
Ein General des russischen Generalstabs hat erklärt, dass die USA für Überraschungsangriffe gegen Russland an einem Raketenschild für Atomwaffen bauen. Washington hoffe, damit ungestraft Atomangriffe durchführen zu können.
Die Vereinigten Staaten setzen Raketenabwehrsysteme in der Nähe der Grenzen Russlands ein, um ihr Potenzial für einen überraschenden Atomschlag gegen Russland zu erhalten. Das erklärte der Erste Stellvertretende Leiter der Hauptabteilung für Operationen des russischen Generalstabs, Generalleutnant Wiktor Poznichir.
Auf der Achten Internationalen Sicherheitskonferenz in Moskau sagte er: „Der Einsatz von Raketenabwehrsystemen in der Nähe unserer Grenzen schafft ein starkes Angriffspotenzial für die USA, das es ihnen ermöglicht, einen Überraschungsangriff gegen die Russische Föderation einzuleiten.“
Durch die Entwicklung des globalen Raketenabwehrsystems versuche Washington auch, das Potenzial zu erreichen, einen solchen Angriff ohne einen Gegenschlag durchführen zu können, stellte er fest.
In seinem Bericht erklärte der Generalleutnant, dass die USA das sogenannte Konzept der Pre-Launch-Interception entwickelt hätten, und planten, interkontinentale ballistische Raketen aus Russland, China und anderen Ländern zu zerstören, während diese sich noch in den Trägerraketen befinden. Diese Raketen sollen durch die neuen Raketenabwehrsysteme eliminiert werden.
Der Generalleutnant warnte Staaten, die jetzt Elemente des US-Raketenschildes auf ihren Territorien beherbergen oder beherbergen werden, davor, dass diese Einrichtungen vorrangig zu Angriffszielen werden.
Er stellte auch fest, dass der Einsatz von Raketenabwehrsystemen gegen atombestückte Flugkörper mit der Gefahr einer langen radioaktiven Kontamination des Territoriums verbunden sei.
Er erklärte: „Gleichzeitig könnten die Staaten, die nicht an der Umsetzung der Raketenabwehrpläne des Pentagon beteiligt sind, Schaden nehmen.“ (Die orchestrierte Russophobie ist das Vorspiel zum Krieg)


Maßnahmen gegen den globalen US-Raketenschild
Russland hat angemessene Maßnahmen gegen den globalen Raketenschild der USA ergriffen, indem es die Waffen Sarmat und Awangard mit den erweiterten Möglichkeiten der Zerstörung dieses Raketenabwehrsystems geschaffen hat, so Poznichir (Russland vs. Kriegstreiber: An welchen Irren sollen sie sich wenden – der (vielleicht letzte) Triumph des Bösen).
Der Generalleutnant betonte, dass Russland „angemessene Gegenmaßnahmen“ ergreifen müsse, da in der Nähe seiner Grenzen in großem Umfang defensive und offensive Waffen eingesetzt würden.
Er erinnerte daran, dass solche Maßnahmen vom Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin in seinen Botschaften an die Föderationsversammlung dargelegt wurden, und fügte hinzu:
„Zuerst einmal beinhalten [diese Maßnahmen] die Ausrüstung strategischer Offensivkräfte mit fortschrittlichen Raketensystemen mit verbesserten Fähigkeiten zur Überwindung des Raketenabwehrsystems, wie Awangard und Sarmat.“
Der General erinnerte an die Worte des russischen Staatschefs, dass Russland nicht an dem strategischen Wettrüsten interessiert sei. Man fordere die USA auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um einen konstruktiven Dialog über Raketenabwehr zu führen und nach einer für beide Seiten akzeptablen Lösung zu suchen.
Die Achte Internationale Sicherheitskonferenz fand vom 23. bis 25. April in Moskau statt. Die Tagesordnung umfasste entscheidende Fragen im Zusammenhang mit der internationalen Sicherheit. Die Teilnehmer tauschten sich dort über aktuelle militärische Gefahren und Bedrohungen, einschließlich der Verbesserung des Rüstungskontrollsystems, aus.
Auch die Lage im Nahen Osten, in Asien, Afrika und Lateinamerika wurde diskutiert. An der Veranstaltung nahmen Verteidigungsminister aus 35 Ländern und mehr als 1.000 Experten aus über 100 Ländern teil.
Awangard ist ein strategisches Interkontinentalraketensystem. Es ist in der Lage, in den dichten Schichten der Atmosphäre mit Überschallgeschwindigkeit zu fliegen, in seiner Flugbahn zu manövrieren und jede Raketenabwehr zu durchbrechen.



Die neue Waffe wurde vom russischen Präsidenten Putin in seiner Rede zur Lage der Nation am 1. März letzten Jahres vor der Föderationsversammlung vorgestellt. Im Rahmen der Veranstaltung sagte der russische Staatschef, dass sich das Awangard-System bereits in der Herstellung befinde und in die Serienproduktion eingetreten sei. Das System soll den Streitkräften bereits ab diesem Jahr zur Verfügung stehen.
RS-28 Sarmat ist ein russisches silobasiertes Interkontinentalraketensystem. Es befindet sich seit den 2000er-Jahren in der Entwicklung, um die Interkontinentalrakete R-36M2 Wojewoda zu ersetzen. Sarmat ist in der Lage, alle bestehenden und zukünftigen Raketenabwehrsysteme zu durchbrechen (Wird gerade der 3. Weltkrieg verhindert? (Video)).
Zurück in eine atomare Zukunft – Neue Nuklearwaffen in Büchel
Seitdem Washington den INF-Vertrag aufgekündigt hat, ist das atomare Wettrüsten wieder ein aktuelles Thema. Nach einer sechsmonatigen Kündigungsfrist endet der Vertrag am 2. August 2019. In der zweiten UN-Sicherheitsratssitzung unter deutschem Vorsitz betonte Bundesaußenminister Heiko Maas zwar die Bedeutung der atomaren Abrüstung und verwies auf die Verantwortung der USA und Russlands.
Der Weltfrieden wird von Nuklearwaffen bedroht“, mahnte er. „Der Kalte Krieg ist vorbei, den Warschauer Pakt gibt es nicht mehr, auch die Mauer gibt es nicht mehr in Deutschland.“
Das von 122 Staaten in der UN-Vollversammlung beschlossene Abkommen zum Atomwaffenverbot hat Deutschland hingegen nicht unterzeichnet. Den UN-Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot im Jahr 2017 blieb die Bundesregierung fern, obwohl sie bereits damals öffentlich die Bedeutung der atomaren Abrüstung und den Wunsch nach einer nuklearwaffenfreien und friedlicheren Welt bekundete.
Der damalige Außenminister Sigmar Gabriel lehnte die UNO-Initiative mit der Begründung ab, dass die wichtigsten Atommächte nicht teilnahmen. Und in der Tat haben sich die USA, Russland, Großbritannien, China und Frankreich im Jahr 2018 gegen den Atomwaffenverbotsvertrag positioniert.
Für Deutschland aber wäre eine Voraussetzung für die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags der Abzug der US-Atomwaffen vom Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Büchel, die dort im Rahmen der atomaren Teilhabe der NATO lagern.
Denn obwohl der Kalte Krieg vorbei ist, wie Außenminister Maas betonte, will der NATO-Verbündete USA ihre neue Generation von Atomwaffen, die B61-12-Bomben, in Büchel stationieren (Die NATO, die Einverleibung Osteuropas und die„inoffizielle“ Kriegserklärung an Russland!).
Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Linken im Bundestag hervorging, sollen nach dem Jahr 2020, dem eigentlichen Zeitpunkt zur Ausmusterung des Tornados, einige Flugzeuge weiter im Dienst bleiben, um Deutschlands Rolle in der nuklearen Teilhabe zu sichern.
Durch die Tornado-Kampfflugzeuge wäre die Reichweite begrenzt, doch das deutsche Verteidigungsministerium erwägt den Kauf von US-Kampfjets, um die „smarten“ Atombomben einsetzen zu können, weil die Bundeswehr-Tornados dazu nicht in der Lage sind.

Was Washington als „smart“ bezeichnet, bezieht sich auf Atomwaffen, deren minimale Sprengkraft von fünf Kilotonnen jene der Hiroshima-Bombe übertreffen. Gleichzeitig sind sie aber leichtgewichtig und könnten mit einem Gewicht von um die 350 Kilogramm auch von Drohnen befördert werden (Was wäre, wenn heute der Dritte Weltkrieg ausbricht? (Videos)).
Unabhängig davon, was Washington als „smart“ erachtet, birgt diese „Modernisierung“ ganz neue Risiken in Zeiten nicht-staatlicher Kriegsakteure. Mehrfach ist es Friedensaktivisten allein im vergangenen Sommer gelungen,in den Fliegerhorst Büchel einzudringen und in den Sicherheitsbereich zu gelangen.
Literatur:
Codex Humanus – Das Buch der Menschlichkeit
Weltverschwörung: Wer sind die wahren Herrscher der Erde?
Geboren in die Lüge: Unternehmen Weltverschwörung
Quellen: PublicDomain/deutsch.rt.com am 30.04.2019
