Was man über CBD wissen sollte

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Hat man einmal das entspannte Gefühl nach dem Genuss von Marihuana erlebt, wird man sich fragen, warum Cannabis als illegal eingestuft wird. Der schlechte Ruf eilt dem Cannabis voraus, auch wenn es zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt gehört. Aus den Fasern der Hanfpflanze werden seit tausenden von Jahren Kleidung, Papier und auch Lebensmittel oder Treibstoffe hergestellt.

Seine psychoaktive Wirkung kennt man seit rund 3000 Jahren und doch kann Cannabis mehr als nur high machen. Seit geraumer Zeit wird die Wirkung des Wirkstoffes CBD aus der Cannabispflanze genauer untersucht. Viele Fragen sind bisher jedoch offen geblieben, die an dieser Stelle beantwortet werden sollen.

Was genau ist CBD?

Bei CBD handelt es sich um ein Cannabinoid, das aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen wird. Neben dem THC ist CBD eines der Hauptwirkstoffe in der Pflanze. THC wirkt psychoaktiv, das bedeutet, es macht high und man wird davon abhängig. Anders sieht dies beim CBD aus.

Dieses wirkt nicht psychoaktiv und sorgt so nicht für einen Rausch oder eine Abhängigkeit. Ganz im Gegenteil – im CBD-Öl sind unter anderem die Vitamine B1, B2 und E sowie verschiedene Proteine und Mineralstoffe, wie zum Beispiel Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Natrium, Phosphor und Zink enthalten.

Wo genau liegt der Unterschied zum THC?

Bei THC (Tetrahydrocannabinol) handelt es sich um den psychoaktiven Teil der Hanfpflanze. Dieser Teil macht nicht nur high, sondern führt über kurz oder lang auch in die psychische Abhängigkeit.

Es kann ganz klar gesagt werden, je mehr THC eine Pflanze aufweist, umso niedriger ist der Anteil von CBD. Menschen, die Cannabis rauchen, weil sie das High-Gefühl erreichen möchten, verwenden demnach speziellen Cannabis. In diesen Cannabis-Pflanzen kann das Verhältnis von THC zu CBD durchaus 250 zu 1 betragen. Im schlimmsten Fall kommt es nach dem Genuss zu Angstzuständen oder zu einer Paranoia.

Wie ist die Wirkung von CBD?

Glaubt man den verschiedenen Studien, dann soll CBD wahre Wunder bewirken. Zum einen wirkt es schmerzlindernd und entzündungshemmend sowie auch angstlösend. Vielfach wird CBD bei Epilepsie, Stress, Burn-Out, schizophrenen Psychosen, Migräne, Schlafstörungen, Übelkeit oder bei Erbrechen eingenommen. Hier gilt – CBD macht nicht high, sondern es hat eine entspannende Wirkung auf den Körper.

Aktuell gibt es Studien, bei denen die Wirkung von CBD auf Brustkrebs und bei Multipler Sklerose untersucht wird. Allerdings sollte man wissen, dass es hier noch keine Langzeitstudien gibt, die die Wirkungen zu 100 % belegen können.

Wie schnell tritt die Wirkung von CBD ein?

Der Wirkstoff bei CBD wirkt von Menschen zu Menschen unterschiedlich schnell. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Dosierung, das Körpergewicht und auch der Anwendungsbereich. Experten raten dazu, dass man immer mit einer geringen Dosis startet, um den Effekt am eigenen Körper festzustellen. Vielfach hört und liest man, dass 25 mg CBD pro Tag eine empfehlenswerte Dosis wären.

Bei Unsicherheiten kann man sich hier auch sehr gut von seinem Arzt beraten lassen, denn dieser kennt in den meisten Fällen seine Patienten sehr gut und kann die Dosis meist auch gut einschätzen.

Aus welchen Gründen wirkt CBD so gut?

Erwiesenermaßen enthält Cannabis bis zu 100 Cannabinoide, die auf den menschlichen Körper wirken. So ist zum Beispiel das Nervensystem des Menschen mit Cannabinoid-Rezeptoren ausgestattet. Hier können die Wirkstoffe andocken. Solche Rezeptoren findet man jedoch nicht nur im Nervensystem, sondern auch im Immunsystem, im Verdauungstrakt und im Fortpflanzungssystem.

Gleichzeitig stellt der menschliche Körper sogenannte Endocannabinoide selbst her, die ebenfalls an den erwähnten Rezeptoren andocken. Die Cannabinoide helfen so dem Körper bei der Feinmotorik, der Orientierung, der Nahrungsregulierung und auch der Sinneswahrnehmung.

Gibt es Nebenwirkungen von CBD oder wer sollte es nicht einnehmen?

Hier sind sich die Experten einig, dass CBD im Allgemeinen als sicher gilt, was auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so bestätigt wird. Jedoch muss man, dass CBD unter Umständen die Wirkungen von einigen anderen Arzneimitteln hemmen kann. Nimmt man also bereits Medikamente ein, sollte man vor dem Konsum von CBD in jedem Fall seinen Arzt befragen. Eventuelle weitere Nebenwirkungen von CBD können sein

  • Trockener Mund
  • Niedriger Blutdruck
  • Schläfrigkeit

Jedoch gibt es zu diesen Nebenwirkungen noch keine Langzeitstudien, sodass es nicht zu 100 % sicheren Aussagen kommen kann, denn jeder reagiert anders auf den Wirkstoff CBD.

Können auch Kinder CBD einnehmen?

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es kaum Studien, welche sich mit der Wirkung von CBD bei Kindern befasst haben. Dennoch gibt es Studien, bei denen Kindern mit Epilepsie oder einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) CBD verabreicht wurde. Die Symptome haben sich im Rahmen der Studien bei den Kindern verbessert. Generell sollte man Kindern CBD nur mit Rücksprache eines Arztes geben.

Grund hierfür ist es in erster Linie, dass sich die Kinder noch im Entwicklungsstadium befinden und hier die Folgen vom CBD Konsum noch nicht ausgiebig erforscht sind.

Kann es durch CBD zu einer Abhängigkeit kommen?

Hier kann man mit einem ganz klaren Nein antworten. Dies hat im Jahr 2017 auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem ausführlichen Bericht bestätigt. Dieser Bericht hat sich mit der Wirkungsweise von CBD sehr genau beschäftigt. Des Weiteren gab es einen Zusatzartikel der Expert Committee on Drug Dependence (ECDD), der klarstellte, dass CBD höchstwahrscheinlich nicht missbräuchlich genutzt werden kann oder es zu einer Abhängigkeit kommt.

In welchen Darreichungsformen kann man CBD kaufen?

CBD bekommt man in den verschiedensten Produkten. Sicherlich kann man CBD auch rauchen, wie man es vom Marihuana her kennt. Man kann sich CBD auch als Salbe oder als Lotion auf die Haut auftragen. CBD bekommt man auch in Form von Eis, als Gummibärchen, Kaugummi oder als Hanfpulver, das man als Tee aufkocht oder in seinen Smoothie rührt.

Beliebt ist auch das CBD-Öl, das man zur Massage nutzt oder es einfach sublingual also über die Schleimhäute verwendet. Wer den Geschmack von CBD nicht mag, der kann auch zu Kapseln oder zu Tabletten mit dem Wirkstoff greifen. Die verschiedenen CBD-Produkte bekommt man sowohl in Apotheken wie auch in den verschiedenen Drogerien, in einschlägigen Shops und natürlich nicht zu vergessen über das Internet.

Wie sieht es mit der Legalität von CBD aus?

Schon seit 1996 dürfen Landwirte bestimmte Nutzhanf-Sorten anbauen. Diese Sorten sind reich an CBD und haben einen niedrigen THC-Gehalt. In den meisten Fällen werden diese Pflanzen zu Kunststoffen, Kleidung oder zu Papier verarbeitet. Wichtig bei CBD-Produkten ist immer der Gehalt von THC. Dieser darf gesetzlich den Grenzwert von 0,2 % nicht überschreiten. Somit sind CBD-Produkte mit einem Grenzwert von 0,2 % THC legal und dürfen überall frei verkäuflich angeboten werden.

In Bayern gibt es sogar das erste Hanffeld, auf dem man Hanf selbst pflücken kann. Realisiert hat dies der Landwirt Josef Bayer. Allerdings sollte man beachten, dass der Anbau von Hanfpflanzen mit einem THC-Gehalt von über 0,2 % illegal ist. Dies gilt also in erster Linie für all diejenigen, die denken, dass sie Hanf zu Hause selbst anbauen und ernsten können, um ihren Konsum zu decken.

Was passiert bei einer Polizeikontrolle?

Kauft oder besitzt man CBD-Produkte mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 %, dann ist dies in Deutschland legal und es passiert bei einer Polizeikontrolle nicht das geringste. Des Weiteren erlaubt die deutsche Rechtsprechung den Besitz von 0,1 Gramm Haschisch oder Marihuana. In Berlin darf man seit Oktober 2017 sogar bis zu 15 Gramm besitzen, wenn andere Personen dadurch nicht gefährdet werden.

Zulassungen sind umstritten

Auch wenn CBD mittlerweile bei vielen Krankheiten und Beschwerden Linderung verspricht, sind die Richtlinien zur Zulassung immer noch umstritten. Anbieter von CBD-Produkten müssen in der Regel einen Antrag stellen, bevor sie solche Produkte auf den Markt bringen. Dies gilt insbesondere für Nahrungsergänzungsmittel. Da es bisher noch keine echten Zulassungen gibt, dürften diese Produkte so nicht wirklich verkauft werden. Der Verkauf von Lebensmitteln, die CBD enthalten, wird in der Regel von den zuständigen Landesbehörden überwacht.

Einige Hersteller versuchen diese Regelungen zu umgehen, indem sie ihre CBD Produkte als kosmetische Artikel anbieten, also zum Beispiel als Mundwasser. Diese Produkte werden dann zur oralen Anwendung beworben. Allerdings muss hier ganz klar gesagt werden, dass solche Produkte nicht zur Einnahme konzipiert sind und eigentlich zu den kosmetischen Produkten zählen, weshalb sie als Mittel zum Konsum nicht verkauft werden dürfen.

Einige der CBD-Öle werden auch als reine Hanföle deklariert, sodass sie keine spezielle Zulassung benötigen. Hierbei muss man bedenken, dass es sich nicht um ein klassisches Hanföl aus Hanfsamen handelt, welches als Speiseöl verwendet wird, sondern vielmehr um ein zusammengesetztes Produkt aus Hanfsamenöl und dem Extrakt der Hanfsamen.

Da jedes Bundesland anders agiert, ist das Verfahren dahinter sehr kompliziert. Hier wäre es wichtig, dass es zu einheitlichen Aussagen aller Bundesländer kommt und die Überwachungsbehörden auch nicht jedes Produkt separat überprüfen müssten.

Zusammenfassung

Die Cannabispflanze galt bei unseren Vorfahren schon als Heilpflanze. Hierzulande wurden diese Wirkungen erst in den letzten Jahren untersucht bzw. werden noch untersucht. Auch wenn viele Ärzte Cannabis bzw. CBD als sogenanntes Placebo mit Null Effekt darstellen, sollte man CBD nicht ganz verteufeln, sondern im Idealfall mit seinem Arzt darüber sprechen, um es bei bestimmten Beschwerden einsetzen zu können.

Quellen: PublicDomain am 24.10.2020

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