„Stonehenge“ in Deutschland: Das Steinzeit-Observatorium von Goseck

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Als alternativ-historischer Autor muss man bisweilen den Kopf darüber schütteln, welch geringe Beachtung selbst die phantastischsten archäologischen Entdeckungen in der breiten Öffentlichkeit finden. Dies gilt ganz besonders, wenn solche Funde, bei denen das Prädikat „sensationell“ tatsächlich angebracht scheint, quasi direkt vor der ‚eigenen Haustür‘ gemacht werden.

Ein solcher Jahrhundert-Fund, der – nach ein wenig schnell abgeflautem Rummel im Internet – offensichtlich gerade wieder dabei ist, außerhalb eines kleinen Kreises fachlicher Insider in Vergessenheit zu geraten, ist das monumentale Observatorium aus der so genannten Jungsteinzeit, dessen Überreste Archäologen vor 30 Jahren im sächsischen Goseck entdeckten.

Nicht die schiere Größe dieser neolithischen Anlage, die einen Durchmesser von 75 Metern aufweist, macht ihren Sensations-Wert aus, sondern ihr Alter, das von den Archäologen auf etwa 7000 Jahre (ca. 4900 v. Chr.) datiert wird.

Damit ist das Goseck-Observatorium vermutlich nicht nur die älteste der rund 200 derartigen Anlagen, die bisher in Europa lokalisiert werden konnten. Es stellt derzeit vielmehr WELTWEIT das älteste bekannte Sonnen-Observatorium dar, dessen frühere Funktion – aufgrund seines besonders guten Erhaltungs-Zustands – einwandfrei nachgewiesen werden konnte. Dieses „deutsche Stonehenge“ übertrifft sein Pendant in Britannien altersmäßig um wenigstens 2000 Jahre!

Entdeckt wurden die Uralt-Ruinen aus der Luft. Die Bau-Struktur bestand zur Zeit ihrer Benutzung offenbar aus vier konzentrischen Ringen – einem Mound, einem Graben und zwei etwa mannshohen Holz-Palisaden – mit Toren in südöstlicher, südwestlicher und nördlicher Richtung.

Im Scientific American stellt der Autor Madhusree Mukerjee dazu fest: „Zur Winter-Sonnenwende hätte man aus dem Zentrum der Ringe durch die südwärtigen Tore den Sonnenauf- und -untergang beobachten können.“

Weiter heißt es dort: „Der möglicherweise kurioseste Aspekt des Observatoriums besteht darin, dass die ungefähr 100 Grad betragende Spanne zwischen den Sonnwend-Toren mit einem Winkel auf einer Bronze-Scheibe korrespondiert, die auf einer 25 Kilometer entfernten Hügelkuppe bei der Stadt Nebra ausegraben wurde.

Die Nebra-Scheibe, die einen Durchmesser von 32 Zentimetern hat, wird auf 1600 v.Chr. datiert und ist die älteste realistische Abbildung des Kosmos, die bisher gefunden wurde. Sie zeigt eine Mondsichel, einen Kreis, vermutlich den Vollmond, eine Gruppe von sieben Sternen, von denen man annimmt, dass sie die Plejaden darstellen,verstreute andere Sterne und drei Bögen, alle in Blattgold vor einem rendered violett-blauen Hintergrund aufgebracht wurden, offenbar unter Verwendung verrotteter Eier.“ (Das „Atlantis der Ostsee“ – Mythos Vineta)

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Mukerjee bemerkt zudem: „Die beiden gegenüberliegenden Bögen, die entlang des Randes verlaufen, sind 82.5 Grad lang und markieren die Sonnen-Stände bei Sonnenauf- und –untergang. Die niedrigsten Punkte der beiden Bögen sind 97.5 Grad voneinander entfernt und kennzeichnten zu dieser Zeit den Sonnenauf- und -untergang zur Winter-Sonnenwende in Mitteldeutschland. Gleichermaßen markieren die höchsten Punkte Sonnenauf- und Untergang zur Sommer-Sonnenwende.

Der Sonnenstand zur Sonnenwende hat sich im Verlauf der vergangenen Jahrtausende leicht verschoben, stellt Wolfhard Schlosser von der Ruhr Universität in Bochum fest, sodass der Winkel zwischen Sonnenauf- und -untergang nun leicht weiter auseinander ist als zu den Zeiten, als die Nebra-Scheibe und der Steinkreis von Goseck gemacht wurden (etwa 1.6, respektive 2.8 degrees).“

Mysteriös bleibt jedoch, so Madhusree Mukerjee, das dritte Tor von Goseck: „Es zeigt nach Norden, aber nicht genau. Das mag nichts mit Astronomie zu tun haben, da der Komplex mehr als einzig ein Sonnen-Observatorium war. Zusätzlich zu den dortigen Tonscherben und Pfeilspitzen fanden die Ausgräber geköpfte Ochsen-Schädel, die anscheinen auf Pfosten aufgestellt waren, und Teile von zwei menschlichen Skeletten. Von den menschlichen Knochen war das Fleisch entfernt worden, bevor man sie beerdigte.

Ähnliche Skelette – darunter diverse mit Schnitt-Spuren oder mit Pfeilspitzen in ihrem Genick – sind in anderen Steinkreisen aufgetaucht, aber die Archäologen sind sich nicht einig, ob sie auf Menschenopfer oder auf ungewöhnlich blutigen Beerdigungs-Riten zurückzuführen sind. Nichtsdestotrotz weihen solche Zeremonien die Stätte als Tempel […] und zeigen, dass die Wissenschaft seit neolithischen Zeiten untrennbar mit Aberglauben verbunden war.“

Aus alternativ-prähistorischem Blickwinkel kommt dem Sonnen-Observatorium von Goseck aber auch in anderer Hinsicht eine enorme Bedeutung zu: Es stellt schlichtweg einen weiteren massiven ‚Sargnagel‘ für die schulwissenschaftliche Irrlehre vom primitiven „Steinzeitmenschen“ dar, der, um es flapsig zu formulieren, nicht ‚bis drei zählen‘ konnte.

Offenbar war Astronomie bereits während des frühen Neolithikum ein wesentliches Kulturelement jener post-cromagnoiden Zivilisationen, die sich, nach der großen Zäsur des „Neolithischen Hiatus“ (die den Kataklysmen der end-glazialen Periode folgende Ärä) zu jener Zeit formierten.

In Mitteldeutschland weisen mehrere Kreisgrabenanlagen des Mittelneolithikums Bezüge zu den Sonnenauf- und Sonnenuntergängen zur Sommer- (Schalkenburg bei Quenstedt, Quedlinburg: Nordwesttor) oder Wintersonnenwende (Goseck: Südosttor) auf.

Bezüge der mittelneolithischen Rondelle zu Sonnenwendpunkten wurden seit den 1980er Jahren bereits an einigen anderen Anlagen der Stichbandkeramik bzw. der ostmitteleuropäischen Lengyelkultur festgestellt  (z. B. Těšetice-Kyjovice in Mähren, Künzing-Unternberg in Bayern oder Svodín, Slowakei).

Das Phänomen Kreisgrabenanlage kam in den mitteldeutschen Raum elbabwärts aus dem Gebiet der westlichen Lengyelkultur. Alle bisher datierten Kreisgrabenanlagen wurden in einer recht kurzen Zeitspanne in der frühen Stufe der Lengyelkultur bzw. „Kultur mit Mährisch Bemalter Keramik“ (IA) und am Beginn der Stufe IV (= Stufe II nach Dieter Kaufmann) der Stichbandkeramik errichtet. Als hölzernes Henge-Monument ist die Anlage von Goseck jedoch rund 2.000 Jahre älter als Stonehenge.

Von Juni bis Oktober 2005 wurde die Anlage auf dem mittlerweile vollständig freigelegten Areal rekonstruiert. Die Eröffnung fand am 21. Dezember 2005 statt, dem Tag der Wintersonnenwende. Uns bleibt zu hoffen, dass diesem Ehrfurcht gebietenden Kulturdenkmal der Menschheit dann endlich die ihm gebührende Aufmerksamkeit zuteil wird.

Weiterhin kann man das Phänomen der Kreisgrabenanlagen und des Sonnenobservatoriums in einem Informationszentrum kennenlernen.

Die Anlage ist zusammen mit dem Fundort der Himmelsscheibe von Nebra, dem Großsteingrab Langeneichstädt, der Kreisgrabenanlage von Pömmelte und dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle eine Station auf der touristischen Straße „Himmelswege“

Literatur:

Neue Erkenntnisse: Beweise für einen Besuch von Außerirdischen in vorgeschichtlichen Zeiten

DAS OMNIVERSUM: Transdimensionale Intelligenz, hyperdimensionale Zivilisationen und die geheime Marskolonie

Verschlusssache UFOs

Quellen: PublicDomain/atlantisforschung.de am 18.03.2021

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