Wetter: Land unter in London während der Spiele?

Der Sommer, der eigentlich nie einer war, ist im royalen Britannien längst vorbei – und kommt auch nicht wieder. Die Prognosen sind eindeutig: Nach dem nassesten Juni seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen und einem nicht minder miserablen Juli wird auch der englische August eine Pleite werden. „Completely washed out“, sagt das britische Wetteramt – zum Vergessen also. Die Olympischen Spiele werden demnach Regenspiele. Die Olympioniken dürften „not amused“ sein.

(Foto: Geflutete Straßen in York)

Wasser von oben und von unten

Regenpausen in Wimbledon, Formel-1-Chaos in „Schlitter-Stone“ und als Krönung eine erloschene olympische Flamme: Keine drei Wochen vor Beginn der Spiele in London hadert England mit Wassermassen von oben und unten. In den Midlands und im Norden der britischen Insel fiel am vergangenen Wochenende die Regenmenge von normalerweise zwei Monaten. Ins Bild passte ein Zwischenfall beim olympischen Fackellauf am Wochenende: Das in Athen entzündete Feuer ging bei einer Rafting-Tour in Hertfordshire buchstäblich baden und erlosch. Bei dem Ausflug auf der Kanu-Strecke nördlich von London spritzte eine heftige Bugwelle über das Boot und erwischte auch die Flamme, die von einem Crew-Mitglied gehalten wurde. Mit Hilfe des Ersatzfeuers, das zur Sicherheit den Fackellauf begleitet, wurde die Flamme nach einer kurzen Pause wieder entzündet.

(Foto: Wimbledon für Regenschirm-Fans)

Großbritannien und Wasser, das passt derzeit irgendwie nicht. Zahlreiche Straßen mussten zuletzt wegen Überschwemmungen gesperrt werden, die wichtigsten Bahnstrecken zwischen Schottland und England waren durch Erdrutsche blockiert. Im Küstenort Weymouth, wo in drei Wochen die olympischen Segelregatten steigen werden, wurde ein für die Olympia-Besucher vorgesehener Parkplatz am Wochenende komplett geflutet. Ein vorolympisches Reitturnier, das am kommenden Wochenende stattfinden sollte, sagten die Organisatoren ab: „Das Wetter war stärker“, hieß es. Umweltministerin Caroline Spelman sah sich bereits zu der Aussage genötigt: „Die Olympia-Sportstätten sind flutsicher.“ Hoffnung auf Besserung besteht kaum. An dem „unfreundlichen Wetter“, so die höfliche Umschreibung des meteorologischen Dienstes des Vereinigten Königreichs, wird sich bis September nicht viel ändern. Zumindest IOC-Präsident Jacques Rogge nimmt das typisch englische Wetter noch mit Humor. „Ich lebe in Belgien. Alles, was an Regen in Belgien ankommt, sind die Reste aus England“, sagte er: „Wir werden schon zurechtkommen.“

(Foto: „Wasser“-Tankstelle in Dorset)

„Längere Sonnenphase höchst unwahrscheinlich“

Die Besucher von Freiluftsportarten sollten sich allerdings mit Regenschirm und -jacke ausstatten. „Heißes, sonniges Wetter ist sehr unwahrscheinlich“, teilten die Wetterexperten in ihrer 30-Tage-Prognose mit. Schon im Juni war in Großbritannien doppelt so viel Niederschlag wie üblich gefallen, der Zeitraum von April bis Juni war der nasseste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1910. „Eine längere Sonnenphase ist höchst unwahrscheinlich. Das raue Wetter, das den Juni und den frühen Juli geprägt hat, wird bleiben, auch wenn die Bedingungen wohl nicht ganz so schlecht werden“, so die Vorhersage des königlich-britischen Wetteramtes für die nächsten 35 Tage. Na immerhin: Der Regen soll wärmer werden.

Quellen: PRAVDA-TV/BNPS.co.uk/ARD vom 10.07.2012

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