Satellitenbild der Woche: Russland und China unter Wasser (Videos)

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Es ist das schlimmste Hochwasser seit Jahrzehnten: Im Nordosten Chinas und im Fernen Osten Russlands mussten nach wochenlangem Dauerregen Tausende Menschen ihre Wohnungen verlassen, Hunderte kamen ums Leben. Satellitenbilder zeigen die Gewalt des Wassers.

Weite Ufergebiete des Amur-Flusses liegen unter den Wassermassen begraben. Das Ausmaß der Überflutungen zeigt unser Schieberegler: Auf der linken Seite ist der Normalzustand 2008 dargestellt, das rechte Bild wurde am Mittwoch vom Nasa-Satelliten „Terra“ aufgenommen.

In China sind bei Überschwemmungen und Erdrutschen bislang rund 600 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 300 werden vermisst. Wegen der Flutkatastrophe im Nordosten des Landes und im angrenzenden Osten Russlands sprachen Chinas Regierungschef Li Keqiang und der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew am Telefon über eine engere Kooperation, wie chinesische Staatsmedien am Freitag berichteten.

Chinas Premier bat Medwedew auch, möglichst viel Wasser stromaufwärts in Reservoirs zu speichern, um die hohen Pegelstände der nach China strömenden Flüsse zu senken. Li Keqiang bot Russland seinerseits chinesische Hilfe im Kampf gegen die Flutkatastrophe im Tal des Heilong-Flusses, der auf russischer Seite Amur heißt.

Taifun „Trami“ brachte weiterhin viel Regen in die ostchinesischen Küstenprovinzen Zhejiang und Fujian, schwächte sich über Land aber zum tropischen Sturm ab. Mehr als 350.000 Menschen seien dort bei Evakuierungen in Sicherheit gebracht worden, berichtete das Verwaltungsministerium am Freitag.

Schäden in Milliardenhöhe

Die wirtschaftlichen Schäden der Überschwemmungen im Nordosten, Osten und Süden Chinas summieren sich auf mindestens 23 Milliarden Yuan (etwa 2,8 Milliarden Euro). Mehr als 100.000 Häuser wurden zerstört. Auf den ganzen Sommer gesehen sollen sich die Schäden sogar auf 165 Milliarden Yuan belaufen, umgerechnet mehr als 20 Milliarden Euro. Zehntausende Menschen sind obdachlos. Die Regierung stellte Zelte, Feldbetten und Nahrungsmittel zur Verfügung.

In Russland kämpfen mehr als 10.000 Rettungskräfte weiter mit schwerer Technik gegen das Hochwasser. In dem Krisengebiet entlang des Amur-Flusses an der Grenze zu China haben rund 23.500 Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen, darunter 7500 Kinder, wie Wladimir Stepanow vom Zivilschutz am Freitag der Agentur Interfax sagte. Mindestens 5500 Häuser in mehr als 125 Orten seien überflutet.

„Rund 575.000 Hektar Ackerland sind überschwemmt“, teilte das Landwirtschafts-ministerium in Moskau mit. Der Schaden etwa durch Ernteausfälle werde auf um-gerechnet 200 Millionen Euro geschätzt. Kreml-Chef Wladimir Putin kündigte an, in Kürze mit mehreren Ministern in die Region rund 6000 Kilometer östlich der Hauptstadt zu reisen.

Schutzwälle müssen verstärkt werden

Die Überschwemmungen kommen vor allem von wochenlangem Dauerregen. Dadurch sind auch zahlreiche Staudämme in der Region vollgelaufen, die Wasser ablassen müssen.

In der Stadt Chabarowsk stieg der Pegelstand des Amur-Flusses auf den Rekord von 7,18 Metern. Erwartet werde ein Höchstwert von 8,20 Metern, sagte Andrej Wologschanin von der Gebietsverwaltung. Helfer seien mit Planierraupen und Sandsäcken dabei, die derzeit nur für einen Pegelstand von etwa acht Meter gebauten Schutzwälle zu erhöhen.

Link zum Schieberegler auf SpiegelOnline – die einzelnen Satellitenbilder bei der NASA.

Video: Russland

Video: China

Quellen: PRAVDA-TV/dpa/NASA/SpiegelOnline vom 24.08.2013

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