Griechen müssen Arztkosten dem Staat vorstrecken

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Die schwere Finanzkrise in Griechenland führt zu dramatischen Entwicklungen im Gesundheitswesen des Landes. Seit Tagen beliefern die Großhändler von Medikamenten und medizinischem Material die wichtigsten Krankenhäuser nur noch gegen Barzahlung. Auch Hunderttausende Versicherte der größten Krankenkasse EOPYY müssen ihre Medikamente bar bei den Apothekern bezahlen und sich anschließend mit der Quittung an die Krankenkasse wenden. Auch viele Krankenkassenärzte untersuchen seit Wochen Patienten nur noch gegen Barzahlung.

„Ich kann nicht mehr. Ich habe die 300 Euro nicht. Mein Mann stirbt“, sagte Evangelia Papadopoulou am Sonntag. Die Apotheke wolle ihr die Medikamente für ihren schwer kranken Mann nicht mehr geben. „Der Staat schuldet uns mehr als 8.000 Euro. Ich kann die Last nicht mehr tragen“, verteidigte sich die Apothekerin. Die dringend benötigten Medikamente gab es erst, nachdem mehrere Nachbarn das Geld vorgelegt hatten.

Der Gesundheitsminister der Interimsregierung, Christos Kittas, rief am Sonntag alle Seiten auf, die schwierige Lage nicht zu verschärfen. Eine handlungsfähige Regierung gibt es wegen der anstehenden Parlamentswahl am 17. Juni in Griechenland nicht.

Quellen: AP/APA/derstandard.at vom 03.06.2012

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