
Im Pazifik gibt es einen neuen Kontinent. Er ist 3,4 Millionen Quadratkilometer groß. Und er besteht aus Plastikmüll. Millionen Meerestiere und Wasservögel sterben qualvoll, weil sie in dem Müll hängen bleiben oder ihn verschlucken. Besonders gefährlich sind winzige Partikel, die sich durch das Plastik unbemerkt im Meer verteilen – und die über die Nahrungskette auch vom Menschen aufgenommen werden.
(Bild: Die Strömung treibt das Plastik der Sammelplattform in die Arme)
Diesen Müll aufzusammeln, würde tausende Jahre dauern. Man müsste mit Schiffen und Netzen den Ozean durchkämmen und würde trotzdem kaum etwas erreichen. Dieses riesige Problem hat jetzt womöglich ein 19-Jähriger gelöst. Boyan Slat kam auf eine geniale Idee: Warum sollten wir den Ozean durchqueren, anstatt zu warten, bis der Ozean zu uns kommt? Er will die Meeresströmungen nutzen und den Müll auffangen, bevor er an Land gespült wird. Seine Prognose: So könnte man die Hälfte des Plastik-Kontinents abbauen – innerhalb von nur 10 Jahren.
Mit Crowdfunding will Slat nun zwei Millionen Dollar sammeln, um das Projekt voranzutreiben. In diesem Video erklärt er seine Idee:
Wie verschmutzt das Meer an vielen Stellen bereits ist, hat Boyan Slat mit eigenen Augen gesehen. Als leidenschaftlicher Taucher ist der 19-Jährige oft unter Wasser unterwegs und sah vor lauter Müll zum Teil die Fische nicht mehr. Das war für ihn auch der Anlass, sich mit einer Lösung des Problems zu beschäftigen.
Für seine Idee hat Slat schon verschiedene Preise gewonnen, wie beispielsweise den Best Technical Design Award 2012 der TU Delft. Im Oktober vergangenen Jahres durfte er sein Konzept sogar bei einer TEDx-Veranstaltung präsentieren.
Und so soll der Plan funktionieren: Der Student für Luft- und Raumfahrttechnik will die Meere mit einem riesigen schwimmenden Filter vom Plastikmüll befreien. Die Konstruktion soll aus einer am Meeresboden fixierten Plattform bestehen mit seitlich angebrachten Auslegern, die wie überlange Arme den Müll aus dem Wasser einfangen. Dafür will sich der 19-Jährige die Wasserströmung zu Nutze machen, um Plastikteilchen automatisch in Richtung der Plattform spülen zu lassen.
Ob das Ganze in der Praxis wirklich funktioniert, soll jetzt eine Machbarkeitsstudie zeigen. Außerdem gründete Slat Anfang des Jahres die Non-Profitorganisation „The Ocean Cleanup Foundation“, die sich um die Entwicklung der Technik kümmert. Sein Ziel ist es, schätzungsweise 7.250.000 Tonnen Plastikmüll aus dem Meer zu fischen, was dem Gewicht von 1000 Eifeltürmen entspricht. Nur fünf Jahre soll das mit seiner Konstruktion dauern.
Fünf Anlagen sollen reichen
Dabei will Slat seine Erfindung an den fünf Stellen im Meer einsetzen, an denen die Strömung am meisten Plastikmüll zusammenträgt. Grundsätzlich seien die Teilchen natürlich überall im Wasser verteilt und ständig in Bewegung, beschreibt er. Gerade deshalb sei es aber ineffizient, die Meere danach abzufahren.
Sollte der Plan am Ende aufgehen, wäre damit schon einiges für Umwelt und Mensch gewonnen. Denn der Plastikmüll im Meer ist ein echtes Problem. Nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen gelangen jedes Jahr mehr als 6,4 Millionen Tonnen Müll in die Ozeanen – 240 Millionen Tonnen werden insgesamt jedes Jahr neu produziert.
Das Plastik im Wasser zersetzt sich über Jahrzehnte und sondert dabei Stück für Stück Schadstoffe ab. Die gelangen über die Nahrungskette am Ende auch beim Verbraucher. Auf der anderen Seite töten die kleinen Plastikteilchen unzählige Tiere. Beispielsweise behindern sie bei Seevögeln die Verdauung, so dass diese nicht mehr fressen können und verhungern. Wale und Delfine verfangen sich in alten Netzen und kommen so um.
Slat begann bereits 2011 gemeinsam mit einem Schulfreund an seiner Idee zu arbeiten. Die beiden machten außerdem verschiedene Analysen zum Plastikmüll im Meer und wie man Plastik- und Planktonteilchen voneinander trennen kann. 500 Stunden Arbeit steckte er in die Ausarbeitung seines finalen Konzeptpapiers.
Darin bietet er auch eine Antwort auf die Frage nach der Profitabilität seiner Idee. Und zwar rechnet er damit, dass sich das gesammelte Plastik verkaufen lässt und so sein schwimmendes Sammelplattform insgesamt mehr Geld einbringt, als der Bau der Filteranlage kosten würde.
Und hier gibt es den Auftritt des jungen Erfinders bei TEDx zu sehen:
Den Anfang kann jeder einzelne von Ihnen machen, in dem er auf Plastik verzichtet, so gut es eben geht und vor allem seine Mitmenschen informieren!
Quellen: PRAVDA TV/green.wiwo.de/huffingtonpost.de vom 11.06.2014
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