Mystisches Prag: ‚Heiliges Kreuz‘ – Bauten der Tempelritter – Alchemie – Jerusalem-Verbindung (Nachtrag & Videos)

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Prag ist nicht nur Ziel von zahlreichen Touristen, sondern war ein magischer Anziehungspunkt für visionäre Könige, Alchemisten, Zauberer, Wissenschaftler und Astronomen, die die Energie der „Goldenen Stadt“ als eine Art Bühne genutzt haben, im Hinblick auf unsere heutige Zeit.

Im Herzen der Prager Altstadt, in unmittelbarer Nähe der wichtigsten touristischen Routen und ein paar Blocks südöstlich der Karlsbrücke, ist die halb-restaurierte Kirche Sankt-Anna (ehemals St. Laurentius), heute ein kulturelles Zentrum vom ehemaligen tschechischen Präsidenten Vaclav Havel und seiner Frau Dagmar durch ihre Stiftung Vice 97 saniert. Ich hatte keine Ahnung, als ich einen Empfang dort besuchte im Oktober 2010, dass ich mich in der Tat im Mittelpunkt eines faszinierenden Geheimnisses, eines, das so gut wie unbekannt ist, auch in der Tschechischen Republik.

Während des Empfanges schaute ich mir eines der Exponate der Kirche an. Es enthielt einen Zeitplan über die Geschichte der Kirche, der klar sagte, dass sie einst Eigentum der Tempelritter war, der Templer, dann Eigentum der Ritter des Heiligen Johannes zu Jerusalem, jetzt Malta (Malteser, Johanniter, etc.), bevor sie in das Eigentum des Dominikanerordens in der Mitte der 14. Jahrhundert wechselte. Der Bogen war gespannt, diese Eigentümer waren auffällig genug, aber beim Gang durch die Kirche stieß ich auf eine Inschrift „V Jerusalemu“: In Jerusalem.

Warum, fragte ich mich, würde eine Kirche, insbesondere eine Templer Kirche in den Tiefen der Prager Altstadt, „In Jerusalem“ genannt?

Wie ich es auch betrachtete, konnte ich mich nur an zwei Verbindungen zwischen Prag und Jerusalem erinnern. Der Grundstein der Altneu-Synagoge wurde angeblich direkt aus den Ruinen des alten Tempels in Jerusalem nach Prag geflogen, den Juden der Diaspora war die Stadt so etwas wie eine zweite „Mutter Israel“. Merkwürdigerweise entstand die Legende zur gleichen Zeit, als die zweite Verbindung zu Jerusalem aufkeimte. Karl IV., der Luxemburger Kaiser und König von Böhmen (Bohemia) in der Mitte des 14. Jahrhunderts, war besessen von erbauten Kirchen nach der Art von „Neu Jerusalem“, inspiriert durch die Johannes-Offenbarung. Eine solche Modell-Kirche stand in der Mitte des Karlsplatzes für über 400 Jahre. Keine von diesen Geschichten hatte jedoch was mit den Templern zu tun, oder mit der Kirche Sankt-Anna (ehemals St. Laurentius).

Der Empfang ging zu Ende, ich stand in Mitten vom St. Anna-Platz und wartete auf mein Taxi. Ich habe versucht diese neue Idee in den Kontext mit Prag selbst zu stellen. Innerhalb von ein paar Blöcken, Straßen, in beliebiger Richtung, konnte man Spuren von Mystikern und Alchemisten folgen, von Giordano Bruno, John Dee zu Jan Komensky und Jan Hus, Wissenschaftler; Kepler, Brahe und Tesla, Freimaurer, Theosophen, Spiritualisten, Musiker und Künstler.

Prag zählt vielleicht zu den dichtesten-esoterischen Städte in Europa. In diesem tiefen Untergrund der Esoterik scheint auf dem Fundament ein unsichtbares Netz von miteinander verbundenen Orten, Schwellen, eigentlich Portale im ursprünglichen mythischen Sinne, von Prag zu ruhen. Könnte es eine dieser energetischen Portale, Türen, zwischen Prag und Jerusalem wirklich geben?

Wochen nach meiner Rückkehr aus Prag, schickte mir ein Freund Informationen über eine Website zu der Prager Burg, die eine ganze Seite über die Arbeit von Jan Cihak enthielt. Plötzlich hat es ‚click‘ gemacht und ein seltsames Muster formte sich vor meinem geistigen Auge, ein Muster, dass ich kaum zu glauben vermochte. Denken Sie an ein großes Kreuz auf einem Heiligen Kreuzungspunkt zentriert, ausgerichtet auf der Winter / Sommer-Sonnenwenden-Achse, das Sonnenkreuz (aka germanisches Sonnenrad, Swastika), und verankert, dort wo auch das spirituelle Zentrum der Welt, Jerusalem, erbaut, erhalten und weiter vervollkommnet wurde und seit über einem Jahrtausend als eine große Stadt wuchs.

Was war der Zweck? Und warum hier, warum Prag?

Der Ausgangspunkt jeder Antwort, natürlich, ist die merkwürdige Geschichte über die Steine aus dem Tempel von Jerusalem, wie sie nach einer Legende von einem Engel zu der Altneu-Synagoge gebracht wurden. Über die Herkunft des Namens „Altneu“ gibt es verschiedene Legenden. Die Bezeichnung soll sich vom hebräischen עַל תְּנַאי (al tenai) herleiten, was „unter der Bedingung, dass“ bedeutet.

Engel sollen bei der Erbauung der Altneu-Synagoge Steine vom Jerusalemer Tempel zur Verfügung gestellt haben, „unter der Bedingung, dass“ sie bei Ankunft des Messias und der Wiedererrichtung des Tempels wieder herausgegeben werden sollten. Aus diesem Grunde nannten die Juden Prag die „Stadt und Mutter in Israel“, und hielten es an zweiter Stelle in der Wichtigkeit, in Bezug zu Jerusalem.

Einer Sage nach befinden sich auf dem Dachboden die lehmigen Überreste des Golem, den Rabbi Löw vor 400 Jahren mit seiner Geisteskraft belebt haben soll.

Allerdings ist niemand ganz sicher, wann die Juden in Prag eingetroffen waren. David Gans gibt uns ein Datum in seiner im 17. Jahrhunderten geschriebenen Abhandlung Branch of David, nämlich 995 n. Chr. für die erste Siedlung, doch es lebten sicherlich Juden in Prag bereits lange vor diesem Zeitpunkt, mit oder ohne feste Siedlung. Die Altneu-Synagoge wurde im Jahr 1270 n. Chr. gebaut und es gibt keine zeitgenössische Erwähnung von Steinen aus dem Tempel in Jerusalem.

Die frühesten Versionen ihrer Herkunft beschreiben eine andere Art Wunder: Nach dieser Deutung habe man, als der Boden für den Bau der Synagoge ausgehoben wurde, die Überreste einer noch älteren Synagoge gefunden. Auf dem Fundament der „alten“ wurde sodann die „neue“ Synagoge erbaut.

Die Jerusalem-Geschichte stammt scheinbar aus dem Zeitalter Karls IV., der Mitte des 14. Jahrhundert ein merkwürdiges Interesse daran hatte Prag und Jerusalem zu verbinden. Im frühen 16. Jahrhundert konnte der Habsburger Kaiser Ferdinand I. von dem Altstadt-Rat beruhigt werden, dass die Juden nicht verbannt werden sollten, da sie schon „in diesem Land gelebt haben, bevor ihr Tempel in Jerusalem zerstört wurde.“

Die jüdischen Legenden deuten auf eine Art von Verbindung zu Jerusalem, aber sie sind abhängig von anderen Einflüssen. Diese Einflüsse sind meist christliche und sie bieten einen Rahmen, in dem die Legenden von einer direkten jüdischen Verbindung zu Jerusalem plausibel, wenn nicht sogar erforderlich sind. Paradoxerweise ist die Ära, die David Gans für den Beginn der jüdischen Besiedlung in Prag annimmt, auch die Ära die wir als nächstes beleuchten müssen, im christlichen Kontext mit der Prag-Jerusalem-Verbindung.

Bohemia: Christianisierung der Slawen

Die ersten tausend Jahre vor der christlichen Ära, vom 1. Jahrhundert bis in das 10. Jahrhundert war Böhmen ein heidnisches Niemandsland, jenseits der Donaugrenze des alten römischen Reiches. Staaten im Dunklen Zeitalter kamen und gingen, gebaut auf Treibsand aus Allianzen und Handel mit dem Westen. Um die Wende des 10. Jahrhunderts gewann eine neue Dynastie an Einfluss, die Přemysliden, sie gewannen die Oberhand über die anderen kleinen Staaten durch Prägung einer Kluft zwischen der neu christianisierten Zivilisation des Westens und der alten Stämme, der heidnischen Kultur der Slawen.

Aus dieser Spannungen ergingen die Anfänge des Königreichs Böhmen. Die Přemysliden schufen ihren eigenen nationalen Mythos in der Geschichte von Urvater Tschech, seinem Sohn Krok und seiner drei Töchter. Die jüngste dieser Töchter war die mystische Libusse, die traditionell Prag den Namen gab.

Auf den Rat einer namenlosen Wahrsagerin gründeten sie die Prager Burg und fanden mit Přemysl den Pflüger einen Mann, der mit nichts als dem Pflügen der Felder beschäftigt war. Diesen setzten sie als Herrscher ein und gaben ihm die Wahrsagerin zur Frau.

In 995 n. Chr., eroberten die Přemysliden den letzten verbliebenen Stamm der Verweigerer, die Slavnikiden, um die unbestrittenen Herrscher der Region zu werden. Im Laufe der nächsten zwei Jahrhunderte, konsolidierten sie ihre Macht, die Schaffung von Bohemia nahm ihren Lauf. Die Přemysliden waren noch keine Könige, noch nicht. Die Bohemia-Region blieb unter der Autorität der Kirche und indirekt dem Papst unterstellt.

In diesen Jahrhunderten, als eine Art unterschwellige Arbeit, trotz der politischen Streitereien, Verrat und Mord, wurde eine Ansammlung von kleinen runden Kirchen in Prag und Bohemia gebaut. Diese vage-byzantinischen, klein gewölbten Rundbauten /Rotunden wurden auf den alten slawisch-heidnischen Kraftplätzen errichtet, in einem bewussten Versuch die ursprüngliche Heiligkeit der Landschaft in ein neues christliches Muster eingefügt.

Es begann mit den frühen Přemysliden. Um die Leistung seiner neuen Religion zu zeigen, ließ Herzog Brivoj, der erste christliche Přemysl, eine Kapelle der Jungfrau Maria auf dem heiligen Hügel, der heidnischen „Gigi“(weibliche Göttin) oder Weltzentrum, auf dem Plateau wo die Prager Burg jetzt steht, errichten. Diese Kapelle, in dem späten 9. Jahrhundert gebaut, wurde auch als Přemysl-Mausoleum der Familie genutzt. Als Herzog Vaclav, der zukünftige Sankt Wenzel, in dem frühen 10. Jahrhundert ermordet worden war, wurde er in dem neuen Rundbau St. Vitus (später Veitsdom) auf oder in der Nähe von dem Gelände der früheren Kapelle begraben. Dieser Rundbau hatte nur knapp 140 Jahre bestand und wurde in einem viel größeren Maßstab in 1060 n. Chr. erweitert, dem Veitsdoms (St.-Veits-Dom).

Um diesen Mittelpunkt entwickelte sich eine Konstellation von christlichen Institutionen. Auf dem Hradschin Plateau wurden die St. Georgs-Basilika mit seinem Kloster, zusammen mit den verlorenen Rundbauten St. Maurice und St. Bartholomäus in der Nähe des St.-Wenzels-Rundbaus errichtet. Weiter draußen, behauptete das Praemon-stratensian Kloster (Kloster Strahov) den Höhepunkt des Sattels zwischen dem Petrin Hügel und dem Hradschin, man nannte ihn auch den Berg Zion.

Die Benediktiner beanspruchten früher den Brevnov Hügel (Stift Brevnov) für sich, in der Nähe der antiken Siedlung von Sarka (in dieser Region kreuzten sich wichtige Fernwege, es entwickelten sich hier sowohl Handwerk als auch Landwirtschaft) im Westen, und die Ritter von St. Johannes bauten ein Kloster und ihre Kommandozentrale auf einem wichtigen Standort am linken Ufer des Flusses. Zwischen der Ankunft der Ritter von St. Johannes in der Mitte der 12. Jahrhundert und der Ankunft der Templer in dem frühen 13. Jahrhundert, gab es eine Welle von Rundbauten und Gebäuden in Böhmen verteilt, einschließlich der drei verbleibenden Rotunden in Prag, St. Martin am Vysehrad, St. Stephan in der heute benannten „Neustadt“, und das Heilige-Kreuz in der Nähe der Altstadt am Flussufer.

Mit der Zeit von Přemysl Ottakar II. und dem Höhepunkt der Přemyslid-Dynastie in der Mitte des 13. Jahrhundert, war der Übergang von heidnischen heiligen Orten der Slawen zu christlichen Kirchen fast abgeschlossen. Vom Hradschin Plateau mit seiner aus-dehnenden Gruppe von christlichen Strukturen, wurden die alten heidnischen Aus-richtungen erhalten. Im Norden verlief eine Linie durch die Přemysl Festung beim Levy Hradec Berg, auf dem ein im 12. Jahrhundert gebauter Rundbau auf dem Gipfel thront.

Der St. Veits-Dom, und später die Kathedrale, wurde ähnlich behandelt wie das lange versteckte Gigi, so wurde es ein Schaltpunkt im Netz der übrig gebliebenen heidnisch- astronomischen Ausrichtung nach den Sternen und den neu übergestülpten christiani-sierten-dynastischen Neuordnung. Eine der wichtigsten heidnischen Ausrichtungen war die Sichtlinie zur Wintersonnenwende, Sonnenaufgang, und dies wurde mit der Zeit auch christianisiert.

Irgendwann nach 1060 n. Chr. und dem Wiederaufbau des St.-Wenzels-Rundbaus auf Hradschin, aber vor 1090 n. Chr., wurde eine kleine Kapelle am südlichen Ende der romanischen Altstadt, in der Nähe des Flusses am rechten Ufer gebaut. Sie hieß ursprünglich „Kapelle der Auffindung des Heiligen Kreuzes„, der Legende nach befand sich hier ein Fischteich, in den einst ein gekreuzigtes Mädchen zur Strafe ins Wasser geworfen wurde, da es gegen den Willen seiner Eltern das Christentum angenommen hatte. In der Nacht habe sich das Kreuz während eines Gewitters über dem Wasserspiegel aufgerichtet, was allgemein als Zeichen Gottes gedeutet wurde, wobei das Mädchen ertrunken war. Die Legende besagt auch, dass sich unter der Kirche in einem Keller-gewölbe ein großer Schatz befindet. Doch das verfaulte Kreuz wurde in der Krypta im 12. Jahrhundert verbuddelt.

Anhand dieser Geschichte können wir sehen, wie der Übergang vom Heidnischen zum Christlichen verlief, in einem krassem Relief; der heidnische jungfräuliche Geist des Sees oder der Quelle, wird für die neue Kraft des Kreuzes geopfert. Und wie mit der alten Burg Vysehrad, gibt es Geschichten von verborgenen Krypten mit alten Schätzen die unter dem Rundbau versteckt sein sollen.

Das Heilige Kreuz

Aber wir bleiben verwundert zurück und fragen uns: Was macht dieses „Kreuz“ so besonders heilig?

Vielleicht ist die einfachste Erklärung das jemand tatsächlich den „Ort“ das Heiligen Kreuzes fand, der heilige See und seine Legende, und indem es das Zentrum einer eigenen heiligen Ausrichtung gründete, wurde seine eigene besondere Qualität die „Heiligkeit.“ Von der St.-Wenzels-Rotunde auf dem Hradschin Plateau, ist die Heilig-Kreuz-Rotunde in die Richtung der Wintersonnenwende bei Sonnenaufgang platziert. Ein dritter Punkt wird benötigt für eine klare Ausrichtung, und dieser Punkt wird von einem anderen Rundbau komplettiert, innerhalb einer Generation wurde dieses Heilig-Kreuz gebaut, wieder auf einem anderen wässrigen heiligen Ort.

Die Rotunde St. Stephan war das Zentrum eines kleinen Dorfes, Na Rybnícku („Am  Weiherchen“), nur außerhalb der alten Stadtmauer und deren Quellen würde das Wasser für den Ausbau der Neustadt im 14. Jahrhundert liefern. Es steht im Einklang mit der St.-Wenzels-Rotunde und des Heiligen Kreuzes, zeigt direkt zur Wintersonnenwende bei Sonnenaufgang.

Wir können uns dies als die vertikale Achse eines Kreuzes ausgerichtet vorstellen, ausgerichtet nach Wintersonnenwende bei Sonnenaufgang. Die horizontale Achse war auch Teil des Plans. Zwei weitere romanische Kapellen, mit Türmen, wenn nicht Rotunden, fallen in einer Linie senkrecht zu der Wintersonnenwenden-Achse; St. Clement in Poříčí oder „Fluss“, das Zentrum einer alten Siedlung entlang der Moldau, und die Kirche des Heiligen Phillip und Jakobus, auf dem alten heidnischen Opferort gewidmet Petrun, am Fuße des Hügels nach ihm benannt, Petrin.

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(Die Linie verbindet den Hradschin, oben links, mit St. Stephan, unten rechts, und führt bis nach Jerusalem)

St. Clement, obwohl intensiv und massiv während der Jahrhunderte umgebaut, hat bis heute die Zeiten überstanden. Die Kirche des Heiligen Phillip und Jakobus wurde im späten 19. Jahrhundert abgerissen, und an ihre Stelle kam der modernen Arbesplatz, der den unteren Teil der Prager Kleinseite markiert.

So ist das romanische Prag des 13. Jahrhundert nach einem großen Heiligen Kreuz ausge-richtet, nach den Sonnenwenden, Wintersonnenwende-Sonnenaufgang und Sommer-sonnenwende Sonnenuntergang, entlang der vertikalen Achse gebaut und verankert in Ost/West durch paar Kapellen mit Türmen auf heidnischen heiligen Flecken stehend. Eine weitere romanische Kirche aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, St. Peter am Flussufer, markiert die Sommersonnenwende ausgerichtet nach dem Heilig-Kreuz, mit den weiter entfernten Ort Alt-Boleslav, auf einer Linie verbunden.

Aber selbst die Christen im 11. und 12. Jahrhundert, die das Muster erschaffen haben, schufen zwar ein großes Kreuz auf den Sonnenwenden basierend, doch es wäre immer noch nicht als Heiliges-Kreuz angesehen worden. Sofern es nicht auf einen weiteren, noch heiligeren Ort zeigte?

Prag-Jerusalem-Verbindung

Seltsamerweise ist bei Wintersonnenwende der Sonnenaufgang auf dem Breitengrad von Prag in der Tat in Richtung Jerusalem gerichtet, was die Ausrichtung vom St.-Wenzels-Rundbau über das Heilige Kreuz und St. Stephan`s, der in Jerusalem den Märtyrertod starb, noch bemerkenswerter macht. In der Zeit, als die westlichen Kreuzritter Jerusalem eroberten, konstruierten die Bauleute in Prag ihr Kreuz in Ausrichtung nach dem Heiligen Kreuz von Jerusalem. Kein Wunder, dass die Ritter von St. Johannes und die Tempelrittern von Prag so angezogen worden waren.

Diese beiden Orden der Kreuzritter besetzten die gegenüberliegenden Seiten des Flusses, die Ritter von St. Johannes kamen zuerst, wobei sie das Gebiet in der Nähe der alten Siedlung unterhalb der Burg auf der linken einnahmen und die später eintreffenden Templer unter dem rechten Ufer in der Altstadt residierten, nördlich des Rundbaus des Heiligen Kreuzes. In diesem Sinne könnte die Nähe der Templer-Kirche von St. Laurentius auf die Jerusalem-Ausrichtung der Heilig-Kreuz-Linie gelegt werden, und so die Bedeutung der Inschrift „In Jerusalem“ in der Kirche entstanden sein.

Bald versuchte man die Idee des „In Jerusalem“ noch mehr in den Vordergrund zu transportiert, als der letzte König von Europa, Karl IV., Prag in eine neue Version von Jerusalem zu verwandeln versuchte.

Ein Jahrhundert nach dem die Templer St. Laurentius erbauten, die Luxemburg Dynastie in die Přemysliden eingeheiratet hatte, war Prag in den Händen von Karl I. von Böhmen, oder Karl IV. in Bezug auf das Heilige Römische Reich, und er war ein König mit einem Plan. Prag wollte Rom übertreffen, indem die Stadt in der Form von Jerusalem umgebaut werden sollte. Der obere Teil der Neustadt, in der Region zwischen Wenzelsplatz und Karlsplatz und zum Fluss hinunter, wurde mit einer Karte Jerusalems als Matrix aus dem 12. Jahrhundert, und den wichtigsten Plätzen und Straßen folgend, modifiziert.

Der zentrale Bereich des oberen Teils des Karlsplatzes entsprach dem Tempelberg in Jerusalem, und Karl baute schließlich eine kleine Kirche, die Kirche des Heiligen Blutes, wie seine Überarbeitung der St.-Wenzels-Kapelle im Veitsdom, als Modell des Neuen Jerusalems aus der Johannes-Offenbarung.

In seiner Jerusalem Vorlage für die Neustadt, entsprach die Region in der Nähe der Rotunde von St. Stephan dem Hügel von Golgota in Jerusalem, und seitdem, wie alle römischen Kaiser, besaß er den ursprünglichen Speer von St. Loginus, jener römische Soldat, der seinen Speer in die Seite Christi auf dem Hügel von Golgota während der Kreuzigung bohrte, nannte Karl IV. die Rotunde St. Longinus. Dies festigte natürlich die Ausrichtung zur Wintersonnenwende nach Jerusalem, speziell Golgota.

Jan Cihak, ein tschechischer Wissenschaftler, der jahrelang nach diesen esoterischen Hinweise suchte, stellte fest, dass die Linie von St. Wenzel, durch das Heilige Kreuz und St. Longinus, fast genau auf den Rundbau Anastasia von 335 n. Chr. auf dem Kalvarien-berg (Golgota) wies. Eine solche Präzision zeigt, dass die frühen Kartographen des 12. Jahrhundert ausgereift genug arbeiteten und die Mittel hatten, um die Krümmung der Erdoberfläche ausmachen zu können.

Das Geheimnis ist nicht allein die Verbindung Prag zu Jerusalem, sondern wer schuf die Ausrichtung der Rundbauten/Rotunden, die die Verbindung definieren? Und warum?

Das Beste was wir tun können, ist anzunehmen das eine anonyme oder zumindest unauf-gezeichnete Organisation von Mönchen oder Klerikern, die mit Kirche und staatlicher Genehmigung arbeiteten und rechneten, um den Prozess vom vorherrschenden slawischen Heidentum ins Christliche zu transportieren. Um die Zeit als Jerusalem während des 1. Kreuzzuges fiel, 1099 n. Chr., waren die Grundzüge der Ausrichtung und des städtischen Großkreuzes in Aktion. Und vielleicht war dies der Moment, als die Realisierung dämmerte, dass die Wintersonnenwende just eine Linie bei Sonnenaufgang, auch auf Jerusalem zeigte.

Daher ist die Benennung des dritten Markierungspunktes in der Wintersonnenwenden- Linie klar St. Stephan, der erste Märtyrer der Christenheit, der in Jerusalem zum Tode gesteinigt wurde. Es besteht auch eine Verbindung zwischen St. Wenzel und St. Stephan, beide Märtyrer, die den gleichen Feiertag teilen, den 26. Dezember. Wie in dem Weihnachtslied  aus dem 19. Jahrhundert: „Guter König Wenceslas schaute / Am Feiertag von Stephan…“ Vom Rundbau des St. Wenzel kann man tatsächlich den Winter-Sonnenaufgang erblicken, über St. Stephan am St. Stephan-Tag!

Und das ist auch die beste Antwort auf die Frage: Warum? Im Dunklen Zeitalter und den neu christianisierten Bauten, diente die Arbeit einen neuen christlichen Glanz zu zeigen, auf den lokalen heidnischen heiligen Orten und deren Ausrichtungen. Denn die Absicht war, dass die Wintersonnenwende mit dem fast unendlich fernen Jerusalem harmonierte, dem Zentrum des irdischen Universums und der Ort, wo der neu etablierte sterbende Gott des Christentums, die Welt gerettet haben muss, wurde damals zu einem Inbegriff des Wunderbaren.

Nach dem Mord an Herzog Wenzel und dem Martyrium von St. Stephan, gab es nun die Möglichkeit einen neuen Schutzpatron der Böhmen St. Wenzel zu kreieren, dessen Rotunde und Grab den Zielpunkt markierte für die Linie, die das Heiligee Kreuz bildete und über die Rotunde von St. Stephan, nach Jerusalem zeigte.

Vor tausend Jahren, als die heidnischen Stätten und Ausrichtung christianisiert wurden, fiel die Wintersonnenwende bei Sonnenaufgang auf halbem Weg durch das Zeichen Schütze. Tausend Jahre vorher war es die Schwelle Schütze / Steinbock, am Wintersonnenwenden-Punkt in der Ptolemäus-Ära, und tausend Jahre später, aus heutiger Sicht, auf der Schwelle Skorpion / Schütze. Somit konnte man von einem fixen Punkt, tausend Jahre in jede Richtung berechnen.

Das ptolemäische Weltbild war in der Genauigkeit seiner Bahnvorhersage dem helio-zentrischen Weltbild des Nikolaus Kopernikus (16. Jhd.) überlegen. Das ptolemäische System wurde um 1600 durch das ebenfalls noch geozentrische tychonische Weltsystem (benannt nach Tycho Brahe) abgelöst. Erst Keplers Entdeckung, dass die Planeten auf Ellipsen um die Sonne laufen, führte dann zu einem damals ausreichend genauen und unter Astronomen allgemein akzeptierten Modell des kopernikanischen Weltbildes.

Ptolemäus’ Berechnungsmethoden waren äußerst präzise (lange Zeit auch präziser als die Keplerschen) und in ihrer Grundidee als Berechnungsmethode auch richtig, nicht aller-dings in ihrer philosophischen Deutung, dass sich alles um die Erde als Mittelpunkt drehe.

Der Durchbruch und Erfolg der Keplerschen Berechnungen lag weniger darin begründet, dass die Sonne und nicht mehr die Erde im Mittelpunkt der Bewegungen stand, sondern in der Tatsache, dass Kepler Ellipsenbahnen und keine Kreisbahnen mehr verwendete, was zu einer größeren Übereinstimmung mit den von Tycho Brahe und später Galileo Galilei tatsächlich gemessenen Planetendaten führte.

Die Kartographen und Astronomen waren mit einer solchen Präzision intelligent genug, um die Ausrichtung nach Jerusalem zu erschaffen, sodass bereits damals das Wissen der Präzession von einem festen Punkt und die Tag- und Nachtgleiche oder Sonnenwende, damals vorhanden war. Die Bauherren der Rundbauten/Rotunden schufen ein Muster das unfehlbar auf einen ganz bestimmten Moment in der Zeit, tausend Jahre später/früher, in unserem Zeitalter hinweisen kann.

Zum jetzigen Zeitpunkt stellt der Sonnenaufgang bei Wintersonnenwende über Prag, entlang der Achse des Heiligen Kreuzes gesehen, uns eine erstaunliche Vision. In der Morgendämmerung, erscheint am Himmel die Figur des 13. Zeichens des Tierkreises, der Schlangenträger, er steht mit seinem linken Fuß auf der aufgehenden Sonne, in Über-einstimmung mit der verborgenen Sonne als Mittelpunkt unserer Galaxie, die von Prag aus gesehen das Zentrum ist, wo alle diese Bilder zusammen kommen, in Jerusalem.

Könnte es sein, dass dies das eigentliche Geheimnis der Ausrichtung ist? Könnte über tausende von Jahren Prag, visionäre Kaiser, Alchemisten, Zauberer, Wissenschaftler und Astronomen alle angezogen haben und so die Energie von Prag, als eine Art Bühne ge-nutzt wurde, im Hinblick auf unsere heutige Zeit?

Diese sprichwörtlichen Zeichen am Himmel untermauert auch Fulcanelli`s Idee (er interpretiert darin sakrale Bauwerke der Gotik und, in seiner zweiten Schrift, profane Bauwerke der Renaissance mit im weitesten Sinn kabbalistischen Methoden als Manifestationen einer Geheimsprache), aus dem Hendaye Kapitel Mysterien der Kathedralen, der Ausrichtung der himmlischen und irdischen Kreuze als einen Weg, um die saisonale Wiederkehr von Katastrophen vorherzusagen. Das himmlische Kreuz vom solaren- und präzessionalen Jahr richtet sich in Prag mit dem terrestrischen Kreuz der Stadt selbst aus, mit dem sehr irdischen Kreuz der Kreuzigung in Jerusalem.

Könnten die Erbauer diese Ausrichtung bewusst gewählt haben, um die Zeit der Apokalypse vorherzusagen? Es scheint ziemlich wahrscheinlich und vielleicht ist das deutlichste Indiz, die Verwendung der Symbole auf dem Hendaye Cross, die zornige Sonne, der Mann im Mondgesicht und dem Stern mit den acht Strahlen, wie auf den alten Glasfenstern der Templer Kirche „In Jerusalem“ und St. Laurentius dargestellt. Heute wird die Sonne mit den acht Strahlen, als achteckiges okkultes Kreuz von dem Malteser-orden verwendet.

Alchemie und Astronomie

Im Jahre 1585 reiste Dr. John Dee nach Prag, damals angeblich der klügste Mann der Welt, um das kommenden apokalyptische neue Zeitalter dem Kaiser Rudolf II. zu predigen. Rudolph war durch die engelhafte Warnung und Darlegung Dees unbe-eindruckt, aber die Wahl von Prag als der Kaiserstadt war kein Zufall gewesen. Rudolph hatte einen Sinn für das größere Schicksal von Prag, dies beinhaltete definitiv die mysteriöse Verbindung und Affinität mit Jerusalem, und er hatte womöglich eine bessere Vision für die Stadt, als es Dee damals hatte.

John Dee und Edward Kelley waren zwei Alchemisten, die ihre Dienste Rudolf II. anboten.

John Dee (*1527 bis 1608) war ein englischer Mathematiker, Astronom, Astrologe, Geograph, Mystiker und Berater der Königin Elisabeth I. Er widmete einen Großteil seines Lebens auch der Alchemie, Wahrsagung und hermetischen Philosophie.

Dee stand zwischen den Welten der Wissenschaft und Magie, als sie gerade unterscheid-bar wurden. Selbst einer der größten Gelehrten seiner Zeit, hielt er bereits in jungen Jahren Vorlesungen in überfüllten Hallen der Universität Paris. Er war ein leiden-schaftlicher Befürworter der Mathematik, ein respektierter Astronom und führender Experte in Navigation und hat viele derjenigen ausgebildet, die Englands Entdeckungs-reisen durchführen sollten. In einer von mehreren Abhandlungen, die Dee in den 1580er Jahren schrieb, um britische Erkundungsexpeditionen nach der Suche der Nordwest-passage anzuregen, prägte er den Ausdruck „Britisches Empire“.

Zur selben Zeit tauchte er tief in judäo-christliche Magie, Astrologie und Hermetische Philosophie ein. Tatsächlich widmete er das letzte Drittel seines Lebens nahezu aus-schließlich dem Bemühen um Kontaktaufnahme mit Engeln, um so in weiterer Folge die Universalsprache der Schöpfung zu erlernen. Als Anhänger des Neuplatonismus von Marsilio Ficino in der Renaissance waren für Dee mathematische Forschungen und Untersuchungen in der hermetischen Magie sowie der Divination nicht unvereinbar, sondern er betrachtete diese Aktivitäten als unterschiedliche Aspekte einer konsistenten Weltanschauung mit der gleichen Aufgabe: die Suche nach einem transzendenten Ver-ständnis der göttlichen Ideen, welche sich hinter der sichtbaren Welt befinden.

1583 traf Dee auf den polnischen Edelmann Albert Laski, der die Engländer einlud, ihn auf seiner Rückreise nach Polen zu begleiten. Nach einigen Rückfragen bei den Engeln war Dee bereit, sich auf den Weg zu machen. Dee, Kelley und ihre Familien verließen England im September 1583, aber wie sich bald herausstellte, war Laski bankrott und in seinem eigenen Land nicht willkommen. Dee und Kelley begannen ein Nomadenleben in Mitteleuropa, führten jedoch ihre spirituellen Konferenzen fort, die Dee sorgfältig aufzeichnete. Er hatte Audienzen bei König Rudolf II. und König Stephan von Polen, in denen er ihnen ihre angebliche Gottlosigkeit vorwarf und sie von der Wichtigkeit seiner Engelsgespräche zu überzeugen versuchte. Er wurde von keinem der beiden Monarchen aufgenommen.

Während einer spirituellen Konferenz in Böhmen 1587 teilte ihm Kelley mit, der Engel Uriel hätte angeordnet, die zwei Männer sollten ihre Frauen tauschen. Kelley war zu dieser Zeit gerade dabei, sich einen Namen als Alchemist zu machen und weitaus ge-fragter als Dee; vielleicht versuchte er auf diesem Weg, die „spirituellen Konferenzen“ abzubrechen. Die Anordnung bereitete Dee große Qualen, aber er zweifelte die Echtheit derselben nicht an und ließ offenbar der Sache ihren Lauf, brach aber die Konferenzen kurz darauf unverzüglich ab und sah Kelley nie wieder.

Edward Kelley oder Kelly, alias Edward Talbot, (1555 in Worcester bis 1597) war ein englischer Alchemist.

In Prag trat Kelley 1584 als Alchemist in den Dienst von Wilhelm von Rosenberg, der ihn für seine „Künste“ reich belohnte. Unter anderem wurden Kelley die Burg Liběřice und der Gutshof Nová Libeň (heute ein Stadtteil von Prag) geschenkt. An den Hof des Kaisers kam er auf Empfehlung des Wilhelm von Rosenberg. Da Rudolf II. mit seinen bisherigen Alchemisten schlechte Erfahrungen gemacht hatte, wollte er Kelleys Fähigkeiten als Alchemist zunächst testen: Nach Überprüfung seines Gepäcks und seiner Arbeitsutensilien, unter denen sich nur einfache chemische Substanzen, Kleidung, etwas Geld und chemische Gerätschaften befanden, wurde er in eine Kammer einge-schlossen.

Als Kelley schon am nächsten Tag „von ihm selbst hergestelltes Gold“ präsentierte, wurde er sofort von Rudolf II. eingestellt. Kelley war freilich ein Schwindler wie alle seine Vorgänger, die behauptet hatten, Gold herstellen zu können. Sein Trick: Er hatte einen winzigen Goldbrocken im doppelten Boden einer kleinen Truhe versteckt.

Nach seiner Einstellung am kaiserlichen Hof ließ die Herstellung von größeren Mengen an Gold allerdings auf sich warten, teils wegen angeblich ungünstiger Sternenkonstel-lationen, teils wegen angeblich verunreinigter Grundsubstanzen. Zudem wurde Kelley hochnäsig und behandelte seine Untergebenen schlecht. So dauerte es nicht allzu lange, und aus den anfänglichen Gerüchten, er sei ein Betrüger, wurde bald Gewissheit.

Im Zuge einer solchen Auseinandersetzung erschlug Kelley einen seiner Kritiker und versuchte zu entkommen. Des Kaisers Garden holten ihn auf seiner Flucht ein, und Rudolf II. ließ ihn auf der Burg Pürglitz (Burg Křivoklát) einsperren. Hier verbrachte Kelley zweieinhalb Jahre. Sämtliche Fürbitten der englischen Königin Elisabeth I. und des Wilhelm von Rosenberg vermochten den „betrogenen“ Kaiser nicht umzustimmen.

Bei einem Fluchtversuch erlitt Kelley einen Beinbruch, an dessen Folgen er kurze Zeit später verstarb.

Der dritte und letzte im Bunde war Tycho Brahe (1546 Schloss Knutstorp, Schonen bis 1601 Prag), er war ein dänischer Adliger und einer der bedeutendsten Astronomen.

Tycho Brahe war ein herausragender beobachtender Astronom, der im Jahre 1572 eine Supernova beobachtete. Zu seiner Zeit gab es noch kein Teleskop. Seine Beobachtungen der Fixstern- und Planetenpositionen, die damals mit Abstand die präzisesten waren und mit einer Genauigkeit von zwei Bogenminuten auch heute nicht ohne weiteres zu erreichen sind, führte er mit Hilfe eines großen Mauerquadranten durch. Aufgrund von Widersprüchen der Planetenbewegungen in den damals vorherrschenden Weltsystemen entwickelte er einen Kompromiss zwischen dem ptolemäisch-geozentrischen und dem kopernikanisch-heliozentrischen Planetensystem, das tychonisches Weltbild genannt wurde.

Nach dem Tod Friedrichs II. (1588) kürzte sein Nachfolger König Christian IV. die finanziellen Mittel, weshalb Brahe im Oktober 1597 auf Einladung seines Freundes Heinrich Rantzau in eines von dessen Gutshäusern, nämlich in die Wandesburg bei Hamburg zog.

Im September 1598 verließ Brahe Wandsbek mit seinen Söhnen und Studenten und wechselte 1599 nach Prag. Kaiser Rudolf II. hatte ihm eine Stelle als Hofmathematiker angeboten und wollte ihm dort eine neue Sternwarte erbauen lassen. Der Bau wurde jedoch erst nach Brahes Tod beendet.

Brahe hielt sich vom August 1599 bis Juni 1600 im ruhigeren Städtchen Benátky nad Jizerou (Venedig an der Iser) auf. Er starb 1601 in Prag. Seine Frau Kirstine kaufte ein Gut in Böhmen, das sie noch drei Jahre bis zu ihrem Tode bewohnte. Tycho und Kirstine Brahe wurden Seite an Seite in der Teynkirche in Prag beigesetzt.

Wieder einmal ist bewiesen, dass in der damaligen Zeit die Disziplinen Mathematik, Astronomie und Astrologie eine Wissenschaft waren. Das Wissen ob der Position der Sterne, der Energie die sowohl vom Makrokosmos, dem Oben, als auch vom Mikro-kosmos, dem Unten, ausgeht (Hermetik, sieben kosmischen Gesetze). Überall auf dem Globus sind Bauten nach genau dieser Matrix konzipiert worden, die Pyramiden von Gizez, Teotihuacán, Stonehenge, etc.

Carl Munck – The Code. Mathematische Berechnungen der antiken Bauwerke, die in einem Netz unseren Planeten umspannen:

Das sogenannte Heilige Kreuz, das germanische Sonnenrad, Swastika, geben alle ein Konzept wieder, nämlich den Lauf der Erde um die Sonne und die Reise unseres Sonnen-systems durch das Weltall. Mit den Fixpunkten 21. März, 21. Juni, 21. September und 21. Dezember – dies alles wurde vom Römischen Reich, den Tempelrittern und später dem Vatikan missbraucht und verdreht.

In den nächsten Tagen/Wochen werden wir weitere Beweise vorlegen, die uns zeigen werden, dass die Märchen von Jesus, Moses, Horus, Krishna, lediglich als Archetypen dienten, so wie die zwölf Apostel (zwölf und nicht dreizehn Tierkreiszeichen), oder die sieben Siegel (7 Wandelsterne der Antike: Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Sonne und Mond).

Der natürliche Kreislauf der Sterne lässt sich nicht leugnen, leider wurde deren Wichtigkeit zur Kaffeesatzleserei in Form von Horoskopen in heutigen Zeitungen und Magazinen.

So richteten sich und richten sich noch heute ganze Völker nach dem Gang des Universums und der Sonne. Nur uns, dem angeblich fortgeschrittenen Menschen, ist dieses Wissen geraubt worden und ist in Vergessenheit geraten!

Vortrag von Vincent Bridges in Prag in tschechischer und englischer Sprache:

Titelbild (Click für Großansicht):

Iustitia et Pietate [inuen et delineavit], ca. 1677, von Bohuslav Balbinus, Prag

Eine exquisit eingravierte Karte von Böhmen dargestellt als eine blühende Rose. Der Kupferstich auf Büttenpapier porträtiert den Stiel der Rose, die in Wien mit Blüten beginnt, in einer Blume mit Prag als Zentrum und mit Österreich, Mähren, Bayern, Schlesien und Messina auf seinen Blättern.

An der Spitze der Karte, in Farbe, ist eine Krone, ein heraldischer Löwe (die Arme des Kaisers Leopold I.), eine Abstand-Skala und ein Kompass abgebildet. Die Nummern der Blütenblätter der Rose beziehen sich auf verschiedene Regionen in Böhmen.

Der Text, zum Teil an der Unterseite der Karte, liest „Die Rose von Böhmen, blutig für alle Jahrhunderte, in denen mehr als 80 große Schlachten geschlagen wurden“. Der Kartograph war Balbinus, ein Jesuit, ein Wissenschaftler, der seine Arbeit Böhmen gewidmet hat.

Zum Einstieg empfehlen wir das Video von Santos Bonacci, The Ancient Theology Occult Science Part 1, in englischer Sprache:

Nachtrag 23.12.2016: Entdeckung: Romanische Rotunde im Universitätsgebäude

Denkmalschützer waren eigentlich überzeugt, dass vor mehr als 300 Jahren die St.-Wenzel-Rotunde auf dem Kleinseitner Ring abgerissen wurde. Damals entstand an ihrem Ort ein Barockgebäude. Nun wurde das Haus instandgesetzt, und siehe da: Es fanden sich noch Fragmente des Sakralbaus aus dem 11. Jahrhundert.

Das Barockgebäude steht neben der Nikolauskirche auf dem Kleinseitner Ring. In den Jahren 1674-1691 ließen die Jesuiten es errichten. Nach der Auflösung des Ordens im Jahr 1773 wurde das Haus umgebaut. Nach der Gründung der Tschechoslowakei 1918 nutzte das Finanzministerium die Räumlichkeiten. Heute gehört das Gebäude der Karlsuniversität. Die Fakultät für Mathematik und Physik hat dort ihren Sitz. Bei der jüngsten Instandsetzung des Barockhauses wurden im Erdgeschoss Fundamente einer romanischen Kirche gefunden. Martin Vlach ist Prodekan der Fakultät für Mathematik und Physik:

„Seit dem Jahr 2000 wurde das Haus gründlich renoviert. Es wurde viel Schutt ausgehoben, und dabei wurden vor zwölf Jahren Fragmente der St.-Wenzel-Rotunde gefunden.“

Erst vor kurzem wurde der Ort, an dem sich die Baufragmente befinden, der Fachöffentlichkeit gezeigt. Vom Haupteingang in das Fakultätsgebäude geht es weiter geradeaus, bis man auf der rechten Seite vor einer mächtigen Tür steht. Diese führt in den Raum mit einer Dauerausstellung, in der die romanischen Baufundamente zu sehen sind. Ein Team von Archäologen hat mehrere Jahre lang an dem Ort gearbeitet, mit feinen Pinseln beseitigten die Experten die Tonschichten – Zentimeter für Zentimeter. Jarmila Čiháková hat die archäologischen Forschungen geleitet:

„Es war bekannt, dass es hier irgendwo eine Rotunde gegeben haben muss. Sie war sogar in einigen historischen Dokumenten von Anfang des 17. Jahrhunderts abgebildet. Wir waren dabei, als der Schutt aus diesem Raum durch die Decke weggeschafft wurde. Bis in die Höhe der ersten Etage war der Raum zugeschüttet. Es gab hier damals keinen Eingang. Als sich dann zeigte, dass die Mauern rund sind, war klar, dass es sich um die Rotunde handelt. Die Bauarbeiten wurden abgebrochen, und wir Archäologen haben uns dann an die Arbeit gemacht.“

Bodenfliesen mit Löwen und Greifen

Der heilige Wenzel wurde 929 ermordet. Die Rotunde, die ihm geweiht wurde, wurde etwa 150 Jahre später erbaut. Von der romanischen Kirche sind vor allem Teile der Bodenfliesen erhalten.

„Die Bodenfliesen sind ein sehr spezifischer Fund. Wir wissen, dass sie von Ende des 11. Jahrhunderts stammen. Und das ist auch das Alter der Rotunde, die als hiesige Pfarrkirche gedient hat.“

Die Fliesen liegen so da, wie sie die Handwerker vor fast 1000 Jahren gelegt hatten. Sie haben drei verschiedene Formen. Besonders auffallend sind die sechsseitigen Fliesen, auf denen Löwen und Greife dargestellt sind. Es könnte sogar sein, dass auch der erste Přemyslidenkönig Vratislav I. diesen Fußboden betreten hat.

Die Archäologen waren auch vom Fund eines Fensterteils aus Sandstein überrascht. Dieser ist aber älter als die Rotunde selbst und beweist, dass sie anstelle einer älteren kleinen Kirche erbaut wurde. In der Dauerausstellung ist auch tatsächlich ein Kreis aus bearbeiteten Steinen zu sehen, der vermutlich das Fundament dieses älteren Sakralbaus war. Die Kirche wurde wahrscheinlich schon kurz nach dem Tod des heiligen Wenzel erbaut. Die Archäologen fanden aber noch ältere Baufragmente:

„Am ältesten ist das, was sich unter dem Fußboden befand. Ein Meter unter dem Boden fand sich eine etwa 30 Zentimeter dicke Schicht, die in der Zeit zwischen Anfang des 9. Jahrhunderts und Mitte des 10. Jahrhunderts entstanden ist. In dieser Schicht fanden wir Fragmente von sieben Holzbauten, die an diesem Ort standen. Wir stellen uns nun die Frage, ob sich hier nicht eine Kultstätte für heidnische Rituale befunden hat.“

Die Rotunde, deren Fundamente im Universitätsgebäude zu sehen sind, ist mit den anderen Prager Rotunden vergleichbar. Archäologin Jarmila Čiháková:

„Es war derselbe architektonische Typ wie die bis heute stehende St.-Martins-Rotunde auf dem Prager Vyšehrad, die Rotunde des Heiligen Kreuzes in der Altstadt oder die St.-Longinus-Rotunde in der Straße Na rybníčku. Die Besucher können sich anhand einer Computer-Simulation eine Vorstellung davon machen, wie der Sakralbau ausgesehen hat.“

Bei den Ausgrabungen im Uni-Gebäude haben die Archäologen auch rund 14.000 Keramikfragmente entdeckt, 18.000 Fragmente von Tierknochen, über 200 Erzeugnisse aus Tierknochen und zahlreiche weitere Sachen.

Tomáš Rafl ist Maler und Restaurator. Er hat die neue Dauerausstellung über die Rotunde gestaltet:

„An diesem Ort ist am wertvollsten die Verflechtung der Epochen. Es gibt hier vorromanische Fragmente, daneben die Fundamente der romanischen Rotunde, aber auch Mauern aus der Barockzeit. Besonders wertvoll sind natürlich die Bodenfliesen. Es handelt sich um den dritten Fund dieser Art auf tschechischem Boden. Die ersten Fliesen wurden in der Laurentius-Kirche auf dem Vyšehrad gefunden. Der zweite Fund stammt aus dem Benediktinerkloster Ostrov bei Davle. Interessant ist, dass die Fliesen auf dem Vyšehrad mit mehrer Motiven als die hiesigen verziert waren – unter anderem mit einer Sphinx und mit einem Porträt von Kaiser Nero.“

Für die Dauerausstellung hat der Restaurator auch Repliken von Fliesen angefertigt. Sie liegen dort, wo die Originale fehlten.

Quellen: PRAVDA-TV/Wikipedia/GoogleMaps/vincentbridges.com vom 25.03.2013

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5 comments on “Mystisches Prag: ‚Heiliges Kreuz‘ – Bauten der Tempelritter – Alchemie – Jerusalem-Verbindung (Nachtrag & Videos)

  1. Die Kirchen unterdrücken mit allen Mitteln der ihnen zur Verfügung stehenden Mächte wichtige Erkenntnisse über das Leben.

    Darum ist besonders die päpstliche Kirche zu Rom
    ein Baals-Kult des Todes.

    Diese Kirche hat seit 2000 Jahren alles dazu getan, das Leben aller Menschen zu blockieren und zu vernichten, die sich für das Erblühen des freien Lebens eingesetzt haben.

    Die päpstliche Regierungsmacht unterscheidet und zementiert auf vielerlei Art und Weise die Unterscheidung zwischen frei und nicht frei. Die Kirche hat niemals etwas dazu beigetragen zu lehren, daß der Mensch ausschließlich frei ist. Ja, sie säuselt gerne das Versprechen von Freiheit nach dem irdischen Tod in die Menge der Gläubigen, aber die Politik der Kirche zeugt intern von einer völlig anderen Philosophie.

    Der Satan, also das Böse agiert genau auf diese Art und Weise.
    Nach außen hin Versprechungen und Vertröstungen abgeben.
    Das dient zur Unterdrückung der Massen und zur Gewinnung von Anhängern. Im Verborgenen wird ganz das Gegenteil davon in die Tat umgesetzt. Die päpstliche Kirche war seit 2000 Jahren mehr oder weniger versteckt, der allergrößte Kriegstreiber.

    Das entspricht nicht im Geringsten der Botschaft von Jesus Christus.

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