US-Raumsonde: "Voyager 1" hat das Sonnensystem verlassen (Video)

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Erstmals in der Geschichte der Menschheit hat eine Raumsonde von der Erde unser Sonnensystem hinter sich gelassen. Neue Auswertungen belegen, dass „Voyager 1“ inzwischen wohl durch den interstellaren Raum rast.

Was haben der Rock’n’Roll-Pionier Chuck Berry, der Ausnahmepianist Glenn Gould und der wegen seiner Kriegsvergangenheit umstrittene österreichische Politiker Kurt Waldheim gemeinsam? Sie sind – zusammen mit anderen Menschen – auf Schallplatten verewigt, die seit 36 Jahren an Bord von zwei ganz besonderen Raumfahrzeugen durchs All hasten. Mit rund 60.000 Kilometern pro Stunde geht es fort von der Erde.

Die sogenannten Golden Records an Bord der „Voyager“-Zwillingssonden sind als Botschaften an außerirdische Lebensformen gedacht – selbst wenn es eher unwahr-scheinlich sein dürfte, dass sie jemals abgespielt werden.

„Voyager 1“ und „Voyager 2“ sind längst die beiden menschgemachten Objekte, die am weitesten von der Erde entfernt sind. Ob jedoch „Voyager 1“, die schnellere der beiden Sonden, unser Sonnensystem bereits verlassen hat, darüber streiten Experten seit längerem. Zwischenzeitliche Erfolgsmeldungen mussten später genauso oft wieder kassiert werden. Doch jetzt scheint es tatsächlich Belege dafür zu geben, dass die ferne Forschungssonde den interstellaren Raum erreicht hat. Dort, etwa 18,8 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, hat das Magnetfeld unserer Sonne keinen Einfluss mehr, die Gravitation allerdings sehr wohl. (Die genaue Position der Sonde finden Sie hier.)

Im Fachmagazin „Science“ berichten Forscher um Donald Gurnett von der University of Iowa von aktuellen „Voyager“-Messdaten. Demnach hatten die Wissenschaftler im Frühling dieses Jahres von der Sonne verursachte Plasmawellen in der Region um die Sonde beobachtet und daraus auf die Elektronendichte geschlossen.

Die lag den Berechnungen des Teams zufolge damals bei 0,008 freie Elektronen pro Kubikzentimeter. Das ist erstens nahe am Wert, der für das interstellare Medium angenommen wird – und zweitens etwa 80-mal höher als innerhalb der Heliosphäre.

Durch eine Rückrechnung und mit Hilfe von Messdaten aus dem vergangenen Herbst bestimmten die Forscher dann, dass die Sonde bereits vor gut einem Jahr, um den 25. August 2012 herum, den Einflussbereich der Sonne verlassen hat. „Jetzt, wo wir neue und entscheidende Daten haben, glauben wir, dass dies der historische Schritt der Menschheit in den interstellaren Raum ist“, jubelt Nasa-Projektwissenschaftler Edward Stone. In der Vergangenheit hatte er sich stets skeptisch zu Analysen geäußert, wonach die Sonde die sogenannte Heliopause bereits erreicht habe.

Denn solche Berichte hatte es immer wieder gegeben, etwa im März von Bill Webber von der New Mexico State University in Las Cruces und Kollegen im Fachmagazin „Geophysical Research Letters“ . Auch dort war der August 2012 genannt worden. Und zuletzt hatten Forscher um Marc Swisdak von der University of Maryland in den „Astrophysical Journal Letters“ von Modellrechnungen berichtet, wonach die Sonde das Sonnensystem Ende Juli 2012 verlassen habe. All diese Ergebnisse werden nun im Prinzip bestätigt.

Leistung der Batterien an Bord sinkt ständig

Bei den früheren Forschungsarbeiten hatte Projektwissenschaftler Stone noch darauf bestanden, dass auch Messungen des Magnetfelds den historischen Schritt bestätigen müssten – denn das kehrt sich an der Grenze des Sonnensystems um. Doch diese Messungen gibt es noch immer nicht. Jetzt sollen die Daten zur Elektronendichte ausreichen.

Eigentlich sollte sich der historische Moment genau bestimmen lassen, in dem die Sonde das Sonnensystem verlässt. Dafür haben die „Voyager“-Zwillinge schließlich jeweils ein spezielles Messegerät, das Plasma Spectrometer, an Bord. Doch das ist bei „Voyager 1“ längst kaputt. Genau genommen sind mehr als die Hälfte der Instrumente inzwischen defekt oder deaktiviert. Auch die Leistung der drei Radionuklidbatterien an Bord sinkt beständig.

Das Plasma Spectrometer an Bord von „Voyager 2“ funktioniert zwar noch, doch die Sonde ist wegen einer etwas geringeren Startgeschwindigkeit noch nicht so weit ins All vorgedrungen. Doch für viele Fachleute scheinen die neuen Ergebnisse tatsächlich der fehlende Mosaikstein, um „Voyager 1“ im interstellaren Raum zu verorten. Womöglich gibt es auch in den kommenden Jahren noch eine Bestätigung über die Magnetfeld-Messwerte – bevor die Messgeräte der Sonde im Jahr 2025 wegen Strommangel abge-schaltet werden.

Das „Voyager“-Team habe Zeit zur Interpretation der Daten gebraucht, sagt Stone, der nicht zu den Autoren des aktuellen „Science“-Papers gehört. „Jetzt können wir die Frage beantworten, die wir uns gestellt haben: ‚Sind wir schon da?‘ – Ja, das sind wir.“ Doch nicht jeder Forscher teilt Stones Enthusiasmus. In einem Nachrichtenartikel zitiert „Science“ zum Beispiel George Gloeckler und Lennard Fisk von der University of Michigan. Und beide bestehen darauf, dass sich die Messergebnisse auch auf anderem Weg erklären lassen – und „Voyager 1“ noch an der Außengrenze des Sonnesystems fliegt.

Video

Quellen: NASA/SpiegelOnline vom 16.09.2013

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49 comments on “US-Raumsonde: "Voyager 1" hat das Sonnensystem verlassen (Video)

  1. Wow…
    Wenn ich an einen Stein gneug Raketen gebunden hätte… hätte der auch irgendwann das Sonnensystem verlassen.
    Mehr wert ist diese dumme Sonde auch nicht.
    Das ist genauso wichtig wie diese Geburt dieses könglichen Babys vor einigne Monaten.
    Wow eine Frau hat ein Kind bekommen.
    Ist schön, freut mich für sie, aber ist total unwichtig.
    Ich finde Raumfahrt toll, aber seit der Erfindung des Shuttles gab es keinerlei relevante Fortschritte, (Nur Sachen die auch dazu dienen MENSCHEN ins All zu bringen sind wirklich relevant).
    Robotoer sind toll, zur Erkundung, aber wenn da niemand hingeht kann man die Millionen oder Milliarden für die ferngesteuerten Autos auch sparen.
    Wir brauchen ein richtiges Weltraumflugzeug (Das wie ein Flugzeug startet und landet)
    Wir brauchen eine ECHTE Raumstadtion, wie sie von Braun entworfen hat (diese Radkonstruktion)
    Wir brauchen eine Mondkolonie
    Wir brauchen Asteroidenkolonien und Asteroidenbergbau um die Erde zu entlasten
    Wir brauchen Fusionsantriebe, und noch besser Feldantriebe.
    Und keine toten Blechdosen die halt nach ewig langer Zeit unser popliges Sonnensystem verlassen.
    Das ist gleichbedeutend wie: Eine Flaschenpost hat dne Bereich einer Inselgruppe verlassen und erreicht JEZT den echten Ozean, denn mehr ist unser Sonnensystem nicht, im Vergleich zur Galaxis, und wenn wir noch weiter raus zoomen, ist es nichtmal eine Inselgruppe sondern ein paar DNA Atome im DNA Strang einer Hefezelle in einer Ansammlung von Hefezellen in einer Petrischale.

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