
Ungewöhnlich offene Worten von Hollywood-Star Matt Damon und Filmpartner Ben Affleck in Joe Rogans Podcast zu ihrem neuen Netflix-Actionthriller „The Rip“ .
Damon sagt, der sei für Leute gemacht, die sich nebenher mit ihrem Handy beschäftigen, deshalb werde man auch künftig bewusst die Qualität von Filmen und Serien senken. Von Frank Schwede
Hollywood-Star Matt Damon und Co-Star Ben Affleck sind aktuell auf Promotion-Tour für ihren Netflix-Erfolg „The Rip“, wo sie als Miami Cops in einem leerstehenden Gebäude 20 Millionen Dollar finden und zu Gegnern werden.
Die Action-Darsteller schauten auch bei Podcaster Joe Rogan vorbei, wo sie Klartext redeten und verrieten, dass Netflix und andere Streaming-Dienste und Hollywood-Studios ein ganz besonderes Händchen für die „Generation Smartphone“ haben.
Damon ließ auch gleich die Katze aus dem Sack und sagte, dass die neue Art und Weise, Filme zu produzieren, die Qualität für immer grundlegend verändern werde. Grund seien Smartphones und die Generation Z, die zunehmend unter einem Aufmerksamkeitsdefizit leide.
Generation Z gilt als die Generation, die mit dem Handy in der Hand geboren wurde. Dasselbe gilt auch für die Generation Alpha. Damon erklärte, was das künftig für Auswirkung auf die Filmproduktion hat:
„Die Standardmethode, die wir gelernt haben, um einen Actionfilm zu drehen, besteht darin, normalerweise drei große Szenen einzubauen; eine im ersten Akt, eine im zweiten und eine im dritten.
Das meiste Geld gibt man für die im dritten Akt aus. Das ist das Finale. Und jetzt sagen sie: Können wir eine große Szene in den ersten fünf Minuten einbauen? Wir wollen, dass die Leute dranbleiben. Und es wäre nicht schlimm, die Handlung drei- oder viermal im Dialog zu wiederholen, weil die Leute während des Films am Handy sind. “
Schuld seien nach Worten Damons vor allem junge Zuschauer, die einfach keine Konzentration und Geduld mehr aufbringen würden. Während ein Film läuft, würden auch oft Kinder herumlaufen und Haustier durch die Wohnung toben, während man gleichzeitig auf das Smartphone schaut.
Deshalb sei es nach Worten des Hollywood-Stars nötig, dass wichtige Dinge gleich am Anfang eines Films gezeigt werden. Ansonsten würde der Zuschauer den Film nicht zu Ende sehen, weil er die Handlung nicht verstehen könne. (Pädophilenring in Hollywood aufgedeckt: Perverse Hollywood-Eliten versuchen, Pädophilie zu normalisieren)
Wenn Generation Z den Inhalt nicht versteht
Der Schauspieler und Drehbuchautor kritisiert außerdem, dass Regisseure heute keinen Sinn mehr darin sehen, sich ausgiebig mit Kinematographie (die Kunst und Technik der Filmbildgestaltung, um eine visuelle Geschichte zu erzählen) zu beschäftigen, da die meisten Menschen Filme sowieso bloß auf Handys, Tablets oder auf dem Laptop anschauen.
Das übliche Motto in der Filmeindustrie lautete bisher: „Show, don´t tell“. Damit ist gemeint, dass eine Sache im Film gezeigt wird, anstatt sie in mühsamen Dialogen zu erklären. Heute ist das genau umgekehrt, um dem Publikum weniger Konzentration abzuverlangen.
Außerdem gewöhnen sich immer mehr Zuschauer, vor allem jungen, an kurze tiktokartige Videos, dass sie einen zweistündigen Film nicht konzentriert verfolgen können. Genauso wie sie es nicht mehr gewohnt sind, lange Texte oder ganze Bücher zu lesen.
Damit auch diese Gruppe die Handlung trotzdem versteht und nichts Wichtiges verpasst, werden künftig bestimmte Handlungen in zum Teil stupiden Dialogen erklärt.
Das sind nach Worten Damons keine guten Aussichten für die Filmbranche. Da geht künftig vieles den Bach runter. Er sagt: „Das wird sich zunehmend darauf auswirken, wie wir Geschichten erzählen“.
Das heißt: Drehbuchautoren und Regisseure müssen sich künftig entscheiden, ob Szenen noch authentisch wirken sollen oder nicht, weil der Zuschauer möglicherweise mit bestimmten Worten, Abkürzungen oder ganzen Sätzen überfordert sein könnte.
Als Gegenentwurf für die neue Art der Filmproduktion, brachte Ben Affleck die britische Mini-Netflix-Serie „Adolescence“ ins Spiel. Die Serie erzählt die Geschichte eines 13-jährigen, der des Mordes beschuldigt wird.
Affleck sagte, die Serie breche alle typischen Netflix-Regeln, also keine Action am Anfang, lange ruhige Szenen und kaum nervige erklärende Dialoge. Affleck brachte es auf den Punkt und sagte: „Die Serie hat nichts von diesem Scheiß gemacht – und sie ist fantastisch.“
Nach Worten Afflecks mache die Serie auf eindrucksvolle Weise deutlich, dass man diese Tricks im Streamingzeitalter nicht brauche. Damon und Affleck wollten in „The Rip“ nicht komplett nach den neuen Netflix-Regeln spielen.
Deshalb handelten beide einen besonderen Deal aus. Als gemeinsame Produzenten des Actionthrillers gingen Damon und Affleck mit Netflix eine Vereinbarung ein, die ihnen einen Crew-Erfolgsbonus einbringt, sollte der Streifen gut laufen – was aktuell der Fall ist.
Der Bonus ist eher die Seltenheit in der Welt der Streamingfilme, weil Netflix seine Gagen für Gewöhnlich im Voraus ausbezahlt, wie die New Times berichtet.
Betreutes Denken im Kino
Ein weiteres Beispiel für betreutes Denken im Kino ist die fünfte Staffel der Netflix-Serie „Stranger Thinks“. Viele Zuschauer waren enttäuschten und machten ihren Unmut in Form von Kommentaren Luft, dass teilweise der Server bei Netflix zusammenbrach.
Die meisten Kommentatoren waren der Meinung, dass der gesamte Inhalt buchstäblich zu Tode erklärt wurde. Viele waren auch der Meinung, dass Netflix seine Zuschauer durchweg für dumm hält, weil gleich zu Beginn jeder eigene Gedankenschritt abgenommen wird, damit niemand in die Verlegenheit kommt, sein Gehirn einzuschalten und selbstständig zu denken.
Das heißt, Filme sind heute mehr oder wenige nur noch Hörspiele, die keine Bilder mehr benötigen. Doch das neue Produktionsverfahren macht nicht nur bei Netflix Schule, sondern auch bei anderen Streaminganbietern – sogar auch im Kino.
Es wird zunehmend deutlich, dass es kaum noch Filme gibt, wo das nicht passiert. Auch in der brandneuen Kinoproduktion „Primate“, ein Tierhorrorfilm. Darin geht es um einen Schimpansen, der bei seiner Familie lebt, von einem tollwütigen Tier gebissen wird und sich infiziert.
Der Zuschauer sieht, dass im Käfig des Affen ein totes Tier liegt, woraufhin erklärt wird, dass man das tote Tier besser in ein Labor bringt sollte, weil es ja infiziert sein könnte. Darauf sollte jeder aufmerksamer Zuschauer eigentlich selbst kommen. Doch heute ist eben nichts mehr selbstverständlich.
Deshalb wird auch in diesem Film nichts der eigenen Fantasie überlassen und es darf vor allem nichts offen bleiben, alles muss bis ins kleinste Detail erklärt werden, damit der Zuschauer ja nicht überfordert wird.
Jedem Zuschauer zu unterstellen, er sei abgelenkt und unaufmerksam oder gar zu dumm, den Inhalt eines Films zu verstehen, kommt schon einer Pauschalverurteilung gleich.
Normalerweise ist es für Filmfans undenkbar, während einer Filmvorführung im Kino ständig auf das Smartphone zu schauen. Selbst daheim im Wohnzimmer sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, Filme mit voller Aufmerksamkeit zu schauen, um nichts zu verpassen.
Natürlich macht es einen Unterschied, wo ich mir einen Film anschaue, ob im Kino oder daheim auf dem gemütlichen Sofa, wo ich von allen möglichen Dingen ablenkt werde. Das versteht auch Matt Damon. In diesem Zusammenhang erinnert er sich an einen Kinobesuch von „One Battle After Another“:
„Man ist mit einer Gruppe von Freunden zusammen, aber es sind Leute aus der eigenen Gemeinde, und man teilt diese Erfahrungen gemeinsam. Ich sage immer, es ist eher wie ein Kirchgang – man erscheint zur vereinbarten Zeit. Es wartet nicht auf einen.“
Matt Damon: „Eine besorgniserregende Entwicklung!“
Wer „The Rip“ aufmerksam gesehen hat, wird die von Damon angesprochenen Vorgaben im Film wiedererkannt haben. Bereits gleich zu Beginn des Thrillers gibt es eine erste explosive Actionszene. Dazu wird die Handlung nebst den Beweggründen für die einzelnen Charaktere während des zweiten Akts ständig wiederholt.
Das die beiden Cops zufällig 20 Millionen Dollar finden, ist clever in Szene gesetzt, da am Anfang noch nicht klar ist, ob sie auf der richtigen Seite des Gesetzes stehen oder nicht.
Das heißt ein halbwegs intelligenter Zuschauer wird sich die Frage stellen: Werden die Cops das Geld abgeben oder es sich in die eigen Tasche stecken, weil sie im Polizeidienst vielleicht nicht so viel verdienen oder möglicherweise Schulden haben?
Aber die Macher des Films sind offenbar davon ausgegangen, dass es viele Zuschauer gibt, die nicht dazu in der Lage sind, sich diese Frage zu stellen. Und genau deshalb haben sie eine entscheidende Szene eingebaut, in der den Zuschauern genau das erklärt wird.
„Ja, als Polizist hat man es nicht leicht, beziehungsweise generell, wenn man arbeiten geht, da hat man keine 20 Millionen Dollar.“
Damon bestätigt den Trend, dass Streaming-Dienste wie Netflix generell davon ausgehen, dass es Zuschauer gibt, die unaufmerksam oder vielleicht auch dumm sind und dass diese Umstände künftig in der Struktur von Drehbücher einbezogen werden müssten.
Ein Ansatz der laut Damon besorgniserregend ist: „Es wird wirklich die Art verletzen, wie wir Geschichten erzählen.“ Offizielle Aussagen von Netflix, die auf diese Entwicklung eingehen, gibt es bislang nicht.
Seine nächste Hauptrolle wird Matt Damon in Christopher Nolans neuen Action-Fantasy-Film „The Odyssey“ übernehmen. Damon trifft in der Homer-Verfilmung als Odysseus auf einen Zyklopen und allerhand beeindruckenden Kreaturen.
Ob auch dieser Streifen nach den neuen Vorgaben auf Kiel gelegt wurde, bleibt abzuwarten. Kinostart ist in Deutschland am 16. Juli 2026.
Mehr über Hollywood und seine Agenda lesen Sie in „Der Hollywood-Code“ und „Der Hollywood-Code 2„.
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Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 06.02.2026




