| Winter |
3000 – 8000 IE |
100 – 200µg |
| Sommer |
1000 – 3000 IE |
100 – 200µg |
Vitamin D in der Entwicklung des Gehirns
Eine besondere Bedeutung hat Vitamin D während der Entwicklung des Gehirns in den ersten Lebensjahren. Schon die mütterliche Vitamin-D-Versorgung während der Schwangerschaft hat hier laut Tierstudien ganz erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns.[20, 29]
Tierversuche zeigten, dass die Nachkommen Vitamin-D-defizienter Ratten äußerlich abnormal entwickelte Gehirne zeigten. [30, 31]
Gleichzeitig zeigte sich aber, dass besonders die biochemischen Abläufe im Gehirn durch einen Vitamin-D-Mangel dauerhaft negativ verändert waren. Besonders betroffen ist hier vor allem der Dopamin-Stoffwechsel. Diese Entdeckung hat zu der Hypothese geführt, dass ein früher Vitamin-D-Mangel kausal an der Entstehung von Krankheiten wie Schizophrenie und Autismus beteiligt sein könnte.
Die zentrale Bedeutung des Vitamin D für eine gesunde Entwicklung des Gehirns ist heute durch zahlreiche Forschungsergebnisse belegt. [32–35] Werdende Mütter sollten darum besonderes Augenmerk auf ihren eigenen Vitamin-D-Spiegel während der Schwangerschaft legen und natürlich auch auf eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung ihrer Kinder achten (Neue Erkenntnisse: Sonnenexposition liefert oft weniger als 500 IE Vitamin D – langfristige Folgen).
Vitamin D bei verschiedenen Krankheiten von Gehirn und Nerven
Mit der Entschlüsselung der vielen Funktionen von Vitamin D im zentralen Nervensystem begann auch die Erforschung von Vitamin D bei diversen Nervenkrankheiten. Hier zeigte sich zunächst ein deutlicher Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und dem Auftreten dieser Erkrankungen.
Neuere Forschung versucht nun herauszufinden, wie genau die kausalen Zusammenhänge sind und welche Rolle Vitamin D als Therapeutikum bei diesen Krankheiten spielen kann. Insbesondere ist zu klären, ob Vitamin D hier nur präventiv wirksam ist, oder sich die Krankheiten auch nach ihrem Auftreten noch durch Vitamin D behandeln oder heilen lassen.
Im Folgenden möchten wir uns darum einige der am besten erforschten Krankheitsbilder etwas genauer ansehen.
Vitamin D und Multiple Sklerose
Der Zusammenhang von Vitamin D und Multipler Sklerose (MS) wird schon lange erforscht, auch ausgehend von der Beobachtung, das MS vor allem in sonnenarmen Gebieten besonders häufig auftritt. Durch den UV-Index lässt sich die Häufigkeit von MS sehr genau vorhersagen, so dass ein klarer Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und MS besteht.[36] Vitamin D ist die plausibelste Erklärung für diesen Zusammenhang.
Auch mit dem Vitamin-D-Spiegel zeigte sich schließlich der gleiche Zusammenhang.[37] Anhand des Vitamin-D-Spiegels lässt sich nicht nur das Risiko einer Erkrankung, sondern auch der Krankheitsverlauf recht gut vorhersagen.[38, 39]
Eine Behandlung mit Vitamin D konnte entsprechend in einigen Studien die Häufigkeit und Schwere von MS-Schüben deutlich senken.[40–42] Neuere hochdosierte Behandlungsmethoden wie das Coimbra-Protokoll sollen nach Aussage der Therapeuten und Patienten sogar eine vollständige Remission erreichen.



Vitamin D bei der Parkinson-Krankheit / Morbus Parkinson
Bei der Parkinson-Krankheit zeigt sich ein sehr ähnliches Bild: Auch hier ist das Risiko einer Erkrankung höher, je niedriger der Vitamin-D-Spiegel ist [43–46] und auch die Schwere der Krankheit nimmt mit sinkendem Vitamin-D-Spiegel zu.[47]
Entsprechend wird auch hier ein Vitamin-D-Mangel als kausaler Faktor bei der Entstehung von Parkinsons diskutiert. [48, 49]
Sowohl in Tierversuchen, als auch in der bisher einzigen Placebo-kontrollierten klinischen Studie konnte der Krankheitsverlauf der Parkinson-Krankheit durch eine Gabe von Vitamin D positiv beeinflusst werden.[50] Die Dosis war in der klinischen Studie mit 1200 IE extrem gering und brachte trotzdem sehr gute Ergebnisse (Nicht nur fürs Immunsystem und Knochen: Vitamin D ist für jede Zelle wichtig).
Die aktuelle Studienlage ist hier entsprechend sehr vielversprechend – leider wird dieser Behandlungsansatz trotz durchweg positiver Ergebnisse zurzeit nicht verfolgt. [51]
Vitamin D bei Demenz und der Alzheimer-Krankheit
Auch bei der Alzheimer-Krankheit besteht ein statistischer Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und dem Risiko an der Krankheit zu erkranken.[52–57]
Auch die Wirkmechanismen sind hier relativ gut erforscht und verstanden. Die Alzheimer-Krankheit ist unter anderem durch chronische Entzündungen, Mitochondrien Dysfunktion, oxidativen Stress, und sehr typische Plaques im Gehirn der Erkrankten charakterisiert, die als Beta-Amyloid-Plaques bezeichnet werden. [58–61] Alle diese Faktoren hängen und wirken dabei zusammen.
Vitamin D hat erheblichen Einfluss sowohl auf Entzündungen und oxidativen Stress, als auch auf den Stoffwechsel von Beta-Amyloid, wie in diversen Studien gezeigt werden konnte. Nicht nur verhindert Vitamin D das Entstehen dieser Plaques [17, 62], sondern eine Behandlung mit Vitamin D führt auch zu einem verstärkten Abbau bereits vorhandener Plaques.[63–65]
Neuere Studien haben nun die genauen genetischen Zusammenhänge entziffern können, wie Vitamin D dem Entstehen von Alzheimer und Demenz vorbeugt.[66, 67]
Hochdosiertes Vitamin D führt auch zu einer symptomatischen Verbesserung, wie Tierversuche zeigen konnten. Vitamin D verbessert die synaptische Plastizität, die kognitiven Fähigkeiten und die biologischen Marker bei Alzheimer.[25, 68]
In Humanstudien sind die Ergebnisse bisher gemischt, was aber – wie oft bei diesem Thema – an den vielen unterschiedlichen Dosierungsprotokollen liegen kann. Aufgrund der dichten kausalen Beweislage wird Vitamin D jedoch von vielen Forschern als vielversprechendes Therapeutikum für Alzheimer angesehen.[69]
Vitamin D und Autismus
Vitamin-D-Mangel währender Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren wird als eine mögliche kausale Ursache von Autismus diskutiert.[70–73] Autismus tritt vor allem in Gebieten mit geringer UV-Intensität auf[74], die meisten autistischen Kinder werden im späten Winter geboren[72] und in einer aktuellen Studie zeigten 25% aller rachitischen Kinder – eine Vitamin-D-Mangelkrankheit – die Symptome des Autismus.[75]
Ein Vitamin-D-Mangel der Mutter während der Schwangerschaft zeigt statistisch ein höheres Risiko, ein autistisches Kind zur Welt zu bringen.[76–78] Entsprechend konnte eine Supplementation von Schwangeren Müttern mit 5000 IE Vitamin D die Häufigkeit von Autismus um 400% gegenüber dem Bundesdurchschnitt senken.[79]
Autismus wird bisher nur über das Verhalten definiert, da die genaue physiologische Ursache bisher nicht geklärt ist und derzeit mehrere mögliche Ursachen diskutiert und erforscht werden.[80] Vitamin D ist jedoch ausnahmslos an allen der derzeit diskutierten Ursachen des Autismus zentral beteiligt.[81]
Entsprechend vielversprechend sind auch aktuelle Studien zur Supplementation mit Vitamin D bei Autismus. Gleich mehrere Studien konnten eine Verbesserung der Kernsymptome des Autismus durch Vitamin D zeigen.[82–85]
Vitamin D und Epilepsie
Etwa 30 Prozent aller Autisten leiden auch unter epileptischen Anfällen, so dass eine gemeinsame Ursache naheliegt. Ähnlich wie beim Autismus, wird auch bei der Epilepsie ein starker Zusammenhang zwischen einem frühen Vitamin-D-Mangel und der Ausbildung des zentralen Nervensystems vermutet. So werden auch hier die meisten an Epilepsie erkrankten Menschen im späten Winter geboren,[86–89] die Häufigkeit von Anfällen ist bei Kindern im Winter doppelt so hoch wie im Sommer[90], und an sonnigen Tagen treten Anfälle deutlich seltener auf.[91, 92]
Versuche an Tieren konnten zeigen, dass die Häufigkeit und Schwere von epileptischen Anfällen durch eine Gabe von Vitamin D deutlich gesenkt werden konnte. [93, 94] Entsprechende Studien an Menschen waren ähnlich vielversprechend – die Häufigkeit der Anfälle konnte hier um 30-40% gesenkt werden.[95, 96]
Der Zusammenhang zwischen Vitamin D und Epilepsie wird um so wichtiger, wenn man bedenkt, dass die gebräuchlichen Antikonvulsiva den Vitamin-D-Spiegel drastisch senken [97, 98], weshalb einige Patienten schwere Knochenkrankheiten entwickeln.[99, 100] (Vitamin D senkt das Risiko, an Krebs zu erkranken und erhöht die Überlebensrate).
Vor diesem Hintergrund, empfehlen immer mehr Therapeuten bei Epilepsie-Patienten Vitamin D regelmäßig zu testen und zu supplementieren.[101–103]



Vitamin D und Depression
Ein Feld in dem Vitamin D seit vielen Jahren erforscht wird, ist die Depression. Auch hier zeigt sich wieder die saisonale Varianz und die Assoziation zwischen Häufigkeit, Schwere und Vitamin-D-Spiegel.[104–107]
Gleich eine ganze Vielzahl von Studien konnte auch in Interventionsstudien zeigen, dass eine Gabe von Vitamin D die Symptome einer Depression deutlich verbessern kann.[108–112] Dies gilt dabei für so verschiedene Formen von Depression wie die saisonal-affektive Störung („Winterdepression“), bipolare Depression und Wochenbettdepression. [113–116]
Einige Interventionsstudien konnten keine Wirkung von Vitamin D auf Depression feststellten – eine Analyse dieser Studien wiederum brachte jedoch zutage, dass sie alle einen oder zwei zentrale Fehler im Design hatten: Entweder die Studienteilnehmer wiesen schon zu Beginn der Studie keinen Vitamin-D-Mangel auf, und/oder die verwendete Dosierung war so niedrig, dass der Mangel auch am Ende der Studie noch bestand. Für alle korrekt ausgeführten Studien hingegen zeigte sich über alle Studien hinweg, dass die Korrektur eines Vitamin-D-Mangels bei depressiven Menschen zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führt.[117]
Auch eine Analyse der Wirkmechanismen spricht stark für eine Rolle des Vitamin D bei Depression. Zwar ist die genaue Ursache von Depression bisher nicht vollständig geklärt. Diskutiert wird aber vor allem ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren: Entzündungen, oxidativer Stress, Störungen des GABA-, Glutamin- und Serotonin-Stoffwechsels und eine Erhöhung des intrazellulären Calcium-Spiegels. In allen diesen Bereichen spielt Vitamin D eine entscheidende regulative Rolle.[118]
Insgesamt mehren sich die Belege, dass Vitamin D neben Omega-3-Fettsäuren und Methylfolat zu den wichtigsten Nährstoffen in Bezug auf Depression gehört und eine Korrektur defizitärer Vitamin-D-Spiegel sowohl eine präventive als auch therapeutische Wirkung bei Depression zeigt.
Vitamin D und Schizophrenie
Auch für Schizophrenie wiederholt sich das Bild der bereits besprochenen Krankheitsbilder: Wieder verteilt sich die Häufigkeit nach dem Zeitpunkt der Geburt [119–123] und dem Breitengrad [124, 125]. Ein Vitamin-D-Mangel zum Zeitpunkt der Geburt korreliert mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, später im Leben an Schizophrenie zu erkranken.[126, 127]
Schizophrenie-Patienten weisen fast durchgängig sehr niedrige Vitamin-D-Spiegel auf, wobei das Ausmaß des Mangels möglicherweise auch mit der Schwere der Erkrankung korreliert. [128–130] Dass die niedrigen Vitamin-D-Spiegel nur eine Folge der Krankheit sind, erscheint dadurch unwahrscheinlich, dass die meisten Schizophrenie-Patienten schon bei ihrem ersten Anfall sehr niedrige Vitamin-D-Spiegel aufweisen. [131]
Erstaunlicherweise wurden trotz dieser straken Korrelationen kaum Präventions- oder Interventionsstudien mit Vitamin D durchgeführt. Eine Präventionsstudie in Finnland konnte jedoch bei 9000 Neugeborenen durch die Gabe von Vitamin D während des ersten Lebensjahres das Schizophrenie-Risiko um 70 Prozent gegenüber dem Landesdurchschnitt senken. [132] Darüber hinaus sind uns keine Studien in nennenswertem Umfang bekannt.
Dies ist doppelt erstaunlich, wenn man bedenkt, wie gut sich Vitamin D mit den gängigen Theorien zur Entstehung von Schizophrenie deckt: Auch hier werden eine Störung des Dopamin und Serotonin-Stoffwechsels, Oxidativer Stress und chronische Entzündungen als Faktoren diskutiert. [133–136, 33]
In den letzten Jahren hat das Interesse an diesem Forschungsgebiet wieder etwas zugenommen, so dass hier hoffentlich in den nächsten Jahren detailliertere Ergebnisse vorliegen.




Fazit: Vitamin D, Nerven und Gehirn
Vitamin D erfüllt viele zentrale Aufgaben im Nervensystem und zeigt großes Potenzial in der Prävention und Behandlung von zahlreichen Nervenleiden. Im Vergleich zu anderen Bereichen ist dieses Wirkungsfeld des Vitamin D noch recht unbekannt und wird in unseren Augen derzeit auch nicht ausreichend erforscht. Viele Studien und Fallbeispiele zeigen sehr vielversprechende Ergebnisse, die es verdient hätten, mit großen klinischen Studien weiter verfolgt zu werden.
Neben den B-Vitaminen und den Omega-3-Fettsäuren zählt Vitamin D zweifelsfrei zu den wichtigsten Nährstoffen für unser Nervensystem und Gehirn und sollte sowohl in der Prävention als auch in der Behandlung von Nervenleiden einen Platz haben.
Besonders für werdende Mütter und kleine Kinder sind optimale Vitamin-D-Spiegel essentiell, um eine normale Entwicklung des kindlichen Nervensystems und Gehirns zu gewährleisten. Auch ältere Menschen profitieren möglicherweise enorm von optimalen Vitamin-D-Spiegeln, um ihre kognitiven Fähigkeiten zu erhalten (Das Märchen vom unnötigen und gefährlichen Vitamin D).
Wie bei vielen anderen Krankheiten auch, erscheinen uns Vitamin-D-Spiegel um die 40 bis 60 ng/ml als optimal für die Prävention und als Unterstützung von Heilungsprozessen. Individuelle Therapien profitieren möglicherweise von hochdosiertem Vitamin D und deutlich höheren Blutspiegeln, besonders wenn autoimmun-Prozesse involviert sind.
Eine Supplementation von etwa 3000 bis 8000 IE im Winter und 1000 bis 3000 IE im Sommer dürften als allgemeine Empfehlungen bei den meisten Menschen zu ausreichenden Vitamin-D-Spiegeln führen. Aufgrund des stark individuellen Vitamin-D-Stoffwechsels und unterschiedlicher Sonnenexposition empfiehlt es sich aber, den Vitamin-D-Spiegel regelmäßig durch einen Bluttest bestimmen zu lassen.
Verweise als PDF.
Literatur und Produkte:
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Gesund durch Vitamin-D: Der Ratgeber zum Vitamin-D und Vitamin-D-Mangel
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Gesund mit Vitamin D: Wie das Sonnenhormon hilft und schützt