Claudio Celani: Es ist schwierig, George Soros auf rechtswidrige Finanzhandlungen festzunageln, denn wie er 1995 in einem Interview mit der „London Times“ sagte, habe er nach Regeln gehandelt, die von anderen bestimmt worden sind: „Wenn die Spekulanten sich bereichern, haben die Gesetzgeber versagt.“
Trotzdem erhob Movisol in 1995 Anklage gegen Soros, mit mehreren Anschuldigungen, unter anderem des Verstoßes gegen Art. 41 der Verfassung, der lautet: „Die Wirtschaftstätigkeit kann nicht gegen die Sozialnützlichkeit oder zum Schaden der Sicherheit, Freiheit und Menschenwürde betrieben werden“, aber auch der Kursmanipulation und des „Insider Tradings“. Für die Formulierung der Klage und der Anschuldigungen stand ihr ein erfahrener Rechtsanwalt bei, Giuseppe De Gori, der die Kleinanleger im Ambrosiano-Prozess verteidigt hatte.
Die Klageschrift bezog sich auf potentielle Insider-Quellen, wie z.B. Gerald Corrigan, der ehemalige Chef der Federal Reserve of New York, der einen „sehr engen und besonderen Kontakt“ zu Soros pflegte. Corrigan verließ die Fed und ging 1994 zu Goldman Sachs.
Eine andere in der Schrift erwähnte potentielle Insiderquelle war Isidoro Albertini, ein „enger Mitarbeiter“ von Soros in Italien. Albertini war ehmaliger Präsident der Börsenmakler (Agenti di cambio) und Vorstandsmitglied von Soros’ Quantum Fund.
Claudio Celani: Dank der Derivathebel konnte Soros mit 50 Millionen Dollar eine Milliarde gegen die Lira wetten und als Leittier die Spekulationswelle führen.
Was wissen wir über diesen „Quantum Fund“? Wo ist er ansässig und wie finanziert er sich?
Claudio Celani: Es besteht der fundierte Verdacht, dass Soros seinen „Quantum Fund“ mit Geldern der Rothschild-Bank aufgebaut hat (Lord Rothschild: »Wir befinden uns im ›Auge des Wirbelsturms‹«). Der lässt sich damit begründen, dass mindest drei der ursprünglichen Vorstandsmitglieder des Funds offiziell für Rothschilds Interessen arbeiteten: Richard Katz, Niels O. Taube und George Karlweiß. Der „Quantum Fund“, oder besser die „Quantum Funds“, sind in den niederländischen Antillen ansässig, einem Steuerparadies. Soros hat keinen einzigen US-Bürger unter seinen Investoren, um zu vermeiden, dass die US-Behörden ihn irgendwann untersuchen könnten (Die sichtbaren Führer der “City of London” sind Marionetten von Rothschild & Co. (Videos)).
Das ist bizarr, wenn man überlegt dass Soros’ Stiftungen als inoffizieller Arm der US-Außenpolitik funktioniert, indem sie die sogenannten „Colored Revolutions“ massiv finanziert haben (Doppelmoral auf Amerikanisch und schwarze Folgen farbiger Revolutionen). In der Tat, ist Soros kein Agent der US-Regierung, sondern der Britischen Krone. Seine langjährige Freundschaft und Geschäftsbindung mit Mark Malloch-Brown, dem ehemaligen Chef des Foreign and Commonwealth Office, zeugt unter anderem davon. Malloch Brown leitet heute die International Crisis Group, eine „Denkfabrik“, die öfter das State Department und den Auswärtigen Ausschuss des US-Kongresses berät.

Gibt es auch Anhaltspunkte dafür, dass Gelder mafiösen Ursprungs in den „Quantum Fund“ geflossen sind?
Claudio Celani: Es gibt viele. Einige davon sind: Einer der „Quantum Fund“-Gründer, Georg Karlweiß, hatte ein paar Jahren davor die Karriere von Robert Vesco finanziert, der später in den USA wegen security fraud und Rauschgift-Handel gesucht wurde. Vesco war die US-Verbindung zum „Logistik“-Chef des Medellin-Kartells, Carlos Lehder Rivas.
Ein anderes Mitglied des „Quantum Fund“-Gremiums ist Edgar De Picciotto, einer der mächtigsten Finanziers unseres Planeten. Seine UBP (Union Bancaire Privée) war 1994 in einen Geldwäscheskandal verwickelt. UBP-Banker Handali wurde 1994 in Miami verhaftet. Die Schweiz sperrte damals wegen Geldwäsche-Verdachts 15 Millionen Dollar auf einem UBP-Konto. Der Swiss-Banker in „Der Wolf von Wall Street“ ist übrigens eine Parodie auf Handali.
Es gab auch Verbindungen zu Marc Rich, der auch in den USA wegen Steuerhinterziehung gesucht und dann begnadigt wurde.
Heute finanziert Soros aggressiv Kampagnen für die Liberalisierung von Drogen. Das Ziel dieser Kampagne, die von vielen liberalen Zirkeln in allen Nationen unterstützt wird, ist aber nicht, die Drogenmafia auszuschalten, sondern diese bedeutende Einnahmequelle des internationalen Bankensystems zu konsolidieren und aufzubauen. Der ehemalige Chef der UN-Drogenbehörde Antonio Maria Costa erklärte 2009 in Interviews, dass 2008 Drogengelder die Banken gerettet hätten. Ein Großteil der Gewinne der Drogenmafia, 352 Milliarden US-Dollar, ist das einzige Investitionskapital gewesen, das noch geflossen ist, während alle Banken in der Liquiditätskrise steckten.
Heute ist das Bankensystem vom Drogengeld abhängig geworden. Diese Einnahmequelle zu befestigen und zu legalisieren, ist das Ziel von Soros’ Kampagne (Keine Macht ohne Drogen – vom British Empire bis zur Neuen Weltordnung (Videos)).

Ließe sich denn mit Drogen noch so viel Geld verdienen, sollten sie liberalisiert werden? Wären sie dann nicht ein Produkt von vielen wie Kaffee oder Tabak? Wie würde dann die Wertschöpfungskette bei der Drogenproduktion und dem Drogenhandel aussehen und wäre es nicht denkbar, daß dann ganz andere Marktteilnehmer davon profitieren?
Claudio Celani: Sie haben die Frage schon beantwortet. Es geht um die „Rationalisierung“ der Produktions- und Handelskette, sodass einerseits die Gewinne maximiert werden, anderseits die Ware Rauschgift so wie andere Commodities behandelt wird, inklusive der ganzen Derivatkette.
Der andere Aspekt, den man nicht vernachlässigen sollte, ist, dass die Strategie von Soros heute jener der alten Finanz- und Handelsmächte ähnelt, die den Opium-Krieg im 19. Jahrhundert geführt haben; d.h., sie benutzen heute immer noch die Verbreitung von Drogen, um ganze Nationen zu schwächen und zu erobern. Eine drogenabhängige Bevölkerung ist leicht zu manipulieren und zu steuern (NED: Noch eine Krake aus dem NGO-Netzwerk des Mega-Spekulanten George Soros).
Sind die Banken nicht vom Zentralbankgeld abhängig geworden?
Claudio Celani: Das ist die andere Quelle. Die beiden gehören zusammen und der Kreis schließt sich. Soros war ein Vorreiter des Finanzspielkasinos der Welt der Hedge Funds, der Derivatgeschäfte usw. Mittlerweile sind alle Banken in Hedge Funds und Wettgeschäfte verwickelt. Die Krise von 2008 hat das nicht gebremst: Die Lage ist sogar schlimmer geworden.
Die Verhältnisse stimmen nicht mehr, wie etwa bei der Deutschen Bank mit einem jetzigen Aktienkapital von knapp 20 Milliarden Euro und einer Bilanz von 1,7 Billionen Euro sowie Derivatgeschäften von 52 Billionen(!). Der Fall der anderen „systemrelevanten Banken“ ist nicht anders. Der Zusammenbruch des Systems ist unvermeidbar.
Was ist der Ausweg? Helicopter Money, wie es die EZB scheinbar ernsthaft abwägt?
Claudio Celani: Nein, Helikoptergeld wird die Lage schlimmer machen. Wir müssen das gescheiterte Modell der Universalbanken ablehnen und das Trennbankensystem nach Glass-Steagall wieder einführen. So lange die Geschäftsbanken und die Investmentbanken unter dem gleichen Dach leben, wird es unmöglich, bankrotte Institute fallen zu lassen. Wenn wir die zwei Sparten dagegen trennen und die reale, Güter produzierende Wirtschaft vom Finanzspielkasino abkoppeln, können wir erstere retten.
Movisol hat zu diesem Zweck seit 2012 eine ganze Reihe von Gesetzentwürfen für die „Separazione bancaria“ im Italienischen Parlament direkt oder indirekt gesponsert bzw. entworfen. Es gibt im Moment sieben Gesetzentwürfe im Senat und mindestens vier im Abgeordnetenhaus, und zwar von fast allen Parteien. Nur wurde die Legislative – wie in den meisten Euroländern – so sehr der Exekutive unterworfen, und letztere der EU, dass man hier schnell dafür sorgt, dass solche wichtigen Vorschläge nicht zur Debatte kommen.
Sanierte Geschäftsbanken aber brauchen Investitionschancen. Mit anderen Worten, es muss sowohl ein Angebot als auch eine Nachfrage von Investitionskredit her. Das Schlagwort hierfür heißt: öffentliche Infrastrukturprogramme.

Die EU hat schon ein Programm. Was halten Sie vom sogenannten Juncker-Plan?
Claudio Celani: Der Juncker-Plan reicht nicht. Gerade hat die EU-Kommission angekündigt, der erste Teil des Programms sei in Gang gesetzt worden und solle 76 Milliarden Euro Investitionen bringen. In Wirklichkeit sind aber nur 10 Milliarden von der EU da, der Rest muss von Privatinvestoren kommen.
Vor allem aber gibt es keine Strategie, keinen Gesamtplan! Es werden nur Einzelprojekte finanziert und dabei meistens kleine, die keine wesentliche makroökonomische Wirkung haben können.
Stattdessen sollte die EU am chinesischen Projekt der „Neuen Seidenstraße“ teilnehmen und vernünftige Summen für Investitionen in Infrastrukturkorridore zur Verfügung stellen. Der Wiederaufbau Syriens und anderer Länder in Nahost und Nordafrika könnte Teil dieser Strategie sein. Das könnte durch eine Entwicklungsbank finanziert werden, was wiederum erfordert, die ganze EU-Wirtschaftspolitik zu überdenken.
Literatur:
Von Rettern und Rebellen: Ein Blick hinter die Kulissen unserer Demokratie von Klaus-Peter Willsch
Die Banker Satans: Aktualisiert Erweitert Unzensiert von Andrew Carrington Hitchcock
Was Sie nicht wissen sollen!: Einigen wenigen Familien gehört die gesamte westliche Welt und nun wollen sie den Rest! von Michael Morris
Babylons Bankster: Die Alchemie von Höherer Physik, Hochfinanz und uralter ReligionvonJoseph P. Farrell
Claudio Celani ist Journalist bei EIR (Co-Redakteur der Newsletter EIR Strategic Alert) und Vize-Vorsitzender von Movisol (Movimento per i Diritti Civili – Solidarietà), des italienischen Zweigs der LaRouche-Bewegung. Movisol ist mit der deutschen Kleinpartei BüSo verbunden. Die „Bürgerrechtsbewegung Solidarität“ bezeichnet sich nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) selbst als Teil einer internationalen Bürgerrechtsbewegung, die für die unveräußerlichen Rechte aller Menschen kämpft. Dem Zusammenbruch des Finanzsystems solle demnach durch die Entwicklung eines gerechteren Weltwirtschaftssystems begegnet werden, in dessen Zentrum Deutschland als Motor für die Weltwirtschaft agiere. Eine Rückkehr zur D-Mark fordert die Partei ebenso wie die Schaffung von neuen Nationalbanken.
Quellen: PublicDomain/Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten am 01.05.2016
Weitere Artikel:
Warum Europa gegen die Wand gefahren wird
Der nächste EU-Gipfel des Missvergnügens – „Sonnen-Königin“ Merkel isoliert
Enteignung der Sparer: EZB rettet die Schulden-Staaten in Europa
