Erklärung aus dem Kreml: „Im Kriegsfall verteidigt Russland seine Bürger im Donbass“

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Der stellvertretende Leiter der russischen Präsidialverwaltung hat klar gemacht, dass Russland einem Massaker an der Zivilbevölkerung im Donass nicht tatenlos zuschauen werde und dass auch die Nato Russland dabei nicht abschrecke.

Die Meldung kommt vom russischen Fernsehen und ich werde die kurze Meldung zunächst zitieren und danach noch einige Hintergrundinformationen zum besseren Verständnis geben. Von Thomas Röper

Beginn der Übersetzung:

Kozak: Im Kriegsfall verteidigt Russland seine Bürger im Donbass

Wenn sich in der Ukraine ein Massaker wie in Srebrenica wiederholt, wird Russland seine im Donbass lebenden Bürger schützen, sagte der stellvertretende Leiter der russischen Präsidialverwaltung Dmitri Kozak.

Gleichzeitig stellte er fest, dass die Streitkräfte der DNR und der LNR ausreichende Kampferfahrung haben, um im Falle eines Falles einen Angriff abzuwehren. Was die Ukraine selbst betrifft, so sollte sie besser keine Kämpfe beginnen.

„Der Beginn von Feindseligkeiten ist der Anfang vom Ende der Ukraine. Das ist ein Schuss auf sich selbst, nicht ins Knie, sondern höher“, wird Kozak von der Nachrichtenagentur Interfax zitiert.

Selbst wenn die Ukraine der NATO beitritt, werde sich das Nordatlantische Bündnis nicht in den Konflikt im Donbass einmischen, fügte der stellvertretende Chef der Präsidialverwaltung hinzu.

Das Massaker von Srebrenica ist das größte Massaker in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Damals töteten die Streitkräfte der Respublika Srpska schätzungsweise 8.000 Bosnier.

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Ende der Übersetzung

Rote Linien

Diese Aussage sollte man ernst nehmen und ich interpretiere sie als Mitteilung an Kiew, Washington und Brüssel. Russland hat den USA in der Vergangenheit mehrmals rote Linien aufgezeigt.

Als es zum Beispiel 2014 um die Krim ging, hat Putin Obama in einem Telefonat klar gemacht, dass er beim Schutz der Bevölkerung der Krim bis zum letzten gehen würde und hat das auch gezeigt, als ein russisches Flugzeug das US-Schiff Donald Cook im Schwarzen Meer mit einer radioelektronischen Waffe „ausgeknipst“ und ein anderes US-Kriegsschiff, das auf die Krim zuhielt, mit Bastion-Raketen ins Visier genommen hat. („Krieg gegen Russland wird geübt“: Das russische Fernsehen über die Eskalation in der Ukraine)

Darüber hat Putin später in Interviews offen gesprochen und er hat dabei auch gesagt, dass Russland die hochmodernen Bastion-Anti-Schiffsraketen auf der Krim demonstrativ so aufgestellt hat, dass US-Satelliten sie sehen mussten.

Was jetzt zwischen Moskau und dem Westen besprochen wird, kann man nur ahnen, aber da es derzeit keine direkten Kontakte zwischen dem russischen und dem amerikanischen Präsidenten gibt, muss man besonders genau hinhören, wenn so hohe Kreml-Vertreter derartige Aussagen machen.

Die russischen Bürger im Donbass

Es ist davon auszugehen, dass die westliche Propaganda, sollte sie überhaupt über diese russische Erklärung berichten, die Angst vor Russland schüren wird, dass es in Zukunft auch in anderen Ländern „seine Bürger“ schützen werde. Vor allem im Baltikum mit seinen großen russischen Minderheiten dürfte diese Erklärung ausgeschlachtet werden.

Man muss jedoch wissen, wie es dazu gekommen ist, dass im Donbass nun tausende Menschen die russische Staatsbürgerschaft haben. Als Russland im Frühjahr 2019 angefangen hat, den Menschen im Donbass den Zugang zur russischen Staatsbürgerschaft zu erleichtern, habe ich über die Gründe ausführlich berichtet, den Artikel finden Sie hier. Lesen Sie dort alle Details nach, ich will hier nur auf einen der Aspekte eingehen.

Kiew hat nach 2014 entschieden, den Menschen im Bürgerkriegsgebiet keine Papiere mehr auszustellen. Kinder, die ab 2014 geboren wurden, haben daher keine international anerkannten Geburtsurkunden, Menschen bekommen keine Pässe oder Personalausweise, wenn ihre Dokumente abgelaufen sind und so weiter.

Die Menschen sind damit im Grunde recht- und staatenlos. Sie können nicht reisen, sie können nicht einmal mehr mit dem Zug fahren, da man in der Ukraine und in Russland beim Ticketkauf einen Ausweis oder Pass vorlegen muss.

Die selbsternannten Rebellenrepubliken haben daher schnell angefangen, eigene Dokumente auszustellen, die jedoch außer Russland kein Land der Welt anerkannt hat. Da es in Russland über zwei Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ostukraine gab, die ebenfalls von Kiew keine neuen Dokumente ausgestellt bekommen haben, war der Druck auf die russische Regierung im Inland groß, an dieser Situation etwas zu ändern und es wurde daher über vereinfachte Verfahren diskutiert, den Betroffenen die russische Staatsangehörigkeit zu geben und dann im Frühjahr 2019 damit begonnen.

Mit Kiews Weigerung, den Menschen im Donbass, die die Ukraine als ihre eigenen Bürger bezeichnet, Papiere auszustellen, hat Kiew Moskau gezwungen, zu reagieren.

Dass Russland das gar nicht wollte, sondern dass die russische Regierung vor dem Druck im eigenen Land nachgeben musste, sieht man schon daran, dass Russland ganze fünf Jahre gewartet hat, bevor es notgedrungen begonnen hat, russische Pässe im Donbass auszugeben.

Damit allerdings hat die Ukraine Russland nun in eine Zwickmühle gebracht, denn nun hat Russland, wie jeder andere Staat auch, die Pflicht, seine Bürger zu schützen.

Ein ukrainischer Angriff auf den Donbass könnte also tatsächlich zum erste Mal zu einem Eingreifen der russischen Armee in den Konflikt führen. Die Zwickmühle, in die Kiew Moskau gebracht hat, ist damit auch für die Ukraine selbst zu einer Falle geworden.

Das Verhalten Kiews ist schwer verständlich, denn Kiew besteht darauf, dass die ukrainischen Ostgebiete zur Ukraine gehören und die Menschen Ukrainer sind. Gleichzeitig verweigert Kiew ihnen Sozialleistungen wie Renten und sogar Papiere. Kiew hat sich dadurch ohne Not eine Situation geschaffen, in der die Menschen in diesen Gebieten nichts mehr mit der Ukraine zu tun haben wollen (Was für einen Krieg die USA gegen Russland vorbereiten).

Kurioses von der Nato, deutliche Worte aus Russland

Die Nato ist immer wieder für kuriose Überraschungen gut und in Russland findet man immer wieder erstaunliche Antworten. Das zeigt eine Episode von heute, die in deutschen Medien wahrscheinlich keine Erwähnung finden wird.

Es ist eine bemerkenswerte Geste, von der ich jetzt berichten werde. Die Nato hat derzeit 30 Mitglieder, aber ihre Internetseite war bisher nur in drei Sprachen verfügbar: Englisch, Französisch und Russisch. Offenbar will die Nato sichergehen, dass man ihre Seite auch in Russland problemlos lesen kann, während es der Nato offensichtlich nicht so wichtig ist. dass man die Seite auch in den meisten ihrer Mitgliedsstaaten versteht.

Nun wurde eine vierte Sprache hinzugefügt, und zwar nicht etwa zum Beispiel Deutsch, weil Deutschland nach den USA der größte Zahler der Nato ist, sondern Ukrainisch. Und das obwohl das Land weder Nato-Mitglied ist, noch in naher Zukunft werden kann. Das fügt sich ein in die Symbolik, mit der der Westen der ukrainischen Regierung das Gefühl gibt, die Nato werde Kiew bei einem Krieg gegen Russland unterstützen. In Kiew scheint man das tatsächlich zu glauben, wie ich hier in einer Analyse mit Begründung für meine These ausgeführt habe.

Nato: „Lehnsherr und Vasallen“

Der Chef des russischen Sicherheitsrates, Nikolaj Patruschew, hat heute in einem Interview gesagt, dass ein Beitritt kleiner Staaten zur Nato zwangsläufig das Ende eines Großteils ihrer Souveränität bedeutet. Weiter sagte er, dass viele europäische Länder hinter vorgehaltener Hand zugeben, dass sie den anti-russischen Kurs von Nato und EU sinnlos finden, aber sie könnten nichts dagegen tun, weil die Entscheidungen in Washington und Brüssel getroffen würden.

Daher, so Patruschew, könne man die NATO kaum noch als militärisch-politischen Block bezeichnen. Vielmehr sei es das Verhältnis eines mittelalterlichen Lehnsherrn zu seinen Vasallen. Aber während die Vasallen früher auf Kommando ihres Lehnsherrn eine Armee bereitstellen mussten, müssen sie heute Waffen von ihrem Herrn kaufen, wenn sie nicht wollen, dass ihre Loyalität in Frage gestellt wird. Über diese Aussagen Patruschews hat das russische Fernsehen berichtet.

Man kann Patruschew kaum widersprechen, wenn man sich ein wenig zurückerinnert. 2019 hat die EU einen 13-Milliarden-Fond aufgelegt, der die Entwicklung neuer Waffen finanzieren sollte und die Gelder sollten ausschließlich Firmen aus der EU zur Verfügung gestellt werden. Das fanden die USA gar nicht lustig und haben mit Sanktionen gegen die EU gedroht (Quelle weiter unten in diesem Artikel):

„Bevor diese Verträge sich weiterentwickeln, raten wir Ihnen, sie noch einmal mit einem Augenmerk auf unsere langfristigen Ziele für die transatlantische Sicherheitspartnerschaft zu überprüfen. (…) Umgekehrt verhängte Einschränkungen wären in Europa nicht willkommen, und wir würden es nicht genießen, diese zu erwägen.“

Im Klartext: „Wir würden es nicht genießen, Euch zu betrafen.“

Die USA lassen ihre Waffensysteme nur von US-Firmen entwickeln, sie würden nie ein Kampfflugzeug, einen Panzer oder ein Sturmgewehr für ihre Armee anschaffen, die nicht aus US-Produktion sind und natürlich würden sie auch nie europäischen Firmen die Chance geben, an die Fördergelder des Pentagon zur Entwicklung neuer Waffen, wie zum Beispiel eines Kampfflugzeuges, heranzukommen. Umgekehrt fordern sie jedoch ultimativ und unter Strafandrohung Zugang zu EU-Geldern.

 

Über diese kleine Anekdote aus dem Verhältnis der USA zu ihren Vasallen in Europa habe ich schon im Mai 2019 berichtet, den Artikel finden Sie hier. Und schon zwei Wochen später, im Juni 2019, haben die USA der EU ein Ultimatum gestellt, über das in Deutschland – außer beim Anti-Spiegel – schon nicht mehr berichtet wurde, den Artikel finden Sie hier. Danach gab es keinerlei Meldungen mehr dazu, offensichtlich ist die EU eingeknickt und hat ihren Fond für US-Firmen geöffnet.

Wegen dieses und anderer Beispiele bezeichne ich die EU und ihre Mitglieder oft als „Kolonien der USA.“ Aber wenn ich darüber nachdenke, dann könnte Patruschews Vergleich vom mittelalterlichen Lehnsherr und seinen Vasallen sogar noch passender sein.

Thomas Röper, Jahrgang 1971, hat als Experte für Osteuropa in verschiedenen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet, bevor er sich entschloss, sich als unabhängiger Unternehmensberater in seiner Wahlheimat St. Petersburg niederzulassen. Er lebt insgesamt über 15 Jahre in Russland und betreibt die Seite  www.anti-spiegel.ru. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Thomas Röper ist Autor des Buches „Vladimir Putin: Seht Ihr, was Ihr angerichtet habt?“

Literatur:

Durch globales Chaos in die Neue Weltordnung

Geboren in die Lüge: Unternehmen Weltverschwörung

Die Eroberung Europas durch die USA: Eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung Eine Strategie der Destabilisierung, … und komplett überarbeitete Neuausgabe

Weltverschwörung: Wer sind die wahren Herrscher der Erde?

Quellen: PublicDomain/anti-spiegel.ru am 08.04.2021

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About aikos2309

5 comments on “Erklärung aus dem Kreml: „Im Kriegsfall verteidigt Russland seine Bürger im Donbass“

  1. Bevor die Westpuppets dort oben großen Streß machen können werden zB wie durch Zauberhand ihre Munitionslager in die Luft fliegen.

    Und die per Khibiny wehrlos gemachte USS Donald Cook hätte von der Su-24 mit nur einer Antischiffsrakete zerstört werden können.

  2. Die Ukraine sollte sich das dreimal überlegen Donbass , Allianz das Westen ist ein Krimineller Haufen dea nur darauf lauert an die Rohstoffe von Russland heranzukommen, 1918 hatten wir den Fall USA Frankreich England wie Russland auf marschierten, aber sie wurden besiegt von den Rotarmisten

    1. Seit Obamas und Bidens Farbrevolution ist dort alles immer schlimmer geworden.
      Etc etc.

      Die Kabale (von der „jüdischen“ Kabbala?) will immer nur Krieg.

      Aber auch für sie gilt das Gesetz von Segen und Fluch.

  3. Macht alles nur Sinn, wenn man Putins Kräfte binden will, während man in Syrien ebenfalls eine Großoffensive startet. Was für eine Verblendung, zu glauben, die Ukraine gehöre zum Westen. Gleichzeitig Putin um Sputnik anzubetteln, ist ihnen nicht zu peinlich. Was für ein erbärmliches Gesindel der Westen doch ist. Die Büchse der Pandorra ist auf jeden Fall geöffnet.

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