
Indien schafft Bargeld radikal ab, verkündet Banken-Feiertag.
Indiens Premier Narendra Modi hat in einer spektakulären Rede (Englisch ab Minute 37:44) bekanntgegeben, dass Geldscheine für 500 und 1000 Rupien (7,50 Dollar und 15 Dollar) ab sofort abgeschafft werden.
An Geldautomaten dürfen zahlreiche Bürger nur noch bis zu 3000 Rupien (30 Dollar) abheben. Die Geldscheine verlieren am Mittwoch ihre Gültigkeit, das heißt also mit sofortiger Wirkung.
Präsident Pranab Mukherjee rief die Inder auf, nach der Ankündigung des Premiers eine Panik zu vermeiden.
Am 9. November wird es einen Bankenfeiertag geben, die Banken bleiben geschlossen. Die Verwendung von Kreditkarten soll durch die radikale Maßnahme nicht beeinträchtigt werden, sagte Modi. Die Möglichkeit, mit Karten an Tankstellen zu bezahlen, solle weiter gegeben sein, sagte Modi.
The Indian Express meldet, dass sich unmittelbar nach der Bekanntgabe an den Bankautomaten im Land lange Schlangen gebildet hätten (Bargeldverbot: Auf der Strecke blieben die Freiheit und die Bürger).
Danach soll es neue Geldscheine geben. Die Zentralbank werde neue Scheine über 2.000 und 500 Rupien drucken.
Danach werden die Inder eine Einmal-Gelegenheit erhalten, ihr Geld umzutauschen und unversteuertes Geld zu deklarieren.

Offiziell geht es um Korruption, Geldwäsche und Terror-Finanzierung. Doch die Rede des Premiers deutet auf grundlegende Probleme. Er entschuldigte sich bei den Indern für die Schwierigkeiten, die sie in den kommenden Tagen zu gewärtigen hätten.
Das Land sei durch Betrüger und Steuerhinterzieher in Bedrängnis geraten, nun müsse man ernsthaft gegensteuern. Alle bisherigen Maßnahmen der Regierung gegen die Schattenwirtschaft haben nicht funktioniert.
Bloomberg zitiert einen Immobilien-Experten, der davon ausgeht, dass die Maßnahme einen deflatorischen Effekt haben und Häuserpreise wieder erschwinglich machen würde.
Literatur:
Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und Täuschung von Paul Schreyer
Beuteland von Bruno Bandulet
Rettet unser Bargeld! von Max Otte
Quellen: PublicDomain/Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten am 08.11.2016
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