
Angela Merkel lässt ihre Fernsehauftritte inszenieren, wie jetzt bekannt wurde. Einem Bericht des ZDF zufolge erhielten die „Veranstalter penible Empfehlungen“. Das öffentliche Bild der Kanzlerin, so lässt es das ZDF wissen, sei wichtig.
Wer das Glück oder das Pech hat, eine Veranstaltung durchzuführen, zu der die Kanzlerin erwartet wird, bekommt im Vorfeld eine Fünf-Seiten-Liste mit sehr konkreten Wünschen ausgehändigt.
Sie reichen von der Beleuchtung („fernsehgerecht“) über die Bühnengestaltung („Weiß unbedingt vermeiden“) bis hin zum Absperrsystem („Kordelständer Typ Tensator o. ä.“). Die Empfehlungen der Abteilung Medienbetreuung des Bundespresseamts betreffen sowohl den Ablauf der Veranstaltung als auch die bildliche Gestaltung.
Der Leitfaden, der dem ZDF vorliegt, verrät einiges darüber, wie Merkel Journalisten auf Distanz hält. So entscheiden die Medienbetreuer buchstäblich nach Zentimeterlage, ob fotografiert und gefilmt werden darf, wenn die Bundeskanzlerin ihren Platz in der ersten Reihe einnimmt (Strafanzeige gegen Merkel und ihre „verlässlichen Freunde“ bzw. globalpolitischen Pyromanen).
Pult soll vorne geschlossen sein
Wer Bildtermine mit ihr vereinbart, muss sich allerdings an weitere Vorgaben halten als bloße „Empfehlungen“. Der Text des ZDF lässt deutlich werden, dass es ansonsten in der Regel keinen solchen Termin geben würde.
Die „Vorschriften“, wie wir sie präziserweise nennen, bezieht sich zunächst auf das Rednerpult. Dieses sollte „über eine geschlossene Vorderseite verfügen und eine Höhe von 1,10 m an der Vorderkante nicht überschreiten“. So würde die „Empfehlung“ des Bundespresseamtes lauten, berichtet das ZDF. Wir halten dies für eine „Vorschrift“.
In der Nähe des Pultes müssten Blumen-Arrangements allenfalls „dezent“ zu sehen sein. Hier geht es um die Farbwirkung des Blumenschmuckes. Zudem sollte das Pult nicht „weiß“ sein. Diese Grundfarbe gelte es aus „bildtechnischen Gründen“ zu unterbinden, so die Vorgabe.
Auch die Beleuchtung habe „fernsehgerecht“ zu sein, so das Presseamt. Sitzt die Kanzlerin im Publikum in der ersten Reihe, solle der Abstand zur Bühne „mindestens 3,50 Meter betragen“. Sonst sei ein solcher „Bildtermin nicht möglich“.
Wir lesen daraus eine Vorgabe. Die Position der Presse wiederum sollte die Distanz von „25 Metern zum Bildmotiv nicht überschreiten“, lautet die nächste Vorgabe. Pro Kameramann bzw. Fotografen seien jeweils 70 Zentimeter vorgesehen. In der Breite, ist anzunehmen („Die Millionärs-Kanzlerin & die Millionärs-Politiker!“ – Merkel, Steinmeier, Maas, Roth & Co. sind keine von uns!).



Zu den Vorschriften zählt zudem, dass ein Veranstalter den Regierungssprecher Steffen Seibert „bitte einen Platz in der Reihe hinter (der) Bundeskanzlerin“ reserviert. Wahrscheinlich der Notfall-Ausgang, falls eine Debatte oder Fragerunde zu kompliziert wird.
Die Reihe der Vorschriften ist deshalb interessant, weil sie das Bild der angeblich „uneitlen“ Kanzlerin erheblich verändert. Frau Merkel ist ebenso bildbedacht wie alle Mächtigen der Welt. Auch wenn dieses Bild nicht immer optimal ist, so die Kritiker (Wie die Medien die öffentliche Meinung beeinflussen und Demokratie-Abbau fördern).
Literatur:
Die Angst der Eliten: Wer fürchtet die Demokratie?
Wehrt Euch, Bürger!: Wie die Europäische Zentralbank unser Geld zerstört
Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen: Der Weg in die totale Kontrolle
Wer regiert das Geld?: Banken, Demokratie und Täuschung
Quellen: PublicDomain/ZDF/politaia.org am 19.05.2019
