Britische Elite-Kämpfer bilden Rebellen aus

Um Präsident Baschar al-Assad in Syrien zu stürzen, bekommen die Aufständischen offenbar massive Hilfe aus dem Ausland. Frühere Mitglieder der britischen Spezialeinheit SAS bildeten die Rebellen aus, berichten die „Daily Mail“ und der „Daily Express“. Die beiden Zeitungen berufen sich dabei auf ein ungenanntes britisches Armeemitglied.

Ein solches Training sollen auch die Aufständischen absolviert haben, die zurzeit in Damaskus kämpfen. Seit vergangenem Mittwoch kommt es in der Hauptstadt zu schweren Gefechten zwischen den Truppen Assads und der Freiwilligen Syrischen Armee (FSA). Mehrere Stadtteile und Vororte von Damaskus wie Berze, Irbin oder Karban werden von den Regierungssoldaten massiv bombardiert. Zehntausende Zivilisten sind aus der Hauptstadt in den benachbarten Libanon geflohen.

Immer wieder gab es Gerüchte, dass ausländische Spezialkräfte wie in Libyen auch in Syrien Widerstandskämpfer ausbilden. Doch bisher hatte es dafür keine Quellen gegeben. Die USA bestritten, den Aufständischen militärisch zu helfen. Lediglich nicht-militärische Instrumente wie Satellitentelefone seien geliefert worden. Nach Berichten der „Washington Post“ sollen Amerikaner auch Saudi-Arabien und Katar dabei beraten, welche Rebellen-Milizen mit Waffenlieferungen unterstützt werden sollen und welche nicht.

Insgesamt sollen bereits mehr als 300 Rebellen im Irak an der syrischen Grenze ein Trainingslager absolviert haben. Die Ausbildung werde von Ex-Mitgliedern der SAS, einer Spezialeinheit der britischen Armee, geleitet. Die Männer arbeiteten jetzt für zwei private Sicherheitsfirmen mit Sitz im Nahen Osten, heißt es. Es würden in jedem Kurs 50 Aufständische geschult, sagte ein ehemaliger SAS-Mann. Bislang hatte sich Iraks Regierung offiziell als Unterstützer Assads dargestellt.

„Wir beschränken uns im Training auf Taktik, Techniken und das Vorgehen“, beschreibt der Ex-SAS-Mann die Ausbildung der Rebellen. „Manche von ihnen sind Ladenbesitzer und Lehrer, die alles verloren haben. Wenn wir ihnen beibringen können, wie sie in Deckung gehen, schießen und vermeiden, von Scharfschützen entdeckt zu werden, wird das hoffentlich helfen.“

Briten bereiten sich auf Evakuierungen vor

Auch in Saudi-Arabien werden Aufständische nach Angaben der britischen Zeitungen ausgebildet. Dort stehen demnach die militärische Planung, Taktik, Führung sowie der richtige Umgang mit Waffen und mit Kommunikationssystemen auf dem Lehrplan.

Saudi-Arabien hatte sich schon im vergangenen Jahr auf die Seite der Aufständischen gestellt. Zusammen mit Katar kündigten die Scheichs im März 2012 an, den syrischen Rebellen Waffen und Geld liefern zu wollen. Wie viel davon tatsächlich ankam, ist unklar. Doch nach wie vor scheinen den Rebellen schwere Waffen zu fehlen – den Helikoptern und Flugzeugen des Regimes können sie offenbar nichts entgegensetzen.

Die bewaffneten Aufständischen in Syrien sind in den vergangenen Monaten zunehmend schlagkräftiger geworden. Nach Angaben des oppositionellen Syrischen Observatoriums für Menschenrechte sollen seit Beginn der Aufstände über 4800 Soldaten des Regimes ums Leben gekommen sein – ein Großteil davon in den vergangenen Monaten.

Britische Geheimdienste halten den Sturz von Assad angeblich innerhalb der kommenden vier Wochen für möglich. Mehr als 600 britische Soldaten seien deshalb in Bereitschaft versetzt worden, um im Falle eines Zusammenbruchs des syrischen Regimes britische Staatsbürger aus dem benachbarten Libanon evakuieren zu können, hieß es in den Zeitungsberichten.

Quellen: dpa/Der Spiegel vom 23.07.2012

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