Putin sagt nach Nato-Gipfel auch G8-Treffen in USA ab

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach dem Nato-Gipfel in Chicago auch seine Teilnahme am G8-Treffen in Camp David abgesagt. In einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama habe Putin erklärt, er könne wegen der Regierungsbildung in Moskau nicht nach Maryland kommen, gab das US-Präsidialamt bekannt. Putin und Obama sollten sich vor dem G8-Gipfel im Weißen Haus treffen.

Die Begegnung war mit Spannung erwartet worden, nachdem Obama bei einem Gespräch mit dem heutigen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew vor einem offenen Mikrofon größere Flexibilität beim Raketenschild zugesagt hatte. Putin war am Montag erneut zum russischen Staatsoberhaupt vereidigt worden. Medwedew übernimmt sein Amt als Ministerpräsident und soll nach US-Angaben nun am 18. und 19. Mai zum G8-Treffen reisen. Der Nato-Gipfel findet anschließend statt.

Der Raketenschild soll aus see- und landgestützten Abwehrraketen im Mittelmeer beziehungsweise in Osteuropa sowie aus Radaranlagen bestehen. Die Nato will damit Europa vor Angriffen von Kurz- und Mittelstreckenraketen aus Staaten wie dem Iran schützen. Auf dem Gipfel in Chicago wollen die Nato-Staaten grünes Licht zum Beginn des schrittweisen Aufbaus des Schildes geben. Bis 2020 soll das Projekt fertiggestellt sein. Russland hat massive Bedenken angemeldet.

Quellen: AFP/Hamburger Abendblatt vom 11.05.2012

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