Börsen und Euro bleiben im Krisenstrudel gefangen

Die europäischen Finanzmärkte kommen nach ihrem jüngsten Ausverkauf nur mühsam wieder auf die Beine. Der Dax fiel am Montag erstmals seit Januar zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten, der Wiener ATX schwächelte ebenfalls deutlich. Auch an anderenBörsen in Europa ging es zunächst bergab, allerdings konnten sich die Indizes am Nachmittag stabilisieren. Marktbeobachtern zufolge setzen einige Anleger auf Maßnahmen der Notenbanken, allen voran der Federal Reserve und der Europäische Zentralbank, mit denen die lahmende Konjunktur wieder zum Laufen gebracht werden soll. Der Euro konnte sich deshalb über der Marke von 1,24 Dollar halten.

Notenbanken in den Schwellenländern stoßen die Gemeinschaftswährung seit Wochen in rauen Mengen ab, um damit ihre eigenen Währungen zu kaufen. Zentralbanker zählten im Moment zu den größten Akteuren auf der Verkäuferseite, berichtet die „Financial Times“ (FT) unter Berufung auf Devisenhändler.

Normalerweise wird ein Euro-Kursverfall von Zentralbanken dazu genutzt, aufzustocken und so ihre Devisenbestände günstig zu diversifizieren. „Vor einem Jahr halfen die Zentralbanken noch, den Euroverfall zu bremsen“, sagte Richard Cochinos, Devisenstratege der Bank of America, der Zeitung.

Trübe Stimmung

An der insgesamt trüben Laune änderte die heute einsetzende Erholung an den Märkten nichts. „Die Stimmung am Markt ist untergalaktisch schlecht“, fasste es ein Händler zusammen. An den Rohstoffmärkten gerieten die Preise für Öl und Kupfer ins Rutschen. Börsianer machten für die Talfahrt Konjunktursorgen in den USA und China sowie Ängste vor einer Eskalation der Euro-Schuldenkrise verantwortlich.

In Sachen Euro-Schuldenkrise dürfte nach Ansicht von Börsianern vor dem übernächsten Sonntag (17. Juni) nicht viel passieren. Dann entscheiden die Griechen über die Machtverhältnisse im Parlament und damit wohl auch über den Verbleib ihres Landes in der Euro-Zone. Das ebenfalls mit der Schuldenkrise ringende Spanien muss nach Ansicht der Bundesregierung selbst entscheiden, ob es Hilfen vom Euro-Rettungsschirm EFSF annimmt. Der „Spiegel“ hatte berichtet, die Regierung in Berlin dränge Spanien, Hilfen des EFSF für seine Banken in Anspruch zu nehmen.

Angesichts der Börsentalfahrt und der politischen Hängepartie knüpften manche Investoren ihre Hoffnungen einmal mehr an die Notenbanken. Von der Federal Reserve erwarten sie eine dritte Runde der geldpolitischen Lockerung (Quantitative Easing 3) und von der EZB eine Zinssenkung um einen viertel Prozentpunkt.

PRAVDA-TV: Der DAX schliesst bei – 1,19%. Erstmals auf dem tiefen Stand seit Januar 2012 und der Dow Jones dümpelt angeschlagen bei – 0,52% herum.

Quellen: PRAVDA-TV/APA/Reuters/derstandard.at vom 04.06.2012

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