Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki: Katastrophale humanitäre Folgen dauern an

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Hiroshima: Angriffsbefehl kam aus Deutschland.

Anlässlich der 70. Jahrestage der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnert die ärztliche Friedensorganisation IPPNW an die verheerenden humanitären Folgen der Angriffe, die bis zum heutigen Tag andauern. Die MedizinerInnen appellieren an die Bundesregierung, die „Humanitäre Selbstverpflichtung“ (Humanitarian Pledge) zu unterzeichnen, die konkrete rechtliche Schritte zu einer weltweiten Ächtung von Atomwaffen fordert. „Es ist im Interesse des Überlebens der Menschheit, dass Atomwaffen unter keinen Umständen wieder eingesetzt werden,“ heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die bislang von 159 Staaten unterzeichnet wurde.

(Bild: Die aufsteigende Wolke kurz nach der Explosion, fotografiert von Madsuda Hiromichi in einem Außenbezirk der Stadt Nagasaki am 09. August 1945)

Die Zahl der Todesfälle, die ursächlich auf die Atombombenabwürfe über Hiroshima (06. August 1945) und Nagasaki zurückzuführen sind, steigt bis heute kontinuierlich an. Dies zeigt die Lebenszeitstudie der Radiation Effects Research Foundation (RERF). Seit 1950 wurden in dieser Studie über 120.000 Überlebende der Atombombenabwürfe und deren Nachkommen erfasst.

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Das Risiko an Leukämie zu erkranken war in den ersten Jahren nach den Atombombenabwürfen für die Menschen in Hiroshima 15-fach, für die Menschen in Nagasaki etwa siebenfach erhöht. Bis heute haben die Überlebenden weiterhin ein signifikant erhöhtes Risiko, an Leukämie zu erkranken. Auch die Häufigkeit anderer Krebsarten steigt weiterhin an. Vor allem Blasen-, Brust- und Lungenkrebs aber auch Gehirntumoren, Schilddrüsenkrebs, Speiseröhren- und Darmkrebs treten bei den Überlebenden gehäuft auf.

Und auch andere Erkrankungen können durch erhöhte Strahlenexposition verursacht werden. So zeigt die Studie aus Hiroshima und Nagasaki auch dosisabhängig erhöhte Raten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Katarakten, Immunschwäche und Hormonstörungen. Bei Kindern, die der Strahlung der Atombombenexplosionen im Mutterleib ausgesetzt waren, fand man neben höheren Krebsraten auch eine dosisabhängige Häufung neurologischer Probleme wie Lernbehinderung, Intelligenzminderung und mentaler Retardierung. Bis heute werden bei den Überlebenden zudem erhöhte Raten chromosomaler Schädigungen gefunden.

Obwohl es an den Lebenszeitstudien auch berechtigte Kritik gibt, da sie Strahleneffekte systemisch unterschätzen, lautet ihre wichtigste Aussage: Eine ungefährliche Dosis von Radioaktivität gibt es nicht – jede noch so geringe Strahlenmenge erhöht nachweislich das Krebsrisiko.

Lesen Sie hier das PDF-Dokument Gesundheitliche Langzeitfolgen von Atomexplosionen des „IPPNW – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.“

Hiroshima: Angriffsbefehl kam aus Deutschland – Über die Entscheidung während der Potsdamer Konferenz

Oft wird übersehen, dass der Einsatzbefehl zur Vernichtung der Stadt aus Deutschland kam, weil der verantwortliche US-Präsident Harry S. Truman damals an der Potsdamer Konferenz teilnahm.

Die US-Regierung hatte in den Jahren 1939 bis 1942 nach und nach die Entwicklung einer Atombombe im Rahmen des so genannten Manhattan Project aufgenommen, weil auch das Deutsche Reich an einer solchen Bombe arbeitete. Mit der Produktion einer eigenen Bombe wollte die Regierung in Washington einer deutschen Atombombe zuvorkommen und ihre Waffe gegebenenfalls gegen Deutschland einsetzen. Als potentielle Ziele galt zunächst die Reichhauptstadt Berlin. Später stand die Industriezone Mannheim/Ludwigshafen ganz oben auf der imaginären Zielliste, aber auch andere potentielle Ziele werden in der Literatur genannt, so z. B. Dresden.

Zumindest noch bis Februar 1945 galt Deutschland als alleiniges Atombombenziel. Aber da die alliierten Truppen nach der Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 überraschend schnell vorstoßen konnten, wurden diese Einsatzüberlegungen mit der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 obsolet. Eigentlich hatten die Alliierten die deutsche Niederlage erst für den Herbst 1945 erwartet, dann wäre Deutschland tatsächlich noch das Ziel eines US-Atombombenangriffs geworden. Da der Krieg nach der deutschen Niederlage gegen das japanische Kaiserreich weiter andauerte, rückten nun dessen Städte ins Visier des US-Militärs …

Der Zielausschuss des Pentagons empfahl Kyoto als Primärziel festzulegen. Aber Kyoto war eine historisch und kulturell überaus wichtige Stadt und ein Zentrum des Schintoismus. Daher hatte insbesondere Kriegsminister Henry Lewis Stimson Bedenken gegen einen Angriff auf diese Metropole. In seinem Tagebuch notierte er damals: „Wenn man diese Stadt als mögliches Ziel der Bombe mit einbezog, dann musste ein solcher Akt der Mutwilligkeit noch lange Zeit nach dem Krieg bei den Japanern eine solche Verbitterung hervorrufen, dass sie sich eher noch mit den Russen als mit uns abfinden würden.“

Am 22. Juli verständigten sich Truman und Stimson in einem Vier-Augen-Gespräch in Potsdam darauf, dass Kyoto als Ziel nicht in Frage kam und stattdessen Hiroshima das „first target“ sein sollte. In einem weiteren Gespräch zwischen Stimson und General Arnold am selben Tag empfahl letzterer, statt Kyoto sollte Nagasaki auf die Zielliste gesetzt werden.

Am Abend des 24. Juli traf ein weiteres Telegramm vom Sonderassistent des Pentagons, George Leslie Harrison ein, das aufgrund der Wetterverhältnisse die Angriffschancen verklausuliert bewertete:

Eine Operation ist vom 1. August an jederzeit möglich, je nach Vorbereitungsstand des Patienten und der Wetterbedingungen. Vom Zustand des Patienten aus gesehen nur geringere Chancen vom 1. bis 3. August, gute Chancen vom 4. bis 5. August und nahezu sichere vor dem 10. August, sofern kein unerwarteter Rückfall eintritt.

George Harrison

Als das Telex in Potsdam-Neubabelsberg eintraf, rief Truman seine engsten Mitarbeiter zu einer spontanen Beratung zusammen: Kriegsminister Henry Lewis Stimson, Luftgeneral Henry Harley Arnold und den Generalstabchef General George Catlett Marshall. Bei dieser Diskussion wurde festgelegt, dass vier Städte auf der veränderten Zielliste verblieben: Hiroshima, Kokura, Niigata and Nagasaki.

Diese präsidiale Entscheidung für einen Atombombenangriff auf Japan wurde unmittelbar nach Washington an den Zielausschuss im Pentagon übermittelt …

Am 26. Juli forderten die allliierten Regierungschefs in ihrer „Potsdamer Erklärung“ die japanische Regierung zur sofortigen und bedingungslosen Kapitulation auf, was diese zunächst ablehnte, weil die Zukunft des japanischen Gottkaisers Hirohito noch nicht geklärt werden konnte.

Im Nachhinein wurde kritisiert, dass die präsidiale Entscheidung für einen Atombombenangriff auf Japan bereits getroffen worden war, noch bevor ein Ultimatum an Japan überhaupt ausgesprochen worden war …

Lesen Sie hier weiter…

Literatur:

Das Szenario eines Dritten Weltkriegs: Die geheimen Pläne des Pentagons zur Errichtung einer Neuen Weltordnung von Michel Chossudovsky

Countdown Weltkrieg 3.0 von Stephan Berndt

The Day After – Der Tag danach (Limited Uncut Edition) von Gayne Rescher

Bikini: Über ein Atom-Versuchsgelände in der Südsee von Fritz Kramer

Quellen: radio-utopie.de/heise.de vom 05.08.2015

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