
Die Erdkrümmung ist der sichtbarste Beweis, dass die Erde annähernd kugelförmig ist. Im Alltag ist sie kaum wahrnehmbar. Erst ab 30 Kilometern Höhe wird sie erkennbar. Anhänger der Flache-Erde-Bewegung lassen sich davon nicht beeindrucken.
Sie glauben weiter an eine flache Erde. Astrophysiker Flo vom YouTube-Kanal FloPlus nimmt eine Aufnahme aus einem Ballon in 30 Kilometern Höhe unter die Lupe und verrät, was darauf zu erkennen ist. Von Frank Schwede
Dass die Erde annähernd kugelförmig ist, war Wissenschaftlern schon 600 v. Chr. bekannt. Dennoch lässt sich eine Gruppe von Menschen quer durch alle Altersschichten von dieser wissenschaftlichen Tatsache nicht beeindrucken. Die Rede ist von den Anhängern der Flache-Erde-Theorie.
Laut einer in den USA durchgeführten Umfrage unter achttausend Menschen, ist etwa ein Sechstel der Bevölkerung nicht völlig von der Kugelform der Erde überzeugt.
Seit dem Mittelalter haben vermutlich nicht mehr so viele Menschen wie heute geglaubt, dass die Erde eine Scheibe ist. Vor allem über die sozialen Medien hat sich die Flat-Earth-Theorie innerhalb der letzten Jahre wie ein Lauffeuer verbreitet. Daraus ist eine Bewegung entstanden, die überall auf der Welt Anhänger findet.
Massenhaft Zulauf erhielten die Flacherdler bereits schon ab Mitte des 20. Jahrhunderts, als in England die Flat Earth Society gegründet wurde. Je erdrückender die Gegenbeweise waren, desto heftiger beharrten sie auf ihren Glauben.
„Flat Earth“ ist mit 640.000 Anhängern gegenwärtig die größte Gruppe auf Facebook, gefolgt von der „Flat Earth Society“, die rund 147.000 Fans hat, der sich auch zahlreiche Prominente angeschlossen haben. (Flacherdler UNDERCOVER als Kugelerdler – ein Fiebertraum! „NASA lügt über die Sonne“ (Video))
Ein wichtiger Beweis, dass die Erde kugelförmig ist, ist die Erdkrümmung. Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS kann sie deutlich erkennen. Die ISS umrundet die Erde in etwa 400 Kilometern Höhe.
Um zu prüfen, ob die Erde tatsächlich eine Kugel ist, muss man nicht zur ISS reisen. Das geht schon aus viel geringerer Höhe. Auf einer Höhe von 30 Kilometern ist die Erdkrümmung für das menschliche Auge bereits erkennbar. Das beweise unter anderem Aufnahmen aus Wetterballons.
Während zwischen 10.000 und 15.000 Metern Höhe, die Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen, die Krümmung der Erde nur schwer oder gar nicht zu erkennen ist, berichteten Piloten der Höhenaufklärer Lockheed U-2 auf rund 23.000 Kilometern Höhe und die Besatzung der Lockheed SR-71 auf 26.000 Kilometern Höhe, das die Krümmung bereits deutlich sichtbar ist.
Ab 30 Kilometer wird die Erdkrümmung sichtbar
30 Kilometer reicht aus, um den Weltraumblick zu simulieren und die Kugelform der Erde zu bestätigen, da man sich bereits in der oberen Stratosphäre befindet, wo der Horizont zumindest leicht gekrümmt erscheint und der schwarze Weltraum sich darüber abhebt. Dazu erklärt Astrophysiker Flo vom YouTube-Kanal „Flo Plus“:
„Nehmen wir einen diagonalen Blickwinkel von 60° Grad an, können wir den Horizont berechnen. Das ist eine sehr leichte Krümmung, aber sie ist da.“
Wie aber können wir sie deutlich sichtbarer machen? Flo erklärt im Video anhand einer Grafik und einer Aufnahme eines Dogcam-Ballonflugs:
„Als erstes passen wir Helligkeit und Kontrast an. Das sieht für mich nach einer Krümmung aus. Aber es geht es noch besser. Zeichnen wir zunächst eine gerade Linie und stauchen alles horizontal.
Die Krümmung ist jetzt deutlich sichtbar. Beachte unsere gerade Linie. Obwohl sich die Steigung geändert hat, ist sie immer noch gerade. Wir haben also keine Krümmung erzeugt, sondern lediglich die vorhandene Krümmung betont.“
Wäre der Horizont in der gezeigten Aufnahme flach, wäre er auch nach dem Skalieren flach. Aber auf der Aufnahme ist deutlich die Krümmung der Erde sichtbar. Aber woher wissen wir, dass die Krümmung nicht auf eine Verzeichnung des Objektivs zurückzuführen ist? Flo:
„Je nach Lage zur Nulllinie sorgt eine Verzeichnung für eine unterschiedliche Krümmung. Die Krümmung ändert sogar ihre Form von Konvex zu Konkav.
Bei dem Dogcam-Flug wurden zwei Kameras verwendet. Die, die wir bereits kennen und eine mit 135° Grad Fischaugenobjektiv. Das ist die Aufnahme der zweiten Kamera. Achte jetzt auf den Horizont:
Die Krümmung ändert ihre Form von Konkav zu Konvex und umgekehrt, während sich die Kamera neigt – so, wie von einer Verzeichnung erwartet. Das ist wieder die Aufnahme der ersten Kamera.“
Deutlich ist zu erkennen, dass der Horizont seine Form behält, während sich die Kamera neigt. Die Nulllinie wird mehrfach deutlich überschritten. Dennoch bleibt der Horizont Konvex. Sollte trotzdem eine Verzerrung in der Aufnahme vorhanden sein, ist sie bedeutungslos klein. Flo:
„Die Krümmung, die wir hier sehen, ist folglich nicht auf eine Verzeichnung zurückzuführen. Und da ist noch etwas: Das ist der berechnete Horizont in 33, 1 Kilometern Höhe.
Beobachte jetzt den Horizont, während sich die Höhe verringert. Die Krümmung ist schwächer in niedriger Höhe in guter Übereinstimmung mit der Vorhersage aus dem Kugelmodell.
Wir haben also Videomaterial mit vernachlässigbarer Verzeichnung, das ein Horizont zeigt, der sich exakt so verhält, wie auf einer kugelförmigen Erde erwartet. Wie kann das möglich sein, auf einer flachen Erde?“
Oft können auch wissenschaftliche Fakten nicht überzeugen
Trotz dieser und vielen weiteren zahlreichen wissenschaftlichen Fakten, die Flo in seinen Videos präsentiert, sind Anhänger der Flache-Erde-Bewegung offenbar nicht zu überzeugen.
Die Flache-Erde-Theorie hat viel mit Psychologie und der Wahrnehmung der eigenen Welt zu tun, weiß Astrophysiker Flo aus eigener Erfahrung. In erster Linie geht es immer um die richtige Argumentation und die richtige Taktik, die eingesetzt wird, um andere von der Theorie zu überzeugen.
Flo kann bestätigen, dass solche Manipulationstechniken häufig eingesetzt werden und dass die Anhänger der Bewegung in den letzten Jahren fanatischer geworden sind. Im Podcast Digga Fake der Journalistin Victoria Graul sagte Flo:
„Als ich angefangen habe, hatte ich das Gefühl, dass sie noch ergebnisoffener waren, manche haben sogar ihr eigenes Modell hinterfragt. So etwas sehe ich heute eher selten. Heute werden einfach nur noch längst widerlegte Scheinargumente aufgewärmt.“
Die Aufklärungsarbeit des Astrophysikers ist nicht ohne Folgen geblieben. Häufig hat er es mit zum Teil beleidigenden Kommentaren zu tun. Manche gehen sogar noch weiter, sagt Flo:
„Ich habe auch schon sehr viele Drohungen von Flacherdlern über all die Jahre erhalten. Da hat es sich als ganz praktisch erwiesen, dass sie keine genaueren Informationen zu meiner Person hatten.“
Flo hat festgestellt, dass sich Flacherdler ständig neu indoktrinieren müssen, indem sie sich ständig Flache-Erde-Videos anschauen, um ihr Weltbild zu erhalten. Flo:
„Für die Flacherdler ist die Flache-Erde-Verschwörung unglaublich wichtig. Vor allem auf persönlicher Ebene. Das liegt daran, dass das Motiv hinter dieser Verschwörung für viele Flacherdler eine Art Gottesbeweis ist.
Mir ist auch aufgefallen, dass die eigentlich gar kein Interesse an den wirklichen Fakten haben, sondern ganz einfach nur an ihre flache Erde glauben wollen.“
Flo sieht in dieser Bewegung sogar eine Gefahr für die Gesellschaft, weil diese Gruppe laut seinen Worten irgendwann alles anzweifelt, nach dem Motto, wenn wir schon in Bezug auf die Form der Erde belogen werden, dann auch in anderen Bereichen Flo:
„Das führt am Ende zu allgemeinen Zweifeln an naturwissenschaftlichen Kenntnissen und an historischen Begebenheiten, weil in der Kernaussage des Flache-Erde-Mythos heißt es, dass alle Aufnahmen der Erde gefälscht werden.“
Den Kanal „Flo Plus“ gibt es seit 2016. Mehr als 70 Videos hat der Astrophysiker bis heute produziert. Mittlerweile zählt der Kanal über 40.000 Abonnenten. Aber von Überzeugungsarbeit ist nach Worten des Astrophysikers auf seinem Kanal nicht die Rede.
Flacherdler sind Skeptiker. Skepsis ist gut, um sich genauer mit einem Thema auseinanderzusetzen. Oft stellt sich dabei heraus, dass eine als lange Zeit sicher geglaubte Überzeugung in Wahrheit falsch ist.
Manchmal ist Skepsis auch nur ein Vorwand, um Fakten und Tatsachen, die nicht ins eigene Weltbild passen, als Lüge zu bezeichnen. Ab hier muss sich jeder selbst die Frage stellen, wie neutral er sich tatsächlich mit den Fakten auseinandergesetzt hat, wo er recherchiert hat und wie gut seine Ergebnisse mit der Forschung übereinstimmen.
Eine traurige Tatsache ist, dass die Öffentlichkeit in den letzten Jahren in vielerlei Hinsicht zu bestimmten Themen massiv belogen wurde, was nicht nur eine vielleicht übertriebenen Skepsis zur Folge hat, sondern auch einen allgemeinen Vertrauensverlust.
Deshalb gilt: Ehrlichkeit ist wichtig. Auch von Seiten der Politik und Wissenschaft. Lügen haben nicht nur kurze Beine, sondern kosten viel Vertrauen.
Wer mit Lügen und Täuschung arbeitet, darf sich nicht darüber wundern, dass immer mehr Menschen auf krude Theorien in den sozialen Medien hereinfallen, die man im Grunde nicht widerlegen müsste, weil der Unsinn offensichtlich ist.
Mehr über die Innere und Flache Erde lesen Sie in „DUMBs 2“ und über die Eiswand in „Antarktis: Hinter der Eiswand“.
Video:
Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 26.01.2026


















Wenn das so weiter geht, heißt es noch, Frauen könnten autofahren.
Wenn man ein Schiff, das 30 km weit entfernt ist, heranzoomen kann und das vollständig auf der Wasseroberfläche sichtbar ist, dann muß man selber mindestens auf einer Anhöhe von 70 m stehen, oder die Erde ist flach.
Es kann natürlich auch sein, daß die Erde viele flache Ebenen hat und dann immer wieder ganz plötzlich steil abfällt. Vielleicht ist die Erde ja ein Oktaeder?
Man kann sich das ausrechnen. Eine Stadt, die 100 km entfernt liegt, liegt 785 m unter dem Horizont.
Man kann Leuchtürme in voller Größe beobachten, die längst hinter dem Horizont verschwunden sein müßten. Die sind nämlich gar nicht so hoch, viele nur 10 Meter, die höchsten 40 m.
Ein Leuchtturm in 35 km Entfernung ist voll sichtbar, stünde aber 96 m unter dem Horizont.