Vorsorge in der Krisenzeit: Wasser und Lebensmittel

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Ein Zusammenbruch des Staates, eine kommende Bankrotterklärung aufgrund nicht mehr rückzahlbarer Extrem-Überschuldung ist derart offensichtlich, dass es direkt fahrlässig ist, die Augen davor zu verschließen.

Es wird unweigerlich die Zeit kommen, in der das Geld nur noch den Papierwert hat, wobei die Frage nicht ist, ob dieser Zustand eintrifft, sondern wann! Natürlich wäre es schön, wenn wir dieses Ereignis nicht mehr miterleben würden, und andererseits will ich auch keine Horrorszenarien herauf beschwören.

Aber wenn dieses Ereignis eintreffen sollte, dann kommt es ziemlich plötzlich, ohne große Vorwarnungen. Und für einen solchen Eventualfall sollte man wenigstens ein bisschen vorgesorgt haben, damit man im wahrsten Sinne des Wortes überleben kann. Bei einem Zusammenbruch des Staates bricht auch die öffentliche Ordnung zusammen.

Wenn die Menschen nichts mehr zu essen haben, weil die Läden geschlossen sind, wird es Zusammenrottungen, Unruhen und Plündereien geben. Diese werden sich zwar zunächst auf Lebensmittelgeschäfte beschränken, aber spätestens dann, wenn diese ausgeplündert sind, sich gegen Mitbürger richten, bei denen Wertsachen und Lebensmittel vermutet werden.

Das sind keine Spekulationen, sondern Erfahrungswerte, nachprüfbar in ähnlichen Situationen, Ländern und Zeiten bereits passiert. Zum Glück dauert eine solche Krisenzeit nicht ewig. Nach einigen Monaten, höchstens etwa einem Jahr, wird die Krise überwunden sein und die öffentliche Ordnung wieder hergestellt sein. Auch das sind Erfahrungswerte.

Nachdem wir im letzten Artikel darüber geredet haben, wie man sein mühsam Erspartes über die Krisenzeit retten kann, wollen wir uns heute Gedanken machen, wie diese Zeit zu überstehen ist, ohne zu verhungern (Vorsorge in der Krisenzeit: Zahlungsmittel). Neben den dann nicht mehr verfügbaren Lebensmitteln ist es wichtig, für einen gewissen Trinkwasservorrat zu sorgen.

Sie meinen, Wasser käme aus dem Wasserhahn? Sicher, heute schon. Aber bei einem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung ist eine geregelte Wasserversorgung ebenfalls zumindest fraglich. Der Mensch kann relativ lange ohne Lebensmittel überleben, aber ohne Trinkwasser nur rund 72 Stunden (ich habe es allerdings noch nicht ausprobiert).

Weiterhin ist mit einem Zusammenbruch des elektrischen Netzes zu rechnen. Und wer es schon einmal erlebt hat, dass für einige Stunden der Strom weg blieb, der weiß, wie sehr wir heute von Elektrizität abhängig geworden sind. Bei Stromausfall funktioniert kein Herd, kein Gefrierschrank, kein Kühlschrank, keine Heizung, kein Licht, kein Fernsehgerät, kein Radio (außer mit Batteriebetrieb), kein Aufzug – nichts mehr.

Es ist zwar romantisch, einmal im Dunkeln zu Bett zu gehen, aber es kann lästig werden, wenn man das jeden Tag machen muss. Eingefrorene Lebensmittel tauen auf, im Kühlschrank gelagerte Lebensmittel verderben, im Winter friert man, und im Dunkel sieht man nichts mehr. Sollte die Krisensituation im Winterhalbjahr kommen, sollte man sich Gedanken machen, wie man trotz ausgefallener Heizung die Wohnung oder wenigstens ein Zimmer wärmen kann.

Glücklich ist dann, wer noch einen Kohleofen besitzt, sofern er genügend Holz und Kohlen eingelagert hat. Wer diese Möglichkeit nicht hat, dem könnte man etwa ein Gasheizgerät empfehlen, das mit Gasflaschen betrieben wird, die in jedem Baumarkt erworben werden können.

Solch ein Gerät ist für ein- bis zweihundert Euro zu haben, eine 5-Liter-Gasflasche kostet erstmalig rund 30 Euro und kann danach für rund acht Euro neu befüllt (umgetauscht) werden. Eine 5-Liter-Gasflasche (es gibt auch 11-Liter-Gasflaschen) hält bei 24-Stunden-Betrieb durchaus einige Wochen das Zimmer warm, je nachdem, welche Heizstufe man einstellt. Mit drei 5-Liter-Gasflaschen kommt man schon gut über den Winter.

Bei Dunkelheit hat sich das alte „Hausmittel“ Kerze bewährt. Nicht nur wegen der Einfachheit der Handhabung sollte man sich einen gewissen Kerzenvorrat zulegen. Kerzen verderben nicht, und sollte man sie nicht benötigen, kann man sie ja nach und nach etwa an Weihnachten verbrauchen. Sicherlich gibt es auch andere Methoden zur Beleuchtung, etwa Gasglühlampen, die mit sogenannten Campinggas-Kartuschen funktionieren (Alternative Heizungsarten im Krisenfall (Videos)).

Allerdings benötigt man dazu wiederum einen gewissen Vorrat an Kartuschen, die jeweils längst nicht so lange Licht liefern wie eine Kerze. Bleibt die Frage nach einer Kochstelle. Der (Elektro-) Herd funktioniert nicht mehr, und Gasheizgeräte eignen sich nicht dazu, darauf Speisen zu erwärmen, schon aus Sicherheitsgründen.

Am Sinnvollsten ist hier ein Camping-Kocher, der mit Spiritus betrieben wird. Spiritus kostet pro Liter rund zwei Euro, und mit einem Liter Spiritus kann man länger kochen als für den gleichen Preis mit einem Elektroherd. Es gibt auch Benzin- und Petroleum-Kocher, die jedoch in ihrer Handhabung gefährlicher sind, zumal zum Betrieb Benzin eingelagert werden muss, was explosionsgefährlich ist.

Und Petroleum hat den Nachteil, dass es stinkt. Es gibt natürlich auch Campingkocher, die mit den Campinggas-Kartuschen betrieben werden können. Hier haben wir jedoch wieder den Nachteil, dass man sich einen gewissen Vorrat zulegen muss und eine Kartusche relativ schnell leer ist.

Von Stromerzeugern (Notstromaggregaten), die mit Benzin oder Diesel betrieben werden und dann 230 Volt liefern, rate ich ab, einfach deshalb, weil diese Geräte wiederum die Lagerung von Benzin oder Diesel voraussetzen, und weiterhin relativ viel Sprit benötigen (3 – 4 Liter pro Stunde, je nach Gerät).

Eine mehrmonatige Krisenzeit kann man damit ohne einen relativ hohen Benzin-/Dieselvorrat kaum überbrücken. Fein raus sind bei Stromausfall natürlich diejenigen, die sich auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage installiert haben. Nur nützt die im Winter auch nicht viel, wenn sie mit Schnee bedeckt ist.

Bevor wir uns mit der Lebensmittelbevorratung befassen, wollen wir die Wasserversorgung betrachten. Bei einem Wasserausfall hat es wenig Sinn, Regenwasser als Trinkwasser zu sammeln, zumal in den Städten wohl kaum die Möglichkeit dazu besteht. Wenn es geht, ist es natürlich sinnvoll, dieses als Brauchwasser zu verwenden, etwa zum Waschen oder zur Toilettenspülung.

Als Trinkwasser sollte man sich einen gewissen Vorrat in den Keller legen (5-Literbehälter mit Trinkwasser kosten rund einen Euro), was natürlich relativ platzaufwändig ist. Nicht jeder hat diesen Platz zur Verfügung.

Und je nachdem, wie lange die Krise dauert, wird man irgendwann auf Wasser angewiesen sein, das aus Flüssen, Bächen oder gar aus Pfützen stammt. Auch dieses Wasser kann trinkbar gemacht werden, etwa durch Erhitzen und anschließendes Filtern.

Um selbst aus schmutzigstem Wasser Trinkwasser zu machen gibt es die sogenannten Katadyn-Filter. Diese Geräte sind relativ handlich und filtern aus Schmutzwasser alle Bakterien, Keime und sonstigen Partikel heraus. Dabei hält der Filtereinsatz je nach Verschmutzungsgrad des Wassers bis zu 50.000 Liter, womit man schon recht lange auskommt. Hierzu kann ich allerdings keine Preisempfehlung abgeben, denn diese Geräte gibt es in allen möglichen Größen und Preisklassen.

Eine weitere Möglichkeit, verschmutztes Wasser trinkbar zu machen, besteht in Wasserentkeimungstabletten, wie sie etwa bei der Bundeswehr zum Einsatz kommen. Der Nachteil: Nach der Entkeimung hat man zwar Trinkwasser, aber es ist immer noch dieselbe Dreckbrühe, die man vor dem Trinken erst filtern muss.

Der Vorteil: Die Entkeimungstabletten sind klein und recht preiswert. Erhältlich sind sie, ebenso wie Katadyn-Filter, in Survival-Shops oder im Internetz etwa bei Amazon.

Welche Lebensmittel sollte man einlagern? Hier eine pauschale Liste anzugeben könnte zwar hilfreich sein, ich denke jedoch, dass es wenig sinnvoll ist, etwa Bohnen einzulagern, wenn man keine Bohnen mag. Man sollte sich in etwa am eigenen Geschmack orientieren, zumal oftmals kein unbegrenzter Platz zur Lagerung vorhanden ist. Zumindest einen gewissen Vorrat an Grundnahrungsmitteln sollte man sich jedoch zulegen.

Nudeln und Reis etwa halten sich fast „ewig“, ohne zu verderben. Getreide zu lagern macht nur dann einen Sinn, wenn man die Möglichkeit hat, es weiter zu verarbeiten. Dann ist es schon sinnvoller, einige Pakete Mehl zu lagern. Nicht zu vergessen: Zucker und Salz!

Infrage kommen weiterhin etwa Gemüsekonserven aller Art, auch Fertiggerichte sowie Fleisch- und Wurstkonserven. Fischkonserven (etwa Ölsardinen) eignen sich besonders, weil man bereits mit einer einzigen Dose Ölsardinen einen Tag lang überleben kann. Selbst Brot gibt es in Konserven, die je nach Produkt eine relativ lange Haltbarkeitsdauer haben. Normale Lebensmittel-Konservendosen haben eine durchschnittliche Haltbarkeitsdauer von zwei bis fünf Jahren.

Nach Ablauf des Mindest-Haltbarkeitsdatums sind fast alle diese Lebensmittel auch über einen weiteren Zeitraum hinweg genießbar. Abgesehen davon sollte man bei eingelagerten Konservendosen die ältesten immer wieder einmal verbrauchen und durch frische ersetzen. Es gibt (etwa in Survival-Läden) auch dehydrierte Lebensmittel in Konservendosen, die eine erheblich längere Haltbarkeitsdauer bis zu 15 Jahren und länger haben, allerdings auch teurer als normale Lebensmittelkonserven sind.

Die Menge der jeweils einzulagernden Lebensmittel (-Dosen) muss man selbst ermitteln, indem man über einen gewissen Zeitraum beobachtet, welche Lebensmittel man wie oft zu sich nimmt. Danach kann man kalkulieren, dass man sich einen Vorrat von etwa einem Vierteljahr zulegt. Im Krisenfall wird man dann sowieso sehr sparsam mit den Vorräten umgehen, dass man damit auch über einen längeren Zeitraum überleben kann.

Wenn der zur Verfügung stehende Platz knapp ist, kann man sich auch Notverpflegungspäckchen besorgen. Diese haben etwa die Größe einer Zigarettenschachtel und enthalten Überlebens-Tagesrationen in Tablettenform, in denen alle benötigten Vitamine und Nährstoffe enthalten sind. Diese Rationen halten auch mehrere Jahre lang und sind relativ preiswert. Wichtig ist jedenfalls bei jeder Vorratshaltung, dies nicht an die „große Glocke“ zu hängen!

Den Nachbarn geht es nichts an, dass ich im Keller Vorräte habe. Denn ich weiß nicht, mit wem der Nachbar Kontakt hat, und in der Krisenzeit, wenn der Hunger übermächtig wird, schreckt niemand davor zurück, irgendwelche Vorratslager zu plündern!

Noch ein Wort zur Selbstversorgung: Natürlich kann man, wenn man einen eigenen Garten hat, auch eigene Gemüsepflanzen anbauen. Das machen Hobbygärtner schon immer, oftmals auch aus dem Grund, um eigenes „Bio“- Gemüse zu ernten. Stadtmenschen haben es da zwangsläufig schwieriger.

Wie sieht das in einer Krisenzeit aus? Einen Garten oder ein Gemüsefeld kann man nicht gut verstecken. Das Landstück liegt für jeden gut sichtbar da, jeder kann sehen, was dort angebaut wird. Und unter Garantie: Ihr Gemüsegarten wird von hungernden Menschen nicht verschont werden.

Im Gegenteil, sie werden sich um den Grünkohl oder um die Kartoffeln schlagen, die sie Ihnen aus Ihrem Garten stehlen. Gemüseanbau im eigenen Garten hat zudem den Nachteil, dass im Reifezeitraum urplötzlich große Mengen an Gemüse anfallen, in der Zeit davor und danach jedoch gar nichts. Man kann zwar bis zu einem gewissen Grad Gemüsesorten anpflanzen, die nicht alle gleichzeitig erntereif sind.

Heute ist es kein Problem, größere Gemüsemengen einfach einzufrieren. Aber bei Stromausfall nützt die Gefriertruhe nichts mehr. Dann gibt es noch die gute alte Möglichkeit des Einkochens („Einrexen“), wie es unsere Eltern und Großeltern in der Kriegs- und Nachkriegszeit gemacht haben. Dazu benötigt man allerdings eine gewisse Menge Einmachgläser (einschließlich Deckel und Dichtungsgummis) und eine Möglichkeit, das Einzumachende einzukochen (und natürlich anschließend den Platz zum Lagern) – und dazu wiederum einen Herd (Prepper-Szene: Horten Sie Vorräte und Klopapier im Keller? Dann sind die terrorverdächtig! (Video)).

Auf einem Spirituskocher kann man eine solche Prozedur vergessen. Abgesehen davon, dass sich nicht jedes Gemüse zum Einkochen eignet. Sie sehen, es muss relativ viel beachtet und bedacht werden, um möglichst gut über die Krisenzeit zu kommen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass die meisten Menschen einfach die Augen schließen und von diesem Thema nichts wissen wollen (Krisenvorsorge: Überleben nach Naturkatastrophen).

Alles „Verschwörungstheorien“, sagen sie dann, und vergessen, dass ihre Eltern und Großeltern exakt dieses „Verschwörungsszenarium“ bereits selbst einmal erlebt haben. Aus diesem Grund legen sich ältere Menschen selbst heute noch, wo es alles zu kaufen gibt, gewisse Lebensmittelvorräte an.

Natürlich will niemand eine Krise, aber wenn sie trotzdem eintrifft, sollte man nicht so ganz unvorbereitet sein. Wenn wir uns erst einmal sagen müssen: „Hätte ich doch etwas vorgesorgt!“, dann ist es zu spät dafür.

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Literatur:

Selbstverteidigung im Straßenkampf: Hocheffektive Techniken für Mann und Frau, um den Angriff eines Straßenschlägers erfolgreich abzuwehren

Bushcraft: Survivalwissen Wildpflanzen Europas

Handbuch für das Überleben in Krisenzeiten

Überleben in Krisen- und Katastrophenfällen: Ein Handbuch für jedermann. Das Survival-Wissen der Spezialeinheiten

Quellen: PublicDomain/efodon.de am 05.04.2018

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