Russland zeigt NATO erstmals geheime Radaranlage der Raketenabwehr

Gestern haben Nato-Vertreter ein Geheimobjekt in Sofrino bei Moskau besucht, schreibt die Zeitung „ Rossijskaja Gaseta“ am heutigen Samstag.

Etwa 100 Teilnehmer an einer internationalen Konferenz zu Problemen der Raketenabwehr – hauptsächlich ausländische Militärexperten – erhielten die einmalige Möglichkeit, die Radaranlage Don-2N des nationalen Systems für die Warnung vor Raketenüberfällen zu besichtigen sowie mit ihrer Führung  und dem Personal zu sprechen.

Nie zuvor wurden Fremde dorthin gelassen. Um so mehr wurde nicht gezeigt, wie dieses Objekt des Verteidigungsministeriums im Echtzeitbetrieb funktioniert.

Alle Geheimnisse wurden den Gästen natürlich nicht verraten. Aber die Nato-Vertreter haben nach der Besichtigung der Radaranlage eine Vorstellung davon, wie das russische Verteidigungsministerium die Starts seiner und fremder Raketen kontrolliert.

Folglich gibt es einen triftigen Anlass, ein weiteres Mal über die gemeinsame Nutzung solcher Objekte in Russland und im Westen bei der Schaffung des Sicherheitsschirmes über Europa nachzudenken. Gerade zu diesem Zweck wurde die Moskauer Konferenz eigentlich organisiert.

Die Reise nach Sofrino war in einem gewissen Sinne eine Fortsetzung der Veranschaulichung der technischen Möglichkeiten der russischen Raketenabwehr.

Wenn der Generalstab am ersten Tag der Konferenz auf dem Bildschirm virtuelle Starts und das Abfangen von Raketen modellierte, so ging es gestern in der Radaranlage der Truppen der Luft- und Weltraumverteidigung um konkrete Aufgaben. Die Don erfüllt diese Aufgaben schon seit über 15 Jahren. Dabei arbeiten ihre Offiziere nicht nur im Interesse der Raketenabwehr und des nationalen Raketenüberfall-Warnsystems. Sie kontrollieren auch den Weltraum. Für ihre Multifunktionalität und beeindruckenden Abmessungen bezeichneten Experten die Radaranlage als „achtes Weltwunder“.

Außerdem erledigt die Don-2N viele Operationen automatisch. Die Schärfe ihres „Weltraumsehvermögens“ kann nur beneidet werden – bis zu 40 000 Kilometer.

Eigentlich schlägt niemand der Nato vor, die Radaranlage vollständig im europäischen Raketenabwehrsystem zu nutzen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Moskau und Zentralrussland gegen Raketenangriffe zu schützen.

In der für Europa gefährlichsten südlichen Richtung hat Russland die Radaranlage Darjal in Gabala (Aserbaidschan) und Woronesch-DM in Armawir. Ihre technischen Daten stehen der Don bei Moskau nicht nach. Deshalb hat Moskau der Nato vorgeschlagen, diese Radaranlagen in die allgemeine Struktur der Raketenabwehr des Kontinents aufzunehmen.

Es sei angemerkt, dass dieser Vorschlag noch immer in Kraft ist.

Quelle: Rossijskaja Gaseta/Ria Novosti vom 05.05.2012

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