Von westlichen Wissenschaftlern ignoriert: Sowjetische Mondsonde entdeckte schon 1976 Wasser auf dem Mond

Der Nachweis von Wasser, gebunden im Mondboden und als Eislager am Grund von immerdunklen Kratern an den Polen des Erdtrabanten, kam einem Paradigmenwechsel in den Vorstellungen vom Erdenmond als kalte und staubtrockene Ödnis gleich. Mittlerweile ist das Mondwasser schon zu einem begehrten Rohstoff für zukünftige bemannte Stationen und angedachte Missionen zum Mars und erdnahen Asteroiden geworden. Allerdings brachte schon eine der letzten Mondmissionen der Sowjets wasserreiches Gestein vom Mond zurück zur Erde – ein Umstand, der von westlichen Wissenschaftlern damals und bis heute ignoriert wurde.

Wie Arlin Crotts, von der Columbia University in drei Artikeln zur Geschichte der Entdeckung von Wasser auf dem Mond vorab auf „arxiv.org“ ausführt, fanden schon die sowjetischen Lander-Missionen in den 1970er Jahren eindeutige Hinweise auf Wasser auf dem Erdtrabanten.

Zu diesen, im Westen kaum bekannten Missionen gehört auch die unbemannte Mission „Luna-24“, die im August 1976 auf dem Mond gelandet war, hier Bodenproben aus zwei Metern Tiefe entnommen und diese zurück zur Erde zurückgeschickt hatte.

Als die russischen Wissenschaftler die Proben untersuchten, entdeckten sie unumstößliche Hinweise auf Wasser im Mondgestein, das etwa 0,1 Prozent der Probenmasse beanspruchte. Obwohl diese Ergebnisse bereits 1978 im russischen Fachmagazin „Geokhimiia“ auch in englischer Sprache veröffentlicht wurden, wurde die Entdeckung schon damals und bislang im Westen offenbar gänzlich ignoriert. „Kein anderer Autor hat seither die Ergebnisse der Untersuchungen der Proben von Luna-24 je zitiert“, berichtet Crott.

Interessanterweise, so kommentiert der „The Physics arXiv Blog“ (technologyreview.com/blog/arxiv), hatten schon seit den 1950er Jahren unterschiedliche Wissenschaftler auch im Westen die Existenz von Wasser und anderen flüchtigen Elementen auf dem Erdtrabanten vorhergesagt – darunter unter anderem auch der Nobelpreisträger Harold Urey.

Die Erkenntnis und damit einhergehenden Konsequenzen für Wissenschaft Forschung und Technik, dass es auch auf dem Mond Wasser in nicht geringen Mengen gibt, hat unser Bild vom Mond grundlegend auf den Kopf gestellt. Hätten westliche Wissenschaftler den Ergebnissen ihrer sowjetischen Kollegen etwas mehr Achtung und Respekt geschenkt, so hätte sich diese Erkenntnis jedoch schon Jahrzehnte zuvor durchsetzen können. Welche Konsequenzen dies für die Geschichte und Entwicklung der Raumfahrt gehabt hätte, bleibt somit Spekulation.

Crotts Artikel zur Geschichte des Mondwassers finden Sie hier:

– Water on The Moon, I. Historical Overview
– Water on The Moon, II. Origins & Resources
– Water on The Moon, III. Volatiles & Activity

Quellen: NASA / grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org / technologyreview.com vom 02.06.2012

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