Nicaragua-Kanal: Süßwasserreservoir durch Versalzung bedroht

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Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten am zweiten Kanal zwischen Pazifik und Atlantik beginnen. Verbände und angrenzende Gemeinden fordern Studie zu möglichen Umweltschäden.

Die Arbeiten für den Nicaragua-Kanal sollen wie geplant noch in diesem Jahr beginnen. »Wir sind bereit anzufangen«, erklärte Kwok Wai Pang, der zuständige Vizegeneral-direktor des mit dem Bau beauftragten chinesischen Konsortiums HKND, am 20. November auf einer Pressekonferenz. Der Holding zufolge sollen die vorbereitenden Maßnahmen am 22. Dezember beginnen, wie die nicaraguanische Zeitung El Nuevo Diario berichtete.

Entgegen den Erwartungen von Umweltschutzgruppen und Anwohnerinitiativen präsentierte HKND auf der Pressekonferenz aber nicht die Untersuchungsergebnisse zu möglichen Umweltschäden infolge des Kanalbaus. Einen Zwischenbericht will das Konsortium laut El Nuevo Diario der Regierung in Managua noch im Dezember über-geben. David Blaha von der mit der Umweltstudie beauftragten britischen Firma Environmental Resources Management (ERM) erklärte, die vollständige Studie werde bis März oder April 2015 vorliegen.

Besonders große Bedenken gibt es zu den Auswirkungen, die die Wasserstraße auf den Nicaragua-See haben könnte. Durch den Lago Cocibolca soll über ein Drittel der geplanten Strecke verlaufen, 105 von insgesamt 278 Kilometern. Er ist das größte Süßwasser-reservoir in Mittelamerika, Kritiker halten den Zufluss von Salzwasser durch den Schiffsverkehr auf dem Kanal für unvermeidlich.

Dem Portal notimerica.com zufolge fordern Umweltschützer, den Baubeginn aufzu-schieben, bis mögliche Schäden bekannt sind und die Ergebnisse der Studie vorliegen. »Die Präsentation der noch vor Baustart notwendigen wissenschaftlich-technischen Daten wird immer weiter hinausgezögert«, erklärte dazu die »Gruppe Cocibolca«, zu der verschiedene Umweltschutzverbände wie das Centro Humboldt, aber auch Regional-regierungen gehören. Der Verband forderte außerdem »unabhängige Studien«.

Regierungssekretär Paul Oquist wies darauf hin, dass nicht etwa die preiswerteste Strecke ausgewählt worden sei, sondern die mit den geringsten sozialen und ökologischen Folgen. HKND erklärte zudem, am geplanten Kanalverlauf seien einige Änderungen vorge-nommen worden, die Umweltschäden minimieren sollen. Diese Modifikationen dienen vor allem dazu, die Strände und die Mangrovenwälder an der Mündung des Flusses Brito in den Pazifik zu schützen. Dafür sollen die dort geplanten Schleusen ins Landesinnere verlagert werden, um so die möglichen Auswirkungen von Tsunamis und Erdbeben zu verringern. Zusätzlich sollen Mauern die Wälder vor dem Zufluss von Salzwasser schützen.

Wie die nicaraguanische Tageszeitung La Prensa berichtete, äußerte auch das US-amerikanische Smithsonian-Institut Bedenken zu den Schäden, die Stürme in der Region verursachen könnten. In einem in der Institutszeitschrift Smithsonian veröffentlichten Aufsatz weisen die Forscher Robert Stallard und Matthew Shaer darauf hin, dass die geplante Route in einem Hurricangebiet liegt. Ein Sturm wie jener, der 1998 rund 3.800 Menschen in Nicaragua tötete, würde demnach Überschwemmungen auslösen, die Schleusen und Deiche beschädigen könnten. Auch dahinter liegende Häuser und Stromleitungen würden unter Wasser stehen.

Wie Vertreter von ERM bemerkten, verläuft die geplante Strecke nicht nur durch sieben Gebiete mit hoher Biodiversität, sondern auch durch Ländereien der indigenen Bevölkerung. »Das vielleicht wichtigste Thema, das wir bei Versammlungen mit-bekommen haben, ist das des Landerwerbs und der Enteignungen«, erklärte ein Mitarbeiter von ERM. In den vergangenen Monaten hatten immer wieder betroffene Gemeinden gegen die vorgesehenen Expropriationen protestiert. Das Centro Humboldt beziffert die Zahl der Menschen, die im Rahmen des Projektes voraussichtlich umgesiedelt werden, auf über 100.000.

Der Kritik an dem Projekt begegnet die nicaraguanische Regierung, indem sie dessen Vorteile betont. So sollen nach ihren Angaben allein die Bauarbeiten zahlreiche Arbeits-plätze bringen, weitere sollen in Bereichen wie Telekommunikation oder Transport ent-stehen. Bei den Unternehmen in den geplanten Freihandelszonen sollen demnach rund 113.000 Personen Arbeit finden. Zwar darf HKND den Kanal bis zu 100 Jahre lang betreiben, die Lizenzen würden jedoch laut Oquist schrittweise an Nicaragua übergeben, was zusätzliche Einkünfte garantiere.

Laut notimerica.com beklagen die Umweltschutzgruppen auch die undurchsichtige Finanzierung des Projekts. »Wir kennen die Finanzquellen des Megaprojekts immer noch nicht«, ließ die »Gruppe Cocibolca« verlauten. Am 20. November bezifferte Regierungs-vertreter Oquist die Kosten auf 40 bis 50 Milliarden US-Dollar (32 bis 40 Milliarden Euro). Er versicherte, es gebe zahlreiche Länder, die an Investitionen interessiert seien. Dazu gehört nach Angaben von La Voz del Sandinismo auch Deutschland. Laureano Ortega von der Investitionsbehörde Pronicaragua erklärte im Oktober, Unternehmer aus der Bundesrepublik und weiteren Staaten würden Gespräche mit HKND suchen, um mehr über das Projekt zu erfahren und eine mögliche Beteiligung zu besprechen.

In Panama sieht man die zunehmende Konkretisierung des Projektes dagegen überhaupt nicht gern. Das Land gewährleistet bislang mit dem inzwischen 100jährigen Panama-Kanal den Großteil des Schiffsverkehrs zwischen Atlantik und Pazifik. Von dort hieß es im August, der Bau der nicaraguanischen Wasserstraße sei »nicht machbar«. Statt dessen begann man, den eigenen Kanal weiter auszubauen. Dies war notwendig geworden, weil moderne Frachter, auch »Postpanamax-Schiffe« genannt, für die aktuellen Maße zu groß sind.

Erst dadurch nämlich war in Nicaragua die seit der frühen Kolonialzeit existierende Idee für eine eigene Strecke wiederbelebt worden. Die neue Verbindung zwischen den beiden Meeren soll rund dreimal so lang werden wie die in Panama. Dort sollten die Erweiterungsarbeiten eigentlich bereits Anfang 2014 abgeschlossen sein. Aufgrund von Verzögerungen ist deren Ende jetzt frühestens in diesem Monat vorgesehen.

Quellen: Reuters/jungewelt.de vom 30.11.2014

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