Geophysiker deutet auf Großereignis hin: „Die geophysikalische Situation der Erde ist ernster, als ich angenommen hatte…“

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Neue Polarlichter am nördlichen Polarkreis deuten auf eine einzigartige geophysikalische Dynamik hin, die möglicherweise schon bald zu einem historischen Energieausgleich durch ein geophysikalisches Großereignis führen könnte.

Anfang Februar besuchte Geophysiker Stefan Burns Abisko am Polarkreis, um das Lichter- und Farbspektakel hautnah mitzuerleben. Von Frank Schwede

Geophysiker Stefan Burns hat die Aurora Show am Polarkreis live und in Farbe erlebt. Nach Worten von Burns war das ein sehr seltenes Erlebnis, das zeigt, wie intensiv die jüngste Sonnenaktivität war. Was das für Folgen für die Erde hatte, erläutert Burns:

„Der globale Stromkreis ist überladen. Das bedeutet, dass selbst eine geringfügige Sonnenwindstörung mit negativer Polarität ausgereicht hat, um diesen sehr starken Sturm auszulösen.“

Das gesamte in der Plasmasphäre gespeicherte Plasma konnte schnell herabfallen und wundervolle Plasmabänder an den Himmel zaubern, die wir als Polarlichter bezeichnen. Burns:

„Das ist genau das, was gerade hier auf der Erde passiert. Es gibt aber noch einige andere Dinge, die ungewöhnlich sind. Wir hatten beispielsweise eine sehr geringe Erdbebenaktivität.

Wir hatten ein Erdbeben der Stärke 5,5 vor der Ostküste Kubas. Alles andere liegt unter Magnitude 5. In den letzten 24 Stunden hatten wir kein Erdbeben der Magnitude 6,5 oder stärker. Und das seit fast einem Monat.“

Seit Anfang herrscht eine hohe Sonnenaktivität mit intensiven Polarlichtern auf der Nordhalbkugel, ausgelöst durch eine Gruppe großer Sonnenflecken, die laut Burns eine enorme Größe hatten, bevor sie sich der Erde zugewandt haben. Er sagt:

„Das waren Dutzende, Aberdutzende M-Klasse-Eruptionen und sechs X-Klasse-Eruptionen. Aber sie stammten nicht nur aus der Sonnenfleckengruppe.

Wir beobachten auch einige andere Sonnenflecken, die hieran beteiligt waren, was zeigt, dass dies eine weit verbreitete Sonnenaktivität war.“ (321 Erdbeben erschüttern die San Francisco Region innerhalb einer Woche – Tritt die San-Andreas-Verwerfung in eine sehr gefährliche neue Phase ein?)

Der X-Klasse-Massenauswurf war nicht direkt auf die Erde gerichtet, dennoch wurde ein Einschlag registriert, der in Folge einen G-1-Sonnensturm ausgelöst hat. Etwas war nach Worten von Stefan Burns ungewöhnlich daran:

„Diese intensiven Polarlichter, die ich hier in Abisko, live sehe, waren während sehr schwacher Sonnenwinde aufgetreten. Unter normalen Bedingungen würden diese Art Polarlichter, die wir beobachten konnten, nicht auftreten.

Das deutet darauf hin, dass hier noch ein anderer Faktor im Spiel ist, nämlich die Tatsache, dass all diese Sonneneruptionen das globale elektrische Netz stark aufladen, die Erde strotzt geradezu vor Energie strotzt könnte sich bald auch auf andere Weise äußern.“

Extrem viel Energie

Je länger nichts passiert, es zu keinem nennenswerten Erdbeben kommt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es in absehbarer Zeit zu einem extrem starken Erdbeben oder sogar zu einem globalen seismischen Ausbruch mit mehreren starken Erdbeben kommt. Nach Worten Burns ist es nur eine Frage der Zeit.

Die Sonnenwindbedingungen für die jüngste intensive Aurora am nördlichen Polarkreis lagen bei einem Wert von sieben für die Gesamtfeldstärke und -6 Nanotesla für die südliche BZ-Komponente. Burns:

1 2 11 12 13

„Also, das war nichts Besonderes. Doch es verursachte diesen heftigen Sturm, der die Einheimischen hier, die ja so etwas ständig sehen, zum Springen und Schreien brachte.

Sie waren genauso überwältigt wie ich und meine Freunde, mit denen ich unterwegs war. Das ist wirklich bemerkenswert. Und das geht wirklich auf diese unglaubliche Sonnenaktivität zurück, die wir in den letzten Tagen erlebt haben.“

Die Tatsache, dass es nur diesen einen, relativ schwachen Massenauswurf gab, der die nördliche Polarregion zum Leuchten brachte, dann bedeutet das nach Worten von Stefan Burns, das die Erde diese Energie nicht effektiv entladen konnten. Burns erklärt, wie es dazu kam:

„Die Ionosphäre ist wie ein Kondensator aufgebaut. Wie man weiß, kann sich bei einem Kondensator elektrische Ladungen aufbauen und sich wieder entladen. Genau das ist im Prinzip der Fall.

Ein Teil unseres Erdenergiesystems, in diesem Fall die leitfähige Ionosphäre, ist momentan durch ihre elektrischen Feldpotentiale extrem aufgeladen.“

Einige Experten glauben, dass die großen Sonnenstürme Anfang Februar die letzten waren. Stephan Burns teilt diese Meinung nicht, er glaubt, dass das Spektakel noch nicht vorbei ist. Er sagt:

„Ich denke, diese Effekte werden die nächsten zwei Wochen, vielleicht auch noch länger, anhalten. Das letzte Mal, als wir so etwas hatten, war im Mai 2024. Aber es ist ziemlich selten.

Diese Energie ist immer noch aktiv für die Erde, für uns selbst, für die Gesellschaft und das kollektive Bewusstsein insgesamt und ich denke, sie sollten sich dieser Tatsache bewusst sein.“

Die hohe Sonnenaktivität hatte auch zahlreiche Erdbeben zur Folge. Das letzte große Beben der Stärke 5,5 fand vor der Küste Kubas statt, ziemlich nah an Haiti und der Dominikanischen Republik. Burns:

„Normalerweise haben wir etwa vier bis fünf Beben der Stärke 5 bis 5,9 pro Tag. Wenn ich auf die letzten sieben Tage blicke, sehen wir ein Beben der Stärke 6,1 vor der Küste Australiens.

Das ist das einzige Beben der Stärke 6 in diesem Zeitraum. Aber man sieht, dass die Liste der Stärker-5 Beben nicht besonders lang ist. Normalerweise würde man würde man im Durchschnitt rund 35 Erdbeben der Stärke 5 pro Woche erwarten.

Aktuell sind das definitiv nicht 35. Vielleicht sind es maximal 20 oder so. Ich denke, es sind eher 15 bis 20. Wir scheinen also derzeit ein Defizit an Erdbebenaktivität zu haben.“

Es geschieht etwas Ungewöhnliches

Auch die Schumann-Resonanz verhält sich laut Stefan Burns aktuell ungewöhnlich:

„Die liegt bei 20 Hertz. Das ist Modus drei. Dadurch haben wir eine Überladung des Stromnetzes. Das beobachten wir nicht oft. Also geschieht gerade etwas Ungewöhnliches.

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll – aber mir scheint, die Erde ist gerade extrem energiegeladen und das bei einer ausgesprochen geringen seismischen Aktivität. Das ist oft vor einem großen Erdbeben zu beobachten.“

Die induzierten elektrischen Ströme der Ionosphäre fließen durch die Erdkruste und können verschiedene Effekte zur Folge haben, unter anderem auch Erdbeben, da sie sie Spannungen im Gestein verursachen können. Burns sagt:

„Dies sind turbulente Ströme, die geologische Aktivitäten auslösen werden, insbesondere Erdbeben und Vulkanausbrüche. Unsere Strahlungsgürtel sind so gut wie vollständig aufgeladen.

Wir hatten am 6. Februar einen Rückgang des Strahlungsflusses, der Gesamtmenge an Plasma in der Plasmasphäre und des Energieniveaus dazu – und sie laden sich weiter auf. Wir befinden uns also in einer hochgeladenen Plasmasphäre.

Die Weltraumumgebung und die Ionosphäre, die die Grenze zwischen Weltraum und Erde bildet, sind also extrem aufgeladen, da sie all diese Bereiche miteinander verbindet.“

Die Erdbebenaktivität ist aktuell ungewöhnlich gering, deshalb könnte es nach Worten von Stephan Burns möglicherweise schon bald zu einem Energieausgleich in Gestalt eines größeren Bebens kommen. Burns:

„Es ist wirklich interessant zu sehen, wie sich das entwickelt. Im Moment verliert sich diese Energie teilweise durch die Polarlichter, weil diese Energie eindringt und auf die Ionosphäre trifft und dann in tieferen Atmosphärenschichten.“

Stefan Burns ist überzeugt, dass die Aktivitäten auf der Sonne sich über den gesamten Februar erstrecken werden. Und noch drei weitere wichtige Große in diesem Monat stehen an. Burns:

„Wir haben eine ringförmige Sonnenfinsternis am 17. Februar. Das ist ein sehr energiereicher Moment. Und dann geht es direkt in die Saturn-Neptun-Konjunktion am 20. Februar.

Zusätzlich gibt es Ende Februar eine Planetenkonstellation mit Mars, Venus, Merkur, Saturn und Neptun. Und dann natürlich weiter die Sonne.“

Das Sonnenstürme einen direkten Einfluss auf Erdbeben und Vulkanausbrüche haben, ist in Wissenschaftskreisen noch immer umstritten. Der Schweizer Astronom Rudolf Wolf stellte bereits im 19. Jahrhundert die Theorie auf, dass eine erhöhte Sonnenaktivität zu einer erhöhten Zahl an Erdbeben führt.

Man darf aber nicht vergessen, dass zu der Zeit nur eine begrenzte Zahl an validen Daten gab, auf die Forschende zugreifen konnten. Inzwischen liegt eine ganze Reihe an Studien vor, die sich allerdings widersprechen.

Eine dieser Studien aus dem Jahr 2006 kommt zu dem Schluss, dass eine höhere Sonnenaktivität eine höhere Erdbebenaktivität zur Folge hat. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2010 schreibt, dass Erdbeben sogar öfter bei niedriger Sonnenaktivität auftreten.

2022 kamen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass ein gemeinsames Auftreten von Erdbeben in Verbindung mit Sonneneruptionen sich nicht statistisch signifikant belegen lässt.

Allerdings wollten sie nicht ausschließen, dass es einen Zusammenhang geben könnte, da in einigen speziellen Fällen Sonnenstürme die Restenergie erzeugen, die nötig ist, um ein Erdbeben auszulösen.

Italienische Forschende vom Institut für Geophysik und Vulkanologie sind, wie Stefan Burns, zu dem Ergebnis gekommen, dass es sehr wohl eine Kausalität zwischen Erdbeben und Sonnenstürme gibt, da Beben oft dann auftreten, wenn mehr Protonen die Erde erreichen, was ja bei Sonnenstürmen der Fall ist.

Bei einer besonders großen Menge nahm laut der Studie innerhalb der nächsten 24 Stunden die Zahl der Erdbeben mit einer Stärke von 5,6 auf der Richterskala zu. Wie es sich im aktuellen Fall äußern wird, ist unbekannt.

Stefan Burns erwartet jedenfalls für den Februar einen starken Erdbebenausbruch, aber es könnte auch weiterhin ruhig bleiben und sich erst März etwas Größeres ereignen.

Es passiert gerade enorm viel – und das wird noch eine ganze Weile so weitergehen.

Video:

Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 14.02.2026

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