Schon vor 2.700 Jahren: Erneut wurden Beweise für frühzeitlichen Cannabisgebrauch gefunden

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Im Jahr 2008 machte ein spektakulärer Ausgrabungsfund die Runde, der bewies, dass bereits vor 2700 Jahren Menschen auf den Einsatz von berauschendem Cannabis zurückgriffen. Jetzt haben neue Ausgrabungen erneut zutage gebracht, dass bei Ritualen Hanfpflanzen für spirituelle Zwecken eingesetzt worden sind.

Im Pamirgebirge wurden neue Gräber mit THC-reichhaltigem Hanf entdeckt, was von der Normalität des Gebrauchs der heutzutage oft noch verpönten Pflanze zeugt.

Auf dem Jirzankal-Friedhofs im östlichen Pamirgebirge fanden Forscher, die dort seit 2013 mit Ausgrabungen beschäftigt sind, in 2500 Jahre alten hölzernen Kohlebecken erneut Nachweise, dass Cannabis eine Verwendung als Rauschmittel besaß. Wohl zur rituellen Räucherung bei Beerdigungen wurden nachweislich recht stark THC-haltige Cannabissorten verbrannt und in den Gräbern von kürzlich Verstorbenen verwendet.

Zehn hölzerne Schalen mit Steinen wurden in acht verschiedenen Gräbern entdeckt, die allesamt Rückstände der Hanfsubstanz Cannabinol aufwiesen, das bei der Verbrennung von THC entsteht. Mittels eines Gaschromatographen, der mit einem Massenspektrometer gekoppelt wurde, konnte entdeckt werden, dass es sich hierbei um verhältnismäßig potentes Marihuana gehandelt haben muss, das recht untypisch für diese Zeit gewesen ist (Hälfte der CBD-Anwender (Hanföl) muss keine Medikamente mehr nehmen).

Nicht geklärt werden konnte bislang, wie das Volk, welches den Friedhof nutzte, bereits zu diesem Zeitpunkt an derartige Varietäten gelangt ist, doch wird derzeit vermutet, dass vielleicht der Zufall dafür sorgte, dass diese untypischen Sorten aufgrund der geografischen Lage aufgefunden werden konnten.

Möglicherweise war eine wilde oder verwilderte Population des Hanfs der Ursprung der für Beerdigungsrituale eingesetzten Pflanzen, oder aber die auf circa 3000 Meter Höhe liegenden Gebiete forcierten die vermehrte Produktion des berauschenden THCs.

Verbrannt wurde das 2500 alte Cannabis höchstwahrscheinlich durch ein Auflegen von angeheizten Steinen, die sich noch in den Holzschalen auffinden ließen. Cannabis selbst wurde von dem Forschertrupp nicht entdeckt. Man vermutet nun, dass das Cannabis bereits während der Grablegung eingesetzt worden ist, was anderen Beschreibungen aus den Historien Herodots eine neue Richtung schenkt.

Dieser griechische Geschichtsschreiber erwähnte in seinen Aufzeichnungen, dass nach Beerdigungen Cannabis gemeinsam in kleinen Zelten von den Hinterbliebenen während eines Reinigungsrituals eingeatmet worden wäre.

Für die Herstellung von Seilen oder Stoffen aus den Fasern oder Öl aus den Samen, wurden Hanfpflanzen schon mindestens 3.800 vor Christus angebaut. Seit wann Menschen um die psychoaktive Wirkung mancher Bestandteile der Pflanze wussten, war lange unklar (Mann heilt seinen Hautkrebs mit Hanföl – sein Rezept rettet Menschenleben!).

Der an den Untersuchungen als leitender Archäobotaniker beteiligte Forscher des Max-Planck-Instituts Robert Spengler hofft, mit den gewonnenen Erkenntnissen einen Teil zur aktuellen Diskussion über Cannabis und dessen Betrachtung beitragen zu können, wie er sagt.

„Die modernen Sichtweisen auf Cannabis variieren kulturübergreifend enorm, aber es ist klar, dass die Pflanze über Jahrtausende hinweg durch den Menschen genutzt wurde, sei es medizinisch, rituell oder zur Entspannung.“ (Cannabis: Die zehn besten Eigenschaften von CBD / Cannabidiol / Hanföl)

Cannabis sativa (Hanf) als Heilpflanze

Die therapeutischen Wirkungen der Heilpflanze Hanf (Cannabis sativa L.) wurden über Jahrtausende genutzt – Shen-Nung, der mythische Begründer der chinesischen Kräuterheilkunde, erwähnte Hanf bereits im Jahre 2737 v.Chr. – und noch im 19. Jahrhundert war Cannabis für verschiedene Anwendungszwecke ein wichtiger Bestandteil von Hausapotheken.

Insbesondere in der Behandlung von Schmerzen verschiedenster Ursachen – von Gelenk- und Muskelschmerzen bei rheumatischen Erkrankungen über Migräne bis zu krampfartigen Beschwerden im Zusammenhang mit der Regelblutung – wurden Cannabiszubereitungen seit der Antike verwendet.

Mit Entstehung der modernen Pharmakologie traten die therapeutischen Möglichkeiten der Hanfpflanze in den Hintergrund während ihr Mißbrauch als Droge stark betont wurde. Gegenwärtig zeichnet sich das Bestreben ab, zwischen Rausch- und Heilwirkung klarer und nüchterner zu differenzieren und zu untersuchen, ob die in einer Fülle von Einzelbeobachtungen beschriebenen therapeutischen Effekte unter den kontrollierten Bedingungen von klinischen Studien nachvollziehbar sind.

Die moderne Cannabisforschung begann mit der Isolierung und Teilsynthetisierung des wichtigsten Inhaltsstoffes Delta-9-THC (1964) und fand einen Höhepunkt in der Entdeckung spezifischer Cannabinoidrezeptoren im Gehirn (1988) und später auch auf Immunzellen sowie in der Darstellung endogener Liganden, also körpereigener Cannabinoide, Anandamide genannt (1992).

Delta-9-THC ist das am umfangreichsten und gründlichsten untersuchte Cannabinoid. Andere wichtige Hauptcannabinoide sind Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN), Cannabigerol (CBG) und Delta-8-THC. Cannabidiol (CBD), der zweitwichtigste Hauptinhaltsstoff von Cannabis, wirkt wie THC antispastisch, antikonvulsiv und schmerzhemmend. Von besonderer Bedeutung ist jedoch, dass CBD die psychotropen Effekte von THC dämpft und damit der sich am häufigsten einstellenden und unangenehmsten Nebenwirkung von isoliertem THC entgegen wirken kann.

Weitere positive Effekte von CBD in Hinsicht auf einen Ausgleich einseitiger THC-Wirkungen sind eine Dämpfung der durch THC ausgelösten Tachykardie, eine Normalisierung des durch THC verlangsamten Zeitempfindens und eine Abschwächung THC-induzierter Benommenheit.

Es ist daher wahrscheinlich, dass ein Cannabisextrakt, in dem THC und CBD als Hauptbestandteile enthalten sind, ausgeglichener und verträglicher wirkt als isoliertes oder synthetisiertes THC, deren klinischer Einsatz durch psychotrope Nebenwirkungen häufig begrenzt wird.

Auch für die bisher einzigen anerkannten Indikationen von THC oder synthetischen Derivaten (z.B. das aus Großbritannien stammende Nabilone®) kann sich die Frage stellen, ob Cannabis als gesamte Pflanze nicht wirksamer und besser verträglich sein könnte: Die Erfahrungen vieler Krebs- und AIDS-Patienten mit „illegalem“ Cannabis bei der Behandlung von starker Übelkeit und Erbrechen sowie für eine Gewichtszunahme durch Appetitstimulation bestätigen diese Vermutung.

Bei einer Umfrage unter 2430 Onkologen 1990 in den USA gaben 44% der über 1000 anonym Antwortenden an, bereits eigenen Patienten Cannabis als das wirksamere und besser verträgliche Antiemetikum (für die Hemmung des Brechreizes) empfohlen zu haben.

In der Zukunft sollten sich für Cannabis folgende weitere medizinische Anwendungsmöglichkeiten realisieren lassen:

Schmerzen: Tierexperimentelle Untersuchungen ergaben, daß THC und andere Cannabinoide die Wirkung von Opiaten verstärken können. Eine placebokontrollierte Einzelfallstudie zeigte eine deutliche Verminderung des Morphinbedarfs durch Gabe eines standardisierten Cannabisextrakts bei starken entzündlichen Schmerzen bei Mittelmeerfieber. Es gibt ebenfalls aus Tierversuchen vielfältige Hinweise, dass Cannabinoide besonders bei neuropathischen Schmerzen hilfreich sein könnten.

Migräne: Eine Fülle von Einzelfallberichten belegen die gute Wirksamkeit bei dieser durch bisher zugelassene Medikamente häufig nur unbefriedigend beeinflußbaren Erkrankung. Mögliche Wirkmechanismen wurden untersucht.

Krämpfe und Bewegungsstörungen: Die entspannende und schmerzhemmende Wirkung ist besonders ausgeprägt bei Spastik infolge Multipler Sklerose oder Rückenmarksschädigung sowie auch bei Menstruationsbeschwerden. In einer epidemiologischen Erhebung gaben über 90% von 112 befragten MS-Patienten an, durch das Rauchen von Cannabis Spasmen, Tremor und Schmerzen wirksam verbessern zu können.

Glaukom: Schon 1971 wurde dokumentiert, daß das Rauchen von Cannabis den Augeninnendruck um etwa 50% senkt. Dieser Effekt konnte auch mit oralem und intravenösem Delta-9-THC und Delta-8-THC erzielt werden. Später wurde gezeigt, daß Delta-9-THC und Cannabigerol (CBG) den Kammerwasserabfluß um das Zwei- bis Dreifache erhöhen.

    Medizinskandal Krebs    
Asthma: Inhaliertes Cannabis erweitert die Bronchien. Um das schleimhautschädigende Rauchen zu umgehen, sollten Aerosole entwickelt werden. Schon in den 70er Jahren konnte gezeigt werden, daß als Aerosol inhaliertes Delta-9-THC eine der Wirkung von Beta-Sympathomimetika vergleichbare Verbesserung der Lungenfunktion zeigt.

Weitere mögliche Anwendungsgebiete: Schlafstörungen, reaktiv depressive Zustände, Epilepsie und medikamentenbedingte Bewegungsstörungen bei Parkinson.

Literatur:

Hanf als Medizin: Ein praxisorientierter Ratgeber

Cannabis gegen Krebs: Der Stand der Wissenschaft und praktische Folgerungen für die Therapie

Cannabis: Verordnungshilfe für Ärzte

Quellen: PublicDomain/hanfjournal.de/gkf-berlin.de am 18.06.2019

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