Doch alles Schöne hat auch einmal ein Ende, und dafür sorgte in diesem Fall die Kursleiterin höchstpersönlich, als sie nämlich die Teilnehmer irgendwann auf den Schlussakkord dieser Übung einstimmte. Anschließend wurde kurz darüber gesprochen, bevor es zur nächsten Lektion ging. Und alle schienen zumindest ähnliche Erfahrungen gemacht zu haben, auch wenn Kevin natürlich nicht auf die anderen geachtet hatte. Ob er also bei ihnen ebenso einen Strahl hätte sehen können, wenn er denn hingeschaut hätte, konnte er daher leider nicht beantworten.
Im Endeffekt blieb es bedauerlicherweise auch bei diesem einen Erlebnis. Der Laserfinger wollte sich nämlich nie wieder bei Kevin zeigen, obwohl er es anschließend noch einige Male versucht hatte. Möglicherweise lag es auch daran, dass er Reiki nach dem Kurs niemals selbst angewendet hat und daher nur einmal während des Seminars damit in Berührung gekommen war. Das Thema geriet daher zunehmend in Vergessenheit und spielte letztendlich keine weitere Rolle mehr für ihn. Es blieb demnach bei dieser einen Erfahrung, doch die hatte es definitiv in sich.
Wie bereits in einem vorhergehenden Fall beschrieben (Der Aura-Kurs), könnten derlei mystische Energien, in welcher Form auch immer, real existieren. In dem aktuell vorliegenden Erlebnisbericht sollen diese zudem noch sichtbar geworden sein, und zwar in Form von Blitzen. Doch warum nicht? In vielen Kulturen und Traditionen ist das Vorhandensein von jeglicher Energie und der damit verbundenen Energiearbeit nichts Außergewöhnliches, sondern völlig normal. Besonders im asiatischen, afrikanischen oder südamerikanischen Raum spielen diese und ähnliche Arten der Heilung eine große Rolle.
Dort wird mit einer absoluten Selbstverständlichkeit an die ganze Sache herangegangen. Kaum einer zweifelt diese Methoden an und daher begibt man sich auch gerne vertrauensvoll in die Hände diverser Energieheiler. Diese Menschen schwören darauf und der Erfolg scheint ihnen auch Recht zu geben, zumindest wenn man deren Aussagen und inoffiziellen Statistiken Glauben schenken mag.
Ganz offensichtlich gibt es da wohl etwas. Etwas, was wir zwar nicht greifen und begreifen können, aber dennoch da ist. Es existieren einfach zu viele Zeugen und Berichte, daher muss diese ganze Thematik ernst genommen werden. Die Macht der Energien, die uns offensichtlich alle zu umhüllen scheinen, sollte daher nicht länger ein Nischendasein fristen, sondern fester Bestandteil unseres Lebens und unserer Medizin werden. Dies wäre sicherlich eine sinnvolle und hilfreiche Ergänzung oder vielleicht sogar etwas mehr als das. Zumindest vertrauen immer mehr Menschen den alternativen Heilmethoden, wenn auch oft erst nach dem Scheitern der Schulmedizin. Doch besser spät als nie. Ein allmähliches Umdenken ist daher auf jeden Fall zu beobachten.
Möglicherweise auch zu Recht, wird hier schließlich in erster Linie mit der Natur und deren vermeintlichen Energien gearbeitet, also ganz ohne Chemie und Operationswerkzeug.
Sollte also Kevin wirklich den besagten Strahl gesehen haben, der sich angeblich zwischen seinem Zeigefinger und der Zimmerdecke gebildet haben soll, so wäre es auf jeden Fall ein deutliches Indiz für eine tatsächlich vorhandene universelle Energie, die dann möglicherweise auch zur Heilung verwendet werden könnte. Sein Erlebnis lässt also stark annehmen, dass es übernatürliche Energiefelder einfach zu geben scheint, ob man es nun glauben will oder nicht. Und der Laserfinger beim Reiki-Kurs hat diese mysteriösen Felder wohl zudem noch sichtbar gemacht.
Zusammenfassend sieht es also ganz danach aus, dass es Kevin vermutlich mit einem echten, kosmisch erzeugten Energiestrahl zu tun hatte, der sich durch die ganze entstandene Atmosphäre und das Einwirken der erfahrenen Kursleiterin irgendwie materialisiert oder zumindest visualisiert zu haben scheint, und das offensichtlich bei allen anwesenden Personen.
Wer so etwas einmal selbst erlebt und gesehen hat, wird wohl kaum mehr an der Existenz solcher Energieströme zweifeln. Ob diese dann allerdings auch heilend eingesetzt werden können, ist wiederum eine ganz andere Frage, die jeder individuell für sich selbst beantworten oder erfahren muss. Die vielen positiven Berichterstattungen zeigen diesbezüglich zumindest eine klare Tendenz auf, von der selbst unsere uralten Vorfahren bereits gewusst zu haben scheinen, denn damals stellte man die Natur und all ihre heilenden Kräfte noch nicht so sehr infrage wie heute. Vielleicht sollte sich der moderne Mensch einmal ein Beispiel daran nehmen.
Die zweite Option nähert sich dem Thema eher von religiöser Seite aus, selbst wenn sicherlich so einige Parallelen zur vorhergehenden Möglichkeit bestehen, da auch hier die mysteriösen Blitzphänomene mit einer Art Energiefluss in Verbindung gebracht werden könnten. Der Unterschied besteht in erster Linie darin, dass die von Kevin gesehenen Blitze, welche angeblich zwischen seinem Zeigefinger und der Zimmerdecke munter umher tanzten, eventuell einen Kontakt zu einer göttlichen Macht symbolisierten.


Vielleicht entstand durch dieses Experiment ein Draht nach oben, sei es nun zu einem übernatürlichen Himmelswesen, wie z. B. einem Gott oder einem Engel oder auch zu etwas völlig anderen. Sollte bei dem Reiki-Kurs also tatsächlich eine derartige Verbindung zustande gekommen sein, so würde dies unweigerlich zeigen, dass für Derartiges nicht unbedingt ein starker religiöser Glaube von Nöten wäre, da sich Kevin selbst noch nie als einen sehr gläubigen Menschen bezeichnet hat, auch wenn er diesen Themen nicht grundsätzlich ablehnend gegenübersteht.
Prinzipiell stand die Veranstaltung zwar nicht unter einer derartigen Überschrift, wurde demnach auch nicht weiter in diese Richtung thematisiert, doch schwingt bei einigen alternativen Heilmethoden häufig dennoch ein gewisser religiöser Hintergrund mit. Viele Wunderheiler sehen sich schließlich oftmals selbst als eine Art Sprachrohr der Götter, was ihre gesund machenden Fähigkeiten letztendlich erst möglich werden lässt. Spezielle Rituale, Opferungen und Gebete sind daher keine Seltenheit bei derartigen Zeremonien.
In anderen Kulturkreisen ist dies sicherlich verbreiteter als bei uns, aber auch hierzulande spielt der himmlische Glaube nicht selten eine wichtige Rolle im alternativmedizinischen Heilbereich. Eigentlich kein Wunder, wird das Wort „Reiki“ zwar zumeist mit „universeller Lebensenergie“ übersetzt, doch manchmal eben auch mit „göttlicher Energie“. Und so könnte der Laserfinger vielleicht einfach nur ein Zeichen von oben gewesen sein, um auf spektakuläre Art darauf aufmerksam zu machen, dass die zukünftige Arbeit als Reiki-Therapeut letztendlich ein Zusammenspiel von Himmel und Erde ist.
Rationale Erklärungsversuche:
Möglicherweise liegt hier nichts weiter als reine Suggestion vor, und da es offenbar mehrere Personen zeitgleich so erlebt zu haben scheinen, sollte man wohl eher von einer Massensuggestion sprechen. Durch die besondere Atmosphäre des Reiki-Kurses, der entsprechenden Erwartungshaltung der Teilnehmer, den plausibel und bestimmt wirkenden Ansprachen der Kursleiterin sowie der starken Vorstellungskraft des eigenen Gehirns hat sich offensichtlich etwas vor dem geistigen Auge jedes Einzelnen gebildet, was wohl tatsächlich wie ein bläulich-grünlicher Laserstrahl ausgesehen haben könnte, welcher zu allem Überfluss auch noch in oder aus dem eigenen Finger zu kommen schien.
Inwieweit die Leiterin bereits vor der Übung ansprach, was die Probanden anschließend zu erwarten hätten, konnte Kevin leider nicht mehr eindeutig verifizieren. Spielt letztendlich auch keine größere Rolle, da sie es definitiv während der Übungseinheit erwähnte und im weiteren Verlauf sogar ständig wiederholte, was ja mehr als ausreichen würde, um eine waschechte Suggestion herbeizuführen.
Laut Kevins Angaben hat sich das ganze Phänomen daraufhin erst ganz langsam und anschließend immer stärker aufgebaut, mit jeder Fingerrotation etwas mehr, bis der Strahl dann richtig deutlich und klar erkennbar war. Derartige Suggestionen wirken wie eine Art Hypnose, denn auch hierbei werden im Kopf des betroffenen Menschen vorgefertigte Bilder erzeugt oder dieser zumindest in einen Zustand versetzt, in welchem die Außenwelt fast komplett ausgeblendet wird und nur noch die Stimme des vermeintlichen Hypnotiseurs und dessen Anweisungen wahrgenommen werden.
Man ist zwar dennoch meistens Herr seiner eigenen Sinne, könnte theoretisch also jederzeit abbrechen, aber verschiedene Faktoren lassen die meisten Menschen dennoch bis zum Ende der Sitzung in diesem traumartigen Zustand verweilen. Man kennt es ja aus diversen Hypnoseshows, wenn vermeintlich normale Personen urplötzlich die dümmsten Dinge machen oder auch die einfachsten Sachen eben nicht mehr zustande bringen. Hierbei spielen zwar noch andere Faktoren eine Rolle, doch prinzipiell ist es mit Kevins Erlebnissen beim Reiki-Kurs vergleichbar.
Es wird also geistig ein Bild oder ein Zustand geschaffen, der eigentlich nicht wirklich vorhanden ist, sondern lediglich der Fantasie und der starken Vorstellungskraft zu entspringen scheint. Und so echt es sich für die Betroffenen auch darzustellen vermag, es ist dennoch nicht real, unabhängig davon, ob diese kurzzeitig erschaffenen Konstrukte nicht trotzdem einen positiven und nachhaltigen Nutzen für den jeweiligen Menschen haben könnten, denn wie sagt man doch so schön: „Der Glaube versetzt Berge.“
Man sollte das Ganze also nicht vorschnell verteufeln, sondern lieber das Gute und Nützliche darin sehen. Mit richtiger und sorgfältig eingesetzter Suggestionsarbeit kann sicherlich viel Positives erreicht werden, was letztendlich auch der Heilung von Kranken und psychisch angeschlagenen Personen zugutekommen dürfte.
Sollte Kevin also tatsächlich einer derartig erschaffenen Sinnestäuschung auf den Leim gegangen sein, wofür sicherlich einiges spricht, schließlich konnte er den Laserfinger später nicht mehr selbstständig wiederholen, so trügt das zwar sicherlich ein wenig die Glaubwürdigkeit solcher Kurse und der damit einhergehenden Versprechungen, doch muss dies dennoch nicht generell als Totschlagargument für die Wirksamkeit jeglicher alternativer Heilmethoden angesehen werden. Diesbezüglich müsste definitiv eine gewisse Differenzierung stattfinden, denn einfach alles in einen Topf zu werfen, umzurühren und anschließend gleichsam abzulehnen, wäre sicherlich völlig falsch und unwissenschaftlich.



Der zweite rationale Erklärungsversuch geht von der Möglichkeit aus, dass Kevin lediglich das Opfer einer ziemlich heftigen elektrostatischen Entladung geworden sein könnte. Natürlich müsste man dafür seine diesbezüglichen Angaben und Ausführungen schon äußerst kritisch betrachten und dementsprechend enorm nach unten korrigieren, denn so heftig, deutlich und zeitintensiv, wie er den gesehenen Blitz beschreibt, kann sich solch eine entsprechende Stromentladung, wie sie sicherlich jeder von uns schon einmal am eigenen Leib erfahren hat, logischerweise nicht zugetragen haben.
Derartige Spannungsdurchschläge können entstehen, indem man sich zuerst statisch auflädt, z. B. durch das Gehen auf einem Teppichboden, durch das Kämen der Haare oder manchmal sogar durch das Tragen bestimmter Polyesterkleidung und diese Aufladung anschließend wieder entlädt, indem man dann beispielsweise einen Türgriff oder auch eine andere Person berührt. Die Folge ist häufig ein kleiner Stromschlag mit leisem Knistergeräusch, und manchmal kann man eben auch tatsächlich einen richtiggehenden Blitz dabei beobachten.
Dieser ist zwar meistens recht unscheinbar und zudem nur ganz kurz sichtbar, doch hin und wieder gibt es sicherlich auch etwas intensivere Ausführungen. Doch so wie von Kevin beschrieben sicherlich eher nicht. Das wäre wohl etwas zu heftig und demnach eigentlich völlig unmöglich, selbst wenn man beide Augen zudrücken würde und sogar berücksichtigt, dass derartige elektrostatische Entladungen im trockenen und kalten Winter tatsächlich häufiger auftreten.
Am Ende müsste man dennoch davon ausgehen, dass Kevin bei seiner Geschichte enorm übertrieben haben dürfte, vielleicht weil er es aufgrund der mystisch anmutenden Gesamtsituation ganz anders wahrgenommen hat und es ihm demnach wirklich viel länger und intensiver vorgekommen war. Vorstellbar wäre es auf jeden Fall, auch wenn es letztendlich nur eine weitere mögliche Theorie ist, die auf logische und nachvollziehbare Weise versucht, das vermeintlich paranormale Erlebnis in plausibel klingende Gefilde zu lenken.
Und das sollte mit diesem Erklärungsansatz wohl recht gut gelungen sein, selbst wenn dennoch große Fragezeichen zurückbleiben dürften.
Literatur:
Wissen in Stein – Das Geheimnis der Pyramiden Ägyptens und Mittelamerikas [2 DVDs]
Ancient Aliens Seasons 1-6
Das Geheimnis der Pyramiden [2 DVDs]
DIE PYRAMIDEN VON BOSNIEN. Mitten in Europa stehen die größten Pyramiden der Welt [erweiterte Neuausgabe der Limited Edition]
Quellen: PublicDomain/Ancient Mail Verlag am 06.05.2021
