Nato-Treffen: Tausende Kriegsgegner marschieren gegen Gipfel von Chicago

Es ist der bisher größte Nato-Gipfel, und er löst eine Welle der Entrüstung aus. Tausende Aktivisten haben zum Beginn des Treffens zahlreicher Regierungschefs am Sonntag in Chicago demonstriert. Ihr Motto: „Töte eine Person – und es ist Mord. Töte Hunderttausende – und es ist Außenpolitik!“

Gitter, Betonsperren und schwer bewaffnete Polizei sichern das Gelände, Helikopter überwachten den Luftraum, Boote der Küstenwache mit Maschinengewehren kontrollierten die Ufer des Lake Michigan. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen hat am Sonntag das bisher größte Nato-Treffen in Chicago begonnen. Streng abgeschirmt, in einem Hallenkomplex im Süden des Stadtzentrums treffen sich zwei Tage lang die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedstaaten des Militärbündnisses.

Parallel dazu treffen sich Tausende Demonstranten im Zentrum der Millionenstadt. Sie wollen den Gipfel nutzen, um gegen Krieg und die Nato-Politik zu protestieren. Das gemeinsame Motto der verschiedensten Gruppen mit Hunderten Plakaten und US-Flaggen lautet: „Sagt Nein zur Nato-Agenda von Krieg und Armut!“ Auf Protestschildern warfen Demonstranten der Nato vor: „Töte eine Person – und es ist Mord. Töte Hunderttausende – und es ist Außenpolitik!“ Der 30-jährige Industriearbeiter Wes Hadem schimpft: „Sie marschieren in den Irak ein und danach kommen Konzerne und verdienen Milliarden.“

Besonders der schwarze Block vermummter und oft gewaltbereiter Aktivisten löst unter den rund 3000 Sicherheitskräften Sorge aus. So warten in den Hochhausschluchten der US-Metropole Hundertschaften von Spezialkräften in Kampfausrüstung. Schon vor dem Gipfel war er zu kleineren Zusammenstößen gekommen, die Demonstranten spielten in mehreren Protestzügen mit der Polizei Katz und Maus, versuchten Einsatzwagen lahmzulegen.

Während der mehrstündige Protestzug zunächst friedlich verlief, kam es nach dem offiziellen Ende der Aktion zu Zusammenstößen mit der Polizei. Es habe sechs Festnahmen und mehrere Verletzte gegeben, meldeten lokale Medien. Mehrere Demonstranten seien am Boden mit Kabelbindern gefesselt worden, berichteten Augenzeugen.

Die Sicherheitskräfte vereitelten zudem nach eigenen Angaben mehrere geplante Brandanschläge unter anderem auf ein Wahlkampfbüro von US-Präsident Barack Obama. Fünf junge Männer stehen inzwischen unter Terrorverdacht. Bei den Festgenommenen seien Brandsätze und Waffen gefunden worden.

Quellen: OccupyWallStreet/dpa/Reuters/Der Spiegel vom 21.05.2012

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