Fukushima: Jedes vierte Kind hat psychische Probleme – Grundwasserbelastung auch durch Reaktor 3

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Kinder sind auch im Fall von Naturkatastrophen die schwächsten Opfer und auch wenn sie viele Situationen überraschend erfolgreich bewältigen – der Verlust von Familie, Haus und Freunden bleibt nicht ohne Folgen. Somit ist die Präfektur Fukushima heute nicht das einzige Thema, sondern neben der Atomkatastrophe sind auch die Folgen der Naturkatastrophe von Interesse.

Angesichts der Ängste und Befürchtungen, mit denen das Thema der Radioaktivität verbunden ist, scheint es schwer vorstellbar, dass es etwas schwerwiegenderes geben könnte, als eine Kernschmelze verbunden mit Freisetzung einer großen Menge an radioaktiven Materials.

Für Menschen, die am 11. März 2011 nicht nur ihren ganzen Besitz, sondern auch Ange-hörige und Freunde durch das Tohoku-Großbeben verloren und in Folge evakuieren mussten, nachdem sie das schwere Erdbeben und den Tsunami überlebt hatten, waren die Ereignisse bereits vor der Katastrophe am Kernkraftwerk traumatisierend.

Dies trifft gerade auf Kinder zu und tatsächlich gibt es bei vielen von ihnen deutliche Symptome auf starke psychische Folgen der Katastrophe.

Das geht aus einer Untersuchung des Gesundheitsministerums hervor, die am Sonntag veröffentlicht wurde.

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Shigeo Kure, Professor für Pädiatrie an der Universität Tohoku, befragte im Zeitraum zwischen September 2012 und Juni 2013 insgesamt 178 Kinder und ihre Eltern, die aus den drei Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi stammten. Die Kinder waren zum Zeitpunkt des Großbeben zwischen 3 und 6 Jahre alt.

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, das eins von vier Kindern und damit dreißig Prozent der befragten Vorschulkinder deutliche Verhaltensstörungen zeigen. Zu den körperlichen Symptomen gehörten Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Bei 28 Prozent der Kinder wurden schwere Fälle von Introvertiertheit festgestellt – verbunden mit Symptomen wie allgemeinem Rückzugverhalten, Angstgefühlen und dem Gefühl von Depression.

Die Ursachen für die gesundheitlichen Probleme der Kinder sind vielschichtig – die Trennung von ihren Eltern, der Verlust von Freunden, der Anblick des zerstörten Hauses, oder die direkte Sichtung des heranrollenden Tsunami sind einige der traumatisierenden Erlebnisse, mit denen sich die Kinder konfrontiert sahen.

In 25,9 Prozent der Fälle traten Störungen auf, die medizinischer Behandlung bedürfen. Dazu zählen exzessives Nägelkauen, starke Introvertiertheit und Gewaltausbrüche. Auch die vergleichsweise harmlos anmutenden Symptome können sich, sofern sie unbehandelt bleiben, zu Entwicklungsstörungen und Lernschwächen entwickeln.

Als Vergleichsgruppe dienten 82 Kinder der gleichen Altersgruppe aus der Präfektur Mie.

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(Traumahilfe für Opfer der Tohoku-Katastrophe)

Die qualifizierteste Hilfe gibt es für diese Kinder von Kinderpsychiatern, allerdings liegt die Verfügbarkeit für Psychiater in den drei Katastrophenpräfekturen unter dem Durch-schnitt und an den Kliniken sind die Termine langfristig ausgebucht, so dass auch Frei-willige von Nonprofit-Organisationen mit entsprechender beruflicher Kenntnis helfend einspringen.

Durch die Regierung in Tokyo wurden zudem mehr Schulpsychologen eingesetzt, nicht zuletzt weil es auch Fälle von Schulverweigerung bei den betroffenen Kindern gibt. Über die psychologischen Folgen berichteten jiji, Mainichi Shimbund und Asahi Shimbun.

Traumabewältigung bei Kindern umfasst auch scheinbar banale Dinge, wie etwa Stoff-tiere, oder die Möglichkeit zu spielen. So lebten etwa zum Zeitpunkt der Befragung noch 31 Prozent der Kinder in Auffanglagern, in denen Kinder wenig Raum zur Entfaltung haben. Entsprechende Sachspenden erfüllen somit tatsächlich einen Zweck.

Grundwasserbelastung möglicherweise auch durch Reaktor 1

Experten einer Arbeitsgruppe der Atomaufsichtsbehörde NRA nannten bei einem Treffen am Freitag die Möglichkeit, dass auch aus dem Untergeschoss von Reaktor 1 radioaktives Wasser dringen und von dort das Grundwasser kontaminieren könnte.

Diese Option ergibt sich durch den Umstand, dass in den Proben aus einem Grund-wassermessposten nahe des Turbinengebäudes eine Tritiumkonzentration von 5.600 Becquerel pro Liter nachgewiesen wurden.

Bislang gelten die Kabelschächte der Reaktoren 2 und 3 als wahrscheinlichste Haupt-quelle für die Grundwasserbelastung.

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(Grundwassermessposten von Reaktor 1)

Da im November noch kein Tritium am Messposten nahe Reaktor 1 nachgewiesen wurde, wird in diesem Fall eine Kontamination durch das Turbinengebäude von Reaktor 1 erwogen. Dies berichtete die jiji.

Durch die zunehmenden Anbringung unterirdischer Barrieren soll das radioaktive Grundwasser davon abgehalten ins Meer zu gelangen. Allerdings weisen steigende Werte an Messposten auch auf ein anderes Problem.

Durch den Anstieg von kontaminiertem Grundwasser steigt die Umgebungsradioaktivität in einigen Bereichen der Anlage, so dass Arbeiter bereits angewiesen wurden, sich von diesen Bereichen fern zu halten.

Quellen: wissen.dradio.de/Tepco/spreadnews.de vom 27.01.2014

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