Schlagabtausch zwischen Selenskij und Orbán in Davos – „Selenskij in verzweifelter Lage“

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In seiner Rede beim WEF erklärte Selenskij, Orbán „verdiene einen Schlag auf den Kopf.“ Auf X entgegenete Orbán: Sie sind ein Mann in einer verzweifelten Lage. Selenskij forderte die EU am Donnerstag zu weiterer Hilfe auf. Noch am Donnerstagabend kam die Zusage von Ursula von der Leyen.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat den ukrainischen Staatschef Wladimir Selenskij als „Mann in einer verzweifelten Lage“ verspottet, nachdem Selenskij gesagt hatte, Orbán „verdient einen Schlag auf den Kopf.“

Orbán ist ein entschiedener Gegner der EU-Sanktionen gegen Russland. Laut seiner Auffassung ist die Wirtschaft der europäischen Union ohne russisches Gas und Öl zum Scheitern verurteilt.

Bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos am Donnerstag warf Selenskij dem ungarischen Staatschef vor, „europäische Interessen zu verraten.“ Selenskij führte aus:

Die Kräfte, die versuchen, Europa zu zerstören, agieren frei, sogar innerhalb Europas.“

Anschließend attackierte der ukrainische Staatschef den ungarischen Premier:

„Jeder Viktor, der von europäischen Geldern lebt und gleichzeitig versucht, europäische Interessen zu verkaufen, verdient einen Schlag auf den Kopf.“ 

Orbán veröffentlichte am Donnerstag eine erste Reaktion auf X:

„Es scheint mir, dass wir zu keiner Einigung kommen werden. … Sie sind ein Mann in einer verzweifelten Lage, der seit nunmehr vier Jahren nicht in der Lage oder nicht willens ist, einen Krieg zu beenden – trotz der Tatsache, dass der Präsident der Vereinigten Staaten jede nur erdenkliche Hilfe dafür geleistet hat.“

„Daher können wir Ihre Kriegsbemühungen nicht unterstützen, egal wie sehr Sie mir schmeicheln“, fuhr er fort. Nachdem er erklärt hatte, dass Ungarn weiterhin Strom und Treibstoff an die Ukraine verkaufen werde, schloss er:

„Das Leben selbst wird den Rest regeln, und jeder wird bekommen, was er verdient.“

Selenskij kritisiert die EU-Staatschefs

Selenskij nutzte seine Zeit in Davos, um auf mehr finanzielle und militärische Hilfe von der EU zu drängen. Offensichtlich unzufrieden mit dem bisherigen Hilfsaufkommen, beschrieb er Europa als ein „fragmentiertes Kaleidoskop kleiner und mittlerer Mächte“.

Diese forderte er auf, härtere Maßnahmen gegen Russland zu ergreifen. Unter anderem verlangte er von der EU, russisches Öl zu beschlagnahmen, zu verkaufen und mit dem Erlös Waffen zu kaufen.

Am Freitag legte Viktor Orbán in seiner Reaktion auf Wladimir Selenskij noch einmal nach. In einer weiteren Antwort auf X schrieb er, dass Selenskij in seiner Rede ja nicht nur ihn, sondern zudem auch alle anderen europäischen Staats- und Regierungschefs kritisiert habe.

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Die EU-Staatschefs würden die Ukraine nur unzureichend unterstützen, die Waffenlieferungen seien unzureichend und die Entschlossenheit Europas sei ebenfalls unzureichend.

Auf eine Antwort aus Brüssel habe man nicht lange warten müssen. Noch am Donnerstagabend habe EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen neuen Fahrplan für die Entwicklung der Ukraine vorgestellt.

Darin akzeptierten die EU-Bürokraten alle Forderungen der Ukraine. 800 Milliarden Dollar für die Ukraine, beschleunigter EU-Beitritt bis 2027 und weitere Unterstützung bis 2040. Ungarn werde sich dazu in Bälde zu Wort melden.

Orbán kündigte an:

„Es wird eine nationale Petition geben, mit der wir Brüssel eine klare Botschaft senden können: Wir werden nicht zahlen!“

Treffen zwischen Trump und Selenskij  

Am Donnerstag traf sich Wladimir Selenskij mit US-Präsident Donald Trump. Anschließend erklärte der ukrainische Staatschef, dass eine Vereinbarung über Sicherheitsgarantien der USA nach dem Konflikt „unter Dach und Fach“ sei.

Tatsächlich wurden aber diesbezüglich keine Dokumente unterzeichnet, und Trump äußerte sich überhaupt nicht zu diesem Thema.

Gegenüber Reportern sagte Selenskij außerdem, die Frage der territorialen Zugeständnisse sei „noch nicht gelöst“. Insofern ist Kiew einer Einigung mit Moskau noch nicht näher gekommen. Der Machthaber in Kiew erhebt weiterhin Anspruch auf die Regionen Donezk, Lugansk, Cherson und Saporoschje, die überwiegend von ethnischen Russen bewohnt sind und 2022 für den Beitritt zur Russischen Föderation gestimmt hatten.

Die Krim hatte 2014 für die Wiedervereinigung mit Russland gestimmt.

Die Reaktion aus den europäischen Hauptstädten auf seine Rede auf dem Weltwirtschaftsforum erfolgte schnell. Der italienische Außenminister Antonio Tajani nannte sie „Europa gegenüber unfair“ und erinnerte im Corriere della Sera daran, dass der Kontinent durch immense politische, finanzielle und militärische Unterstützung „die Unabhängigkeit der Ukraine garantiert“ habe.

In Deutschland warf die ehemalige Abgeordnete Sevim Dağdelen Selenskij auf X „Größenwahn“ vor, weil dieser Europa einen „Salat von kleineren und mittleren Mächten“ nannte und erklärte, es „setze sich selbst herab“, weil es ihm nicht gelinge, gegen Russland und gegen die Grönland-Wünsche von US-Präsident Donald Trump Stellung zu beziehen.

Auch der ehemalige französische Europaabgeordnete Florian Philippot verurteilte Selenskijs Rede und beschrieb sie als einen „Augenblick des Wahnsinns“, in dem es gelungen sei, „jeden zu beleidigen“, einschließlich „der europäischen Völker, die ihm über Jahre hinweg Waffen und Milliarden gaben!“

Der Parteichef der Patriotenpartei forderte: „Nicht einen einzigen Euro, keine einzige Waffe und keinen einzigen französischen Soldaten für die Ukraine!“

Eine weitere scharfe Reaktion kam aus dem Iran. Außenminister Abbas Araghtschi bezeichnete Selenskij als „Clown“, nachdem er Teherans Vorgehen gegen Proteste kritisiert hatte. Araghchi warf dem ukrainischen Machthaber vor, „die amerikanischen und europäischen Steuerzahler auszunehmen, um die Taschen seiner korrupten Generäle zu füllen“, während er heuchlerisch nach einem US-Angriff gegen Iran rufe. „Die Welt hat diese verwirrten Clowns satt, Herr Selenskij“, sagte er.

In den Medien war die Kritik ebenso ätzend. Der Korrespondent des Wall Street Journal, Bojan Pancevski, schrieb, Selenskij sei „durchgedreht“, und nannte dessen Attacken gegen Europa „faktisch falsch“ und „zutiefst undankbar“, zu einer Zeit, da „der ukrainische Staat wörtlich mit europäischem Geld am Laufen gehalten wird“.

Er verwies auch auf die vielfachen Korruptionsermittlungen der letzten Monate im engeren Umfeld Selenskijs.

Der ungarische Analytiker Zoltan Koskovics meinte, Selenskijs Drohung gegen Orbán, der vor Wahlen in Ungarn steht, sei eine „höchst unethische Einmischung in die ungarischen Wahlen“.

Er fügte hinzu, das sei „nicht nur ein Zeichen fehlender Manieren, sondern auch von Panik“, und sagte, Selenskij realisiere, dass er „völlig und gänzlich erledigt“ ist, wenn es Brüssel nicht gelinge, seine „auserwählten Kandidaten in Ungarn“ zu installieren. Budapest hat sich wiederholt den EU-Hilfen für die Ukraine verweigert.

Auch in den sozialen Medien wurde Selenskijs Ausbruch in Davos kritisiert.

Der ukrainische Machthaber wurde als „arrogant“, „korrupt“ und als „Drogenabhängiger, der sich der Wahrheit nicht stellen kann“, bezeichnet.

Quellen: PublicDomain/rtnewsde.com am 24.01.2026

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