Droht Ägypten ein Bürgerkrieg?

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Noch ist die Präsidentenwahl nicht geschlagen, aber gut schaut es für Ägypten nach dem ersten Wahlgang nicht aus. Mohamed Morsi führt das Rennen vor Ahmed Shafiq an. Wer auch immer die Stichwahl am 16. und 17. Juni gewinnen wird, der Moslembruder oder Mubaraks Premierminister, polarisierender könnten die Kandidaten nicht sein. Es ist zu befürchten, dass auch die Demokratie neues Blutvergießen nicht verhindern können wird.

Die Ägypter sind einfach immer für Überraschungen gut. Frei nach dem Motto „expect the unexpected“ haben sie jene zwei Kandidaten an die Spitze gewählt, die stets im Schatten der hoch gehandelten Favoriten Abouel Fotouh und Amre Moussa standen. Es gab sogar Gerüchte, dass die Moslembrüder Morsi zugunsten von Fotouh fallen lassen wollen und dass Shafiq aus dem Rennen genommen werden soll, um nicht Moussa Stimmen wegzunehmen. Es blieb aber bei den Gerüchten und plötzlich kämpfen die „Schattenmänner“ um den Präsidentensessel.

Kurioser könnte das Duell um den ersten Rang im Staat kaum sein. Morsi und seine Moslembrüder wollten keinen der alten Garde zur Präsidentschaftswahl antreten lassen und legten diesbezüglich Beschwerde ein. Die Wahlkommission gab diesem Ansinnen auch statt und Omar Suleiman, der ehemalige Geheimdienstchef Mubaraks, beugte sich diesem Urteil. Nicht aber Ahmed Shafiq, der die Entscheidung vor Gericht anfocht und in den Wahlkampf zog. Das eigentliche Urteil steht aber noch aus. Darüber soll das Verfassungsgericht Ende Mai entscheiden. Und auch das ist typisch für Ägypten, dass das Land nun einen Kandidaten im finalen Präsidentenrennen hat, der von Rechts wegen vielleicht gar nicht zur Stichwahl antreten darf.

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Vielleicht hat man auch gehofft, dass sich dieses Problem von alleine lösen wird. Das hätte es auch getan, wäre Shafiq nicht Zweiter geworden, womit offenbar nicht viele gerechnet haben. Ebenso wenig wie mit dem Erstplatzierten. Doch dieses Ergebnis spiegelt ganz gut die Zerrissenheit des Landes wider, das seine eigentliche Zerreißprobe erst nach dem 16. und 17. Juni erleben wird, denn so weit ist die Demokratie in Ägypten noch nicht fortgeschritten, dass das jeweils andere Lager die Entscheidung, wie auch immer sie ausfallen mag, wort- und tatenlos hinnehmen wird. Zu groß sind die Gesinnungsunterschiede der Kandidaten und ihrer Anhänger.

Shafiq steht als ehemaliger Kommandant der ägyptischen Luftwaffe und Mubarak-Getreuer für Ordnung, Sicherheit und für wirtschaftlichen Aufschwung. Genau diese Dinge braucht das Land, das derzeit im Chaos versinkt, in dem die Kriminalitätsrate ständig steigt und das wirtschaftlich am Bauch liegt, mehr als alles andere. Darauf kann man aufbauen. Das wünschen sich die Ägypter so sehr. Shafiq ist zwar kein Zauberer, aber wie man für Ordnung und Sicherheit sorgt, das weiß er ganz genau. In seinem Wahlkampf hat er um eine zweite Chance gebeten, und wie es scheint, haben ihm diese viele Menschen gegeben. Zweifelsohne ist er auch ein Mann der Christen, deren Zahl in Ägypten gerne unterschätzt wird. Sollte er Präsident werden, so versprach der 70-Jährige, werde er eine Christin zur Vizepräsidentin machen.

Eine ChristIN als VizepräsidentIN wäre dann der personifizierte Albtraum der Moslembrüder, allen voran Mohamed Morsi, der sich für die Scharia und damit für einen islamischen Staat starkmacht. Und dass in einem solchen nicht nur die Rechte der Frauen, sondern diese selbst beschnitten werden, ist kein großes Geheimnis, zumal die Legalisierung der Genitalbeschneidung eines jener Themen ist, das die Moslembrüder mehr beschäftigt als Wirtschaft, Bildung, Sicherheit oder gar Ordnung. Weltliche Probleme sind den Moslembrüdern und ihren Anhängern nicht annähernd so wichtig wie religiöse und darum sprach Mursi eindeutig die konservativen Ägypter an, die sich den Islam als Staatsform wünschen, was wiederum der Horror für alle liberal denkenden Menschen ist.

Man kann es drehen und wenden wie man will, wer die Wahl hat, hat die Qual – und die Qual ist im Land am Nil eine große. Ganz besonders für jenen Teil der Bevölkerung, die nichts mit Moslembrüdern und nichts mit dem alten Regime am Hut haben. Jener Teil, der sich wirkliche Veränderung gewünscht hätte. Diese Menschen fragen sich nun zu Recht, wofür die Revolution gut war. Wofür all das Blutvergießen? Um einen Präsidenten aus der Mubarak-Ära zu bekommen, oder um einen Präsidenten zu bekommen, der aus Ägypten einen islamischen Staat machen will, womit man das Wort Freiheit, das so oft auf Revolutionstransparenten zu lesen war, sowieso gleich vergessen kann?! So wenig gefällig es auch sein mag. Ein demokratisches Ergebnis wäre zur Kenntnis zu nehmen, aber so weit ist die Demokratie in Ägypten mit Sicherheit noch nicht etabliert.

Ich schreibe das wirklich nicht gerne und hoffe, dass ich mich irre, aber die Islamisten und ihre revolutionäre Jugend werden Shafiq sicher nicht als Präsidenten akzeptieren und die Liberalen sowie die Christen werden es nicht zulassen, dass alle Macht in Ägypten den Moslembrüdern in die Hände fällt. Es bleibt zu befürchten, dass damit wieder der Tahrir Platz in den Mittelpunkt des politischen Geschehens rückt. Die „Demonstrationen“ könnten dieses Mal aber leicht zu einem Flächenbrand und demzufolge zu einem Bürgerkrieg werden. Doch das möge Allah verhindern!

Das endgültige Wahlergebnis ist für Dienstag prognostiziert. Bis dahin könnte sich theoretisch noch etwas ändern. Praktisch wird damit aber nicht gerechnet, ebenso wenig wie mit dem bisherigen Ergebnis gerechnet wurde.

Quelle: theintelligence.de vom 26.05.2012

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