
Wer dem Geheimnis der Alchemie auf die Spur kommen will, kommt nicht umhin, sich mit der Tabula Smaragdina zu beschäftigen. Unzählige Male schon wurden sie übersetzt. Unter anderem von Isaac Newton. Bis heute aber ist sie selbst für die Wissenschaft als ein Mysterium geblieben. Von Frank Schwede
Laut einer Legende wurde die Tabula Smaragdina unter einer Hermesstatue im Grab des Hermes in der Cheopspyramide entdeckt. In einer anderen Erzählung heißt es, dass Abrahams Frau Sarah im Tal Hebron im Grab des Hermes die Tafel in dessen Händen entdeckt hat.
Nicht nur der Fundort, sondern auch die Tafel selbst ist bis heute ein Mysterium geblieben. Selbst für Wissenschaftler. Viele Male schon wurde ihr Inhalt übersetzt. Unter anderem von Isaac Newton. Diese Übersetzung befindet sich noch heute in der King´s College Library der Universität Cambridge.
Weitere namhafte Forscher und Übersetzer waren Roger Bacon, Albertus Magnus, John Dee und Aleister Crowley. Bis heute ist es aber keinem Forscher gelungen, den Inhalt der grünen Tafeln zu entschlüsseln. Dennoch wird angenommen, dass die Schrift alle großen wissenschaftlichen Prinzipien kodifizieren, die unser gesamtes Universum beherrschen.
In der Tat ist die Interpretation der Schrift keine leichte Aufgabe. Alchemisten im Altertum gründeten auf diese einzigartige Schrift das Fundament ihres Wissens. Beispielsweise trägt das 14. Arkanum des Thoth-Tarot (Golden Dawn) den Titel Kunst als eine Anspielung auf die hohe Kunst der Alchemie.
Die Buchstaben der Schrift wurden in alter atlantischer Sprache eingraviert, die auf speziell gestimmte Gedankenwellen reagieren sollen, um entsprechende mentale Schwingungen im Bewusstsein des Lesers auszulösen.
Ein Prinzip, das heute noch erfolgreich Verwendung findet, behaupten die US amerikanischen Autoren und Okkultismusforscher Michael Hoffman und James Shelby Downard. Sie schreiben:
„Ein einst universelles unterschwelliges Kommunikationssystem, das in Ägypten, Babylonien, auf dem indischen Subkontinent und bei den Azteken verwendet wurde und aus Zahlen, archetypischen Wörtern und Symbolen besteht, die in unserer Zeit manchmal in die moderne Werbung und in bestimmte Filme und Musik eingebettet sind.“
Trotz der unterschiedlichen Interpretationen scheint kein Forscher bis heute die ganze Wahrheit zu kennen. Die hermetischen Geheimlehren sagen, dass die Smaragdtafel von Hermes Trismegistos, einem atlantischen Priesterkönig, verfasst und von Atlantis nach Ägypten gebracht wurde. (Die Schlammflut-Hypothese: Der Narrativ von Tartaria und der „Alten Welt“)

Wer schrieb die Tabula?
Laut der Geheimlehren ist Thoth derselbe wie Hermes Trismegistos, der Dreimalgroße Hermes, Herrscher der drei Welten, von dem erzählt wird, dass er ein Sohn des biblischen Adam ist, dass er unsterblich war, weil er den Tod überwunden hatte und sich zwischen den Ebenen bewegen konnte, ohne durch den Tod zu gehen.
Es wird angenommen, dass Thoths große Weisheit ihn zum Herrscher über die atlantischen Kolonien und Süd- und Mittelamerika machte und dass dem Besitzer dieser Tafeln die Autorität Thoth verliehen würde.
In einer anderen Legende wird berichtet, dass es der dritte Sohn von Adam und Eva, Seth war, der die Tabula schrieb und dass die Tafel ursprünglich in der Bundeslade aufbewahrt wurde.
Die älteste dokumentierte Quelle der Tafel ist das Kitab sirr maliqi, das Buch des Geheimnisses der Schöpfung und der Kunst der Natur, ein arabisches Werk, das im 8. Jahrhundert n. Chr. geschrieben wurde und dem griechischen Philosophen Aristoteles oder Apollonius von Tyana zugeschrieben wird.
In dem Werk steht geschrieben, dass die grüne Smaragdtafel im ausgeölten Grab entdeckt wurde. Deshalb vermuten Forscher, dass es sich bei der Tafel ebenfalls um ein arabisches Werk handelt, das zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert n. Chr. geschrieben wurde und kein Werk aus der Antike ist.
Während hier die Behauptung geäußert wird, dass die Smaragdtafel ursprünglich auf Griechisch verfasst wurde, existiert das Originaldokument nicht mehr. Bis heute ist nicht bekannt, ob es überhaupt jemals existiert hat.
Oft wird behauptet, dass der Text Opfer des Brandes der Bibliothek von Alexandria wurde. Dennoch schaffte es die Kitab zu großer Berühmtheit, dass sie im Laufe der Jahrhunderte mehrfach übersetzt wurde.
Die Ordensschwester Hildegard von Hürnheim aus dem Zisterzienser Kloster Zimmern in Nördlingen verfasste um das Jahr 1282 die vermutlich älteste vollständige Übersetzung aus dem Lateinischen ins Mittelhochdeutsch.
Eine frühere Version der Smaragdina erschien auf der zweiten Seite eines Werks namens Kitab Ustuqus al-Uss al-Thani, das Jabir ibn Hayyan zugeschrieben wird. Im 12. Jahrhundert n. Chr. wurde der Inhalt der Smaragdtafel schließlich von Hugo von Santalla ins Lateinische übersetzt.
Die Aufzeichnung der jüngeren Geschichte beginnt in der Tabula in Ägypten um 300 v. Chr., als zum ersten Mal im ägyptischen Alexandria der Originaltext ins Griechische übersetzt wurde.
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Das wahre Ziel der Alchemie
Es heißt, dass bis Anfang des 20. Jahrhunderts nur eine lateinische Übersetzung bekannt war. Sie war am Ende für alle ein Segen und läutete tatsächlich eine neue Ära der Alchemie ein, sodass die Schriften noch heute den Ausgangspunkt einer gemeinsamen Weisheitslehre symbolisieren.
Michael Hoffman und James Shelby Downard vermuten, dass das eigentliche Ziel der Alchemie nicht darin besteht, Metalle umzuwandeln, sondern die Menschheit. Eine durchaus gewagte Theorie, die bei genauer Betrachtung nicht unbedingt von der Hand zu weisen ist.
Die Transmutation der Psyche, wie sie auch von den antiken Mysterienschulen gelehrt wurden, durch Leid, Tod und gewandelter Auferstehung zu einer neuen göttlichen Existenz zu gelangen, wurden in den alchemistischen Werkstätten seit der Antike auf die Materie projiziert.
Einfach erklärt heißt das, dass die Transmutation der Materie, die mineralische Stoffe durch Zerstückelung, Verbrennung und Behandlung erleiden, die Wandlungsqualen sind, die eigentlich für den Menschen bestimmt sind.
Dieser Überlegung zufolge wäre die Umwandlung von Metall in Edelmetall quasi nur eine Metapher für einen umfassenden gesellschaftlichen Umwandlungsprozesses, der einmal darin bestand, die Monarchie und Kirche abzuschaffen und die Welt nicht nach den Naturgesetzen auszurichten, sondern nach dem Willen der herrschenden Eliteklasse, die Zirkeln und Geheimlogen angehören. So, wie es aktuell wieder versucht wird.
Der Freimaurer und Okkultisten Manly P. Hall geht in seinem Buch The Adepts in the Western Esoteric Tradition ebenfalls von dieser Theorie aus und schreibt:
„Die alchemistische Tradition enthält alle Elemente eines Weltprogramms der Erleuchtung und Reform. Es bedarf nur einer oberflächlichen Bekanntschaft mit der Philosophie und Literatur der Alchemie, um die Größe dieses verborgenen Projekts zu erahnen.

Wäre es nur eine Wissenschaft zur Umwandlung von Metallen gewesen, hätten die Meister der Kunst nicht die Notwendigkeit gehabt, das Christentum zu verlassen und Zuflucht im Islam zu suchen.
Das alchemistische Laboratorium wurde zum Heiligtum der spirituellen Wissenschaften und nahm den Platz der zerstörten Heiligtümer der alten Mysterien ein.“
Der österreichische Psychoanalytiker und Anhänger Sigmund Freuds, Herbert Silberer, war einer der Ersten, der in seinem 1914 erschienenen Werk Probleme der Mystik und ihrer Symbolik die psychologische Dimension der Alchemie erkannte. Silberer sah in der Alchemie eine Sequenz symbolischer Abhandlungen, die man seinen Worten nach psychologisch entschlüsseln könne.
Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Symbolik eine große Bedeutung hat – vor allem in Geheimgesellschaften und Logen. Ein weiteres offenes Geheimnis ist, dass Geheimgesellschaften noch nie einen guten Einfluss auf die Gesellschaft hatten, dass ihr wichtigstes Ziele ist, eines Tages Gott zu ersetzen. Und genau diesem Größenwahn waren auch die Herrscher von Atlantis verfallen.
Die Methode, um dieses Ziel zu erreichen, ist das alchemistische „solve et coagula“ – die Zersetzung der von Gott geschaffenen Welt und ihr Wiederaufbau nach dem Willen des Menschen.
Deshalb findet laut Manly. P Hall die Arbeit der Alchemisten vorrangig auf sozialer Ebene statt, weil der Mensch nach Genesis 1,26 die Krone der Schöpfungsgeschichte ist und nach Gottes Bild erschaffen wurde.

Die Macht der Symbolik
Symbole, die auf unser Unterbewusstsein wirken, es geradezu triggern, werden dazu genutzt, unseren Geist so clever zu bearbeiten, dass wir uns dieser Tatsache nicht bewusst werden. Michael Hoffman schreibt dazu:
„Die alchemistische Verarbeitung des Menschen erfolgt mit den Requisiten von Zeit und Raum. Was rituell an der Reihe von bedeutsamen Orten geschieht, kann die Wirklichkeit verbiegen. (…) Wie wird die Wirklichkeit verbogen? Durch die Platzierung von rituellen Requisiten an zeremoniellen Orten. Diese Orte existieren sowohl im Geist als auch im physischen Raum.“
Hoffman und Downard sehen auch in der Ermordung John F. Kennedys eine Synchronizität. Dazu schrieben sie einen Aufsatz unter dem Titel King Kill 33.
In ihrem Essay erklären die Autoren unter anderem, warum die Atombombenexplosion auf dem 33. Breitengrad stattfand, warum Kennedy ausgerechnet an einem 22. November (22+11= 33) sterben musste, sie klären über die freimaurerische Geschichte des Daley Plaza auf, beleuchten die Zusammensetzung der Warren-Kommission, die die Ermordung Kennedys untersucht hat und berichten über die ungewöhnliche Bedeutung der Namen Kennedy und Jack Ruby, der den mutmaßlichen Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald ermordete.
Nach Worten der Autoren war Kennedys Tod aus alchemistischer Sicht her wichtig, weil die Ermordung des Königs ein uraltes Ritual ist, das der Erneuerung dem „Ergrünen der Erde“ dient.
Für die Wissenschaft ist die Tabula Smaragdina noch heute von unschätzbarem Wert, denn schließlich hat sie das uralte Wissen der westlichen Zivilisation bis zum heutigen Tag bewahrt, auch wenn der Inhalt der Schriften aufgrund seiner okkulten Prägung nur schwer zu verstehen ist, so beinhaltet er, was unser naturwissenschaftliches Weltbild wesentlich beeinflusst.
Dasselbe gilt auch für die Religionen und für den Okkultismus. Der Alchemist und Buchautor Heinrich Kunrath bezeichnet die Tabula in seinem Buch Amphitheatrum Sapientiae Aeternae als Monument für die gesamte Menschheit.
Bis heute weiß niemand, wo sich das Original befindet, geschweige, ob es überhaupt noch existiert, das einzige, was erhalten geblieben ist, sind die drei alten lateinischen Übersetzungen, die in Alexandria aus der griechischen Übersetzung angefertigt wurden..
Es wird vermutet, dass das Wissen der Tabula im 8. Jahrhundert über Marokko nach Spanien und schließlich auch auf den europäischen Kontinent kam, wo die Alchemie in den darauf folgenden tausend Jahren einen wichtigen Stellenwert innerhalb der alten Wissenschaft eingenommen hat, bis sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch die moderne Wissenschaft aus dem Feld gedrängt wurde.

Die Geschichte der Tabula Smaragdina hat viele Facetten, auch solche, die wir bis heute nicht kennen. Eins aber sollte man auf gar keinen Fall tun: jede Information darüber ungefiltert übernehmen.
Hinter vermeintlich wahren Informationen verbergen sich oft krude und vor allem erfunden Geschichten, mit denen die Verfasser eine Menge Geld verdienen. Auch über die Tabula existieren eine Menge erfundener Legenden.
Eine davon stammt von dem US amerikanische Autor Doreal, der mit bürgerlichem Namen Claude D. Dodgin heißt und 1963 verstarb. Dodgin war ein begeisterter Anhänger der New-Age-Szene. In zahlreichen Büchern hat er behauptet, Originalschauplätze aufgesucht zu haben.
So behauptet er auch unterirdische Städte im Tibet besucht zu haben. In der Wüste Gobi will er gewesen sein und auch auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko, wo er die Smaragdtafeln des Thoth entdeckt haben will. Jedoch konnte der Autor nie Beweise für seine Behauptungen vorlegen.
Geschichte ist spannend – aber nur solange sie der Wahrheit entspricht – schließlich kommt die Wahrheit irgendwann immer ans Licht.
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Quellen: PublicDomain/Frank Schwede für PRAVDA TV am 17.12.2023
