Gesundheit: Mit MCT-Fetten zu einem neuen Körpergefühl

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Durch die heutige kohlenhydratreiche westliche Ernährungsweise sind wir zu Zucker-Verbrennern statt Fett-Verbrennern geworden. Unschöner Nebeneffekt: Eine Menge Leute plagen sich mit Gewichtsproblemen oder Zivilisationskrankheiten herum. Die ketogene Ernährung, kombiniert mit gesunden MCT-Fetten, kann Abhilfe schaffen.

Vor meinem ersten Ausflug in die Keto-Ernährung wurde ich des Öfteren von meiner Lebenspartnerin auf meine nachlassende Merkfähigkeit angesprochen. „Das habe ich dir doch gesagt …“ – „Nein, davon weiß ich nichts. Das höre ich zum ersten Mal …“

Manchmal, nach ein paar Stunden, fiel es mir dann wieder ein, wenn ich mich an die Situation, an den Zusammenhang erinnern konnte. Ja, sie hatte tatsächlich recht. „Alles ganz normal“, dachte ich, „ich werde eben langsam alt und dement.“ Zu meinen Symptomen gehörten auch Wortfindungsstörungen und der sogenannte „Brain-Fog“, also quasi ein ständig benebeltes Gehirn.

Neue Ernährungstrends gibt es jedes Jahr. Meist versprechen sie einen schlanken Körper und ewige Jugend. Daher war ich zuerst skeptisch, als ich von der sogenannten ketogenen Ernährung hörte. Damals ernährte ich mich hauptsächlich pflanzlich, mit vielen Kohlenhydraten (Brot, Müsli, Weißmehl), Soja und Gemüse – aus der Überzeugung heraus, dass die heutige industrielle Fleischproduktion einen Irrsinn darstellt.

Jedoch fiel mir während dieser Zeit zunehmend auf, dass mir das viele Soja und die vielen Kohlenhydrate nicht guttaten. Ich war oft müde und gereizt, sobald der Blutzuckerspiegel mal wieder in den Keller fiel. Ein gutes Bauchgefühl hatte ich nur, wenn ich Salat und Gemüse aß. Dies versprach die ketogene Ernährung zu ändern. So entschied ich mich dazu, diese Ernährungsform einfach einmal selbst auszuprobieren.

Keto-Was?

Wir essen, weil wir unserem Körper Energie zuführen müssen, damit alle lebensnotwendigen Vorgänge stattfinden können. Wie ein Hybridfahrzeug kann unser Körper aber mehrere Brennstoffe zur Energiegewinnung verwenden, nämlich Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette. Hat er die Wahl, wird er sich zuallererst auf die Kohlenhydrate stürzen. Aus diesen produziert er das Molekül Glukose, das am einfachsten in Energie umgewandelt werden kann.

Weil für den Transport der Glukose durch den Körper Insulin notwendig ist, wird gleichzeitig die Insulinproduktion hochgefahren. Bei dieser Form der Energiegewinnung befindet sich der Körper praktisch ununterbrochen im Turbomodus. Evolutionsgeschichtlich ist der Kohlenhydratstoffwechsel unser Flucht- und Kampfstoffwechsel, der uns in kürzester Zeit sehr viel Energie zur Verfügung stellt (Gesundheit: Mit MCT-Fetten zu einem neuen Körpergefühl).

Allerdings sind für die meisten von uns die Zeiten vorbei, als wir uns nur mit einem Speer bewaffnet heldenhaft dem Säbelzahntiger entgegenstellen oder aber schleunigst vor dem Höhlenbären Reißaus nehmen mussten.

Und mag auch der eine oder andere den täglichen Schreibtischjob als Kampf empfinden, so ist uns dennoch wenig damit gedient, wenn wir ständig in hohen Drehzahlen laufen. Solange wir unseren Körper nämlich mit Kohlenhydraten füttern, ist er nicht auf Fette angewiesen – also lagert er sie ein. Der „Tank“ für das Fett ist dabei um einiges größer als derjenige, der für die Kohlenhydrate zur Verfügung steht. Während die Kohlenhydratspeicher in der Leber und Muskulatur auf drei- bis sechshundert Gramm beschränkt sind (umgerechnet 1600 bis 2400 kcal), kann der Fettspeicher unseres Körpers zehn Kilogramm (90 000 kcal) oder mehr betragen.

Oft befinden sich diese Fettdepots auf den Hüften oder an den Oberschenkeln… Die Tatsache, dass die Insulinproduktion ebenfalls stets auf Hochtouren läuft, ist Grund für den gemeinsamen Nenner von Übergewicht, Diabetes, Alzheimer, Krebs oder Herz-Kreislauferkrankungen, nämlich eine mehr oder weniger ausgeprägte Insulinresistenz. Die Überbeanspruchung des Kohlenhydratstoffwechsels führt für die meisten von uns auf direktem Weg zu Fettleibigkeit und Zivilisationskrankheiten.

Viel besser auf die heutige Lebensweise zugeschnitten ist der Fettstoffwechsel. Er hat dafür gesorgt, dass unsere Vorfahren nicht bereits nach wenigen Tagen verhungert sind, wenn der Jagderfolg einmal ausblieb.

Würden wir unseren Zellen, von der jede Glukose verarbeiten kann, nämlich keine Kohlenhydrate mehr zuführen, wären die Glykogenspeicher in ein bis drei Tagen aufgebraucht. Um unser Überleben zu sichern, stellt dann unser Stoffwechsel auf Fettverbrennung als primäre Quelle der Energiegewinnung um. Diesen Stoffwechselzustand nennt man Ketose. Es handelt sich dabei um einen sehr harmonischen Energiestoffwechsel, der nicht durch das Auf und Ab des Insulin- oder Zuckerstoffwechsels gestört ist.

Benötigt der Körper doch einmal Glukose, kann er diese per Glukoneogenese aus Aminosäuren, also Eiweiß, selbst herstellen. Solange wir unseren Körper mit Kohlenhydraten füttern, wird er jedoch nicht auf die eingelagerten Fettreserven zugreifen; wer übergewichtig ist, kann nicht oder kaum abnehmen. Hochqualitative Fette hingegen sind für unseren Körper ein viel besserer Kraftstoff, da Fette sehr viel effizienter verstoffwechselt werden als Kohlenhydrate. Dadurch behalten wir unser normales Körpergewicht.

Auch unser Gehirn profitiert, wenn wir Fett statt Glukose verbrennen, da Fette erwiesenermaßen gehirnregenerierend wie auch gehirnschützend sind. Daher erweist sich eine Ernährung, die auf dem Fettstoffwechsel beruht, insbesondere auch bei Erkrankungen wie Alzheimer oder Epilepsie als sehr effektiv. Nach der Umstellung auf eine ketogene Ernährung ist eine verbesserte Merk- und Denkfähigkeit oft eine der ersten Veränderungen, die wir wahrnehmen können.

In der Ketose – die man auch als optimierte Fettverbrennung bezeichnen könnte – erfolgt die Nährstoffversorgung vorwiegend durch Ketone. Diese werden in Leber und Darm aus Fettsäuren gebildet und direkt in den Mitochondrien zu Energie umgewandelt. Das ist ein wichtiger Punkt. Die Mitochondrien sind die Energiekraftwerke in unseren Zellen.

Jede Körperzelle enthält zwischen 1000 und 2000 dieser Organellen, die aus der Nahrung und dem Sauerstoff, den wir einatmen, rund neunzig Prozent unserer Körperenergie in Form von ATP (Adenosintriphosphat) erzeugen. ATP ist gewissermaßen die Energiewährung der Zellen. An einem einzigen Tag setzen die Mitochondrien das Gewicht des menschlichen Körpers in ATP um.

Der Zustand der Mitochondrien entscheidet über die Funktionstüchtigkeit und das Altern der Zelle. Daher führt man chronische Erkrankungen seit einigen Jahren auf die sogenannte Mitochondriopathie zurück, das Krankwerden der Mitochondrien.

Es gibt schlüssige Hinweise darauf, dass die Entstehung von Krebs mit einer Mitochondriopathie einhergeht. Abgesehen von der Energieversorgung regeln Mitochondrien auch viele zelluläre Funktionen wie beispielsweise den Eisenstoffwechsel, die Zellteilung und die Zelldifferenzierung. Wir sehen, die Mitochondrien sollten wir hegen und pflegen. Und das tun wir am besten, indem wir sie mit kurz- und mittelkettigen Fettsäuren füttern.

MCT-Fette – „Wunderwaffe“ gegen Stoffwechselkrankheiten

Die meisten natürlichen Fette – egal ob tierischer oder pflanzlicher Herkunft – bestehen überwiegend aus sogenannten Triglyceriden. Je nach Anzahl der Kohlenstoffatome in den Fettsäureketten werden sie in kurzkettig, mittelkettig und langkettig eingeteilt. Während die meisten Fette und Öle in unserer Nahrung aus langkettigen Fettsäuren (LCT-Fetten) bestehen, finden sich höhere Konzentrationen an mittelkettigen Fettsäuren vor allem in tropischen Pflanzenfetten wie Palmkernöl oder Kokosfett; auch Butter und Muttermilch sind reich an mittelkettigen Fettsäuren.

Diese werden auch als MCTFette bezeichnet, was die Abkürzung für den englischen Begriff Medium-Chain Triglycerides ist. Es gibt vier dieser Fettsäuren, die sich durch die Anzahl ihrer Kohlenstoffatome (C-Werte in Klammern) unterscheiden:

Capronsäure (C6)
Caprylsäure (C8)
Caprinsäure (C10)
Laurinsäure (C12)

Diese MCT-Fette haben eine Menge Vorteile. Sie haben die Eigenschaft, ähnlich wie Kohlenhydrate (Traubenzucker!) schnell Energie bereitzustellen, aber ohne den Blutzuckerspiegel zu verändern, da sie für ihre Verteilung im Körper kein Insulin benötigen. Im Vergleich zur Verdauung von LCT-Fetten, die in der üblichen Nahrung dominieren, verläuft die Verdauung von MCT-Fetten nämlich deutlich unkomplizierter.

Normalerweise benötigen Fette für ihre Verdauung und Aufnahme in den Organismus Hilfe durch Gallensäuren oder Verdauungsenzyme wie Lipasen. MCT-Fette hingegen passieren durch simple Diffusion direkt und unverändert die Darmschleimhaut und gelangen ohne Umwege in die Blutbahn und von dort in die Leber, wo sie in Ketone umgewandelt werden.

Die Ketone werden von der Leber wiederum ins Blut abgegeben und im ganzen Körper verteilt. Sogar Zellen, die insulinresistent geworden sind, können von den Ketonen mit Energie versorgt werden, und da Ketone wasserlösliche Fette sind, passieren sie im Gegensatz zu anderen Fetten auch die Blut-Hirn-Schranke und liefern unserem Gehirn neuen Brennstoff. Weder beeinflussen Ketone den Cholesterin-Stoffwechsel, noch werden sie wie Kohlenhydrate als Fett eingelagert. Stattdessen werden überschüssige Ketone einfach mit dem Urin ausgeschieden.

MCT-Fette können viele physiologische Vorgänge positiv beeinflussen und werden daher auch in der Medizin geschätzt. Bei Patienten mit Darmerkrankungen geht es darum, sie möglichst schonend, ohne Belastung des Verdauungssystems zu ernähren. Durch die Verabreichung von MCT-Fetten bekommt der Körper Energie und der Verdauungsapparat kann sich regenerieren.

Bekannt sind auch die positiven Effekte auf das menschliche Gehirn. Die Ketone, aus den MCT-Fetten in der Leber gebildet, dienen den Neuronen des Gehirns als Premium-Energiequelle. Die Energieversorgung des Gehirns und die Gedächtnisleistung verbessern sich. Daher eignen sich diese Fette auch zur Behandlung der Demenz, einer chronischen degenerativen Erkrankung wegen eines latenten Energiedefizits im Gehirn.

Bestimmte Bereiche des Gehirns sind bei Demenzerkrankungen nicht mehr in der Lage, Glukose (also Zucker!) aufzunehmen und zu verwerten; durch die Zuführung von MCT-Fetten kann aber für das Gehirn von Demenzpatienten dennoch Energie beschafft werden (Ist Kokosöl gefährlich? Warum Kokosöl kein Gift ist! Expertin entschuldigt sich).

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Auch bei Diabetes, Psoriasis (Schuppenflechte) oder der Hashimoto-Thyreoiditis (Entzündung der Schilddrüse), einer Autoimmunerkrankung, deren Häufigkeit stark im Zunehmen begriffen ist, können mit einer Umstellung auf die ketogene Ernährung und der Versorgung des Körpers mit gesunden Fetten deutliche Verbesserungen bewirkt werden. Dies gilt auch für die Migräne, die häufig durch einen erhöhten Histaminspiegel verursacht wird, was mit dem Genuss von unverträglichen Getreideprodukten zusammenhängen kann.

Und schließlich haben MCT-Fette auch positive Effekte auf die Muskulatur. Die C8- Fettsäure Caprylsäure verbessert die Aufnahme von Aminosäuren und von den Mineralstoffen Kalzium und Magnesium in die Muskulatur.

Dies stärkt den Erhalt des Muskelgewebes und beschleunigt die Regeneration der Muskulatur nach intensivem Sport.

Ende des Artikelauszugs „Mit MCT-Fetten zu einem neuen Körpergefühl“

Quellen: PublicDomain/zeitenschrift.com am 19.08.2020

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