Zeitbombe Nitrat: Krebsgefahr durch Trinkwasser (Videos)

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Deutschland gehört zu den größten Trinkwasserverschmutzern in der EU. Die Nitrat-Grenzwerte sind bei über der Hälfte aller deutschen Messstellen erhöht und Brüssel warnt massiv vor den Krebsgefahren durch Nitrat.

Kot und Urin aus der Massentierhaltung gefährden unser Wasser. Denn diese Gülle wird auf die Felder gekippt und sickert ins Grundwasser. Die Zahlen sind dramatisch: Der Nitrat-Grenzwert wird in der Hälfte aller Messstellen in Deutschland nicht mehr eingehalten. Dabei kann der Stoff beim Menschen Krebs auslösen.

Seit Jahren wird über die flächendeckende Verunreinigung des Grund- und Trinkwassers durch die Landwirtschaft debattiert. Doch ein Eingreifen der Agrarpolitik lässt bis heute auf sich warten. Schon längst bestimmen die Pharmakonzerne, Chemiegiganten und die Gier nach Profit die Politik. In Wahrheit sind die angeblich billigen Nahrungsmittel, die schon längst zu den teuersten gehören, betrachtet man die gesundheitlichen Folgeschäden bei Mensch, Tier und Umwelt.

Deutschland hat ein Nitratproblem

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Die Nitratgehalte in den Gewässern sind in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die intensive landwirtschaftliche Düngung stark angestiegen. Die Stickstoffverbindung diffundiert nicht nur aus Gülle in den Boden, sie kommt auch mit künstlichem Dünger in die Landschaft und seit einigen Jahren landet sie zusätzlich als Gärrest aus Biogasanlagen auf den Äckern.

Der VSR-Gewässerschutz kritisiert bereits seit Jahrzehnten die Fokussierung im Grundwasserschutz allein auf die Wassergewinnungsgebiete – es bedarf nach Auffassung der Umweltschützer hingegen einen flächendeckenden Schutzes. Neben dem gesundheitlichen Aspekt der Grundwasserbelastung darf auch der ökologische nicht vernachlässigt werden. Das mit Nitraten belastet Grundwasser sickert den Bächen in der Region zu und fließt dann über Weser weiter zur Nordsee. Dort wirkt das Nitrat als Dünger und fördert das Algenwachstum. Es kommt zur Eutrophierung, die jeder Urlauber auch an der Schaumbildung an den Stränden sehen kann.

Damit Sie erkennen, wie lange dieses Problem schon bekannt ist – einige Berichte:

2010

Die intensivierte Bioenergieproduktion auf den Äckern verschärft ein großflächiges Problem: 89 Prozent der Flüsse und Bäche, 57 Prozent der Seen und 38 Prozent der Grundwasserleiter in Deutschland sind nach den Kriterien der Europäischen Gemeinschaft derzeit in einem »schlechten chemischen Zustand«. Für die Verunreinigungen im Grundwasser seien »nahezu ausschließlich die Nitratbelastungen aus der Landwirtschaft verantwortlich«, konstatierte im Jahr 2010 das Umweltbundesamt. 15 Prozent des hiesigen Grundwassers lagen über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. 36 Prozent wiesen »deutlich bis stark erhöhte Nitratwerte auf«, nur bei knapp der Hälfte der beprobten Wasserstellen lagen die Werte im Rahmen der natürlichen Belastung (unter zehn Milligramm pro Liter).

2013

Ein breites rotes Band zieht sich von Süd nach Nord durch Schleswig-Holstein. Hier ist das Grundwasser gefährdet, weil es zu viel Nitrat enthält. Insgesamt sind es 22 von 55 Grundwasserkörpern – etwa der Hälfte der Landesfläche. Weil das Trinkwasser in vielen Gebieten Schleswig-Holsteins aus dem Grundwasser gewonnen wird, muss es an etlichen Orten mit wenig belastetem Wasser gemischt oder kostspielig aufbereitet werden. Nur so ist der Grenzwert von 50 mg/l einzuhalten. Das macht Sinn: Nitrat kann beim Menschen die Funktionstüchtigkeit der Schilddrüse einschränken, vor allem aber im Körper jene Nitrosamine bilden, die als krebserregend gelten.

Fachleute wie Prof. Taube, der an der Kieler Universität das Problem seit Jahren erforscht, überraschen die Nitratwerte nicht. Schließlich wird nicht nur mit der Gülle aus der Tierhaltung gedüngt, sondern auch mit den Gärresten aus den Biogasanlagen. Allein in Schleswig-Holstein sind das 630. „Die Gärreste, die vom Mais in den Biogasanlagen übrigbleiben, enthalten wie Gülle Stickstoff“, sagt Taube. „deshalb werden diese Reste auch wie Gülle als Dünger eingesetzt.“

Allein der Dünger aus den schleswig-holsteinischen Biogasanlagen entspreche der Gülle von 150 000 Kühen. Eine riesige Menge, die die Betreiber möglichst kostengünstig loswerden wollen. Deshalb werden die Gärreste meist als Dünger in der Umgebung eingesetzt. Angesichts der riesigen Mengen führt das immer noch viel zu oft zu Überdüngungen, kritisiert Taube. Quelle

2015

Gülzow hatte Wasser aus mehr als 40 privat genutzten Brunnen in der Gemeinde Ganderkesee analysiert. Interessierte konnten die Proben bei ihm abgeben und untersuchen lassen. In mehr als einem Drittel der Fälle lag Gülzows Angaben zufolge die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Den höchsten Wert lieferte die Probe aus einem Brunnen in Hengsterholz mit 205 Milligramm pro Liter. Die Vergleichszahlen aus dem Jahr 2012 zeigten, dass sich die Situation tendeziell verschlechtert habe, so der Physiker. Quelle

Dieses sind nur einige Ausschnitte und wenn Sie googlen werden Sie noch viele weitere Nachrichten finden.

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Krebs durch Nitrat im Trinkwasser

In einer Studie der University of Iowa an fast 22 Tausend Frauen in 2001 wurde darauf hingewiesen, dass Nitrat im Trinkwasser das Risiko für Blasenkrebs erhöht. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift „Epidemiology“ berichteten, sind bereits geringe Mengen Nitrat im Trinkwasser gefährlich. Frauen, die über zehn Jahre lang Trinkwasser mit mehr als 11 Milligramm Nitrat pro Liter verwendet hatten, hatten ein fast drei Mal so hohes Risiko, Blasenkrebs zu bekommen wie Frauen, in deren Trinkwasser weniger als 1,6 Milligramm Nitrat war, fanden die beiden Leiter der Studie, Peter Weyer und James R. Cerhan.

Der Grenzwert liegt in Deutschland bei 50 Milligramm Nitrat je Liter Trinkwasser. Nitrat gelangt durch Natur- und Kunstdünger in das Trinkwasser. Bis zu einem Fünftel des aufgenommenen Nitrats kann von Bakterien im Körper zu dem giftigen Nitrit umgewandelt werden. Im Magen, Darm oder in der Blase können sich dann aus dem Nitrit die gefährlichen Nitrosamin-Verbindungen bilden, die Krebs auslösen.

Video:

Besonders große Mengen Gülle landen auf den vielen Maisflächen. Während die Überdüngung bei anderen Pflanzen zu einer Ertrags – und Qualitätsminderung führen kann, vertragen die Maispflanzen die zu hohen Stickstoffgaben. Die von der Pflanze nicht aufgenommenen Nährstoffe landen als Nitrat jedoch in unseren Gewässern.

Die Belastung der Umwelt mit reaktivem Stickstoff ist ein vielfach unterschätztes Problem. Es geht nicht alleine um die Vermeidung von Nitratbelastungen im Trinkwasser.

Zu hohe Nährstoffeinträge führen zu weitreichenden Schäden an der Biodiversität. Zum Beispiel beeinträchtigt die verminderte Vielfalt blühender Pflanzen auf Wiesen und Äckern die Ernährungsgrundlage von Bestäubern wie Bienen.

Die Überdüngung der Meere führt zu verstärkter Algenbildung. Sichtbare Folge ist die Schaumbildung an den Stränden der Ost- und Nordsee.

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Zeitbombe im Trinkwasser – Gülletourismus mit Lastwagen

Am Niederrhein – insbesondere im Kreis Kleve – wird im Gegensatz zu anderen Regionen in zahlreichen Massentierhaltungen sehr viel Fleisch und Milch „erzeugt“. Aus diesen Betrieben mit viel zu wenig zur Verfügung stehenden Flächen wird die Gülle zu vieharmen Betrieben transportiert. Doch im Kreis gibt es einfach zu viel Gülle, die verteilt werden muss.

Dadurch, dass sich viele Ackerbaubetriebe anstatt Gülle vom Niederrhein lieber aus Niederlande oder aus dem Nachbarbundesland Niedersachsen die braune Brühe zur Düngung ihrer Flächen anliefern lassen, steigt die aufzubringende Gesamtmenge noch zusätzlich an. Im Kreis Kleve fallen jährlich bereits 11.000 Tonnen Stickstoff aus Gülle an.

Fast 2.000 Tonnen werden zudem aus Niederlande und Niedersachsen importiert.

Besonders große Mengen landen auf den vielen Maisflächen. Während die Überdüngung bei anderen Pflanzen zu einer Ertrags – und Qualitätsminderung führen kann, vertragen die Maispflanzen die zu hohen Stickstoffgaben. Die von der Pflanze nicht aufgenommenen Nährstoffe landen als Nitrat jedoch in unseren Gewässern. Daher stellt auch der im Kreis Kleve in den zahlreichen Biogasanlagen eingesetzte große Maisanteil eine Nitratbelastung der Niers dar. Da der Mais auch schon mit Gülle gedüngt wird, erhöhen die in den Anlagen anfallende Gärreste noch die Stickstoffmenge, wodurch die Gefahr der Überdüngung ansteigt.

Video:

Kleve ist nur ein Beispiel von vielen.

Pro Jahr produziert ein Schwein zwischen 1.000 und 1.500 Liter Urin und Kot. Zum Beispiel fallen in dem Betrieb, der im PLANET E SENDUNG VOM 19.07.2015, vorgestellt wurde, jährlich rund 2,3 Millionen Liter flüssige Gülle an. Um die enormen Mengen aus der Massentierhaltung in den Griff zu bekommen, hat sich ein Gülletourismus etabliert: Lastwagen fahren Fäkalien quer durch Deutschland – von den überquellenden Mastbetrieben zu Höfen mit wenig oder ohne Tierhaltung. Auf Nährstoffbörsen im Internet werden die tierischen Abfälle angeboten…

Nitrat kann in hoher Konzentration Krebs auslösen. Deshalb gibt es seit 1991 eine europäische Nitrat-Richtlinie, um die Nitratbelastung des Grundwassers zu reduzieren. Doch in Deutschland hapert es bis heute an der Umsetzung dieser Richtlinie. An vielen Messstellen wird der Grenzwert von 50mg Nitrat pro Liter zum Teil deutlich überschritten. Fachleute machen vor allem die Landwirtschaft für das Nitrat im Grundwasser verantwortlich, Bauern streuen mehr Dünger und Gülle auf die Felder, als die Pflanzen aufnehmen können…

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Die Regierungen haben viel zu lange der Agrar- und Biogas-Lobby das Zepter überlassen. Zudem fehlen Kontrollen und Sanktionen. Deutschlands Agrarpolitik stinkt im wahrsten Sinne des Wortes.  Wenn Sie ebenfalls betroffen sind, dann wenden Sie sich an Ihre Gemeinde und machen Sie auf die Missstände aufmerksam. Nur wenn jeder von uns aktiv wird, können wir etwas bewegen – schließlich geht es um unser Trinkwasser!

Literatur:

Entgiften statt vergiften von Uwe Karstädt

Sepp Holzers Permakultur: Praktische Anwendung für Garten, Obst- und Landwirtschaft von Sepp Holzer

Lass dich nicht vergiften!: Warum uns Schadstoffe chronisch krank machen und wie wir ihnen entkommen von Joachim Mutter

Quellen: netzfrauen.org vom 20.07.2015

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