Japanische Firmen schließen Fabriken in China

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Angesichts des Inselstreits zwischen China und Japan haben die japanischen Konzerne Canon und Panasonic mehrere Fabriken in der Volksrepublik vorsorglich geschlossen. Das Unternehmen stelle die „Sicherheit aller unserer Angestellten“ obenan, erklärte Canon bei der Bekanntgabe der Schließung dreier Standorte für zwei Tage. US-Verteidigungsminister Leon Panetta warnte bei einem Besuch in Tokio vor einer weiteren Eskalation.

Die japanische Botschaft in Peking forderte alle Japaner in China auf, verstärkt auf ihre Sicherheit zu achten, nicht allein auszugehen und in ihrer Muttersprache keine laut-starken Unterhaltungen zu führen. Canon schloss vorübergehend die Betriebe im ostchinesischen Suzhou und in Zhuhai sowie in Zhongshan im Süden des Landes.

Panasonic schloss nach einem Brand seine Fertigungsanlage in Qingdao im Nordosten Chinas „bis auf weiteres“. China ist Japans wichtigster Handelspartner. Das Volumen des Handelsaustauschs belief sich 2011 auf umgerechnet rund 240 Milliarden Euro.

In China gibt es seit Tagen wütende Proteste und Angriffe auf japanische Autos, Restaurants und Unternehmen. Hintergrund ist der Streit zwischen beiden Ländern um eine Inselgruppe, die in China Diaoyu und in Japan Senkaku heißt.

Vier der fünf Inseln waren bislang in japanischem Privatbesitz, eine gehört der Stadt Tokio. Die japanische Regierung beschloss in der vergangenen Woche, drei der Inseln in Privatbesitz zu kaufen. China sieht darin eine Zementierung der Besitzansprüche. Am Meeresgrund um die Inseln werden wichtige Öl- und Gasvorkommen vermutet.

In der chinesischen Zeitung „People’s Daily“ standen unverblümte Drohungen gegen Japan. Chinesische Sanktionen könnten die japanische Wirtschaft um zwei Jahrzehnte zurückwerfen, hieß es in dem Blatt, das als Sprachrohr der herrschenden Kommunis-tischen Partei gilt.

Zwar lehne Peking Wirtschaftssanktionen zur Lösung internationaler Konflikte prinzipiell ab, sollte Japan jedoch seine „Provokationen“ vorantreiben, werde diese Maßnahme für China „unvermeidlich“.

Panetta reiste heute von Tokio nach Peking. Sein Aufenthalt in Japan hatte nicht auf dem ursprünglichen Reiseplan gestanden. Der US-Verteidigungsminister sagte in Japan, die US-Regierung wolle sich in dem Streit um die Inselgruppe nicht auf eine Position festlegen. Zugleich versicherte er seinem japanischen Kollegen Koichiro Gemba jedoch, die USA stünden zu ihren Bündnisverpflichtungen. Diese seien „langfristig – und daran ändert sich nichts“. In Japan sind 47.000 US-Soldaten stationiert.

Panetta warnte in Tokio beide Seiten zu „Ruhe und Zurückhaltung“. Es sei „in jedermanns Interesse“, dass zwischen Japan und China „gute Beziehungen“ bestünden und dass „eine weitere Eskalation“ vermieden werde, sagte Panetta. Er vereinbarte mit der japanischen Regierung den Ausbau eines bereits bestehenden Raketenab-wehrsystems.

Damit sollen die Möglichkeiten, Raketenangriffen aus Nordkorea vorzubeugen, verstärkt werden. Bislang existiert ein Radar-Warnsystem auf einem Stützpunkt in Tsugaru im Norden. US-Experten sollen nun einen Standort für das neue Radarsystem im Süden Japans ausfindig machen.

Quellen: Reuters/WeltOnline vom 18.09.2012

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