
Die ersten Jahre nach Tschernobyl waren für die meisten Rentierzüchter ein Alptraum. 30 Jahre danach kämpfen die Sami immer noch mit den Folgen. Vor der Schlachtung werden die Tiere wochenlang in Gehege gesperrt, um ihre Cäsiumwerte zu senken.
Am 26. April 1986 tritt im Atomkraftwerk von Tschernobyl der Super-Gau ein. Zwei Explosionen zerstören einen der vier Reaktorblöcke und schleudern radioaktives Material in die Atmosphäre, das weite Teile Russlands, Weißrusslands und der Ukraine verseucht. Die radioaktive Wolke zieht bis nach Mitteleuropa und zum Nordkap.
Fast drei Jahrzehnte sind seit dem schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie vergangen, doch mehr als 2000 Kilometer von Tschernobyl entfernt, auf einer Weide im norwegischen Dorf Snasa, sind die Folgen immer noch sichtbar.
Hier lebt das indigene Volk der Sami. Viele der Ureinwohner im nördlichen Skandinavien lebten neben Ackerbau und Fischfang jahrhundertelang von der Rentierzucht. Doch seit dem Atomunglück kämpfen viele Sami ums Überleben, wie eine bewegende Dokumentation von Amos Chapple zeigt (Tschernobyl: Neue Welle der Radioaktivität).
Der Fotograf reiste für „Radio Free Europe“ nach Snasa und hielt das Leben der Rentier-Hirten fest. Seine Fotos zeigen die Schönheit der dortigen Natur, sie offenbaren aber auch das große Versagen der Menschheit.
Eigentlich sollen sich die Rentiere frei bewegen und in der Wildnis ihr Futter suchen. Doch seit Tschernobyl hat sich alles verändert.
Vor der Schlachtung werden die Tiere wochenlang in Gehege gesperrt, denn was sie in freier Wildbahn zu sich nehmen, ist stellenweise noch so radioaktiv belastet, dass ihre Cäsiumwerte mit Hilfe von Fertigfutter gesenkt werden müssen, damit das Fleisch für den menschlichen Genuss zugelassen ist (Schweine für den Müllcontainer: Warum es zu viel Fleisch gibt (Video)).
Während dieser Zeit leben die Tiere auf engstem Raum, aber das ist die einzige Möglichkeit, um sie von den radioaktiven Stoffen fernzuhalten (Strahlung: Wie Tschernobyl und Fukushima auf Menschen und die Tierwelt einwirken).
Bereits 2014 hatte die staatliche Aufsichtsbehörde in Norwegen davor gewarnt, dass die Rentiere wegen der hohen radioaktiven Belastung nicht zum Verzehr geeignet seien. Als Grund für deren Kontamination wurden Waldpilze genannt, die die Tiere gerne fressen.
Die Pilze nehmen radioaktive Caesium-137-Partikel auf, die im Laufe der Jahre über die Luft nach Norwegen kamen und sich im Boden angesammelt haben. In einem Kilogramm Rentierfleisch wurden damals 8200 Becquerel gefunden. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima hatte Japan die Strahlenwerte bei Fleisch (Fukushima: Spuren von radioaktivem Caesium-137 in Floridas Zitrusfrüchten), das sicher zum Verzehr ist, auf 500 Becquerel pro Kilogramm festgelegt (Fukushima und die Erdbeben-Lüge: Das japanische 9/11 heißt 3/11).

Der EU-Grenzwert für Lebensmittel beträgt 600 Becquerel. Bei der letzten Prüfung in Snasa betrug der höchste Wert 2100 Becquerel pro Kilogramm.
Die vom Menschen bedrohte Tier- und Pflanzenwelt wird sich eines Tages wieder regenerieren…wenn der Mensch schon lange weg ist.
Literatur:
Der Grüne Blackout: Warum die Energiewende nicht funktionieren kann von Alexander Wendt
Aus kontrolliertem Raubbau: Wie Politik und Wirtschaft das Klima anheizen, Natur vernichten und Armut produzieren von Kathrin Hartmann
Fukushima 360º – Das atomgespaltene Leben der Opfer vom 11. März 2011: 44 Foto-Reportagen von Alexander Neureuter von Alexander Neureuter
Quellen: PublicDomain/PRAVDA TV/n-tv/techinsider.io am 01.03.2016
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