Die Clan-Kriege: Berlin erlebt seit Jahren eine Form organisierter Gewalt, die nicht erst vor Ort entstanden ist

Ermittler und Sozialwissenschaftler weisen darauf hin, dass viele der heute sichtbaren Clan- und Bandenstrukturen auf Konfliktlinien zurückgehen, die bereits in den Herkunftsregionen der Beteiligten existierten. Familienfehden, Loyalitätslogiken und gewaltförmige Machtausübung wurden nicht abgelegt, sondern in den urbanen Raum Europas übertragen.

Besonders sichtbar wird diese Entwicklung in Stadtteilen, in denen rivalisierende Gruppen um Territorium, Einfluss und wirtschaftliche Ressourcen ringen.

Die Auseinandersetzungen folgen dabei oft Mustern, die aus Herkunftsstädten im Nahen Osten bekannt sind: Konflikte werden personalisiert, Ehre und Vergeltung strukturieren das Handeln, und staatliche Autorität erscheint nicht als legitime Ordnungsmacht, sondern als äußere, fremde Instanz.

Für Berlin bedeutet das eine qualitative Verschiebung von Kriminalität. Es geht längst nicht mehr nur um einzelne Delikte, sondern um Gewaltkulturen, die bereits vor der Migration entstanden sind und im neuen Umfeld weiterwirken. Diese treffen auf eine Gesellschaft, die sich bewusst liberal und kulturell offen versteht.

Europa möchte die Vielfalt zwar schützen, ringt jedoch damit, klare Grenzen dort zu ziehen, wo kulturelle oder traditionelle Prägungen in Gewalt, Einschüchterung oder Formen von Paralleljustiz übergehen.

In diesem Artikel betrachten wir diese Entwicklung aus der Perspektive der Stadt Berlin und beantworten die Frage, warum importierte Gewaltmuster hier Fuß fassen konnten, welche Rolle staatliche Zurückhaltung spielt und wo eine offene Gesellschaft gezwungen ist, klar zu sagen: Dieses Verhalten hat keinen Platz.

Herkunft der Clanfehden und ihre Fortsetzung in Berlin

Viele der heute in Berlin aktiven Clanstrukturen lassen sich nicht isoliert aus dem deutschen Kontext erklären. Ihre Wurzeln liegen häufig in Herkunftsstädten und Regionen, in denen staatliche Ordnung über Jahrzehnte schwach war oder durch familiäre, stammesbezogene und informelle Machtstrukturen ersetzt wurde.

Konflikte wurden dort nicht durch Gerichte gelöst, sondern durch Vergeltung, Einschüchterung und Gewalt. Diese Logiken prägen das Handeln bis heute.

Mit der Migration nach Europa endeten diese Konflikte nicht. Rivalitäten zwischen Familien wie dem Remmo-Clan, die bereits im Herkunftsland bestanden, wurden in neue Stadtteile übertragen und Berlin bot dafür günstige Voraussetzungen. Anonymität, soziale Segregation und eine lange Phase staatlicher Zurückhaltung ermöglichten es, alte Fehden in neuem Umfeld fortzuführen.

In Berliner Vierteln lässt sich diese Kontinuität besonders deutlich beobachten. Auseinandersetzungen eskalieren häufig rasch, da sie auf lange bestehenden Feindbildern beruhen. Respekt, Status und Macht werden öffentlich inszeniert und finden ihren Ausdruck nicht selten in offener, teils bewaffneter Gewalt.

Der Staat wird dabei nicht als neutrale Ordnungsmacht anerkannt, er erscheint als Gegner oder als Hindernis.

Für die Mehrheitsgesellschaft entsteht daraus ein Spannungsfeld, das sich Schritt für Schritt im Alltag bemerkbar macht. Was zunächst als kulturelle Vielfalt verstanden wird, gerät ins Wanken, sobald Gewaltmuster aus anderen sozialen Ordnungen in das städtische Leben hineinwirken und mit den Grundlagen der liberalen Rechtsordnung kollidieren.

In dem Moment, in dem Paralleljustiz, claninterne Regeln und Einschüchterung an Einfluss gewinnen, verliert die Idee offener Koexistenz ihren unverbindlichen Charakter und wird zur Belastungsprobe für den Rechtsstaat.

Warum staatliche Zurückhaltung diese Dynamiken verstärkt hat

Über Jahre hinweg reagierten die Berliner Behörden vor allem punktuell auf die Entwicklung. Auf spektakuläre Taten folgten groß angelegte Einsätze, während die zugrunde liegenden Strukturen weitgehend unangetastet blieben.

Diese Zurückhaltung speiste sich aus rechtlichen Hürden, föderalen Zuständigkeiten, chronischem Personalmangel und der Sorge, durch konsequentes Vorgehen ganze Communities zu stigmatisieren. In der praktischen Wirkung kehrte sich diese Vorsicht jedoch ins Gegenteil um.

Wo Regeln nicht dauerhaft durchgesetzt werden, entstehen Freiräume, in denen informelle Ordnungen an Gewicht gewinnen. Clanstrukturen füllten diese Lücke konsequent aus, etablierten eigene Kontrollmechanismen, sanktionierten Abweichungen intern und demonstrierten ihre Stärke nach außen.

Sichtbare Straflosigkeit wirkte dabei wie eine Einladung und Rivalitäten verschärften sich, da staatliche Interventionen als unberechenbar wahrgenommen wurden, nicht jedoch als dauerhaft wirksam.

Hinzu kam über lange Zeit eine grundlegende Unklarheit darüber, wo die Grenze tatsächlich verläuft. Kulturelle Sensibilität ging in der Praxis oft in Zurückhaltung über, sodass Gewalt, Einschüchterung und Paralleljustiz nicht klar als das benannt wurden, was sie sind: eindeutige Rechtsverstöße.

Diese fehlende Grenzziehung ließ importierte Gewaltmuster fortwirken, weil sie nicht frühzeitig und konsequent unterbrochen wurden.

Erst in den vergangenen Jahren setzte ein spürbares Umdenken ein und Maßnahmen wie Vermögensabschöpfung, gezielte Gewerbekontrollen und eine engere Verzahnung von Polizei, Justiz und Finanzbehörden zeigen mittlerweile Wirkung. Für viele Anwohner bleibt der Alltag jedoch von den Erfahrungen der Jahre zuvor geprägt.

Wo Europa die Grenze ziehen muss

Die Berliner Erfahrung legt ein grundlegendes Dilemma offen, das weit über die Stadt hinausweist. Europas Offenheit stößt dort an ihre Grenze, wo Gewalt als legitimes Mittel der Konfliktlösung akzeptiert wird, denn Vielfalt lässt sich nur schützen, wenn nicht zugleich jede Form von Verhalten geduldet wird.

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Weder Kultur noch Tradition oder Herkunft können Parallelordnungen, Einschüchterung oder die Missachtung des Rechtsstaats rechtfertigen.

Genau an diesem Punkt hat Europa über Jahre gezögert. Aus der Sorge heraus, Integrationsprozesse zu gefährden, wurden Grenzen bewusst vage gehalten und Regelverstöße häufig nicht konsequent sanktioniert.

Diese Unschärfe hatte jedoch konkrete Folgen, denn sie wurde von jenen genutzt, die staatliche Regeln als verhandelbar betrachten.

Wer jedoch in Europa lebt, unterliegt europäischem Recht. Konflikte werden vor Gerichten ausgetragen, nicht auf der Straße. Loyalität gilt nicht der Familie oder dem Clan über dem Staat, sondern den Regeln des Gemeinwesens. Diese Prinzipien stehen nicht zur kulturellen Disposition, sie bilden die Grundlage des Zusammenlebens.

Berlin wird damit zum konkreten Beispiel einer Debatte, die ganz Europa betrifft. Wie offen kann eine Gesellschaft sein, ohne ihre eigene Ordnung zu untergraben?

Die Perspektive der Betroffenen und die Folgen für den Alltag

Für viele Berliner hat die Debatte längst den theoretischen Raum verlassen und den Alltag erreicht. In Stadtteilen, in denen Gewalt und Einschüchterung zum gewohnten Bild gehören, bestimmen Angst, Rückzug und stille Anpassung das tägliche Leben.

Eltern nehmen Umwege in Kauf, Geschäftsinhaber meiden offene Auseinandersetzungen und Nachbarn entscheiden sich bewusst fürs Schweigen.

Dieses Misstrauen entsteht vor allem dort, wo das Gefühl wächst, dass Regeln nicht für alle gleichermaßen gelten. Wenn Gewaltmuster bestehen bleiben, die erkennbar aus anderen sozialen Kontexten stammen, wirkt staatliches Handeln selektiv und verliert an Überzeugungskraft.

Diese Wahrnehmung trifft nicht nur die Mehrheitsgesellschaft, sondern ebenso viele Migranten, die sich an Recht und Gesetz halten und dieselben Zustände ertragen müssen, während sichtbare Regelverstöße kaum spürbare Folgen haben.

Die Konsequenzen reichen damit weit über Fragen der unmittelbaren Sicherheit hinaus, denn mit dem schwindenden Vertrauen in die staatliche Durchsetzung wächst die politische Frustration, Diskussionen verhärten sich, Pauschalisierungen greifen um sich und gesellschaftliche Gräben vertiefen sich.

Am Ende entscheidet daher nicht die Herkunft, sondern das Verhalten. Importierte Gewaltmuster lassen sich nur dann durchbrechen, wenn der Staat konsequent handelt und seine Maßstäbe klar und nachvollziehbar kommuniziert. Offenheit und Rechtsstaat stehen dabei nicht gegeneinander, sie bedingen einander.

Berlin wird so zum Prüfstein – für die Stadt selbst und für Europa insgesamt.

Quellen: PublicDomain/journalistenwatch.com am 23.02.2026

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