Zweiter naher Stern bei Schwarzem Loch in Milchstraße

US-Astronomen haben einen zweiten Stern entdeckt, der das sogenannte Supermassive Schwarze Loch im Herzen der Milchstraße in nächster Nähe elliptisch umkreist. Der Himmelskörper mit der Nummer S0-102 brauche dazu elfeinhalb Jahre, während andere etwa 60 Jahre lang rund um das Schwarze Loch unterwegs seien, schrieben die Forscher von der University of California in Los Angeles für die neue Ausgabe der Fachzeitschrift „Science“. Bereits zuvor war der Stern S0-2 entdeckt worden, der für den Weg etwa 16 Jahre benötigt.

Nach Angaben der Forscher könnte die Neuentdeckung weitere Erkenntnisse über die Relativitätstheorie Albert Einsteins und seine Annahmen zu den Schwarzen Löchern mit ihren hohen Anziehungskräften liefern. Die leitende Wissenschaftlerin Andrea Ghez erklärte, durch „den Tango“ der Sterne S0-102 und S0-2 könne „die tatsächliche Geometrie des Raums und der Zeit in der Nähe eines schwarzen Lochs“ untersucht werden. Ein einziger naher Himmelskörper reiche dazu hingegen nicht aus.

Schwarze Löcher entstehen, wenn Sterne kollabieren und ihre Masse sich verdichtet. Sie gehören zu den stärksten Kräften des Universums. Ihre Schwerkraft ist so groß, dass nicht einmal Licht ihnen entkommen kann. „Normale“ schwarze Löcher haben nach bisherigen Erkenntnissen im Schnitt die 14- bis 15-fache Masse unserer Sonne. Supermassereiche Schwarze Löcher, auch Supermassive Schwarze Löcher genannt, wie jenes im Zentrum der Milchstraße verfügen hingegen über eine Masse, die um das Millionen- oder gar Milliardenfache höher liegt.

Die Allgemeine Relativitätstheorie, mit der Einstein im Jahr 1916 das Verständnis von Raum und Zeit revolutionierte, besagt, dass die Zeit und der Raum durch die Präsenz von Materie beeinflusst werden. Demnach können schwere Körper wie etwa die Erde wegen ihrer natürlichen Anziehungskraft eine Krümmung des Raums verursachen. Die Forscher aus Kalifornien wollen nun nach Pendelbewegungen in den Umlaufbahnen der beiden neu entdeckten Sterne bei ihrer Annäherung an das Schwarze Loch suchen, um nachzuweisen, dass der Krümmungseffekt sie beeinflusst.

Quelle: AFP vom 04.10.2012

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