
Nach dem Hula-Massaker warnt der UN-Beauftragte Kofi Annan vor einem „totalen Krieg“ in Syrien.
Der andauernde Bürgerkonflikt in Syrien drohe sich zu einem totalen Krieg auszuwachsen, sagte Annan während eines arabischen Außenministertreffen in Doha nach Angaben der Agentur Reuters. „Die Gefahr eines totalen Krieges mit sektiererischem Hintergrund wächst von Tag zu Tag.“
In Syrien waren vor mehr als 14 Monaten gewaltsame Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad ausgebrochen. Laut UN-Angaben sind bei den Gefechten zwischen der Armee und der bewaffneten Opposition insgesamt rund 12000 Menschen getötet worden.
Nach dem Blutbad im syrischen Hula haben viele Staaten ihre Rhetorik gegenüber der Regierung in Damaskus verschärft. Nach UN-Angaben waren am 25. und 26. Mai in Hula mindestens 108 Zivilisten, darunter 49 Kinder, getötet worden. Regierung und Opposition machen sich gegenseitig für das Massaker verantwortlich. Der russische Außenminister warnte, das Hula-Massaker als Vorwand für eine militärische Invasion in Syrien zu nutzen.
Hollande zu Putin: Assad muss abtreten
Die Krise in Syrien ist nach Einschätzung Frankreichs nur durch einen Rückzug von Präsident Bashar al-Assad zu lösen. „Das Regime von Assad hat sich in einer Art verhalten, die weder akzeptabel noch tolerierbar ist und hat Taten zugestimmt, die es disqualifiziert“, sagte Frankreichs Präsident Francois Hollande am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Paris. „Es ist keine Lösung der Krise denkbar ohne den Rückzug von Bashar al-Assad.“ Hollande sagte zudem, er glaube, noch schärfere Sanktionen gegen Syrien seien ein wichtiger Aspekt einer politischen Lösung.
Putin erklärte, das Thema Sanktionen sollte vor allem vom UN-Sicherheitsrat diskutiert werden. „Sanktionen wirken nicht immer“, sagte er. „Am wichtigsten ist es, zu verhindern, dass sich die Lage in die schlimmstmögliche Richtung entwickelt.“ Es dürfe nicht zu einem Bürgerkrieg kommen.
Unterdessen teilten Diplomaten mit, die Vollversammlung der Vereinten Nationen mit ihren 193 Mitgliedsländern werde kommende Woche über die eskalierende Krise in Syrien diskutieren.
Quellen: FreedomHouse/APA/Reuters/derstandard.at/Ria Novosti vom 02.06.2012
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