Gesundheit: Sitzbad – Varianten und Anleitung

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Das Sitzbad ist nicht, wie der Name vermuten lässt, ein Baden im Sitzen, zum Beispiel weil die Badewanne zu kurz ist und nur einen Badevorgang in aufrechter Position zulässt. Ein Sitzbad ist ein medizinisches Bad, bei dem sich nur der Unterleib im Wasser befindet. Und dies in der Regel in einer dafür speziellen Wanne.

Heilende Kraft des Wassers

Das Sitzbad arbeitet vor allem mit der heilenden Kraft des Wassers. Das Sitzbad gehört zur Balneotherapie (Bädertherapie) und diese wiederum zu Hydrotherapie. Hier steht das heilende Element des Wassers im Vordergrund.

Bereits in der Antike war dessen Heilwirkung bekannt. Wieder entdeckt wurde sie im 18. Jahrhundert von den „Wasserhähnen“ Johann und Siegmund Hahn, weiterentwickelt im 19. Jahrhundert von Vinzenz Prießnitz und Sebastian Kneipp.

Die Wassertemperatur beim Sitzbad kann, je nach Anwendungsgrund, ganz unterschiedlich sein. So existieren warme, temperaturansteigende und kalte Sitzbäder. Je nach Art der Beschwerden werden dem Bad Heilpflanzen oder andere Zusätze beigemischt.

Anwendungsbereiche

Sitzbäder werden vor allem angewandt bei Erkrankungen im Genitalbereich, Analbereich und an Hautpartien, die diese umgeben. Häufig wird ein Sitzbad zusätzlich zu anderen Behandlungsformen eingesetzt beziehungsweise zur Anwendung zu Hause empfohlen. Generell kann ein Sitzbad bis zu zweimal täglich durchgeführt werden.

Warmes Sitzbad

Ein warmes Sitzbad wirkt vor allem sehr entspannend, steigert die Durchblutung und ist somit bei Koliken oder Krämpfen im Unterleib wohltuend. Gerne werden zusätzlich heilende Kräuter mit verwendet.

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Das warme Sitzbad findet Anwendung bei Blasenentzündungen, Hämorrhoiden, Entzündungen der Haut im Bereich von Anus und der Genitalien, bei Windeldermatitis, Scheidenentzündungen, Analfissuren, Juckreiz im Genital- und Analbereich, zur Behandlung eines Dammschnittes nach einer Geburt und bei Schuppenflechte.

Die Badetemperatur beträgt circa 37 Grad Celsius und die Badedauer zehn bis fünfzehn Minuten.(Gesundheit: Entschlacken – Wirkung, Durchführung und Gegenanzeigen)

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Folgende Heilkräuter können die Wirkung verstärken:

Kamille,
Eichenrinde,
Zauberstrauchrinde/kraut,
Ringelblumenblüten,
Stiefmütterchenkraut (Wildes Stiefmütterchen),
Zinnkraut (Ackerschachtelhalm),
Schafgarbe
und Frauenmantel beziehungsweise Frauenmantelkraut.

Des Weiteren kommen Kaliumpermanganat oder auch ein synthetischer Gerbstoff, wie zum Beispiel Phenol-Methanol-Harnstoff-Polykondensat, zur Anwendung.

Kamille wirkt antientzündlich und entkrampfend. Eichenrinde, gerne zusammen mit Kamille angewandt, wird empfohlen bei oberflächlichen Entzündungen der Haut und bei Juckreiz. Hauptanwendungsgebiet für Eichenrinde sind Hämorrhoiden. Hierbei wirkt ebenso die Zauberstrauchrinde, die den Juckreiz stillt, heilend ist und das Brennen mildert.

Ringelblumen sind entzündungshemmend, antibakteriell und heilend. Das Stiefmütterchen wird bei allen oberflächlichen Hauterkrankungen verwendet, gerne auch bei Schuppenflechte. Zinnkraut dient zur Wundheilung und bei Entzündungen. Die Schafgarbe, ein wichtiges Frauenmittel, lindert Krämpfe und heilt Wunden. Das Frauenmantelkraut, wie der Name schon sagt ebenso ein Frauenmittel, hilft bei Ausfluss, Juckreiz, Rötungen und entkrampft.

Kaliumpermanganat wird gerne bei Windeldermatitis angewandt. Das Phenol-Methanol-Harnstoff-Polykondensat ist ein Stoff, der in einem fertigen Sitzbad enthalten ist und bei wundem Babypo und bei Entzündungen im Anal- und Genitalbereich zum Einsatz kommt.

Temperaturansteigendes Sitzbad

Ein temperaturansteigendes Sitzbad wird gerne bei Verstopfung, Reizblase, wiederkehrenden Blasenentzündungen, Menstruationsbeschwerden, Nieren- und Darmkoliken und bei Schmerzen und Muskelverspannungen im Bereich des Steißbeins angewandt.

Ein solches Sitzbad beginnt in der Regel mit einer Temperatur von 34 bis 35 Grad Celsius. Alle zwei Minuten wird warmes Wasser nachgefüllt. Auf diese Art und Weise soll nach circa zwölf Minuten eine Temperatur von 39 bis 40 Grad Celsius erreicht sein. Bei dieser Temperatur bleibt man noch zwei Minuten im Sitzbad.

Diese Anwendung ist nicht ganz einfach. Das Wasser sollte beim Hinzulaufen nicht zu heiß sein, damit keine Verbrühungen entstehen. Das temperaturansteigende Sitzbad ist deshalb eher etwas für eine Bädertherapie in einer Kur oder dort, wo Fachpersonal dabei ist. Zuhause ist auf jeden Fall das warme Sitzbad vorzuziehen.

Kaltes Sitzbad

So ein kaltes Sitzbad ist nicht gerade angenehm. Deshalb wird dieses heute auch nicht mehr so oft angewandt. Nichtsdestotrotz soll dies die Verdauung stärken, die Harnorgane abhärten, bei Schlaflosigkeit und nervöser Unruhe helfen.

Ein kaltes Sitzbad dauert nur sechs bis zwanzig Sekunden, wobei unser bekannter Pfarrer Sebastian Kneipp sogar eine Minute empfohlen hat. Dies war jedoch in einer ganz anderen Zeit. Heute reagieren die Menschen empfindlicher auf kaltes Wasser.

Bei dieser Variante ist unbedingt darauf zu achten, dass die Füße aus der Wanne heraushängen beziehungsweise auf dem Boden stehen, und zwar auf warmem Boden und besser noch in Socken. Nach dem kalten Sitzbad ist auf ein schnelles Ankleiden zu achten – ohne sich vorher abzutrocknen. Damit ein schnelles Erwärmen gewährleistet ist, ist leichtes Bewegen zu empfehlen.

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Anleitung

Vor einem Sitzbad wird zuerst das Behältnis oder die Wanne gesäubert und eventuell noch zusätzlich desinfiziert. Dann kommt das Wasser hinein, so dass der Unterleib, oder im Toilettensitz die Genitalien, bedeckt sind. Der Badezusatz wird zugegeben und je nach Badeart die Temperatur unbedingt vor dem Baden kontrolliert. Ein Handtuch, auf dem die Füße stehen, und ein weiteres zum späteren Abtrocknen werden bereitgelegt.

Ist die Umgebungstemperatur niedrig oder fröstelt der oder die Badende leicht, ist an geeignete Kleidung und eventuell Socken zu denken. Dann wird im Wasser Platz genommen. Das Ganze sollte so angenehm wie möglich sein. Wenn nicht, wird das Baden abgebrochen.

Je nach Vorgabe dauert das Sitzbad bis zu 15 Minuten. Danach wird die Haut nur ganz leicht abgetupft. Am besten trocknet die Haut noch ein paar Minuten an der Luft, bis man sich in warme Kleidung hüllt. Ein Sitzbad ist auch für Kinder geeignet, zum Beispiel bei wundem Po, entzündeten Hautstellen oder einer Blasenentzündung.

Ganz kleine Kinder werden im Waschbecken, etwas größere in der Babybadewanne oder der Dusche gebadet. Das Wasser sollte zwischen 30 und 35 Grad Celsius warm sein. Das Kind wird dabei nie alleine gelassen. Die Badedauer beträgt maximal 10 Minuten. Danach wird die Haut abgetupft, noch etwas die Haut an der frischen Luft getrocknet und dann das Kind wieder angekleidet.

In der Regel werden die Kinder müde von einem Sitzbad. Sie sollten deshalb danach etwas ausruhen und dürfen dabei auf keinen Fall auskühlen. Ein Sitzbad ist, wenn dies gut vertragen wird, zweimal täglich durchzuführen.

Anwendungsbeispiele mit Badezusätzen

Bei den Teeauszügen ist zu beachten, dass diese ja recht heiß sind – demnach bitte auf die Temperatur des Badewassers achten.

Ein Eichenrinden Sitzbad wird, wie bereits erwähnt, gerne bei Hämorrhoiden gemacht. Dazu werden zwei bis drei Esslöffel Eichenrinde mit kaltem Wasser zum Kochen gebracht und nach fünf Minuten abgeseiht. Dieser Absud wird dann dem Sitzbad beigegeben. Bitte die Badewanne gleich danach säubern – Eichenrinde hinterlässt braune Flecken. Zauberstrauchkraut oder Zauberstrauchrinde ist ebenso für Hämorrhoiden gut geeignet. Hier werden für einen halben Liter kochendes Wasser 50 Gramm Tee benötigt.

Kamille wird verwendet bei Scheidenentzündungen, aber auch bei einer Blasenentzündung. Bei der Blasenentzündung ist darauf zu achten, dass sich nicht nur die Genitalien, sondern der Unterleib im Wasser befindet – deshalb lieber hier zu einer richtigen Sitzbadewanne greifen oder das Ganze in der normalen Bade- oder Duschwanne durchführen.

Dafür werden drei Esslöffel Kamillenblüten mit einem halben Liter Wasser aufgegossen und nach circa zehn Minuten abgeseiht und dem Wasser hinzugegeben. Ringelblumen haben etwas sehr Heilendes an sich und können gerne zu der Kamille hinzugefügt oder auch als alleiniger Badezusatz verwendet werden.

Ein Ölsitzbad ist entspannend, aber auch heilend, vor allem bei Entzündungen im Genitalbereich, aber auch bei Reizblase oder Stressinkontinenz. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass der Grundsatz „weniger ist mehr“ gilt.

Für ein Sitzbad werden zwei Esslöffel Meersalz, zwei Tropfen Lavendelöl, ein Tropfen Manukaöl und ein Tropfen Calendulaöl gemischt und dann in die warme Sitzbadewanne gegeben.

Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Öle hochwertig und rein sind. Ist das Bad unangenehm, kommt es zu Rötungen oder Reizungen, wird dies sofort abgebrochen. Dieses Ölsitzbad wird nur für ein paar Minuten durchgeführt und sich danach warm eingepackt.

Nach einem Dammschnitt ist folgendes Sitzbad zu empfehlen. Die Kräutermischung dafür besteht aus 50 Gramm Eichenrinde, 20 Gramm Zauberstrauchrinde, 10 Gramm Ringelblumenblüten und 10 Gramm Stiefmütterchenkraut. Davon zwei Esslöffel circa 15 Minuten in einem halben Liter Wasser köcheln, danach abseihen und dem Sitzbad zugeben. Zu empfehlen ist das Baden zweimal täglich.

Gerne wird auch Apfelessig zum Baden empfohlen. Eine halbe Tasse Bio-Apfelessig wird dem Wasser zugesetzt. Doch Vorsicht – nicht jede Haut verträgt dies. Kaliumpermanganat ist ein preisgünstiger Badezusatz.

Dies wird gerne bei Windeldermatitis angewandt. In der Apotheke sind die verschiedensten Badekräutersäckchen für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche erhältlich – ebenso fertiges Kamillenpräparat, Badepasten und vieles mehr.

Spezielle Wanne

Für ein Sitzbad wird am besten eine spezielle Wanne benutzt. Wird das Bad nur für den Anal- und Genitalbereich verwendet, reicht eine Sitzbadeschüssel als Einsatz in der Toilette.

Die Schüsseln kosten nicht viel Geld und sind im Sanitärfachhandel erhältlich. Als Alternative dient eine Mülltüte. Diese wird über den Toilettenrand gestülpt und dann mit einem Paketband oder anderem fixiert. Durch einen Schnitt in die Mülltüte kann anschließend das Wasser ganz einfach abgelassen werden.

Anstatt der Sitzbadeschüssel sind auch größere Sitzbadewannen im Fachhandel erhältlich. Wer erst mal gar nichts kaufen möchte, kann auch in der ganz normalen Badewanne ein Sitzbad nehmen. Dazu wird die Badewanne mit der entsprechenden Menge an Wasser befüllt. Der Rücken ruht am Wannenrand und die Beine werden hochgelegt.

Auch ein Sitzen in der Duschwanne ist möglich. Als Alternativen dienen auch Baueimer oder Mörtelkübel aus dem Baumarkt. Diese können Sie einfach in die Dusche oder die Badewanne stellen.

Auswirkungen auf den gesamten Organismus

Ein Sitzbad wirkt nicht nur auf den Bereich, der gebadet wird. Der gesamte Organismus reagiert darauf. So belastet das Bad, je nach Konstitution, eventuell den Kreislauf der Badenden. Und dies vor allem bei Personen, bei denen bereits Herz- und/oder Kreislauferkrankungen bestehen. Die Badezusätze können zusätzlich die Haut irritieren.

Nach dem Baden

Nach einem Sitzbad soll Ruhe einkehren. Nach dem Abtrocknen und dem vorsichtigen Abtupfen der erkrankten Haut ist eine Stunde Ruhe angezeigt. Auf keinen Fall sollten Sie dabei frieren. Warme Kleidung, eine Decke und dicke Socken sind zu empfehlen. Um Kreislaufprobleme zu vermeiden, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit Kräutertee oder stillem Wasser wichtig.

Quellen: PublicDomain/heilpraxisnet.de am 18.04.2022

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