Mali: Ärzte ohne Grenzen hilft Flüchtlingen in umkämpften Gebieten – Nachrichtensperre bezüglich ziviler Opfer

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Zwei Wochen nach Beginn der Militäraktion in Nord-Mali setzt Ärzte ohne Grenzen die Arbeit in der Gegend von Mopti, Gao und Timbuktu fort. Zeitgleich äußern sich  Menschenrechtsgruppen und Journalisten besorgt über die Nachrichtensperre bezüglich ziviler Opfer durch die französischen Angriffe auf Mali.

Während das französische Verteidigungsministerium behauptet, dass es aufgrund präziser Angriffe der französischen Luftwaffe bisher keine zivilen Opfer gegeben habe, gaben Menschenrechtsgruppen bekannt, dass ihnen kein Zugang zum Kriegsgebiet genehmigt werde.

Der Bürgermeister der malischen Stadt Konna erklärte kürzlich, dass 11 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, als Folge von französischen Luftangriffen getötet wurden.

Die malische Regierung hat seit Beginn keine Angaben über die Zahl der Opfer dieses Krieges gemacht.

Ärzte ohne Grenzen gelang es am 24. Januar, mit einem kleinen medizinischen Team der Organisation, nach Konna zu gelangen, einer Stadt 70 Kilometer nördlich von Mopti, in der vergangene Woche heftige Kämpfe stattgefunden haben. Fast 6.000 neu ange-kommene Flüchtlinge wurden in Mauretanien, Niger und Burkina Faso registriert.

Zugang zu Konna

Ein vierköpfiges medizinisches Team von Ärzte ohne Grenzen mit zwei Ärzten und zwei Krankenschwestern hat Konna am Morgen des 24. Januar erreicht. Zuvor hatte die Organisation tagelang vergeblich versucht, eine Genehmigung für den Zugang zur Stadt zu bekommen. Das Team evaluiert nun den Bedarf an medizinischer und humanitärer Hilfe in der Region und hat auch das Gesundheitszentrum in Konna besucht. In allen medizinischen Einrichtungen der Stadt fanden sie weder medizinisches Personal noch Patienten vor.

Die Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen begannen daher sofort, Behandlungen anzu-bieten und richteten mobile Kliniken ein. In den kommenden Tagen wird Ärzte ohne Grenzen auch mit der Unterstützung des Gesundheitszentrums in Konna beginnen.

In Douentza weiter im Norden setzt Ärzte ohne Grenzen die Arbeit im Krankenhaus der Stadt fort. Während der Bombardements war das medizinische Personal dort rund um die Uhr im Einsatz und führte vergangene Woche rund 450 Behandlungen durch. Nun liegt die Priorität in der Ausweitung der medizinischen Hilfe für Verwundete und auch für Patienten, die andere chirurgische Eingriffe wie Kaiserschnitte benötigen. Ärzte ohne Grenzen hofft, das Team in Douentza schnellstmöglich mit Nachschub beliefern zu können, der Zugang in die Stadt ist allerdings immer noch eingeschränkt.

Krankenhaus in Timbuktu

Auch in Timbuktu gehen die medizinischen Aktivitäten weiter, vor allem im Bereich Kinder- und Frauenheilkunde sowie im Bereich Notfallmedizin und Chirurgie. In den vergangenen zehn Tagen hat Ärzte ohne Grenzen im Krankenhaus von Timbuktu rund 20 verwundete Patienten behandelt. Die Priorität in der Region liegt nun in der Ausweitung der Aufnahmekapazitäten des Krankenhauses und in der Vorbereitung auf die Behandl-ung von Opfern von Gewalt. Medizinisches Material und Medikamente wurden auch an die Gesundheitszentren geliefert, die Ärzte ohne Grenzen in der Region von Timbuktu unterstützt.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit mehr als zehn Monaten in der Region. Im Jahr 2012 führte die Organisation 50.000 medizinische Konsultationen durch (rund ein Drittel von ihnen aufgrund von Malaria), 1.600 Menschen wurden ins Krankenhaus aufgenommen und 400 Operationen durchgeführt. Die Zahl der Menschen, die in die medizinischen Einrichtungen gekommen sind, ist jedoch in den vergangenen Tagen zurückgegangen.

Aktivitäten in Gao

Ärzte ohne Grenzen arbeitet in drei Gesundheitszentren in und um Gao, in den Gemeinden Wabaria, Chabaria und Sossokoria. In jedem Zentrum werden von den medizinischen Teams täglich etwa 60 bis 65 Konsultationen durchgeführt. Diese Patientenzahlen sind auch stabil geblieben, als sich der Konflikt verschärfte und Bombardierungen in der Gegend die Mitarbeiter zwangen, die mobile Klinik vorübergehend auszusetzen, die Menschen ohne Zugang zu den festen Standorten versorgte.

Weiter südlich, in Ansongo, bietet Ärzte ohne Grenzen medizinische Versorgung im örtlichen Krankenhaus an. Die Organisation versucht aber auch, regelmäßige Lieferungen von Material und Medikamenten zu gewährleisten und vorbereitet zu sein, sollte ein Zustrom Verwundeter mehr Operationen erfordern.

Sorge um die Vertriebenen

Unsicherheit, Reisebeschränkungen und Kommunikationsprobleme erschweren im Land die Bemühungen, die Zahl der Vertriebenen und ihren Gesundheitszustand zu beurteilen.

Die Vereinten Nationen haben 340.000 Malier erfasst, die entweder intern vertrieben wurden oder als Flüchtlinge in den Nachbarländern leben. Weitere 6.000 Menschen sind seit dem 11. Januar aus dem Land geflohen und haben Zuflucht in den Ländern Mauretanien und Niger gesucht, in denen Ärzte ohne Grenzen auch medizinische Hilfe leistet.

Quellen: Iran German Radio/aerzte-ohne-grenzen.de vom 24.01.2013

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