergeltungsschlag war ein kombinierter Angriff. Russische Marschflugkörper trafen Kraftwerke in Krywyj Rog, der Heimatstadt von Selensky.

Ganze Regionen sind dort nun ohne Strom. Die ganze Woche über, bis heute, gab es Angriffe auf Drohnenfabriken in Dnjeprpetrowsk und auf Reparaturwerkstätten für Militärgerät in Saporoschje. Und die neuesten Versionen russischer Geranie-Drohnen flogen über Kiew.

Die Hälfte aller Umspannwerke der Stadt ist ausgefallen. Selbst die Werchowna Rada ist ohne Wasser und Heizung, wie der Rada-Abgeordnete Daniel Getmantsew mitteilte:

„Tatsächlich gibt es in der Rada weder Wasser noch Heizung. Strom haben wir aber, deshalb sind wir noch hier und arbeiten.“

Das eingefrorene Netz kann erst wieder eingeschaltet werden, wenn die Temperaturen wieder über Null Grad steigen. Oberleitungsbusse, S-Bahnen und die U-Bahn stehen still. Vitali Klitschko, der Bürgermeister von Kiew, hat den Einwohnern empfohlen, die Stadt ganz zu verlassen:

„Der jüngste Angriff war einer der flächendeckendsten, er traf das Stromnetz unserer Stadt. Kritische Infrastruktur wurde beschädigt.“

Aber das Wichtigste ist, dass die Lieferungen aus der Westukraine an die Front eingefroren oder unterbrochen sind.

Ende der Übersetzung

Quellen: PublicDomain/anti-spiegel.ru am 13.01.2026

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