Satellitenbild der Woche: Heiße Spur nach Vulkanausbruch

Tolbatschik-vulkanausbruch

Seit gut einer Woche brodelt der Ploskij Tolbatschik auf der Kamtschatka-Halbinsel. Der Vulkan im äußersten Osten Russlands spuckt Asche und Lava. Ein Satellitenbild zeigt die Spur des geschmolzenen Gesteins.

Mehr als dreieinhalb Jahrzehnte war er ruhig, jetzt ist der Vulkan Ploskij Tolbatschik auf der Kamtschatka-Halbinsel in Russlands Osten wieder ausgebrochen. Seit dem 27. November spuckt der Feuerberg Asche und Lava.

Wie die US-Weltraumbehörde Nasa berichtet, wurden zwei wissenschaftliche Beobachtungsposten von der strömenden Lava zerstört. Die nächste Ortschaft liegt nach Angaben von „Voice of Russia“ etwa 60 Kilometer entfernt – verletzt wurde den Berichten zufolge niemand.

Zwei Satellitenaufnahmen hat die Nasa zu einem Bild kombiniert. Sie zeigen den erwachten Vulkan und seine Umgebung. Das erste stammt vom Juli 2012, aufgenommen hat es das „Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer“ („Aster“) an Bord des „Terra“-Satelliten. Vegetation ist in dem Falschfarbenbild rot, ältere Lavaströme grau, Schnee erscheint – ganz korrekt – weiß.

Wird Unrecht zu Recht, dann wird Auswandern zur Pflicht! Wandere aus, solange es noch geht. Jetzt Grundstück sichern! Finca Bayano in Panama.

Die zweite Aufnahme trägt den gelben Streifen bei, der sich durch das Bild zieht. Es handelt sich ebenfalls um eine Infrarotaufnahme, zeigt also Wärmestrahlung. Daher leuchtet die Lavaspur in hellem Gelb. „Terra“ hat dieses Bild aufgenommen, als der Satellit in der Nacht des 3. Dezember über die russische Halbinsel flog.

Auf kommenden „Aster“-Bildern der Region wird der Rot-Anteil wohl etwas geringer ausfallen, denn die Lava löste einen Brand in einem nahe gelegenen Wald aus.

Insgesamt erstreckt sich die Aufnahme über einen Bereich von 33 mal 28 Kilometern. Ploskij Tolbatschik liegt in der Bildmitte – wie zu erwarten am Beginn der Lavaspur. Der rund drei Kilometer hohe Ploskij bildet zusammen mit dem 3,7 Kilometer hohen Ostrij den Tolbatschik-Vulkankomplex. Nördlich davon erheben sich weitere Feuerberge.

kamtschatka

Die letzte aktive Phase des Ploskij Tolbatschik begann im Juni 1975, erst im Dezember 1976 beruhigte sich der Vulkan wieder, wie das Institut für Vulkanologie von Kamtschatka berichtet. Wie lange der Feuerberg dieses Mal Asche und Lava speien wird, lässt sich noch nicht sagen.

Chronologie der letzten Tage:

Originalmeldung 06.12.2012: Die seit über 1 Woche anhaltende Eruption des Vulkans Tolbatschik ist weiterhin das beherrschende Thema der News. Weitere Bilder zeigen die Lavafront des mächtigen Aa-Lavastroms. Diese ist ca. 15 – 20 m hoch und überragt damit die Baumwipfel der Birken. Eine Modis-Aufnahme von gestern zeigt, dass der Lavastrom nun flacheres Gelände am Fuße des Vulkans erreicht hat und nur noch langsam vorwärts kommt. Zudem nahm der Tremor wieder zu, nachdem er in den vergangenen Tagen nachgelassen hatte. Die Eruptionsspalte ist insgesamt über 5 km lang. Allerdings tritt nur aus 2 Teilstücken Lava aus. Ich vermute, dass die Eruption einige Zeit anhalten wird.

Update 07.12.12: Auf aktuellen Bildern ist zu sehen, dass die Stärke der Eruption rückläufig ist. Es wird zwar noch viel Lava effusiv gefördert, die Lavafontänen haben aber stark nachgelassen.

Update 08.12.12: Die Eruption ist stark rückläufig. Auf Aufnahmen des Modis-Satelliten sieht man, dass sich die Lavaströme bereits stark abgekühlt haben. Es sind nur noch Reste der thermischen Anomalien sichtbar. Diese befinden sich an der Front der Lavaströme und an der untersten Spalte.

Quellen: PRAVDA-TV/RussiaToday/NASA/SpiegelOnline/vulkane.net/blogmobil vom 09.12.2012

Weitere Artikel:

Satellitenbild der Woche: Vulkanschwaden über Zavodoski Island

Satellitenbild der Woche: Der Schneedecke getrotzt

Satellitenbild der Woche: Aroma des Windes

Satellitenbild der Woche – Kamera blickt durch Rauch auf Brandflecken

Satellitenbild der Woche: In den Himmel geklöppelt

Satellitenbild der Woche: Roter Raser

 

About aikos2309

4 comments on “Satellitenbild der Woche: Heiße Spur nach Vulkanausbruch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*