Bei mehr als der Hälfte der über 4.000 untersuchten Personen aller Altersstufen wurde ein teilweise erhebliches Defizit an Vitamin D festgestellt: Der Vitamin D Spiegel im Blut von 57 Prozent der untersuchten Männer und 58 Prozent der Frauen lag unterhalb des kritischen Grenzwertes.
Bei den über 65-jährigen Frauen waren 75 Prozent unterversorgt. In den Wintermonaten waren die festgestellten Defizite noch höher.
Ähnliche Ergebnisse brachten Vitamin D Studien in den USA. Vitamin D-Mangel wurde festgestellt bei
All diese hohen Betroffenen-Zahlen sind umso schlimmer, wenn man sich die lange Liste mit Krankheiten ansieht, die von einem Vitamin-D-Mangel ausgelöst oder verstärkt werden können.
Dazu gehören neben den oben genannten auch Übergewicht, chronische Entzündungen, Diabetes, Herz-Kreislauf- und Autoimmunerkrankungen sowie neurologische Problematiken wie z. B. Depressionen oder Demenz.

Hautärzte mögen keine Sonne
Den meisten Menschen ist der gesundheitliche Aspekt des Sonnenlichtes leider überhaupt nicht bewusst. Im Gegenteil, sie fürchten die Sonne.
Insbesondere die Medien, aber auch Hautärzte lassen keine Gelegenheit aus, ständig auf die „Gefahren“ der Sonnenstrahlung hinzuweisen.
Manche empfehlen sogar, die Sonne ganz zu meiden.
Natürlich ist übertriebenes Sonnenbaden gesundheitsschädlich, weil es tatsächlich zu Hautkrebs führen kann. Aber Sonnenlicht in wohldosierten Mengen ist nicht nur „erlaubt“, sondern unverzichtbar, da es den Vitamin-D-Spiegel und damit unsere Vitalität auf einem hohen Level hält.
Zur Entstehung von Hautkrebs sind ausserdem deutlich mehr Faktoren notwendig als dann und wann ein Sonnenbad (wie z. B. zu niedriger Antioxidantienstatus, Vitalstoff- und Mineralstoffmangel, überempfindliche Haut, Ungleichgewicht der Darmflora, schwaches Immunsystem etc.).
Sonne kann man nicht verkaufen
Vitamin D ist möglicherweise der am meisten unterbewertete Vitalstoff überhaupt.
Vielleicht auch deshalb, weil Sonnenlicht kostenlos zur Verfügung steht und man es nicht verkaufen kann.
Deshalb gibt es auch keine Werbung für den gesundheitlichen Nutzen der Sonne, sondern nur für den Nutzen von Sonnencremes.
Doch selbst Sonnenschutzmittel mit einem relativ geringen Lichtschutzfaktor von 8 sollen die Produktion von Vitamin D stark vermindern und somit zu allen gesundheitlichen Folgen eines Vitamin-D-Mangels beitragen können. Lichtschutzfaktoren um die 15 blockieren die Vitamin-D-Produktion gar bis zu 100 Prozent.
Wussten Sie ausserdem, dass die „American Academy of Dermatology“ AAD von den Sonnencreme-Herstellern finanziell unterstützt wird? (Sonnencremes verursachen Vitamin-D-Mangel)
Der Schutz vor der Sonne gelang auch wirklich bewundernswert rasch. Alle Welt glaubt zu wissen, dass man ohne Sonnenschutzmittel quasi auf der Stelle von Hautkrebs befallen wird, auch wenn es sich nur um Sekundenbruchteile handelt, in denen sich ein Sonnenstrahl auf der Haut verirrt.
Wer aber schützt uns nun vor einem Mangel an Vitamin D? Ein solcher ist nämlich deutlich häufiger und wahrscheinlicher als jeder Hautkrebs.


Speichern Sie Vitamin D
Der Körper kann Vitamin D glücklicherweise über den Sommer sozusagen ansparen und für den langen Winter speichern. Natürlich nur, wenn man regelmässig in die Sonne geht – und zwar ohne Sonnenschutzmittel (ca. 30 Minuten täglich).
Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin und wird daher im Körperfett gespeichert. Sind die Vitamin-D-Speicher voll, dann kommt man mit diesem Vorrat recht gut über den Winter.
Bei Fettleibigkeit funktioniert das allerdings nicht: Vitamin D wird zwar im Körperfett eingelagert, bei Übergewicht aber oft nicht mehr ans Blut abgegeben. Deshalb leiden übergewichtige Menschen besonders häufig an Vitamin-D-Mangel.
Und schon eine Gewichtszunahme um 10 Prozent kann bereits dazu führen, dass der Vitamin-D-Spiegel um mehr als vier Prozent sinkt, was bei einem ohnehin schon niedrigen Spiegel gravierend sein kann.
Wie schützt man sich nun vor einem Vitamin-D-Mangel? Wie versorgt man sich rundum perfekt mit Vitamin D?
Tipps zur richtigen Vitamin-D-Versorgung: Im Sommer
Von April bis September heisst es Sonne tanken. Aber nicht zu oft und nicht zuviel.
Und so wird dazu geraten, täglich zehn bis fünfzehn Minuten wenigstens die Arme und das Gesicht einem Sonnenbad auszusetzen, wobei eine Ganzkörperbesonnung natürlich besser wäre.
Dunkelhäutige Menschen jedoch müssen deutlich länger in der Sonne bleiben, um an dieselbe Menge Vitamin D zu gelangen, nämlich gar bis zu zwei Stunden.
Die Abendsonne nützt dabei nicht viel, da die Sonne relativ hoch stehen sollte, damit die erforderliche UVB-Strahlung auch die Erde und damit Ihre Haut erreicht.
Übrigens: Glas ist undurchlässig für die benötigte UV-Strahlung der Sonne. Bei geschlossenen Fenstern im Auto oder im Haus kann die Haut also kein Vitamin D bilden (Die Wirkkraft von ultraviolettem Licht und hochdosiertem Vitamin D3).
Tipps zur richtigen Vitamin-D-Versorgung: Im Winter
Von Oktober bis März fehlt dem Körper die Sonne, um mit Hilfe der UVB-Strahlung Vitamin D zu synthetisieren.
Selbst wenn die Sonne im Winter scheint, steht sie zu tief für eine ausreichende UV-Strahlung, mit der die Haut die Vorstufe von Vitamin D bildet. Im Winter lebt ein gesunder Mensch daher von seinen Vitamin-D-Vorräten im Fettgewebe.
Je länger der Winter dauert, desto eher schwindet dieser Vorrat.
Deshalb entstehen womöglich auch Grippewellen überwiegend im Februar und im März.
Nur in Regionen südlich des 41./42. Breitengrades oder im Hochgebirge kann die erforderliche UVB-Strahlung auch im Winter getankt werden, so dass ein winterlicher Urlaub am Mittelmeer oder in den Bergen eine gute Idee ist (Sonnenbrillen und die Zirbeldrüse – Sinnvoll oder schädlich? (Videos)).

Vitamin-D-Bedarf mit der Nahrung decken?
Manche Ärzte meinen, dass Vitamin D in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden kann.
Das ist theoretisch richtig, aber praktisch nichtig. Denn dazu müssten täglich mindestens 22 Liter Milch oder 13 Gläser à 150 ml eines mit Vitamin D angereicherten Saftes (wenn darin 1 Mikrogramm Vitamin D/100 ml zugesetzt wurde) getrunken werden.
Oder es müssten drei- bis fünfmal pro Woche fettreiche Fische wie Makrele oder Lachs gegessen werden, um eine ausreichende Menge Vitamin D aufzunehmen. Doch glauben Sie nicht, dass Sie mit einer gewöhnlichen Fischportion gut versorgt wären.
Sie müssten jeweils deutlich mehr als 1 Kilogramm fetten Fisch essen, um sich eine hilfreiche Vitamin-D-Dosis einzuverleiben.
Wenn es Ihnen nun nicht möglich ist, im Sommer ausreichend Vitamin D zu tanken, dann wäre es in jedem Fall weniger anstrengend und deutlich günstiger für Ihre Figur, wenn Sie sich mit einem hochwertigen Vitamin-D-Präparat versorgen und – je nach Bedarf – die für Sie erforderliche Vitamin-D-Dosis einnehmen (Hochdosiertes Vitamin D3: Das große Geheimnis, das Ihnen die Pharmaindustrie vorenthalten will).
Vitamin D: Der Bluttest
Um Ihren aktuellen Vitamin-D-Spiegel und damit die für Sie nötige Vitamin-D-Dosis herauszufinden, können Sie bei Ihrem Arzt eine Blutuntersuchung durchführen lassen (hier gibt es Bluttests aus der Apotheke).

Dabei wird im Blutserum der 25-Hydroxy-Vitamin-D3-Wert festgestellt. Er sollte bei mindestens 50 ng/ml (bzw. 125 nmol/l) liegen bzw. sich optimalerweise zwischen 50 und 80 ng/ml (125 bis 200 nmol/l) bewegen, um schliesslich auch nach dem Sommer die Wintermonate gut zu überstehen.
Verweise:
- Keum, N, Giovanucci, E., „Vitamin D Supplements and Cancer Incidence and Mortality: a Meta-Analysis“, British Journal of Cancer, 2014 Juni, (Vitamin-D-Nahrungsergänzung und Krebsaufkommen sowie Krebssterblichkeit: Eine Meta-Analyse)
- Hintzpeter B et al., „Vitamin D status and health correlates among German adults“ European Journal of Clinical Nutrition (2008) 62, 1079–1089 (Der Vitamin-D-Status korreliert mit der Gesundheit bei deutschen Erwachsenen) [Studie als PDF]
- Holick MF „Vitamin D Deficiency“ N Engl J Med 2007; 357:266-281 (Vitamin-D-Mangel) [Studie als PDF]
- DKFZ „Erhöhte Sterblichkeit bei Vitamin-D-Mangel“ Pressemitteilung Nr. 25, 24.04.2013 (Koh) [Studie als PDF]
- Eidgenössisches Department des Innern EDI, Bundesamt für Gesundheit BAG, Direktionsbereich Verbraucherschutz, „Vitamin-D-Mangel: Datenlage, Sicherheit und Empfehlungen für die Schweizer Bevölkerung“, März 2012
- Vitamin-D-Status in der deutschen Wohnbevölkerung“ Robert Koch Institut 2012 [Studie als PDF]
- Berry JD et al., „Causal Relationship between Obesity and Vitamin D Status: Bi-Directional Mendelian Randomization Analysis of Multiple Cohorts“, Februar 2013 PloS Medicine, (Kausale Zusammenhänge zwischen Fettleibigkeit und Vitamin-D-Status: Bidirektionale Mendel-randomisierte multiple Kohorten-Analyse) (Studie als PDF)
- Mason C et al., „Vitamin D3 supplementation during weight loss: a double-blind randomized controlled trial“, März 2014, American Journal of Clinical Nutrition, (Nahrungsergänzung mit Vitamin D3 während Gewichtsreduktion: Ein randomisierter doppelblinder kontrollierter Versuch) (Studie als PDF)
- Brondum-Jacobsen P, „25-hydroxyvitamin d levels and risk of ischemic heart disease, myocardial infarction, and early death: population-based study and meta-analyses of 18 and 17 studies“, Arteriosclerosis Thrombosis and vascular biology, November 2012, (Vitamin-D-Spiegel und das Risiko der ischämischen Herzkrankheit, des Herzinfarkts und frühem Tod: Eine bevölkerungsbezogene Studie und Meta-Analysen von 18 und 17 Studien) (Studie als PDF)
Quellen: PublicDomain/zentrum-der-gesundheit.de am 23.07.2016
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