Auch deutsche AKW betroffen: Druckbehälter belgischer Atomkraftwerke von 16.000 Rissen übersäht

bild1

Druckbehälter der beiden belgischen Atommeiler in Doel und Tihange sind mit mehr als 16.000 Rissen übersäht. Die Atomaufsicht des Landes prüft jetzt, ob die entdeckten Schäden die Standfestigkeit der Reaktoren beeinträchtigt. Zudem schlägt die Aufsicht Alarm: Diese Risse könnten in weiteren Atomreaktoren vorkommen.

Die Ergebnisse einer neuen Analyse der belgischen Atomkraftwerke haben jetzt die Atomaufsicht alarmiert. „Das ist möglicherweise ein weltweites Problem für den ganzen Nuklearsektor“, sagte der Chef der Atomaufsicht, Jan Bens, in belgischen Medien. „Wir haben unsere internationalen Kollegen bereits informiert und beraten.“

(Bild: Druckbehälter im belgischen Atomkraftwerk in Doel: Die Stahlhülle weist 13.047 feine Risse auf. Jetzt prüft die belgische Atomaufsicht, ob der Behälter aufgrund der Schäden explodieren kann)

Auch die Forscher der Universität Leuven, die die Untersuchungen durchgeführt haben, gehen davon aus, dass auch Reaktoren im Ausland die selben Schäden aufführen könnten. „Ich wäre tatsächlich verwundert, wenn das nicht auch woanders auftritt“, zitiert die taz den Forscher Walter Bogaerts. „Ich befürchte, die Korrosionsaspekte wurden unterschätzt.“

Die beiden Kontrolleure hatten in Block 3 im Kernkraftwerk Doel in der Nähe von Antwerpen 13.047 feine Risse entdeckt. In Block 2 der Anlage Tihange, nur 70 km südwestlich von Aachen, zählten die Prüfer 3249 Risse. Beide Anlagen sind abgeschaltet. Sie dürfen erst wieder hochgefahren werden, wenn geklärt ist, ob die Risse dazu führen können, dass die Reaktordruckbehälter explodieren.

Die Risse sind ein Störfall, der in den Sicherheitskonzepten nicht vorgesehen ist, weil er als unmöglich gilt. Die Folgen wären katastrophal, weil das stark radioaktive Inventar der Druckbehälter möglicherweise kilometerweit verteilt würde. Die belgischen Atombehörden haben Electrabel, den Betreiber der Kernkraftwerke, zu aufwendigen Messkampagnen und Tests verpflichtet.

bild2

(Auch der Druckbehälter im Atomkraftwerk Tihange ist mit 3249 Rissen übersäht. Ähnliche Druckbehälter stehen auch in überwiegend noch aktiven Atomkraftwerken in den Niederlanden, der Schweiz, Spanien, Deutschland und Schweden)

Wasserstoff könnte zur Versprödung der Stahlbehälter führen

Bereits 2012 waren Risse festgestellt worden, die aber als nicht sicherheitsrelevant eingestuft wurden. Daher durften die Reaktoren vom Betreiber Electrabel wieder hochgefahren werden. Parallel dazu gab es weitere Messungen, bei denen zahlreiche neue oder unentdeckte Risse festgestellt wurden. Ursache der Risse könnten Wasserstoffeinschlüsse sein. Experten vermuten, es könne sich um Fertigungsfehler handeln, die möglicherweise keinen Einfluss auf die Standfestigkeit der Druckbehälter haben. Diese bestehen aus Stahl und haben eine Wanddicke von bis zu 25 Zentimetern. Dort, wo Rohrleitungen hinein- und hinausführen, sind es noch mehr.

Es könnte sich aber auch um eine so genannte Wasserstoffversprödung handeln, die von innen heraus wirkt. Im Druckbehälter entsteht unter anderem Wasserstoff, der in die stählernen Wände eindringen und deren Festigkeit reduzieren kann. Das könnte das Ende der Reaktoren bedeuten.

Mit Hilfe des Forschungsreaktors BR-2 im belgischen Kernforschungszentrum Mol bei Antwerpen finden derzeit Bestrahlungstests statt, die klären sollen, ob es sich in Tihange und Doel um Wasserstoffversprödung handelt. Die Inspektoren arbeiten mit dem Stahl, aus dem die beiden Reaktordruckbehälter hergestellt sind. Diese stellte die seit 1996 nicht mehr bestehenden Firma Rotterdamsche Droogdok Maatschappij her. Eine internationale Expertenkommission wird die Ergebnisse der Bestrahlungstests im April 2015 bewerten.

Das Rotterdamer Unternehmen, das ursprünglich eine Schiffswerft war, stellte insgesamt 21 Reaktordruckgefäße her, darunter die der deutschen Kernkraftwerke Brunsbüttel und Philippsburg 1. Beide sind auf Grund der Energiewende abgeschaltet. Betroffen sind zudem überwiegend aktive Reaktoren in den Niederlanden, der Schweiz, Spanien und Schweden.

Quellen: ingenieur.de vom 18.02.2015

Weitere Artikel:

Tschernobyl: Neue Welle der Radioaktivität

Die CO2-Theorie ist nur geniale Propaganda

Fukushima: Roboter kartographiert Strahlung – Fischer gegen Einleitung radioaktiver Abwässer in Pazifik

Nach Fukushima steigt die Strahlung im Nordpazifik

Fukushima: Alle Brennelemente aus Reaktor 4 geborgen – Hunderttausende Liter radioaktives Wasser fließen nach

Fukushima: Taifun als alleinige Ursache für Strahlungsrekorde fraglich

Wirbelstürme wüten: Taifun “Vongfong” in Japan und Zyklon “Hudhud” in Indien (Videos)

Fukushima: Atomarbeiter verklagen Betreiber Tepco – Trümmerfund im Abklingbecken (Video)

Sperrzone in Fukushima: Mutationen bei Tieren festgestellt – Vereisungspläne gescheitert

Tepco pfuscht in Fukushima: Schutzwall aus Eis – Wasser gefriert nicht (Video)

Japan: 6.5 Erdbeben und kleiner Tsunami nahe Fukushima (Videos)

Fukushima: Ärzte attackieren UN wegen Krebs-Verharmlosung (Video)

Keine Explosion: Fukushima-Hoax beunruhigt Internetnutzer

Fukushima: Kein Ende der Hiobsbotschaften in Sicht, doch die Medien schweigen

Fukushima: Radionuklide reisen per Meeresströmung

Schützt die Kinder von Fukushima vor den Lügen der japanischen Regierung – Tipps zur Bergung geschmolzener Brennelemente gesucht (Video)

Fukushima: Sabotage-Verdacht an der gefährlichsten Atom-Ruine der Welt

Außer Kontrolle: Tepco flutet Fukushima „irrtümlich“ mit radioaktivem Wasser

Kritik am UN-Bericht über Fukushima: Jede Strahlungserhöhung hat Folgen – Hoch radioaktives schwarzes Pulver in Tokio entdeckt

Fukushima: Tepco leitet 400.000 Tonnen radioaktives Wasser in den Pazifik

Das Meer ist kaputt

Ärzteorganisation warnt vor Vertuschung der Folgen des Atomunfalls: »Fukushima ist noch nicht unter Kontrolle«

Fukushima: Kontamination erreicht Kanada

Fukushima: Mehrere hundert Tonnen radioaktives Wasser freigesetzt

Fukushima: Tepco findet geschmolzene Brennstäbe in Atom-Ruine nicht

Strahlungsalarm in unterirdischem US-Atommülllager

Fukushima gefährdet Alaska-Robben (Video)

Fukushima: Jedes vierte Kind hat psychische Probleme – Grundwasserbelastung auch durch Reaktor 3

Kalifornien: “Montauk-Monster” oder ein Kadaver? Alaska: Polarbären verlieren Fell, hohe Sterblichkeit bei Robben

Fukushima: Mysteriöse Erscheinungen an amerikanischer West-Küste

Fukushima: Strahlenwerte erreichen neuen Rekord – Roboter entdeckt Wasserleck in Reaktor 3 – Googlemap zeigt weltweit gefährdete AKW (Video)

Sammelklage von US-Marinesoldaten: Der tödliche Schnee von Fukushima (Video)

Fukushima-Welle: US-Regierung bestellt 14 Millionen Jod-Tabletten (Videos)

Radioaktivität und die Auslöschung des Lebens: Sind wir die letzten Generationen? (Videos)

Fukushima-Lügen: Seeleute verklagen Tepco

Fukushima: Höchste Radioaktivität aller Zeiten, Regierung verschärft Zensur (Video)

Fukushima: Gefährlichste Aktion in der Geschichte der Atomkraft beginnt (Videos)

Fukushima “für immer unbewohnbar”

Heikle Mission Fukushima

Fukushima: Strahlung im Grundwasser um das 6500-Fache gestiegen – Betreiber ignorierte bei Taifun neue Sicherheitsregeln (Video)

Fukushima: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Rettung gelingt, geht gegen Null“

Radioaktives Wasser: Japan bittet um ausländische Hilfe für Fukushima (Videos)

Plume-gate Fukushima: “Bei Sicherung der Brennelemente im Lagerbecken von Reaktor 4, geht es um unser aller Überleben” (Videos)

Erneute Panne in Fukushima

Fukushima: Tepco leitet 1130 Tonnen kontaminiertes Wasser ins Meer

“Plume-gate” Fukushima: Tschernobyl des 21. Jahrhunderts – Tepco gibt Lüge zu – 1/3 der Kinder mit Zysten und Knoten

Fukushima ohne Ende – Die Lügen von Tepco

“Plume-gate” Fukushima: Fische strahlen noch immer, gesundheitliche Folgen ionisierender Strahlung und mehr…

6+ Erdbebenserie: Tokio erschüttert – Werte in Fukushima steigen weiter, Beben in Alaska, Kanada und Costa Rica (Nachtrag & Videos)

Strahlung im Wassertank des AKW Fukushima extrem angestiegen

Japan stuft Schweregrad von Fukushima-Leck hoch

AKW Fukushima: Größtes Leck seit der Atomkatastrophe im März 2011

Fukushima: Hochpumpen von Grundwasser hat begonnen – Täglich fliessen 300 Tonnen radioaktives Wasser ins Meer

Fukushima: Jetzt ist es passiert

Tschernobyl und Fukushima: Die Lage ist noch gefährlich

Strahlende See vor Fukushima – Japan warnt vor Meeresverseuchung

Fukushima: Am Pannen-AKW steigt Dampf auf (Video)

Fukushima: Radioaktive Belastung des Grundwassers steigt nach Leck dramatisch

WHO verharmlost Gefahr: Erhöhtes Krebsrisiko in ganz Japan

Radioaktive Substanzen belasten Grundwasser in Fukushima

AKW Fukushima verliert erneut radioaktives Wasser

Fukushima: Reaktoren laufen mit radioaktivem Grundwasser voll

Pannen im AKW Fukushima: 120 Tonnen radioaktives Wasser ausgelaufen, weiteres Leck (Videos)

“Tschernobyl hoch drei”: Japans dreiste Behörden erklären null Strahlentote durch eigenes Fukushima-Versagen

Fukushima: Verstrahlter Spielplatz, Kritik an Dekontaminierung – Aktuelle und alte (vertuschte) Störfälle – Erdbeben (Videos)

Teile von Dach und Wand des explodierten Tschernobyl-Reaktors eingestürzt

Fukushima: TEPCO behinderte vorsätzlich Inspektion – Ermittlungen gegen Verantwortliche der Katastrophe (Videos)

Übergeschnappt: Bundesamt will radioaktives Asse-Wasser in Flüsse leiten

Fukushima: Ausnahmezustand ist der Normalzustand – Gefahren immer noch vorhanden

Uran in Trinkwasser gefährdet Kleinkinder – Bundesministerien schweigen – Radioaktivität in Düngemitteln und Geschirrreinigern

Lügen von Unternehmen im Fukushima-Umweltskandal belegt – Fisch mit enorm hohem Strahlenwert

3sat zu Fukushima: Neuigkeiten – Reaktor strahlt weiter (Video)

Atommüll-Lager Asse ist illegal

Yellow Cake: Die Lüge von der sauberen Energie (Video)

“Plume-gate” Fukushima: Die unsichtbare Bedrohung – Rauch an Filteranlage, Leck in Turbinengebäude – Mutationen bei Schmetterlingen – Rotes Licht über AKW

Fukushima und die Erdbeben-Lüge: Das japanische 9/11 heißt 3/11

About aikos2309

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*