
Menschen sterben bei Widersetzung gegen Abholzung, Wasserkraftwerke, Bergbauminen und Landstreitigkeiten. Weltweiter Bedarf an Holz soll sich bis 2050 verdreifachen. Laut einem Bericht starben letztes Jahr mindestens 116 Umweltaktivisten bei Kampagnen gegen Bergbauminen, Abholzung, Wasser- und Landraub.
Wie die in Großbritannien ansässige Gruppe „Global Witness“ berichtet, ist die Anzahl der Todesfälle im Steigen begriffen, indem durchschnittlich zwei Menschen pro Woche umkommen – ein Fünftel mehr als 2013.
Wie die Studie ergab, wurden einige Aktivisten während Protesten von der Polizei oder von Auftragskillern erschossen, während viele weitere von Unternehmen bedroht wurden, denen sie sich widersetzt hatten.
Laut des Berichts „How Many More?“, könnte die Todesrate noch viel höher sein, indem die Schauplätze der Zusammenstöße zumeist abgelegene Dörfer und Dschungelgebiete sind, so dass viele Todesfälle nicht offiziell registriert werden (Alternative Heilung: GcMAF und der mysteriöse Tod von 14 Ärzten (Videos) und Das mysteriöse Sterben von Top-Bankern und „Staatsfeinden“ setzt sich fort (Videos) und Zufall? Innerhalb von 24h sterben drei Journalisten – sie planten Dokumentarfilm über 9/11).
Indem Honduras, gemessen an der Einwohnerzahl, das gefährlichste Land war, ereigneten sich annähernd drei Viertel der bekannten Todesfälle in Mittel- und Südamerika, während Brasilien, Kolumbien und die Philippinen ebenfalls eine hohe Anzahl an Toten zu verzeichnen haben (Dammbruch wird zum brasilianischen Fukushima (Videos)).
Ungefähr 40 Prozent der Opfer waren Ureinwohner, die in Streitigkeiten über Wasserkraftwerke, Bergbauminen, Abholzung, Land und Wasser verwickelt waren.
„In Honduras und überall auf der Welt werden Umweltschützer am helllichten Tag erschossen, entführt, bedroht, oder als Terroristen gehandelt, weil sie sich dem so genannten Fortschritt in den Weg stellen“, sagt Billy Kyte, ein Aktivist bei Global Witness.

„Die wahren Urheber dieser Verbrechen kommen durch eine mächtige Verflechtung von Konzern- und Staatsinteressen ungeschoren davon. Dringendes Handeln ist erforderlich, um die Bürger zu schützen und die Täter vor Gericht zu bringen.“ (Wohlstand auf dem Rücken der Dritten Welt: Sklavenarbeit für unseren Fortschritt! (Video))

(Luftaufnahme eines von heimlichen Goldminen verwüsteten Gebiets im brasilianischen Nationalpark Jamanxim)
Viele Fälle wurden nicht von der Justiz aufgeklärt, aber zu den mutmaßlichen Mördern gehören paramilitärische Gruppen, Polizei, private Sicherheitsdienste und das Militär.
Global Witness ruft Regierungen und internationale Vereinigungen dazu auf, Verbrechen gegen Aktivisten zu beobachten, zu untersuchen und zu bestrafen und sich, besonders im Fall von Honduras, bei angenommenen Übergriffen an den UN-Menschenrechtsrat zu wenden.

Der Bericht besagt, dass in diesem Land zwischen 2002 und 2014 111 Mordfälle bekannt geworden sind. Berta Cáceres, eine indigene Aktivistin in Honduras und Gewinnerin des Goldman Environmental Prize von 2015, sagte, dass sie von Unterstützern des Damms verfolgt wurde (Regenwaldzerstörung im Amazonas stark gestiegen).
„Sie verfolgen mich. Sie drohen damit, mich umzubringen, mich zu entführen, sie bedrohen meine Familie. Das ist es, womit wir konfrontiert sind“, sagte sie.
Seit 2013 wurden drei ihrer Kollegen getötet, nachdem sie sich dem Agua-Zarca-Damm am Gualcarque-Fluss widersetzt hatten, dem Aktivisten nachsagen, dass er Hunderte von Lenca-Ureinwohner von einer lebenswichtigen Wasserquelle abzuschneiden droht.
Shahed Kayes, ein Aktivist aus Bangladesch, erzählte Global Witness, dass er von ungefähr 40 Leuten bedroht und geschlagen wurde, die unter Verdacht stehen, sich an illegalem Sandabbau zu beteiligen (Unserer Erde geht der Sand aus und wird zur Schmuggelware (Videos)).
Nach seinen Angaben wurde ihm gesagt: „Du kämpfst gegen uns und wir haben wegen eurer Protestbewegung viel Geld verloren.”
„Wir haben den Fehler gemacht, euch nicht vorher zu töten; diesmal werden wir euch dran kriegen. Wir werden euch die Adern an Handgelenken und Beinen aufschneiden, eure Hände und Beine zusammenbinden und euch in den Fluss werfen“.
Er leitet eine örtliche Arbeitsgruppe zur Verhinderung von illegalem Sandabbau, welche sich gegen Praktiken engagiert, die laut der Gruppe das Land und die Angelgewässer der Gemeinde schädigen.
Global Witness sagte, dass Gewalt und Einschüchterung oft Hand in Hand gehen mit der Kriminalisierung von Protesten, Anwendung von Antiterrorgesetzen, eingeschränkter Meinungsfreiheit und laxen Umweltschutzgesetzen (Schädlicher Freihandel: Wie EU-Staaten die Dritte Welt ausbeuten).
