Mars: Raumsonde Phobos 2, das geheimnisvolle letzte Bild und rätselhafte Monolithen

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Phobos 2 war die letzte in der Sowjetunion entwickelte Raumsonde. Sie sollte die Marsmonde Phobos und Deimos erforschen. Ihr Start erfolgte am 12. Juli 1988. Am 29. Januar 1989 erreichte die Sonde ihre Umlaufbahn. Zwei Monate später brach der Kontakt ab. Zuvor schickte Phobos 2 ein allerletztes Bild. Was ist darauf zu sehen? Von Frank Schwede

Es war die letzte Weltraum-Mission der Sowjetunion, um die Geheimnisse der Marsmonde Phobos und Deimos zu lüften. Bemannt wurden sie nach den griechischen Göttern der Furcht (Phobos) und des Schreckens (Deimos), die im Gefolge des Kriegsgottes Ares standen, entdeckt im Jahr 1877 von dem US-amerikanischen Astronom Asaph Hall.

Die beiden Monde sind unregelmäßig geformt, ähneln in ihrem Aussehen Asteroiden und umkreisen den Mars in unterschiedlichen, aber nahen Bahnen, wobei Phobos der größere und der innere Mond ist, der den Mars schneller umrundet als der Planet sich dreht, während Deimos kleiner und weiter außen seine Bahnen dreht.

Ihre Herkunft ist bis heute unbekannt. Es gibt Astronomen, die vertreten die Theorie, dass die zwei Monde gefangene Asteroiden oder Trümmer einer früheren Kollision sind. Die Sowjets hofften, mit ihrer Mission endlich mehr über ihren wahren Ursprung in Erfahrungen bringen zu können.

Phobos 2 hatte eine Reihe hochmoderner Instrumente an Bord. Außerdem zwei Lander. Einen stationären und einen mobilen. Das Ziel bestand darin, Phobos ganz nahe zu kommen und seine Oberfläche, Magnetosphäre und auch die Umgebung des Mars näher zu untersuchen.

Zunächst lief alles nach Plan. Die Sonde erreichte die Marsumlaufbahn, führte erfolgreich mehrere Bilddurchgänge durch und übermittelte detaillierte Scans vom Roten Planeten und Phobos.

Am 27. März 1989 richtete sich Phobos 2 für sein letztes Sinkflugmanöver aus, um beide Lander abzusetzen. Was folgte, war ein letztes Bild – unscharf und merkwürdig. Darauf  zu sehen ist ein langes, zylindrisches Objekt. Jahrzehnte lang sorgte die Aufnahme für Verschwörungstheorien.

 

Das zigarrenförmige Objekt hatte eine geschätzte Länge von rund 25 Kilometer und schien im Schatten des Marsmondes zu schweben. Wissenschaftler bezeichneten das Objekt als Schatten unbekannter Herkunft – vielleicht ein Übertragungsfehler, eine thermische Anomalie.

Für Verschwörungstheoretiker war es jedenfalls eine Sensation: Ein außerirdisches Mutterschiff, das sich knapp außerhalb des Blickfelds der Kamera befand.

Wirklich nur eine Verschwörungstheorie?

Erinnerungen an den geheimnisvollen Black Night-Satelliten wurden wieder wach. Andere Theoretiker glaubten an eine Art Verteidigungssystem, das den Mars umkreist und nach Feinden Ausschau hält.

In UFO-Kreisen machte deshalb die Hypothese schnell die Runde, dass Phobos 2 von einem außerirdischen Abwehrsystem ausgeschaltet wurde. Manche vermuteten sogar, dass die Sonde dem unbekannten Objekt zu nahe kam und durch einen elektromagnetischen Impuls ausgeschaltet und komplett zerstört wurde.

Obwohl bis heute kein einziger Beweis für diese Theorie vorliegt, sind Verschwörungstheoretiker noch heute der Überzeugung, dass der Systemausfall kurz nach der Bildübertragung kein Zufall war.

Es wird aber noch seltsamer: 1998 fotografierte die NASA einen aufragenden Monolithen auf Marsmond Phobos,  in unmittelbarer Nähe des Stickney-Kraters. Der Krater hat einen Durchmesser von 9, 7 Kilometer und bedeckt damit rund die Hälfte der Mondoberfläche.

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Er entstand durch einen Einschlag in der Frühzeit von Phobos. Das bietet nach Meinung von Wissenschaftlern eine plausible Erklärung dafür, wie der Monolith dorthin gelangte. Bei tiefstehender Sonne wirft der mächtige Brocken einen auffälligen Schatten.

Aufgrund der geringen Auflösung des Bildes, das aus größerer Höhe in der Marsumlaufbahn aufgenommen wurde, erscheint der Block rechteckiger, als er tatsächlich ist.

Sogar Astronauten-Legende Buzz Aldrin erwähnte das seltsame Objekt in einem Interview und meinte: „Wir sollten den Monolithen auf Phobos besuchen… es ist eine sehr ungewöhnliche Struktur.

2008 wird ein weiterer Monolith auch auf dem Mars entdeckt. Das Foto wurde von der Raumsonde „Mars Reconnaissance-Orbiter“ rund 260 Kilometer über der Oberfläche des Planeten aufgenommen.

Der Gesteinsbrocken erinnert an den legendären Science-Fiction-Thriller „2001 – Odyssee im Weltraum“ von Stanely Kubrick. Darin geht es um einen Monolithen, der erstmals vor vier Millionen Jahren auf der Erde erscheint und eine Gruppe Urmenschen nachhaltig beeinflusst.

Als auf dem Mond plötzlich ein ähnlicher Monolith entdeckt wird, macht sich 2001 eine Weltraumexpedition auf den Weg, um ihn zu erforschen

Einige Theoretiker glauben, dass es zwischen dem Monolithen auf Phobos und der letzten Aufnahme der Raumsonde eine direkte Verbindung gibt. Interessant wäre die Frage zu klären, warum sich der Lander des „Mars Reconnaissance-Orbiter“ dem Monolithen nicht genähert hat, um ihn näher zu untersuchen.

Mehr Fragen als Antworten

Verschwörungstheoretiker glauben außerdem, dass Phobos kein natürlicher Mond ist, sondern ein künstlicher Satellit, möglicherweise hohl, was auch unserem Mond nachgesagt wird, uralt und vom Mars stammend.

Während Weltraumfans noch immer davon überzeugt sind, dass der Monolith ein Hinweis auf früheres, intelligentes Leben auf dem Mars sein könnte, sind Wissenschaftler der Universität Arizona und der NASA anderer Meinung. Sie vermuten, dass es sich nur um einen ganz normalen Steinbrocken handelt.

Bis heute hinterlässt die Erklärung nach Meinung von Skeptikern mehr Fragen als Antworten. Vor allem vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die NASA in der Vergangenheit bei nahezu sämtlichen seltsamen Aufnahmen relativiert und einfache Erklärung vorgeschoben hat.

Forschende, die sich näher mit der Anomalie beschäftigt haben, haben festgestellt, dass sich beide Monolithen in Regionen befinden, wo hohe, scharfkantige Formationen auf natürliche Weise kaum entstehen können.

Sie vermuten deshalb, dass die Monolithen Relikte einer verlorenen Marszivilisation sein könnten. Andere glauben, dass es sich möglicherweise um fortschrittliche Technologie handelt, mit der unser Sonnensystem beobachtet wird.

Interessant ist jedenfalls die Tatsache, dass der Monolith auf Phobos genau an der Stelle entdeckt wurde, an der zuvor das 24 Kilometer lange Objekt von der Raumsonde aufgespürt wurde. Für Verschwörungstheoretiker war das kein Zufall.

  

Auch wenn die Geschichte ein wenig nach Science Fiction klingt – vielleicht war das riesige Objekt ja tatsächlich ein Abwehrsystem, dass dafür gesorgt hat, dass fremde Eindringlinge dem Monolithen nicht zu nahe kommen. Bis heute jedenfalls, konnte keine einzige Theorie bewiesen werden.

Wir wissen lediglich: Es gibt zwei geometrische Strukturen. Eine auf dem Mars, die andere auf Marsmond Phobos. Ein geheimnisvolles 25 Kilometer langes Objekt und eine mysteriöse Weise verschwundene sowjetische Raumsonde – und alles an ein und demselben Punkt im Weltraum. Das klingt stark nach einem Weltraumkrimi.

1991 zeigte die BBC eine Dokumentation, in der eine Reihe sowjetischer Wissenschaftler zu Wort kamen, die maßgeblich an der Phobos-Mission beteiligt waren.

Was sie behauptet haben, verblüffte nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die Wissenschaft: Ihrer Ansicht nach war das merkwürdige Objekt auf dem letzten Bild nicht natürlich, sondern künstlichen Ursprungs.

Doch das Problem ist, dass die Aussage nach Ausstrahlung der Doku von der russischen Raumfahrtbehörde nicht kommentiert wurde und dass es keine weitere Mission zum Mars gab, was offenbar aus Gründen des Umbruchs im Ostblock nach 1989 wohl nicht mehr möglich war.

Gibt es weiteres Bildmaterial?

Verschwörungstheoretiker glauben, dass es mehr als nur das eine Bild gab, dass weitere Aufnahmen existieren, die der Öffentlichkeit bis heute vorenthalten werden, weil dort möglicherweise etwas zu sehen ist, was man besser nicht zeigen sollte. Deshalb glauben sie, dass die Aufnahmen von den sowjetischen Behörden versteckt wurden.

Andere vermuten, dass das Bildmaterial an internationale Partner, möglicherweise sogar an die NASA zur weiteren Analyse weitergegeben wurde. Das Schweigen, so argumentieren Verschwörungstheoretiker, sei aufschlussreich, weil, wenn die Anomalie bloß ein Kamerafehler war, warum sollte man das nicht öffentlich zugeben?

Tatsache ist: Die unbekannte Schatten wurde von Infrarotsensoren der Raumsonde aufgenommen – also nicht von einer normalen Kamera. Das heißt, es handelt sich nicht um ein klassisches Foto, sondern um eine Wärmesignatur, die Temperaturunterschiede zeigt.

Hinzu kommt, dass die Bilder unscharf sind, weil sie über eine Strecke von 200 Millionen Kilometern aus dem Weltraum übertragen wurden. Außerdem berichteten sowjetische Techniker von einer Fehlfunktion von zwei der insgesamt drei Bordcomputer der Sonde.

Das bedeutet, dass Backup-Systeme die Aufgabe übernahmen, die nicht auf die vollständige Bildbearbeitung ausgelegt waren. Ein Fehler in einer einzigen Codezeile könnte die Anomalie hervorgebracht haben.

Verschwommene Formen, Überlagerung, oder tatsächlich ein unbekanntes Objekt? Die Öffentlichkeit wird es wohl nie erfahren.  Skeptiker weisen in diesem Zusammenhang auf die Orbitalgeometrie hin.

Was auf dem Bild wie ein kilometerlanges Objekt aussieht, könnte in Wirklichkeit ein ganz gewöhnlicher Schatten sein, den die Sonne in einem extremen Winkel geworfen hat.

Riesige, weiß leuchtende Raumschiffe in Zigarrenform wurden auch von der Apollobesatzung über Mondkratern gesichtet und fotografiert. Bis heute ist auch hier unklar, ob es sich tatsächlich um physische Objekte gehandelt hat.

Bleibt zum Schluss das Rätsel der Monolithen auf Mars und Phobos. NASA-Experten sprechen in beiden Fällen von ganz gewöhnlichen stehenden Felsbrocken, die auf Körpern mit geringer Schwerkraft nicht selten vorkommen.

Das heißt, wenn Meteoriten aufrecht landen, bleiben sie so stehen, ohne dass im Laufe der Zeit Erosionen, Witterungseinflüsse oder Erdbeben sie zu Fall bringen können.

Interessant bleibt noch die Frage, warum scheiterte die Mission genau in dem Moment, als sich Phobos 2 dem vermeintlich unbekannten Objekt näherte und warum gab es keine offizielle Erklärung dazu?

Genau das sind die Zutaten für einen perfekten Verschwörungskrimi. Und Verschwörungstheoretiker werden vermutlich auch in Zukunft behaupten, dass Phobos mehr ist als nur ein Mond – ihrer Meinung nach ist er ein Spiegel, in den wir schauen, unsere Ängste sehen und uns die Frage stellen: Was gibt es sonst noch da draußen?

Video:

Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 27.01.2026

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