Russland: Meteorit-Einschlag, Schäden und 1.200 Verletzte – Feuerball über San Francisco – Asteroid DA14 – 6+ Erdbeben in Neuseeland & Philippinen (Videos)

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Der Satellit „Meteosat-10“ hat den Meteoriten aus dem All fotografiert. Das Bild zeigte einen weißen Punkt in der Erdatmosphäre, den Kondensstreifen des Himmelskörpers. Nach Angaben der russischen Wissenschaftsakademie handelte es sich um einen etwa zehn Tonnen schweren Himmelskörper mit einem Durchmesser von mehreren Metern. Mit einer Geschwindigkeit von 15 bis 20 Kilometern pro Sekunde ist er in die Erdatmosphäre gerast und zerbrach in einer Höhe von 30 bis 50 Kilometern.

Bei dem spektakulären Absturz am russischen Uralgebirge waren unter den rund 1200 Verletzten mehr als 200 Kinder. Die meisten Menschen wurden durch Glasscherben geschnitten. Laut offiziellen Angaben hat die Druckwelle des Meteors 170.000 Quadratmeter Fensterglas zersplittern lassen. Rund 3000 Häuser sind betroffen, darunter 34 Krankenhäuser, 361 Kindergärten und Schulen. Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Wohnhäuser sind große Mietskasernen mit Dutzenden oder gar Hunderten Parteien.

Die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogenen Zentralheizungen sollten schon am Abend wieder Wärme in jedes Haus in Tscheljabinsk pumpen, so hat es die Verwaltung versprochen. Auch das Gas soll wieder fließen. Doch was nutzt das, wenn der Wind durchs Fenster pfeift? Es wird eiskalt in der Region. Der Meteorit hat mit dem Temperatursturz allerdings nichts zu tun.

Experten taxieren das Gewicht auf mindestens zehn Tonnen. Der Brocken wurde von der Luft binnen Sekunden von 50.000 Kilometern pro Stunde auf fast null gebremst. Er begann zu glühen, zerplatzte schließlich. Die Forscher rätselten: Haben die Trümmer die Erde erreicht? Wie heftig war der Aufprall? Haben die Geschosse Krater geschlagen?

Nun liegen erste Daten vor, die vermutlich den Aufprall dokumentieren: Um 2.22 Uhr deutscher Zeit gab es eine Erschütterung in der Stadt Tscheljabinsk, das zeigen die Aufzeichnungen von Erdbebensensoren. Bebenwellen breiteten sich in alle Richtungen aus, sie wurden von Messgeräten an vielen Orten registriert.

Auch der Geologische Dienst der USA (USGS) hat ein Beben in Tscheljabinsk gemessen. Es habe allerdings die Stärke null auf der Erdbebenskala. Aufgrund der schwachen Intensität sei nicht klar, ob die Erschütterungen im Boden oder in der Luft ausgelöst wurden, erklärt der USGS. Druckwellen von Explosionen können sich auch von der Luft auf den Boden übertragen.

Hier die Explosion in Bild und Ton:

Dass es aber wohl einen stärkeren Aufprall gegeben hat, zeigt die Meldung russischer Behörden. Sie haben am Ufer des Tschebarkul-Sees rund 80 Kilometer westlich von Tscheljabinsk ein etwa sechs Meter breites Loch entdeckt. Demzufolge muss dort ein Geschoss eingeschlagen sein.

Soldaten hätten den Bereich an dem zugefrorenen Gewässer abgesperrt, sagte Oberst Jaroslaw Roschtschupkin vom Zentralen Wehrbezirk. Einsatzkräfte berichteten von zahlreichen, etwa einen Zentimeter großen Splittern in der Nähe. Ob es noch irgendwo einen größeren Krater gibt, ist unklar. Der Meteorit ist in kleinere Teile zerborsten, so dass es keinen breiteren Trichter geben könnte.

Auch die Spur des Meteoriten durch die Atmosphäre haben Wissenschaftler mittlerweile registriert. „Wir haben jetzt Daten verschiedener Stationen vorliegen“, sagt Gernot Hartmann von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Beobachtungswarten in Aktjubinsk im nördlichen Kasachstan sowie im zentralrussischen Salessowo hätten den Druck des Gesteinsbrockens beim Flug durch die Lufthülle der Erde gemessen.

Dabei empfingen die Stationen Schallwellen niedriger Frequenz, sogenannten Infraschall: „Es waren starke Signale. Man kann sie zeitlich zuordnen“, erklärt Hartmann. Das Signal sei relativ langgezogen gewesen – ein Hinweis auf die Flugbahn des Himmelskörpers.

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Asteroid DA 14

Keine 30.000 Kilometer trennten abends am 15. Februar den Asteroiden 2012 DA14 von der Erdoberfläche. Das war eng: näher, als uns viele geostationäre Satelliten sind. Zehnmal dichter bei uns als der Mond. So knapp, dass man 2012 DA14 selbst sehen konnte, wo das Wetter mitspielte. Noch nie konnte ein so naher Vorbeiflug eines Asteroiden vorhergesagt werden.

Zur Sorge gab es keinen Grund, denn die Bahndaten des Gesteinbrockens waren genau bekannt. Selbst die Einwirkung der Gravitationskraft von Erde und Mond hatten auf die Flugbahn des Asteroiden einen nur „unendlich geringen“ Einfluss, so die US-Raumfahrtbehörde NASA. Um 20.24 Uhr war uns Asteroid 2012 DA14 am nächsten: 27.700 Kilometer über dem Indischen Ozean, in der Nähe Sumatras.

Der Asteroid misst 45 Meter im Durchmesser und hat eine Masse von 130.000 Tonnen. Für einen kosmischen Gesteinsbrocken ist das nicht viel. Beim Einschlag auf die Erde wäre das aber mehr, als uns lieb ist. Asteroid 2012 DA14 ist von der Größe etwa dem Himmelskörper vergleichbar, dessen Eintritt in die Erdatmosphäre 1908 vermutlich die große Explosion im sibirischen Tunguska verursacht hat. Der Einschlag eines solchen Asteroiden würde eine ganze Region verwüsten.

2012 DA14 wird uns weiter beschäftigen, denn dieser Asteroid kreuzt jedes Jahr zweimal die Bahn der Erde. Seine Umlaufbahn um die Sonne ähnelt unserer, verläuft aber um zehn Grad gekippt zu ihr. Für eine Umrundung braucht er auch etwa genausolang wie wir: 366,25 Tage. Doch meist wird 2012 DA14 viel mehr Abstand zu uns halten als bei diesem Mal. Der dichteste Vorbeiflug der nächsten Jahrzehnte findet am 16. Februar 2046 statt – in rund einer Million Kilometer Distanz.

Feuerball über San Francisco

Nach Hinweisen von Augenzeugen berichtet der US-amerikanische Sender NBC über einen Feuerball in der Bucht von San Francisco am Freitagabend gegen 19:45 Uhr lokaler Zeit.

Meldungen zu der Sichtung kommen aus Fairfield, Gilroy, Sacramento, Newark, Walnut Creek, und St. Helena.

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6.2 Erdbeben auf Philippinen und 6.0 in Neuseeland

Das erste Erdbeben ereignete sich um 5.37 Uhr MEZ auf der Insel Mindanao. Nach Angaben von EMSC und USGS hatte das Erdbeben die Magnitude 6,2 bzw 6,3 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag im Süden der Insel. Die EMSC zeigt die Erschütterung in 92km Tiefe an, leichte Schäden sind nicht ausgeschlossen.

Das zweite Erdbeben ereignete sich um 6.15 Uhr vor der Nordinsel von Neuseeland. Es hatte die Stärke 6,0 und eine Tiefe von 206 Kilometern. Durch die große Tiefe war es noch auf weiten Teilen der Nordinsel spürbar. Schäden sind dabei nicht möglich.

Hier die Übersicht vom Freitag und Samstag:

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Quellen: PRAVDA-TV/AFP/dpa/Reuters/Eumetsat/EarthquakeReporter/ br.de / juskis-erdbebenvorhersage.blogspot.de vom 16.02.2013

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